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Fakten und Hintergründe zum Film "Br?gge sehen... und sterben?"

Kino.de Redaktion |

Brügge sehen... und sterben? Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Produktionsnotizen

Für Regisseur und Autor Martin McDonagh, der für seinen Kurzfilm „Six Shooter“ mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, begann BRÜGGE SEHEN… UND STERBEN? an einem Wochenende in eben jener Stadt, die seinem Film den Namen gibt. Gut eine Stunde von Brüssel entfernt, war Brügge im Mittelalter eine wichtige und wohlhabende Handelsstadt. Selbst als ihr Reichtum schwand, blieben nicht nur die Kanäle, sondern auch die historische Architektur und die Kunstwerke erhalten, so dass sich die Stadt ab Ende des 19. Jahrhunderts zu einem beliebten Touristenziel entwickelte.

„Als ich vor gut vier Jahren dort war, hatte ich Brügge gegenüber gemischte Gefühle“, erinnert sich McDonagh. „Ich dachte mir zwei Charaktere aus, die auf unterschiedliche Weise auf die Stadt reagieren, und fing an, ihre Erlebnisse aufzuschreiben, für die ich bereits bestimmte Plätze und Orte in Brügge im Sinn hatte.“

Die Produzenten Graham Broadbent und Pete Czernin lasen das Drehbuch und fanden es, so Broadbent, auf Anhieb fantastisch: „Die Dialoge waren umwerfend, die Geschichte spannend und die Rollen hervorragend. Als wir selbst nach Brügge fuhren, erkannten wir sofort, dass die Stadt ein zusätzlicher Hauptdarsteller sein würde. Sie hat eine so besondere Atmosphäre und ist so malerisch, dass man die Kamera überall aufbauen kann und immer ein einmaliges Bild bekommt.“

„Diese alte, wunderschöne und gut erhaltene kleine europäische Stadt stellt einen hervorragenden Kontrast zur Ruhelosigkeit der Figuren dar“, ergänzt Schauspieler Ralph Fiennes. „Martin hat einen sehr spezifischen Ton. In seinen Geschichten sind die unglaublich ausgefeilten Charaktere stets sehr humorvoll gezeichnet. Und als Regisseur entpuppte er sich zudem noch als überaus klug und großzügig.“

Die Produktion konnte schnell auf die Beine gestellt werden. Innerhalb eines Jahres, nachdem sich McDonagh mit den Produzenten getroffen hatte, war der Film bei Focus Features untergekommen und die Besetzung komplett. Da „das Venedig des Nordens“, wie Brügge auch genannt wird, von so spezifischer Wichtigkeit für die Geschichte und den Film ist, war es wichtig, dass die Stadt sich kooperativ zeigte. Die Büros des Bürgermeisters, des Tourismusverbands und der städtischen Filmbehörde machten es dann auch gemeinsam möglich, dass überall gedreht werden konnte.

Schauspieler Brendan Gleeson lacht heute noch: „Als wir ankamen, trafen wir den Bürgermeister der Stadt und ich bedankte mich bei ihm dafür, dass er unser Set beehrt. Denn es kam mir tatsächlich so vor, als hätte jemand eigens für uns eine unglaubliche Filmkulisse gebaut. Es ist einfach wahnsinnig pittoresk und sieht atemberaubend romantisch aus.“

Trotzdem hält McDonagh fest: „Je weiter der Film voranschreitet, desto düsterer erscheint Brügge und die gotischen Seiten der Stadt treten immer weiter in den Vordergrund. In einigen Nachtszenen sind diese Qualitäten sogar schon vorher zu sehen, etwa als Ray auf die Dreharbeiten in den von Hieronymus Bosch inspirierten Kulissen stößt.“

Laut Produktionsdesigner Michael Carlin bezieht sich dieses Film-im-Film-Set tatsächlich auf ein Bosch-Gemälde, das an anderer Stelle im Film zu sehen ist. Und mit Bezug auf Brügge fasst er zusammen: „Die Stadt ist ein Hauptbestandteil der Geschichte und verändert sich in deren Verlauf. Zu Beginn ist sie freundlich und harmlos, doch wird sie später beinahe so bedrohlich wie Harry (der von Ralph Fiennes gespielte Gangsterboss), was wiederum Rays Ängste noch verstärkt.“

Colin Farrell las das Drehbuch und ertappte sich mehrmals dabei, wie er laut lachen musste. „Aber gleichzeitig ist es eine herzzerreißende Geschichte, denn ich bin wirklich davon überzeugt, dass einem jede der Figuren ans Herz wächst“, erklärt der Hauptdarsteller. „Alles in allem war es das Beste, was ich je gelesen habe. Die Charaktere und Situationen sind brillant, genau wie das ganze Skript. Und die Dialoge sind einfach einzigartig.“

„Ich habe die Rollen nicht für jemanden bestimmtes geschrieben“, gibt McDonagh zu. „Tatsächlich waren Ray und Ken sogar erst als Londoner angelegt; ich habe erst Iren aus ihnen gemacht, nachdem wir Colin und Brendan besetzt hatten. Dadurch kam schließlich alles zusammen, ihre Kameradschaft ebenso wie ihre Abneigung gegen Harry.“

Gleeson zu besetzen, fiel dem Regisseur nicht sonderlich schwer, denn „eine von Brendans Stärken als Schauspieler ist, dass bei ihm immer alles so natürlich klingt und aussieht, als würde er sich das spontan ausdenken. Außerdem scheinen seine Warmherzigkeit, seine Menschlichkeit und seine Lebensfreude in allem durch, was er tut.“

Gleeson war, nach eigener Aussage, schon „wohlvertraut“ mit dem Autorenfilmer. Schließlich war er nicht nur ein Bewunderer von McDonaghs Theaterstücken, sondern hatte auch schon in dessen preisgekröntem Kurzfilm „Six Shooter“ mitgespielt. „Weder in seinen Stücken noch in seinen Drehbüchern gibt es jemanden, den man aus vollstem Herzen hasst“, sagt der Schauspieler. „Seine Arbeit ist robust, aber gleichzeitig feinfühlig – und hat immer Seele. Manchmal wird man mit dem Abschaum der Menschheit konfrontiert und sagt die gewissenlosesten Sätze, aber trotzdem fühlt man eine Verbundenheit mit diesen Menschen. Sie sind einfach allzu menschlich.“

Auch Farrell äußert sich begeistert: „Diese Charaktere haben mit ihrem Humor und ihrer Weltsicht etwas sehr Ursprüngliches. Sicher, sie bringen andere Menschen um, aber sie sind nicht bloß schwarzweiß gezeichnet.“

„Eigentlich geht man nicht davon aus, dass man sich für diese Figuren erwärmt und sich dafür interessiert, wie es ihnen ergeht“, meint Broadbent. „Ken beispielsweise hat zahllose Menschen getötet. Aber schließlich fühlt man doch mit und schätzt ihn als Person ebenso wie als Rays Mentor.“

McDonagh selbst sagt über seine Figuren: „Sie suchen alle nach Antworten – jeder auf seine Weise. Am Ende der Geschichte versteht der Zuschauer hoffentlich, was sie angetrieben hat oder was die Motivation hinter ihren Handlungen in und auch vor Brügge war. Ken und Ray kannten sich vor dem Auftrag in London nicht sonderlich gut, und nun müssen sie plötzlich zusammen an diesem seltsamen Ort leben. Nachdem sie sich anfangs sowohl miteinander als auch in der Stadt unbehaglich fühlen, kommen sie sich schließlich näher, indem sie immer mehr über den anderen und auch sich selbst erfahren.“

„Ray ist jemand, von dem Gefahr ausgeht, aber er ist trotzdem sensibel, verletzlich und voller Reue“, erläutert Produzent Broadbent. „In vieler Hinsicht ist er genau das Gegenteil des skrupellosen Profikillers, den wir anfangs erwarten.“

McDonagh ergänzt: „Ray musste gefährlich und unberechenbar, aber eben auch feinfühlig, finster und manchmal fast verzweifelt wirken. Gefährlich und unberechenbar hatte ich Colin schon früher gesehen, aber sobald wir uns trafen und über die Rolle sprachen, wusste ich, dass er auch die anderen Eigenschaften in sich trug. Es erforderte eine ganze Menge Mut und Talent, diese traurigen und verletzlichen Facetten auf die Leinwand zu bringen und dabei nicht rührselig und sentimental zu wirken. Colin hat das brillant gemeistert.“

„Das ist zwar ein Film über brutale Killer, es geht um Loyalität und Ehre“, fährt Broadbent fort, „aber Martin fängt auch die Unschuld der Protagonisten ein und stattet sie mit viel Warmherzigkeit aus. In der Beziehung zwischen Ken und Ray lässt sich das gut erkennen, denn man kann sehen, dass sie sich wirklich umeinander sorgen.“

Hauptdarsteller Gleeson wird vom Produzenten in den höchsten Tönen gelobt: „Brendan ist der Schlüssel zum Gelingen dieses Films. Er strahlt eine unglaubliche Stärke und Leidenschaft aus und zeigt uns, dass ein warmherziger Auftragskiller kein Widerspruch in sich sein muss.“

Gleeson selbst ist der Ansicht, „dass Ken sich in dieser Stadt für Ray einsetzt, weil es ihm dadurch möglich wird, Hoffnung und Glaube an seine Existenz zurückzugewinnen, die jahrelang so sehr von Gewalt dominiert wurde. Was er für Ray tut, macht er, weil der junge Kerl ihm die Hoffnung zurückgegeben hat.“

Was dagegen die Beziehung von Ken und Harry angeht, erklärt McDonagh: „Sie haben eine gemeinsame Vergangenheit. Harry ist eine sehr gefährliche Person, aber seine Freundschaft zu Ken zeugt dennoch von Intimität. Außerdem herrscht ein Vertrauen zwischen ihnen, das einem Gefühl von Loyalität entspringt.“

„Harry geht alles gewalttätig und aggressiv an“, sagt auch Colin Farrell, „aber weil Ralph ihn spielt, erkennt man die Nuancen, die Martin dieser Figur verpasst hat. Und richtig witzig ist er obendrein.“ Fiennes selbst führt noch weiter aus: „Harry hat die beiden im Zuge seiner eigenen Abrechnung nach Brügge geschickt. Er möchte sein Leben, das ja ein ausgesprochen brutales ist, in eine moralische Balance bringen.“

„Für die Rolle des Harry wollte ich jemanden haben, der nicht schon hundertmal den typischen Londoner Gangster aus der Arbeiterklasse gespielt hat“, erklärt McDonagh. „Mir schwebte ein sehr guter Schauspieler vor, der der Sache eine andere, überraschende Richtung geben konnte. Aber erst beim Dreh habe ich gemerkt, wie verdammt furchteinflößend Ralph sein kann.“

Broadbent ist ähnlich begeistert: „Ralphs Darstellung zeigt den eiskalten Psychopathen, aber eben auch dessen Ehrenkodex. Mit Martins Dialogen hatte er dabei genauso viel Spaß wie mit der Suche nach dem richtigen Akzent.“

Eine völlig andere Rolle spielt Clémence Poésy, die über ihre Figur sagt: „Ich glaube, dass Chloë an einem bestimmten Punkt der Geschichte das einzig Positive in Rays Leben ist. Es funkt zwischen ihnen und er erkennt, dass er vielleicht doch etwas bzw. jemanden hat, für den es sich zu leben lohnt.“

„Das Drehbuch zu lesen war, als würde man Martins eigene Welt betreten, voller Dinge, die man noch nie gehört oder gesehen hat“, fährt Poésy fort. „Ich wollte unbedingt ein kleiner Teil davon sein und diese Sätze sagen. Schon das erste gemeinsame Durchgehen des Textes hat unglaublich viel Spaß gemacht. Auch am Set hatte Martin später einen tollen Sinn für Humor und gab einem das Gefühl, man würde gemeinsam mit ihm etwas zum Leben erwecken.“

Produktionsdesigner Carlin äußert sich ähnlich begeistert über McDonagh: „Er ist nicht einfach nur ein Autor, sondern auch mit Leib und Seele Regisseur. Deswegen wurde über seine Stücke schon oft gesagt, dass sie sehr filmisch seien. Er sah BRÜGGE SEHEN… UND STERBEN? vor seinem inneren Auge und hatte eine sehr klare Idee davon, was er auf die Leinwand bringen wollte.“

„Es waren nicht nur die Worte“, ergänzt Farrell. „Er hatte auch viele Handlungen und Bewegungen schon im Kopf, vor allem für meine Figur. Auch sein räumliches Verständnis ist großartig. Martin ist mit Leib und Seele Regisseur. Ihm scheinen alle Aspekte des Filmemachens Spaß zu machen.“

Als Hauptdarsteller des Film-im-Film wurde Jordan Prentice besetzt. Über seine Rolle sagt er: „Jimmy trägt erheblich zum surrealen Eindruck bei, den die Erlebnisse in Brügge auf Ken und vor allem Ray machen. Er ist eine missmutige, verdrossene Seele, und als Schauspieler habe ich die Szenen geliebt, in denen Jimmy seine bizarren Theorien äußert. Es war eine sehr vielschichtige Rolle, und Martins detailliertes Drehbuch gab mir die Möglichkeit, die Figur umfangreich auszuloten.“ Auch er ist voll des Lobes für seinen Regisseur: „Martin ist ein kreativer, warmherziger Typ, aber eben trotzdem verrückt genug, um mich zu faszinieren. Ich erkenne ihn in vielen seiner Charaktere wieder.“

Thekla Reuten, die die schwangere Pensionsbesitzerin Marie spielt, ließ sich ebenfalls vom Drehbuch überzeugen: „Marie steht für das Gute in mitten all der Dunkelheit der Geschichte. Außerdem gefiel mir am Buch – abgesehen davon, dass es witzig und gut geschrieben war – dass man sehen konnte, wie die Charaktere nach und nach fühlen, welchen Effekt die Gewalttaten auf sie selbst haben. Das ist nicht so wie in anderen Filmen, wo die Gewalt einfach nur cool ist. Obwohl es natürlich ziemlich aufregend ist, Männer mit Pistolen durch diese malerischen, hübschen Straßen rennen zu sehen. Was für ein Kontrast!“

„Ich hatte einige von Martins Stücken gesehen, die in Holland übersetzt und aufgeführt wurden“, ergänzt Reuten. „Als Filmemacher hatte Martin immer alles und jeden im Auge, ohne je die Konzentration zu verlieren. Als Schauspieler kann man besonders gut mit einem Regisseur kommunizieren, der so dramaturgisch denkt wie Martin.“

McDonagh legte großen Wert darauf, mit den Schauspielern drei Wochen zu proben, bevor die Dreharbeiten begannen. „Colin und Brendan kannten sich bereits privat, hatten aber, soweit ich weiß, noch nie zusammengearbeitet – obwohl sie es längst schon mal wollten. In den Proben haben sie sich blendend verstanden und ihr Respekt für einander war enorm.“

Die Probenzeit bezeichnet Gleeson im Rückblick als „großes Geschenk. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich hätte am Eingang eine Eintrittskarte kaufen müssen, so beeindruckend war Colins Arbeit. Ich bin stolz darauf, dass er auch Ire und ein junger Schauspieler in unserer Profession ist. Er und Martin waren wie für einander gemacht. Aber wir alle haben uns den Text gemeinsam vorgenommen, und so waren wir alle sehr sicher, als wir mit dem Dreh begannen.“

„In den Proben ging es uns vor allem darum, alle Aspekte der Geschichten und Beziehungen der Charaktere zu analysieren“, ergänzt McDonagh. „Wir fanden für jede Szene heraus, warum sie taten und sagten was sie taten und sagten. Das hört sich einfach an, aber es ist erstaunlich, wie hilfreich das war, für mich genauso wie für alle anderen.“

Auch Poésy ist begeistert: „Die Proben waren ein großer Luxus und sehr wichtig für Martin. So hatten wir die Zeit, uns kennen zu lernen; ich konnte schon sehen wie Colin arbeitet, bevor wir ans Set kamen. Es zeigte sich, dass er immer versucht, die Wahrheit seiner Figur finden, so dass er instinktiv in die Szenen eintauchen kann, wenn dann schließlich die Kameras laufen.“

Mit beispielloser Zusammenarbeit und Unterstützung seitens der Stadt Brügge (inklusive ihres Bürgermeisters Patrick Moenaert und hunderter einheimischer Statisten) begannen Anfang Februar 2007 die zweimonatigen Dreharbeiten. Mehrere Projekte, darunter eine Großproduktion (Fred Zinnemanns THE NUN’S STORY mit Audrey Hepburn aus dem Jahre 1959), waren im Laufe der Jahre in Brügge entstanden. Aber BRÜGGE SEHEN… UND STERBEN? war bei weitem das umfangreichste Filmprojekt.

„Wir hatten jeden Tag die Unterstützung der ganzen Stadt“, begeistert sich Broadbent. „Und wir wussten natürlich, dass wir als Botschafter der Filmbranche gesehen würden. Deswegen waren wir auch – anders als die Figuren im Film – selbstverständlich zu allen sehr nett.“

Fiennes lacht: „Das Team war ziemlich schnell unterwegs. Weil in Brügge überwiegend Fußgänger und Kutschen auf den Straßen sind, hatten die Produktionsautos fast immer freie Fahrt.“

Auch Kameramann Eigil Bryld hatte freie Fahrt. McDonagh bevorzugte die Handkamera für viele der Außenaufnahmen, so dass der Kameramann auf klassische Bildkompositionen häufig verzichtete.

„Einige der Drehs waren wie gut organisierte Guerillaüberfalle“, erinnert sich Carlin. „Viele der Locations, an denen wir drehten, mussten wir überhaupt nicht verändern oder noch zusätzlich ausstatten. Man ließ uns sogar die Weihnachtsdekoration wieder aufhängen, obwohl die Feiertage längst vorbei waren.“

Die vielen Drehorte in Brügge, die sich im Film „selbst spielen“, geben dem Zuschauer den Eindruck, für einen zweistündigen Urlaub in dieser Stadt gewesen zu sein. „Wenn man diesen Film sieht, fragt man sich: Was ist das für ein Ort?“ lacht McDonagh. „Genauso, wie es auch unseren Figuren geht.“

Ganz im Sinne seiner Rolle sagt auch Farrell: „Brügge ist nicht von dieser Welt und mit nichts zu vergleichen, wo ich je gewesen bin. Ich persönlich habe in der Stadt eine besondere Schwere gespürt.“

McDonagh berichtet: „Wir hatten die Genehmigung, in fast allen beeindruckenden Locations drehen zu dürfen – dadurch sieht man im Film auch unglaublich viel von der Stadt. Von einer einzigen Kirche abgesehen, durften wir an allen Orten drehen, die ich in der Originalversion des Drehbuchs erwähnt hatte. Das sagt viel darüber aus, wie hilfsbereit hier alle waren.“

Wenn man ihn drängt, seine Lieblingslocation zu nennen, zählt McDonagh nicht eine, sondern drei auf: „Das Hotel der Jungs war tatsächlich das gleiche Hotel, in dem ich bei meinem ersten Trip gewohnt habe, als ich noch keine Ahnung hatte, dass ich ein Drehbuch über Brügge schreiben würde. Außerdem mochte ich den Marktplatz sehr, auf dem die meiste Action stattfindet. Aber ich habe auch sehr gerne auf den Kanälen gedreht. Das war ein so wunderschöner, kalter und nebliger Morgen mit blauem Himmel. Wir haben uns ins Zeug gelegt, um zu drehen, bevor sich der Nebel ganz lichtet, und ich glaube, wir haben an dem Tag einige fantastische Bilder eingefangen.“

Dank der Möglichkeit, überall drehen zu können, wird selbst derjenige, der mit der Stadt vertraut ist, auf der Leinwand neue Seiten von Brügge entdecken können. Besonders herausragend in jedem Sinne des Wortes ist dabei der 83 Meter hohe Glockenturm. 366 Stufen muss man hinauf steigen, um die Turmspitze zu erklimmen, wo man dann von der Glockenstube aus mit einem atemberaubenden Blick über ganz Brügge und die umliegenden Landschaften belohnt wird.

Die Film-im-Film-Dreharbeiten, bei denen sich Jimmy und Chloë kennen lernen, befanden sich vorwiegend vor dem Gruuthuse Museum (in dem Kunstgegenstände vom 15. bis zum 20. Jahrhundert zu sehen sind). Rays und Kens Unterhaltung über das Fegefeuer dagegen fand im Groeninge Museum statt, wo dem Team sogar Innenaufnahmen genehmigt wurden. Dort gibt es Werke von so legendären Künstlern wie Hieronymus Bosch, René Magritte und Jan van Eyck zu sehen, so dass Colin Farrell und Brendan Gleeson zwischen den Szenen immer wieder neugierig durch die Ausstellungsräume streiften.

Broadbent ist im Rückblick immer noch begeistert: „Es kommt so gut wie nie vor, dass ein Film in echten Ausstellungsräumen mit so kostbaren Gemälden gedreht werden darf. Wir mussten Versicherungspolicen im Wert von hunderten Millionen Dollar abschließen, falls während unserer Arbeit die unheimlich wertvolle Sammlung des Groeninge Museums irgendwelche Schäden genommen hätte.“

Zu den weiteren Drehorten gehörte der „Liebessee“, der eigentlich unter dem Namen Minnewater bekannt war und ein gewöhnlicher Kanal zwischen Brügge und Gent ist, aber bevorzugt als romantischer Treffpunkt genutzt wird. Außerdem wurde am Jan van Eyckplein-Platz am Spiegelreikanal, am Bahnhof von Brügge, im Restaurant Cafedraal, wohin Ray Chloë zum Essen ausführt sowie in der Diligente Bar gedreht. Vor der Heilig-Blutbasilika, in der die berühmte Reliquie des Heiligen Blutes zu finden ist, wurde gefilmt, wie Ken in der Kassenschlange wartet. Für die Innenaufnahmen erhielt das Produktionsteam aus Sorge um die Reliquie eine seiner wenigen Absagen und musste daher auf eine andere Kirche in der Nähe ausweichen. Auch die Mehrzahl der Innenaufnahmen, wie etwa die Wohnungen von Harrys Kontakt Yuri und Chloë, entstanden direkt in Brügge.

Ob in Brügge oder anderswo, hofft McDonagh, dass das Publikum in BRÜGGE SEHEN… UND STERBEN? „eine Geschichte entdeckt, die lustig, sexy und gefährlich, aber gleichzeitig auch traurig, seltsam, nachdenklich und auf ganz eigene Art fröhlich ist.“ Er selbst plant schon seine nächste Reise nach Brügge: „Ich kann es kaum erwarten, wieder dorthin zu fahren. Aber wahrscheinlich sollte ich das besser tun, bevor der Film in die Kinos kommt – denn danach werden sie mich dort umbringen wollen!“

Weitere Informationen über Brügge und die im Film zu sehenden Sehenswürdigkeiten finden sich auf www.brugge.be, der offiziellen Internetseite der Stadt.

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