Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama: Ein junger Neonazi, der sich nach einer Haftstrafe von der Bewegung distanzieren will, rettet bei einem Brandanschlag seiner alten Kumpel eine Türkin und verliebt sich in sie...

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Kritikerrezensionen

  • Brennendes Herz: TV-Drama: Ein junger Neonazi, der sich nach einer Haftstrafe von der Bewegung distanzieren will, rettet bei einem Brandanschlag seiner alten Kumpel eine Türkin und verliebt sich in sie...

    Dieser Film hat viele Qualitäten. Der konsequente Verzicht auf Thesen lässt ihn jedoch aus vergleichbaren Bemühungen zum Thema Rechtsextremismus herausragen.

    Seit über dreißig Jahren arbeitet Manfred Stelzer für Kino und Fernsehen, seit Ende der Neunziger dreht er im Schnitt drei Filme pro Jahr. Sehenswert sind seine Werke eigentlich immer, manche („Silikon Walli“ aus der Reihe „Polizeiruf 110“ oder die „Pommery“-Burlesken) sogar höchst vergnüglich. Trotzdem steht Stelzer nie im Rampenlicht; die Internet Movie Data Base verzeichnet eine einzige Filmpreisnominierung (1983, „Die Schwarzfahrer“, Max Ophüls Preis). Auch „Brennendes Herz“ zeichnet eine gewisse Bescheidenheit aus. Dabei wagt der Film eine mutige Melange: „Westside Story“ trifft „American History X“.

    Die Geschichte beginnt mit einer Gefängnisentlassung. Kurt (Alexander Scheer) hat zwei Jahre abgesessen, weil er mit seinem Kumpel Bomber (Christoph Franken) eine Synagoge angezündet hat. Kurt hat dicht gehalten, und deshalb wird ihm Bomber, ein an sich harmloser Versager, ewig dankbar sein; selbst wenn die Ereignisse der nächsten Tage die Freundschaft des ungleichen Duos auf eine tödliche Probe stellen. Kurt will mit dem ohnehin unausgegorenen Neonazi-Kram nichts mehr zu tun haben, wird aber trotzdem immer wieder zum Täter: weil Bomber ihn mit reinzieht. Als die politisch mittlerweile aufgemotzte Gruppe von Hobby-Nazis ein türkisches Lokal in Flammen aufgehen lässt und nebenbei auch noch ein angeblich unbewohntes jüdisches Lager- und Bürogebäude abfackelt, hört Kurt Hilferufe, rettet die junge Türkin Ayse (Ivan Subay), verliebt sich prompt und steht fortan zwischen den Lagern; Romeo und Julia im 21. Jahrhundert.

    Wie in der klassischen Tragödie schimmert das unheilvolle Ende schon in den ersten Szenen durch. Alexander Scheer spielt den Helden dieser Geschichte von Beginn an wie einen Getriebenen, der stets das Gute will, aber immer wieder dazu beiträgt, dass das Verhängnis seinen Lauf nimmt. In drei Tagen erlebt er, wofür andere Jahre brauchen. Er wird geschlagen und getreten, prügelt dank einer im Knast genossenen Kampfsportausbildung seinerseits mehrere Menschen krankenhausreif, erfährt das große Glück einer allerdings unmöglichen Liebe und eine Freundschaft, die buchstäblich bis in den Tod reicht. Dank einer unprätentiösen Bildgestaltung (Tomas Erhart) und einer konsequent farb- und freudlosen Ausstattung (Frank Polosek) setzt Stelzer die Geschichte entsprechend konzentriert in Szene. Einzig die pseudo-politischen dumpfen Sprüche der Nazi-Mitläufer gehen einem alsbald auf die Nerven, aber selbst dieser Effekt hat ja eine gewisse Qualität. tpg.

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