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Fakten und Hintergründe zum Film "Bon App?tit!"

Kino.de Redaktion |

Bon Appétit Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

„Das Rezept für ein erfülltes Leben kann alle möglichen Zutaten enthalten: ein gemeinsames Projekt mit dem Partner, eine angenehme Beschäftigung oder die Liebe und Bewunderung der Familie und Freunde“, sagt Regisseur David Pinillos über sein Spielfilmdebüt „Bon Appetit“. „Doch eines Tages triffst du jemanden, der alles auf den Kopf stellt: Dieser Mensch hinterlässt einen tiefen Eindruck – an seiner Seite stellst du fest, dass die Weichen in deinem Leben neu gestellt werden. Du merkst, dass man im Leben seinen Gefühlen treu bleiben muss – koste es, was es wolle.“ Sein Konzept beschreibt Pinillos: „Mir gefiel an dem Skript und der Story, dass sie Elemente der romantischen Komödie enthalten, aber darüber hinaus geht es um wahrhaftige Figuren – ich konzentriere mich auf Gefühle, auf Beziehungen.

Die Story handelt von der Gratwanderung zwischen Freundschaft und Liebe. Wobei ich stets darauf achte, die Geschichte so zu erzählen, als ob wir alle sie erleben könnten: Die Gefühle der Zuschauer sollen in ‚Bon Appetit‘ repräsentiert werden. Ich will zeigen, was Hanna und David fühlen – eine einfache Liebesgeschichte, die aber durch ihre Emotionen sehr kompliziert wird. Denn Verliebtsein heißt für mich immer, dass es Komplikationen gibt. Wir alle sehnen uns nach diesem Gefühl, aber wir leiden auch darunter. Tatsächlich ist es so, wie es einmal in der Geschichte formuliert wird: ‚Das Leben ist kein Film, in dem alles perfekt ist.‘ Das stimmt – unsere Lovestory soll durchaus nicht perfekt sein. Wir zeigen die wahren Gefühle unserer Helden, ihre wirklichen Probleme. Sie sollen Fehler machen, sie sollen gar nicht vollkommen sein, sondern glaubwürdig. Denn die Liebe ist eine der stärksten und unmittelbarsten Emotionen im Leben. Um das zu erreichen, ist unser Film von romantischem Realismus geprägt.“

„Bon Appetit“ ist ein internationales Menü mit Geschmacksrichtungen und Zutaten aus verschiedenen Ländern: Deutschland, Schweiz, Spanien, Italien und anderen. Die federführende spanische Produktionsfirma Morena Films unter Pedro Uriol arbeitete dabei mit der deutschen Firma Egoli Tossell Film und dem Schweizer Partner Zodiac Pictures zusammen. „Auf ganz natürliche Weise setzt sich unser Film über die Sprachbarrieren hinweg – die Chemie, die Freundschaften entwickeln sich zwischen den Hauptfiguren, die sehr verschiedene Erfahrungen mitbringen“, sagt Pinillos. „Es geht ihnen wie im richtigen Leben: Oft fühlt man sich einem Fremden mehr verbunden als dem Nachbarn von nebenan. Ich persönlich habe das während der Dreharbeiten erfahren, fühlte diesen ‚Draht‘ zu den meisten Mitarbeitern, die aus sehr unterschiedlichen europäischen Regionen stammten. Letztlich war der Dreh eine Art‚Turmbau zu Babel‘ mit dem Sprachgewirr, den vielen Nationalitäten und Kulturen, die dem Film eine besondere Dynamik verliehen.“

„Ich selbst bin Engländerin und lebe seit langem in Deutschland, fühle mich aber als Europäerin“, ergänzt Produzentin Judy Tossell. „Für Egoli Tossell Film ist Deutschland zwar der Hauptmarkt, aber wir arbeiten sehr viel im internationalen Bereich und haben den Ehrgeiz, dass unsere Stoffe über unsere Landesgrenzen hinaus funktionieren. Wir spürten sofort, dass sich dieser Stoff perfekt für eine Co-Produktion eignet. Das Tolle an ‚Bon Appetit‘ ist die Selbstverständlichkeit der multikulturellen Szene, in der sich die Hauptfiguren in Zürich begegnen und zusammenarbeiten, ohne dass man das besonders thematisiert.“

Produzent Pedro Uriol lernte vor etwa fünf Jahren den Schweizer Produzenten Lukas Hobi in Cannes kennen. Sie verstanden sich gut und stellten fest, dass Zodiac Pictures und Morena Films die gleichen Ziele verfolgen. Bei ‚Bon Appetit‘ ging die Initiative von Morena Films in Madrid aus, wie Uriol berichtet: „Wir wollten eine europäische romantische Komödie präsentieren, die in der Schweiz spielt. Die Schweizer fanden die Idee toll. Auch unsere deutschen Partner der Firma Egoli Tossell Film kannten wir schon länger.“ Über die Zusammenarbeit der Partner sagt Judy Tossell: „Nach diesen guten Erfahrungen mit ‚Bon Appetit‘ entwickeln unsere drei Firmen bereits ein neues Projekt, diesmal unter der Führung der jungen, dynamischen Schweizer Kollegen von Zodiac Pictures – und wieder steht die europäische Idee im Mittelpunkt.“

Produktion: Die Besetzung

Es war dann Regisseur Davids Pinillos’ Idee, die Geschichte in der Gastronomie anzusiedeln: In einem renommierten Nobelrestaurant mitten in Europa treffen Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern aufeinander – dies bildete den Rahmen für die Liebesgeschichte. Ein Jahr lang entwickelte Pinillos das Drehbuch mit den beiden Autoren Juan Carlos Rubio und Paco Cabezas.

„Warum ist die Küche ein so wunderbarer Kinoschauplatz? Dafür gibt es mehrere Gründe“, weiß Produzent Pedro Uriol. „Erstens handelt es sich um eine sehr sinnliche Welt, mit der man die Gefühle und Gedanken der Figuren optisch sehr gut transportieren kann. Zweitens ist die Gastronomie eine Branche, in der der Konkurrenzkampf sehr hart ausgefochten wird. Die Story spielt in einem der besten europäischen Restaurants überhaupt – wer dort isst, zahlt viel Geld und erwartet entsprechend höchste Qualität. Die besten Köche der Welt kämpfen hart um ihre Position. Irgendwie hat die Gastronomie eine führende Rolle in den Medien übernommen – in der Presse, im Fernsehen, im Internet werden die Köche wie Gurus, wie Superstars gefeiert: Jamie Oliver, Ferran Adrià und viele andere. Sie sind Unternehmer, Geschäftsleute. Mit dem Kochen allein ist es nicht getan – sie vertreten eine Marke. Deswegen liegt das Thema im Trend, es interessiert ein sehr großes Publikum, bildet ein eigenes Genre.“ David Pinillos bestätigt das: „Unser Held Daniel ist sehr leidenschaftlich. Solche Persönlichkeiten findet man nicht nur beim Film oder in der Musikbranche – auch der Coach von FC Barcelona ist heute ein Prominenter – genau wie Ferran Adrià. Spitzenkoch Karlos Arguiñano ist sogar bekannter als der Nr.-1-Autor der spanischen Bestsellerliste.

Das sind die neuen Medienstars, sie repräsentieren den Erfolg, sie wissen, was sie wollen. Das erschien mir als ein sehr präzises Bild. Die Haute Cuisine bietet das passende Ambiente. Sie ist eine neue Kunstform, aus der sich ein Geschäft entwickelt. Das Geschäft erzeugt Druck, die Köche werden gezwungen, ihre Kollegen zu übertreffen, was die Leidenschaft für das Kochen letztlich verzerren kann: Die Küche ist eine Metapher für das, was uns im Alltag ständig bestimmt und beschäftigt: Daniel kann sich mit seiner Leidenschaft fürs Kochen selbst verwirklichen – doch in dieser Leidenschaft wird auch sein Ehrgeiz deutlich.“ „Essen im Kino war Thema für berühmte filmische Vorbilder wie ‚Bella Martha‘ oder ‚Tampopo‘ – die Zuschauer sind im Kino immer wieder davon begeistert.“, sagt Judy Tossell. „Nicht umsonst hat Festivalchef Dieter Kosslick in den vergangenen drei Jahren dem ‚Kulinarischen Kino‘ eine Sondersektion der Berlinale gewidmet. Das hat ganz sicher mit Sinnlichkeit und Genuss zu tun.“

„Um die Geschichte von ‚Bon Appetit‘ zu erzählen, brauchte ich Schauspieler, die zu meinen Komplizen werden – denn nur mit ihnen kann ich die magischen Momente aufspüren, nicht zuletzt das Schweigen und die Pausen zwischen den Zeilen“, sagt Regisseur Pinillos. In der Küche des Zürcher Restaurants „Wackerle“ arbeitet die deutsche Sommelière Hanna. Diese Rolle übernahm die dem Publikum nicht nur aus Til Schweigers Hits „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ bekannte Nora Tschirner. „Ich habe Nora vor ein paar Jahren in ‚Kebab Connection‘ gesehen und wusste in diesem Moment sofort, dass sie unsere Hanna ist“, erinnert sich Regisseur Pinillos. „Nora Tschirner kam schon früh an Bord, nachdem wir sie auf dem Deutschen Filmfestival in Madrid kennen gelernt hatten, wo sie ‚Keinohrhasen‘ vorstellte“, ergänzt Pedro Uriol. „Ihr gefiel die Filmidee, und sie verstand sich sofort sehr gut mit David Pinillos.“

„Nora hat eine Schönheit, die in sich selbst ruht, sehr persönlich wirkt“, sagt Pinillos. „Zusammen mit ihren schauspielerischen Fähigkeiten ist das die perfekte Verkörperung der Art Anziehungskraft, die ich mir für Hanna vorstellte. Genau das bestätigte sich, als wir den Film dann drehten: Nora schuf eine Hanna, die wir mit jedem Moment intensiver lieben lernen – genauso, wie es Unax mit Daniel gelingt.“

„Nora ist vor allem für ihre Komödien bekannt“, sagt Produzentin Judy Tossell. „Doch mich überzeugt sie hier ganz besonders in den dramatischen Szenen. Sie geht in dieser Rolle richtig auf und zeigt eine Tiefe, wie man sie von ihr noch nicht kennt. Nora spricht auch Spanisch, ist ein Sprachentalent.“

Über ihre Arbeit an „Bon Appetit“ sagt Nora Tschirner: „Die praktischen Aspekte des Sommelier Berufs lernte ich bei der Vorbereitung in Bilbao bei Antonio. Er brachte mir das typische Auftreten bei, wie man sich den Restaurantgästen gegenüber verhält, wie man dem Wein gerecht wird. Ich lernte all die nötigen Handgriffe, aber auch, wie man Kardinalfehler vermeidet. Ich habe einige Tage in seinem Weinladen zugebracht. Er brachte mir die grundsätzlichen Fertigkeiten bei, und ich musste sie vor ihm und seinem Team demonstrieren, wobei er mich entsprechend korrigierte: ‚Die Dame wird immer zuerst bedient!‘ etc. Inzwischen kann ich eine Weinflasche sehr viel besser öffnen als zuvor. Weil ich selten Wein trinke, hatte ich von diesem Metier keine Ahnung. Doch jetzt kann ich zumindest äußerlich in diesem Beruf überzeugen.“

„Die Rolle des Daniel boten wir Unax Ugalde an“, berichtet Produzent Uriol. „Er hat ungeheures Talent, ist noch kein Superstar, aber in Spanien bereits sehr bekannt – und renommiert durch internationale Rollen in Milos Formans ‚Goyas Geister‘, Mike Newells ‚Die Liebe in den Zeiten der Cholera‘ und Steven Soderberghs ‚Che‘. Der Daniel war Unax wie auf den Leib geschrieben, denn beide stammen aus dem Baskenland.“

„Am Anfang der Geschichte hat Daniel eine klare Perspektive: Er weiß, was er tun muss, um sein Ziel zu erreichen“, sagt David Pinillos. „Doch dann lernt er Hanna kennen, durch die sich seine Perspektive merklich ändert. Diese neue Zutat gibt dem perfekt geplanten Rezept eine neue Geschmacksrichtung, was ihn zunehmend verwirrt. Dadurch sieht er sich gezwungen, endlich wichtige Entscheidungen zu treffen. Unax Ugalde war von Anfang an mein bester Verbündeter – als Schauspieler und Freund. Er ist sehr großzügig: Er investiert immer seine volle Energie, egal welche Vorschläge ich ihm in Bezug auf die Figur mache. Ich halte ihn für einen der besten spanischen Schauspieler, denn er vermittelt Gefühle selbst mit sehr sparsamen Gesten, mit nur einem Blick. So öffnet er uns auf wunderbare Weise ein Fenster zu Daniels Seele.“

Auf die Vorbereitung mit seinem Hauptdarsteller legte Regisseur Pinillos besonderen Wert, weil Unax Ugalde lernen musste, wie ein echter Meisterkoch aufzutreten. „Die Szenen in der Küche waren schwierig, weil sie technisch die höchsten Ansprüche stellen“, erzählt Ugalde. „Es gibt jede Menge Einstellungen, die abgestimmt werden müssen, damit die Anschlüsse an die übrigen Szenen stimmen. Das ist reichlich kompliziert und oft auch sehr komisch.“

Über seine Einstimmung auf die Rolle sagt Ugalde: „Ich bin mit mehreren Köchen befreundet. Mit deren Hilfe habe ich mich vorbereitet. Außerdem habe ich im ‚Combarro‘ in Madrid gearbeitet: Einen ganzen Tag lang habe ich dem Personal dort über die Schultern geschaut, dieAbläufe in der Küche verinnerlicht. Und beim Dreh im ‚Gamiriz‘ in Bilbao bekamen wir rund um die Uhr jede nur erdenkliche Hilfestellung, so dass überhaupt nichts schief gehen konnte. Wir mussten die Vorgaben einfach sehr sorgfältig umsetzen.“

„Dass die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern stimmt, wurde sofort deutlich – die Arbeit mit ihnen war für mich wirklich sehr erfreulich“, berichtet Regisseur Pinillos. „Was sie selbst einbrachten, machte die Figuren komplexer, hauchte ihnen Leben ein und entwickelte sie viel weiter als das, was sie im Drehbuchtext gewesen waren. Ich hörte mir an, was sie zu sagen hatten, und wir arbeiteten gemeinsam an den Figuren. Was ich beim Schreiben mit meinem Herzblut gestaltet hatte, setzten sie mit ihrem Talent um – so entstanden aus Hanna und Daniel eigenständige Persönlichkeiten.“ „Wir wollten in den Figuren nationale Klischees bewusst vermeiden“, ergänzt Pedro Uriol. „In diesem Fall ist der Spanier Daniel nicht das übliche lustige, spontane Partytier. Er wirkt eher deutsch: sehr vernünftig, sehr gerade heraus, er plant alles sorgfältig, mag nicht improvisieren. Dagegen ist Hanna viel leidenschaftlicher, viel extrovertierter.“

Die beiden haben einen guten Freund, der ihnen in der Küche und privat zur Seite steht: der ehrgeizige und fähige italienische Koch Hugo. „Guilio Berruti übernahm die Rolle des Hugo, der zunächst ein Franzose sein sollte“, sagt Pedro Uriol. „Ich fand jedoch, dass diese Figur etwas mehr südliches Flair brauchte. Selbstverständlich spielt die Gastronomie auch in Frankreich eine große Rolle, aber der Italiener Giulio bringt eine natürliche Spontanität ein, die sehr gut zu Hugo passt. Giulio ist noch nicht so erfahren wie die anderen Darsteller, aber er ist sehr charmant und offen. Außerdem haben ihm der Regisseur und seine Schauspielerkollegen in jeder Hinsicht geholfen – weshalb Guilio eine tolle Leistung zeigt.“

„Giulio hat genau die sehr intensive Persönlichkeit, die auch Hugo auszeichnet“, ergänzt Pinillos. „Er ist sehr bescheiden und macht aus Hugo eine glaubwürdige Figur, einen guten Freund, der kein Blatt vor den Mund nimmt und viel Humor hat – aber einen ernsthaften Humor.“ „Und schließlich brauchten wir einen Schauspieler, der dem Küchenchef Thomas die nötige Eindringlichkeit und Arroganz verleiht, trotzdem aber auch liebenswürdig wirken soll“, sagt Pinillos. „Er muss eine gewisse Ausstrahlung haben, zu der auch die düsteren Seiten seines Charakters gehören – Thomas ist ehrgeizig, aber in seinen menschlichen Schwächen auch sympathisch. Dem erfahrenen Herbert Knaup hat dieses Konzept auf Anhieb gefallen.“

Pedro Uriol ergänzt: „Herbert zeigt als Thomas eine sehr überzeugende Leistung. Zu Anfang ist Thomas Daniels Vorbild, doch durch die Liebesverwicklungen gerät er zwischen alle Fronten. Herbert ist ein Voll-Profi, der sehr verlässlich arbeitet.“

Dazu Herbert Knaup: „Thomas ist reichlich arrogant, weil er sich für den besten und größten Koch hält. In diese Figur konnte ich mich schnell einfühlen, da ich in der Gastronomie aufgewachsen bin. Meine Schwester und mein Schwager führen ein Restaurant. Außerdem kenne ich einige berühmte Köche in Deutschland – manchmal besuche ich sie in ihrer Küche und schaue ihnen bei der Arbeit zu. Ich kenne mich in diesem Metier also bestens aus.“

Produktion: Drehorte & Musik

„David Pinillos möchte in ‚Bon Appetit‘ zeigen, wie entwurzelt Daniel ist: Der junge Koch muss erwachsen werden, sich in der Fremde behaupten“, sagt Produzent Uriol. „Als ein Vorbild diente uns Cedric Klapischs sehr schöner Film ‚L’Auberge espagnole – Barcelona für ein Jahr‘, in dem alle möglichen Europäer in Spanien aufeinandertreffen.

Auch wenn die Schweiz nicht Mitglied der Europäischen Union ist, ist das Land allein schon dadurch sehr europäisch, dass es drei Amtssprachen gibt. Zudem üben die vielen Einwanderer einen gewissen Einfluss auf die Schweiz aus. Darüber hinaus bietet Zürich optisch sehr schöne Schauplätze. Hier muss Daniel sich einleben, auf unerwartete Ereignisse reagieren. So weit weg von zu Hause ist man verletzlicher, aber auch aufnahmefähiger, eher bereit, neue Erfahrungen zu machen.“ Über die Dreharbeiten berichtet Uriol: „Dass wir in Zürich im Winter filmten, ergab sich einerseits zufällig durch die engen Termine der Darsteller. Andererseits passte es gut zur Geschichte von Daniel, der sich an einem Scheideweg befindet, was in dieser frostigen Umgebung noch deutlicher wird und die Atmosphäre der Geschichte unterstreicht.

Der andere wichtige Schauplatz Bilbao ist nicht so kalt wie Zürich, aber es regnet dort sehr viel. Während der Produktion regnete es in Bilbao, in Zürich schneite es, und in München war es zwar sonnig, aber Anfang Januar auch sehr kalt. Das passte alles wunderbar zusammen: Als Daniel Hanna in München besucht, scheint erstmals die Sonne, der Himmel ist blau, man kann aufatmen. Der Aufwand und die Witterungsumstände haben sich gelohnt, denn dadurch bekamen wir sehr schöne Bilder – in Zürich die leise fallenden Schneeflocken, in Bilbao die regenblinden Fensterscheiben.“

Über die Arbeit des Teams in der Schweiz sagt Uriol: „Der Dreh in Zürich war schwierig, weil die Stadt ein teures Pflaster ist. Wir haben dort vor allem Außenaufnahmen gemacht. Zum Glück haben wir oft nachts gedreht – da sind die Straßen leer, und wir bekamen Parkplätze für die Produktionsfahrzeuge. Wir arbeiteten mit einem kleinen Team und verwendeten überwiegend die vorhandene Straßenbeleuchtung, brauchten keine Kamerakräne. Dadurch wirken die Bilder natürlich und spontan. Die Außenfassade des Restaurants ‚Wackerle‘ filmten wir in einem Zürcher Vorort, aber alle Restaurant-Innenaufnahmen entstanden in Bilbao.“ Fünf Wochen filmte das Team in Bilbao, eine Woche in Zürich und die abschließende Woche in München.

„Mein Anliegen in ‚Bon Appetit‘ wird von der Filmmusik kongenial unterstützt“, sagt Regisseur David Pinillos. „Ich hatte keinerlei Interesse daran, wahllos Top-40-Hits einzustreuen, die mit der Geschichte nichts zu tun haben. Stattdessen wünschte ich mir einen Score, der Gefühl und Dynamik durch Subtilität und Persönlichkeit erzeugt.

Dabei schwebte mir eine Art ‚Acoustic Electro‘-Musik vor – die sehr persönliche Atmosphäre entsteht aus einer scheinbar einfachen Pop-Melodie, die mit den Bildern verschmilzt. Vor allem ging es mir darum, dass die Musik eine Seele hat. Sie soll mehr sein als Dekor, sie soll in die Tiefe gehen und selbst eine Erzählfunktion übernehmen – genau wie die Regie und die Schauspieler. So unterstützt sie die Emotionen der Figuren.“

Pinillos fährt fort: „Die Songs ‚Against the Tide‘ oder ‚Strange Things Will Happen‘ von The Radio Dept. reagieren inhaltlich auf die Handlung des Films. ‚The Devil Danced‘ ist eine Metapher für Daniels inneren Konflikt. Der außergewöhnliche Track ‚Hoppipolla‘ von Sigur Rós drückt perfekt die Vitalität des Films aus, ähnlich wie die Melodien, die der Schweizer Komponist Marcel Vaid beisteuert: Melodien voller Bilder, die die Gefühle der Figuren an die Oberfläche holen.“

„Lebensfreude, Risikobereitschaft, das gemeinsame Erleben des Hier und Jetzt: Das bedeutet ‚Bon Appetit‘ für mich“, sagt David Pinillos abschließend. „Dieser Ausdruck, diese Redensart ist eigentlich der Auftakt für eine gemeinsame Mahlzeit, doch für die Figuren in unserem Film bedeutet er mehr: die intensiv gelebte Gegenwart, der Wunsch, diesen Augenblick gemeinsam zu erleben, ohne Aufschub, unmittelbar. Sie gehen das Risiko ein, vorgefasste Pläne über den Haufen zu werfen und traditionelle Handlungsmuster zu ignorieren. Das ist nie leicht. Aber für Hanna und Daniel zahlt es sich aus.“

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