Filmhandlung und Hintergrund

Den alltäglichen Wahnsinn in einer amerikanischen Kleinstadt zelebriert Alan Rudolphs Vonnegut-Adaption.

Strahlemann und Autoverkäufer Dwayne Hoover steht kurz vor dem Wahnsinn: Seine Frau ist tabletten- und TV-süchtig, sein Sohn ein Langweiler und nur als Bar-Bunny aktiv und sein engster Mitarbeiter outet sich als Dessousfetischist. Als ihn auch noch seine Geliebte hängen läßt, bleibt ihm nur die Hoffnung auf den viertklassigen ScienceFiction-Autor Kilgore Trout.

Die rosarot getönte Welt des Provinz-Amerikaners Dwayne Hoover bricht zusammen, als er entdecken muß, daß sich inmitten seiner bürgerlicher Wohlanständigkeit seelische Abgründe auftun: Sprößling George tritt in einer Bar als singendes Plüsch-Bunny auf, Ehefrau Celia kommt ohne die tägliche Ration aufmunternder Tabletten sowie Fernsehshows erst gar nicht aus dem Bett und sein bester Freund Harry sorgt mit einem TV-Auftritt in roten Spitzendessous für Aufsehen. Hoover steht kurz davor, durchzudrehen…

Dwayne Hoover steht kurz davor, durchzudrehen. Sein Sohn tritt als Plüsch-Bunny auf, seine Frau ist von Pillen und TV abhängig, und sein bester Freund liebt rote Spitzendessous. Niveauvolle und bitterböse Satire auf den American Way of Life mit brillanten Schauspielleistungen.

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Kritikerrezensionen

  • Breakfast of Champions: Den alltäglichen Wahnsinn in einer amerikanischen Kleinstadt zelebriert Alan Rudolphs Vonnegut-Adaption.

    Müde von den ewigen Rollen als nicht minder ewiger Actionheld, gönnt sich Bruce Willis eine Auszeit vom beschwerlichen Business des Weltrettens, um in Alan Rudolphs knallbunter Verfilmung von Kurt Vonneguts Kultroman „Frühstück für starke Männer“ als lebensüberdrüssiger Kleinstadt-Autohändler mit häßlichem Haarteil und hängenden Schultern dem amerikanischen Alptraum von der totalen Konsumgesellschaft in die Parade zu fahren. Was in Vonneguts überzogener Pop-Satire aus dem Jahr 1973 allerdings noch bissig und urkomisch war, gerät zur planlosen Posse wider jegliche Ordnung und Logik.

    Alan Rudolph, eigentlich bekannt und geschätzt für seine stillen, sensiblen Beziehungsreigen, will hier alles, buchstäblich in jeder Szene, jeder Einstellung, jedem Moment. Entsprechend stopft er das heillose Durcheinander randvoll mit schrillen Farben, überbordenden Bildern, hektischen Aktivitäten und der perlenden Lounge-Musik von Les Baxter - und verliert das Wesentliche aus den Augen. Obwohl er immer wieder extreme Nahaufnahmen bemüht, um den durchgeknallten Figuren geradezu in den Kopf zu kriechen, bleibt dieses mal existentialistische, mal beliebige Kasperletheater voller depressiver Schizo-Kandidaten geradezu gespenstisch leblos. So gelingt es dem Film nie, dem Zuschauer weis zu machen, daß die Existenz des erfolgreichen Autoverkäufers Dwayne Hoover in diesem Kleinstadt-Horror-Szenario perfekt sein könnte. Wie Dwayne durchschaut man von der ersten Einstellung, daß das perfekte Grinsen des Selfmademans in den eigenen Fernsehspots schon längst nichts mehr mit dem verzweifelten Gesicht zu tun hat, daß ihm tagtäglich aus dem Spiegel entgegenstarrt: Seine Frau hat sich in Pillen geflüchtet, sein Sohn ist ein rückgratloser Schwächling, seine Geliebte schaut während der Sexspiele gelangweilt fern. Daß Dwaynes rechte Hand paranoid vermutet, man könne erkennen, daß er unter seinem schwarzen Anzug rote Frauenunterwäsche trägt, und der frisch entlassenr Ex-Sträfling Wayne Hoobler Karriere zu machen hofft, weil sein Name dem von Hoover ähnelt, tragen zwar nicht zur fortschreitenden Entfremdung des Antihelden bei, wohl aber helfen sie, die fortwährend penetrant auf zivilisationskritisch machende Satire noch aber- und unwitziger zu machen. Wenn dann mit dem erfolglosen SF-Autoren Kilgore Trout eine erklärtermaßen verrückte Figur im Städtchen auftaucht, wirkt er wie der einzig Normale unter den Spinnern, der mit Platitüden („Bis zum Tod ist alles Leben.“) alle Risse in der Spießerfassade kittet. Warum sich neben Willis verdiente Charakterdarsteller wie Nick Nolte, Barbara Hershey oder Glenne Headly auf diesen allzu deutlich seiner Zeit verhafteten und seit Mitte der 70er mehrfach von der Realität überrundeten Affentanz eingelassen haben, mag wohl erst einleuchten, wenn man selbst mehr als ein „Frühstück für harte Männer“ (ein strammer Martini noch vor der Mittagszeit) intus hat. ts.

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