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Fakten und Hintergründe zum Film "Briefe an Julia"

Kino.de Redaktion |

Briefe an Julia Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Ob sich die tragische Liebesgeschichte von Romeo und Julia wohl wirklich einst in Verona zugetragen hat? Shakespeare hat sein weltberühmtes Stück jedenfalls in der norditalienischen Stadt angesiedelt. Und so zieht es jährlich über eine halbe Million Touristen nach Verona, auf der Suche nach dem Haus, in dem Julia einst gelebt haben soll. Es ist ein regelrechter Kult um das Gebäude und seinen Innenhof entstanden: Besucher posieren auf dem berühmten Balkon, auf dem Julia einst gestanden haben soll, oder lassen sich neben einer Julia-Bronzestatue im Hof fotografieren, deren Brust schon ganz blank poliert ist – denn es soll Glück bringen, sie zu berühren. An einer pittoresken Steinmauer unter Julias Balkon deponieren Verliebte ihre Briefe und Botschaften an Julia.

Die Produktion des Films begann am 25. Juni 2009 in Verona, neben Rom, Florenz und Venedig eine der großen Besuchermagneten in Italien. „Das Schöne an dem Phänomen um Julias Haus – wie auch an der Liebe an sich – ist, dass die Leute einfach daran glauben wollen“, sagt Regisseur Gary Winick. Julia ist eine Art Schutzheilige für die Liebenden geworden. Seit vielen Jahrzehnten erhält sie Tausende von Briefe aus aller Welt, in denen die Menschen sie um Rat bitten. Manchmal lautet die Adresse schlicht „Julia, Verona“. Doch alle Briefe finden ihr Ziel, den „Club di Giulietta“, den eine Gruppe von Frauen bildet, die sich ehrenamtlich um die Post kümmern und alle Briefe beantworten.

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Die Initialzündung für den Film kam den Produzentinnen Caroline Kaplan und Ellen Barkin durch ein Album des britischen Musikers Elvis Costello namens „The Juliet Letters“. Die beiden wollten wissen, was es mit dem Titel auf sich hat und stießen auf das Phänomen von Julias Haus in Verona. Schließlich wurden sie auf das Buch „Letters to Juliet: Celebrating Shakespeare’s Greatest Heroine, the Magical City of Verona, and The Power of Love“ aufmerksam, in dem die Schwestern Lise und Ceil Friedman sich dem Phänomen widmen.

„Es wurde uns bewusst, was für eine schöne und romantische Geschichte das ist, über die wir immer mehr Fakten sammelten. Schließlich sind wir damit zu Summit Entertainment gegangen, bereits mit der Idee, dass Gary Winick Regie führen könnte. Dann ging alles sehr schnell“, erinnert sich Caroline Kaplan.

„Stoffe, die um Beziehungen und Emotionen kreisen, interessieren mich am meisten. Sie sind am universellsten“, erläutert Gary Winick. „Bei manchen Leuten hat man ja das Gefühl, dass sie wie Figuren auf einem Schachbrett leben und sich nur gerade so viel bewegen, wie es die Umstände erfordern. Wie spannend ist es, wenn sie auf einmal den Mut aufbringen und aus eigenem Antrieb einen Satz machen.“

„Garys Einfühlungsvermögen passt perfekt zu diesem Film, der im besten Sinne ein 'Date Movie' ist“, erklärt Produzent Mark Canton. „Er dreht sich um einen grundlegenden Wesenszug des Menschen: Manchmal ist es schwer, seinem Herzen zu folgen. Doch ebenso unmöglich ist es, seine Gefühle zu ignorieren.“

Produktion: Die Besetzung

Das Kino ist die Sprache der Welt, dafür stehen auch die fünf Hauptdarsteller des Films: Amanda Seyfried kommt aus den USA, Vanessa Redgrave aus Großbritannien, Christopher Egan aus Australien, Gael García Bernal aus Mexiko und Franco Nero aus Italien.

Amanda Seyfried hat sich als Braut in „Mamma Mia!“ sowie mit der US-Serie „Big Love“ einen Namen gemacht. BRIEFE AN JULIA ist ihre erste große Hauptrolle. „Amanda trägt den Film“, unterstreicht Winick. „Sie strahlt einfach auf der Leinwand. Sie ist witzig und tiefgründig – hinter diesen phantastischen Augen passiert eine Menge. Als Sophie begibt sich Amanda auf eine wichtige Mission: Die Suche nach der wahren Liebe – die Victor offensichtlich für sie nicht ist.“

„Als ich das Drehbuch gelesen habe und mir auffiel, dass ich wirklich in jeder Szene zu sehen sein werde, war mir klar, dass das ganz schön anstrengend werden würde“, erinnert sich Seyfried. „Doch ich profitiere bei meiner Arbeit sehr aus der Zusammenarbeit mit der Crew und den anderen Schauspielern, das stärkt mich. Ich bin gerne unter Menschen. So war ich ein bisschen traurig als der Film schließlich abgedreht war, aber gleichermaßen erleichtert, weil ich wirklich erschöpft war.“

„Man musste kein Hellseher sein, um zu ahnen, dass Vanessa Redgrave eine großartige Besetzung für die Rolle der Claire abgeben würde“, so Winick. „Vanessa war in all ihren Filmen toll. Unsere Castingfrau Ellen Lewis sagt immer: 'Wenn Du Glück hast, bekommst du einen Schauspieler, der die Messlatte hoch ansetzt und so das Niveau des ganzen Films hebt.' In unserem Film war das mit Vanessa ganz klar der Fall.“

„Wenn du mit Vanessa Redgrave vor der Kamera stehst, gibst du besser dein Bestes“, bestätigt auch Produzent Mark Canton. „Sie erscheint früh am Set und geht spät, sie kennt ihren Text – und auch deinen.“

Trotz der Ehrfurcht vor dieser Leinwandlegende gelang es Amanda Seyfried schnell, ihre Scheu zu verlieren. „Vanessa macht kein großes Aufheben. Sie ist so smart und präsent und trifft immer den richtigen Ton beim Spielen, so dass du dich in ihrer Gegenwart sofort wohlfühlst“, berichtet Seyfried.

Das mexikanische Schauspieltalent Gael García Bernal spielt Sophies umtriebigen Freund Victor. „Eine solche Rolle hatte ich zuvor noch nie gespielt. Victor ist sehr eigen. Er liebt gutes Essen mehr als alles andere und möchte das so gerne mit seiner Freundin Sophie teilen“, so García Bernal.

„Das Problem zwischen Sophie und Victor ist, dass sie unterschiedlich getaktet sind“, erklärt Seyfried. „Sie lieben sich, aber sie kommen irgendwie nicht zusammen. Victor hat nur das Kochen im Sinn und seinen großen Traum vom eigenen Restaurant. Sophie und Charlie haben dagegen viel mehr gemeinsam. Bei Charlie wird Sophie klar, wie viel mehr eine Beziehung zu bieten hat.“

Das Casting für die Figur Charlie gestaltete sich am schwierigsten. Gefragt war jemand, der als Enkel von Vanessa Redgrave durchgehen konnte, aber auch als der Mann, der Sophie an ihrer Beziehung zu Victor zweifeln lässt. „Dass wir Chris gefunden haben, grenzte schon an göttliche Intervention“, scherzt Caroline Kaplan. „Wir haben wirklich lang nach ihm gesucht. Casting ist wahrscheinlich der schwierigste Part beim Filmemachen. Aber wenn man dann zwei Leute gefunden hat, bei denen die Chemie stimmt, kann man sich auf einmal gar nicht mehr erklären, warum man nicht gleich auf diese Schauspieler gekommen ist.“

„Letztendlich weiß man aber erst, ob es funktioniert, wenn man die Schauspieler das erste Mal zusammenbringt und sie eine gemeinsame Szene spielen lässt. Dann merkt man meistens sofort, ob es funktioniert“, sagt Winick. „Bis wir Chris Egan gefunden haben, verging wirklich eine Menge Zeit. Wir haben unzählige Schauspieler in New York und London gecastet.“

Viel einfacher war da die Besetzung von Lorenzo, Claires alter Liebe. „Abgesehen davon, dass Franco Nero mit Vanessa verheiratet ist, ist er einfach ein wunderbarer Schauspieler. Dieser Moment, in dem sich die Claire und Lorenzo nach 50 Jahren wieder finden – diese Intensität wäre wohl kaum mit jemand anderen als Franco möglich gewesen. Dazu kam, dass er – wie seine Filmfigur – auch noch Italiener ist. Es war einfach perfekt“, urteilt Winick.

Vanessa Redgrave und Franco Nero haben sich 1966 kennen gelernt, am Set von „Camelot“ bei dem sie für Joshua Logan vor der Kamera standen. „Vanessa ist wohl die beste Schauspielerin, die ich kenne. Das habe nicht ich, ihr Ehemann, gesagt, sondern Tennesse Williams und Arthur Miller. Ich muss ihnen jedoch absolut beipflichten“, schwärmt Franco Nero. „Ich habe in den vergangenen 43 Jahren rund zehn Mal mit Vanessa zusammen gedreht. Ihr Talent ist ein Geschenk, das die Regisseure immer wieder in Erstaunen versetzt.“

Dass die Chemie zwischen Redgrave und Franco stimmte, war Gary Winick natürlich wichtig. Der Regisseur schätzte darüber hinaus, dass er einen italienischen Schauspieler von Francos Format für den Dreh in Italien gewinnen konnte. „So fühlte sich einfach alles richtig an.“ Neben seinen internationalen Hauptdarstellern besetzte Winick die anderen Rollen nahezu vollständig mit italienischen Schauspielern. „Julias Sekretärinnen“ etwa wurden komplett in Italien gecastet. „Ich hatte das Buch 'Fellini’s Faces' im Kopf, in dem all diese tollen Charakterschauspieler versammelt sind. Es war mein Ziel, solche Gesichter zu finden, die die Figuren der Sekretärinnen immens aufwerten würden. Die Skala reicht nun von der außergewöhnlich schönen Luisa Ranieri, die im Film die Isabella spielt, bis zur markanten Luisa DeSantis, die die Angelina spielt.“

„Nach dem Casting habe ich eine Probe mit den Damen anberaumt, und war verblüfft, welch eine Energie sie zusammen erzeugten. Ich weiß noch, wie ich mir dachte: Hätte ich doch bloß eine Kamera aufgestellt“, erinnert sich Winick.

Prduktion: Die Dreharbeiten

Als die Besetzung Anfang Juni schließlich stand, galt es, die Logistik anzupacken. Dabei wurde eine nahezu unlösbare Aufgabe gemeistert: Die Stadtverwaltung von Verona gab ihre Zustimmung, die Hauptattraktion der Stadt – das Casa di Giulietta – für zwei Tage zu schließen, damit das Team am Originalschauplatz drehen konnte. Fast drei Monate lang musste dafür Überzeugungsarbeit geleistet werden, bis die Stadtväter schließlich verstanden, dass die kurzfristige Sperrung des Hauses sich auf lange Sicht bezahlt machen würde – da durch den Film noch mehr Menschen auf die Attraktion aufmerksam werden.

Production Designer Stuart Wurtzel hat das Casa di Giulietta für den Dreh leicht verändert – etwa den modernen, mit Graffitis versehenen Durchgang zum Innenhof mit einer alten Steinmauer verschönert, generell die Spuren des Massentourismus ein wenig verwischt, damit alles wieder etwas altmodischer aussieht. „In Italien dominieren die Erdfarben, das Land ist einfach prächtig, so dass mir mein Instinkt sagte: Übertreib es lieber nicht beim Szenenbild, damit die Geschichte genügend Raum hat“, so Wurtzel. Auf keinen Fall sollte eine Postkarten-Idylle die Story erschlagen.

„Stuart Wurtzel, Kameramann Marco Pontecorvo und ich waren uns einig, dass der Film von seinem Realismus und den Gefühlen lebt. Darum sollten die hübschen Kulissen der Geschichte dienen und nicht umgekehrt“, bestätigt Winick.

Gedreht wurde in Verona und Umgebung, darunter auch auf dem spektakulären Anwesen Villa Arvedi – die Szene, in der Claire einen der vielen Lorenzos trifft. Die Eingangsszene, in der Sophie durch Verona schlendert, wurde vor der 2000 Jahre alten berühmten Arena in Verona aufgenommen, Schauplatz der berühmten Opernfestspiele. Gedreht wurde außerdem in der hübschen kleinen Stadt Soave, die für ihren Weißwein berühmt ist und ein etwas süditalienischeres Ambiente aufweist, und am Gardasee. Basislager für die Toskana-Drehs war Siena. In Sienas Altstadt gelang es dem Team, eine „heimliche“ Szene auf dem zentralen Piazza del Campo zu drehen: Die vielen Touristen auf dem Platz waren so von der pittoresken Umgebung in den Bann gezogen, dass sie die Kamera gar nicht bemerkten. Zehn Tage lang wurde in den Weinbergen von Argiano gedreht, wo der weltberühmte Brunello angebaut wird.

Im Borgo Scopeto Hotel, dem ehemalige Landsitz der Familie Sozzini aus Siena, entstanden die Szenen, die in dem Hotel spielen, von dem aus Sophie, Claire und Charlie zu ihrer Exkursion durch die Toskana aufbrechen. Rund zwanzig Minuten von Siena entfernt, liegt es idyllisch inmitten von Weingütern und Olivenhainen. Im Borgo Scopeto Hotel fiel dann am 13. August 2009 auch die letzte Klappe auf italienischem Boden. Danach flogen die Schauspieler und die Hauptcrew nach New York City, wo an vier Tagen weitere Aufnahmen entstanden. Hauptdrehorte dort waren der Bryant Park und der Times Square, Victors Restaurant wurde in einem leer stehenden Gebäude in SoHo nachgebaut.

„In manchen Filmen übernehmen die Drehorte ja fast schon eine eigene Rolle. Wer in New York mit Woody-Allen-Filmen aufgewachsen ist, weiß wovon ich rede“, bemerkt Winick. „In diesem Film geht mir das mit Italien so. Natürlich kann man einen Ort auch einfach an anderer Stelle nachbauen. Aber man merkt diesem Film einfach an, dass er in Italien gedreht wurde. Man spürt es an der Art, wie die Darsteller spielen, an den Farben der Erde und der Gebäude. Das gibt es einfach nirgendwo sonst.“

Für Schauspieler Christopher Egan war es nicht schwierig, sich in die richtige Stimmung zu versetzen: „Amanda und ich spielten eine Szene in einem Straßencafé in Siena. Wir aßen ein Eis und drehten anschließend Szenen, in denen wir in der Stadt spazieren gehen. Auch wenn wir viele Takes wiederholen mussten und von einer großen Crew umgeben waren, konnte man sich kaum dagegen wehren, einer romantischen Stimmung zu verfallen. Man wird einfach mitgerissen von den Eindrücken und auch von der Sprache.“

„Es ist einfach eine außergewöhnliche Gegend“, bestätigt auch Vanessa Redgrave. „Das Italien, das ich in meiner Kindheit kannte, ist so ziemlich von der Bildfläche verschwunden. Die meisten Touristen konzentrieren sich auf die immergleichen Orte. Ich glaube, dieser Film wird ihnen ein anderes Bild von Italien zeigen.“

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