Brüno

  1. Ø 0
   2009
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Brüno Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Brüno: Neue Komödie von Sacha Baron Cohen, der im Stil von "Borat" als schwuler österreichischer Modefreak in den USA nach Berühmtheit strebt.

Der österreichische Fashion-Addict Brüno ist immer in Sachen Mode unterwegs und erregt mit seiner Fernsehsendung „Funkyzeit“ Aufsehen. Auf einer großen Modeschau sorgt er mit einem Anzug aus Velcro für Chaos und wird von der Branche geächtet, seine Show wird abgesetzt, sein kleinwüchsiger thailändischer Liebhaber verlässt ihn. Tief verletzt macht sich Brüno mit seinem ihm treu ergebenen Assistenten Lutz auf den Weg in die USA, um dort berühmt zu werden. Es ist ein dorniger Weg, aber Brüno lässt nichts unversucht, um sich seinen Traum zu erfüllen.

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Kritikerrezensionen

  • Vielleicht hat ja jeder seinen eigenen Lieblingsmoment in „Borat“ von 2006. Meiner ist der Kampf zweier homophober nackter Männer in einem Hotelzimmer, der immer wieder in Schwulensex-Stellungen übergeht und sich schließlich in Flur, Treppenhaus, Foyer ausbreitet, wo wirkliche, echte Menschen, keine Schauspieler, Zeugen des wilden Treibens werden… Ich habe viele Minuten lang so sehr gelacht, dass mein Bauch schmerzte, das war nicht mehr schön.

    In dieser Szene steckt die Essenz der Sacha-Baron-Cohen-Strategie drin von genau geplanten Gags, perfekter Choreographie und dem Überfall auf eine nichts ahnende Öffentlichkeit, die Unerhörtem ausgesetzt wird, ohne die Inszenierung dahinter – die zugleich für die Ahnungslosen wie für die Kinozuschauer kreiert wurde – zu durchschauen oder zu begreifen.

    In „Brüno“ geht es genau so weiter, und sogar eine zweite Schwulen-Hotelszene gibt es – die aber nicht so gut funktioniert wie in „Borat“, denn das ist ja auch Teil des Konzepts: dem Zufall Raum zu geben, die Reaktionen des Publikums mit in die Szene einzuschließen und dabei auch in Kauf zu nehmen, nicht das Erhoffte zu bekommen.

    Und die erhoffte Gagdichte dann ganz einfach anderswo zu erreichen. Und da haben sich Cohen und Team einiges einfallen lassen, um einen Rundumschlag zu starten, der gleich direkt in die Vollen geht.

    Brüno hat eine eigene Modeshow, was viele Gags über das Fashionbusiness ergibt – aber das ist nach ein paar Minuten vorbei, Brüno will jetzt in Amerika berühmt werden, ist aber Statist bei der TV-Serie „Medium“ reichlich unfähig, also geht’s weiter, er will eine eigene TV-Sendung über Celebritys und produziert gar eine Pilotfolge, die von CBS einem Testpublikum vorgeführt wird; inklusive Exklusivinterview mit Harrison Ford und einem tanzenden und sprechenden Penis. Ja, einem echten. Angeblich dem von Brüno.

    Dann will er Charity machen, darin gehen ja alle Promis auf. Dann will er den Nahostkonflikt lösen. Dann schmuggelt er als Souvenir aus Afrika ein geklautes Kind nach Amerika, das er adoptiert. Und so weiter. Am Ende – und diese Sequenzen dauern zu lang dafür, dass der Film zuvor von (Real)Satire zu (Real)Satire gesprungen ist, darauf legt „Brüno“ zu viel Gewicht (oder ist der Zuschauer da nur schon abgestumpft gegen die Cohen/Brüno-Dauerattacken auf Zwerchfell?), am Ende versucht Brüno, hetero zu werden.

    Was bei „Borat“ die Suche nach Pamela Anderson war, ist hier die Liebe des Assistenten Lutz zu Brüno: ein zusammenhaltendes Element, das so eine Art Dramaturgie ergibt. Die Herz-Schmerz-Dramaturgie von Soaps ist das, von Reality-TV, ganz simpel und plakativ auf Höhen und Tiefen der Emotionen zielend, nur unter dem Vorzeichen des Schwulen, und mit dem Clou, dass die falsche Dramaturgie aus der Fiktion in die Realität der Menschen einbricht, über die das „Brüno“-Filmteam herfällt.

    Aber Mann, der Film ist witzig! Diesmal ist meine Lieblingsszene eine Pantomime Cohens für die Kamera und für einen Hellseher, der ihm den Geist von Milli (oder war’s Vanilli?) erscheinen ließ. Küssen, Blasen, Arschlecken mit dem Idol, das nur aus Luft besteht…

    Leider werden die Zuschauer der deutsch synchronisierten Version wohl kaum in den vollen Genuss des Films kommen können. Denn nicht nur hat Brünos Englisch einen ausgefallenen pseudo-deutschen Akzent, der in der Synchro wegfallen wird, nein: Sacha Baron Cohen als Brüno und sein Partner Gustaf Hammarsten (ein Schwede) als Lutz reden, wenn sie unter sich sind, tatsächlich deutsch; merkwürdig, geradebrecht, aber durchaus verständlich: beide hatten in der Schule Deutschunterricht. Und das sollte man im Original hören – Kinokopien in Originalsprache, auch mit Untertitel, sind laut Verleih ebenfalls in Umlauf.

    Fazit: Ja doch: so witzig wie „Borat“
  • Nach „Borat“ lässt Sacha Baron Cohen die nächste Kultkreation auf die Menschheit los: den hinreissend komischen Ösi-Provokateur Brüno.

    Er liebt Mode. Er liebt Männer. Er zieht aus, um mit dem Klettverschluss, die Welt zu erobern. Brüno (Sacha Baron Cohen), Fashion-Freak und Moderator eines austrianischen TV-Senders, ist seine Heimat Österreich längst zu klein. Er will provozieren und sich produzieren – und niemand auf der Fashion Week in Mailand ahnt, dass diese Veranstaltung für Brünos Absichten maßgeschneidert ist. Mit dem ersten kompletten Klettverschluss-Outfit der Haute-Couture-Geschichte, ein Mix aus Quilt und Pippi-Langstrumpf-Patchwork, klebt er entsetzten Stardesignern an der Backe. Stolpert bei der Show von Agatha Ruiz de la Prada auf den Laufsteg, bis das Sicherheitspersonal den exzentrischen Störfall entfernt. So ermutigt, erkundet Brüno nun die Limits im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Und das im Kampf gegen Puritanismus, Doppelmoral und Gesetze, die Männer keine karierten Röcke tragen lassen. In Kansas durchbricht Brüno mit Hot Pants konservative Traditionen. Unter reaktionären Jagdfreunden, die Toleranz in der Regel nicht einmal buchstabieren können, outet er sich als „Sex and the City“-Fan. Bei einem Swingertreffen interpretiert er den Vorbau einer Domina als Milchbar und bei der Army die in Tarnfarben gehaltene Geländeausgangskleidung als Kreation, zu der man auch Dolce & Gabbana-Accessoires tragen kann. Niemand ist vor diesem furchtlosen Pionier sicher, der austestet, wie weit andere gehen, wenn er selbst die Grenzen überschreitet. Kann man Casting-Mütter überreden, dass ihre Babys für eine Rolle 10 Pund abspecken müssen? Kann man Politiker verführen, die Männer nur als Wähler lieben? Kann man ein afrikanisches Adoptivkind O.J. nennen? Unwiderstehlich komische Antworten liefert der neue Satirehit der „Borat“-Macher, der Spaß, Skandale und Silbersandaletten für Männer ins Kino bringt.

    Peter Koberger.
  • Kurzweiliger Kinoausflug des schwulen Österreichers, der jedoch deutlich weniger schockierend und komisch ausfällt als „Borat“.
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