Bonhoeffer - Die letzte Stufe

  1. Ø 2.2
   2000

Bonhoeffer - Die letzte Stufe: Spannendes Biopic um den Geistlichen und NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer, der sich intensiv mit Bonhoeffers Gewissenskonflikt auseinandersetzt.

Bonhoeffer - Die letzte Stufe Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Bonhoeffer - Die letzte Stufe: Spannendes Biopic um den Geistlichen und NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer, der sich intensiv mit Bonhoeffers Gewissenskonflikt auseinandersetzt.

Nach seiner Rückkehr aus den USA arbeitet der Geistliche Dietrich Bonhoeffer für eine NS-Widerstandsgruppe innerhalb der deutschen Spionageabwehr. Sein Ziel: das Nazi-Regime mit politischer und militärischer Konspiration zu bekämpfen, auch wenn er dafür bisweilen gegen die Regeln der christlichen Nächstenliebe verstößt und am Ende mit dem Leben dafür bezahlen muss.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • 55 Jahre nach dem Tod des Theologen und Widerstandskämpfers kommt ein Film über Dietrich Bonhoeffer in die deutschen Kinos. Der Kanadier Eric Till drehte die ambitionierte Koproduktion mit deutschen Schauspielern in englischer Sprache für den internationalen Markt.

    Die Geschichte Dietrich Bonhoeffers hätte das Zeug zum großen Emotionskino: Ein aufrechter Held, der trotz Lebensgefahr seinem Gewissen treu bleibt. Angst, Hoffnung und Konspiration im Schatten des braunen Terrors. Ein Mann, der für seine Ideale sein persönliches Glück opfert. Und nicht zuletzt eine anrührende Liebesgeschichte mit tragischem Ausgang. Trotzdem wirkt „Bonhoeffer, die letzte Stufe“ so, als ob seine Macher dieses Potenzial als Hypothek gesehen hätten. Jeder Szene ist das Bemühen anzumerken, die Biografie des Märtyrers nicht zu banalisieren. Dabei müsste Emotionalität im Kino nicht automatisch Trivialität bedeuten. Doch die Ikone der bekennenden Kirche und des NS-Widerstandes wird – vielleicht nicht zuletzt wegen der kirchlichen Geldgeber – gegen jeden Hauch von Hollywood verteidigt. So ist „Bonhoeffer“ ein achtbarer Film geworden, der jedoch die ehrfurchtsvolle Befangenheit gegenüber dem Sujet nie ablegt. In seinen besten Momenten deutet Regisseur Eric Till an, was für ein Film „Bonhoeffer“ hätte sein können.

    Erzählt wird die Geschichte von Bonhoeffers Engagement im militärischen Widerstand gegen Hitler. Der Pfarrer wird von seinem Schwager Hans von Dohnanyi (Ulrich Noethen) in den Kreis um Admiral Canaris eingeführt. Unter dem Eindruck des Holocaust wandelt sich der Pazifist zum Befürworter des Tyrannenmordes. Kurz nach seiner Verlobung mit der jungen Maria von Wedemeyer (Johanna Klante) wird er verhaftet. Die Chance zur Flucht schlägt er aus, steht den Gefangenen in den Gestapo-Kerkern als Seelsorger bei. Wenige Tage vor Kriegsende wird Bonhoeffer im KZ Flossenbürg ermordet.

    Ulrich Tukur verkörpert den couragierten Kirchenmann mit beeindruckender Intensität, scheitert aber letztlich an der eindimensionalen Anlage der Figur. Sämtliche Filmminuten lang hat Tukur edel, hilfreich und gut zu agieren. Bemühungen, dem Theologen als Menschen näher zu kommen, bleiben in Ansätzen stecken. Die Szene eines Selbstmordversuches im Gefängnis wurde dem Vernehmen nach herausgeschnitten. So ist der Duktus des Films selten berührend, meistens belehrend.

    Eric Till hat damit ein filmisches Denkmal eines großen Mannes gedreht, aber keinen großen Film. Den offensichtlichen Zweck, eine Auseinandersetzung mit der Person Bonhoefferes anzuregen, wird der Film gerecht. Kinoqualitäten entfaltet er leider nicht. tn.

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