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David Lynch erleidet Schaffenskrise wegen DVD-Boom

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Blue Velvet Poster
© Concorde

Er hat der Filmwelt große Visionen geschenkt…

David Lynch wird wohl nie wieder eine Kamera fürs Kinoformat führen Bild: Concorde

Mit Werken wie „Mulholland Drive„, „Wild at Heart“ oder „Blue Velvet“ hat David Lynch cineastische Meilensteine kreiert.

Doch in letzter Zeit ist es still geworden um den Meister der verstörenden Bilderwelten aus den Abgründen der menschlichen Seele. Sein letzter Kinofilm „Inland Empire“ datiert aufs Jahr 2006 und ein neues Projekt des Kultregisseurs ist nicht in Sicht. Der Grund: David Lynch hat schlicht keine Ideen mehr.

„Wenn heute ein neuer Film herauskommt, ist das eine ganz andere Welt als früher - Menschen sehen Filme mehr und mehr auf Computerbildschirmen“, erklärt David Lynch. „Für mich bedeutet das das eine allumfassende, enorme Trauer. Es fühlt sich an, als ob mir jemand den Stromstecker gezogen hätte.“

Ein wenig erstaunlich ist diese Aussage schon, denn immerhin hat Lynch mit der Kultserie „Twin Peaks“ auch fürs Fernsehen einen legendären Beitrag geschaffen. Zuletzt machte David Lynch mit seinen Interview-Projekten in den USA und Deutschland von sich reden, bei denen er unzählige „Durchschnitts“-Menschen aus ihrem Leben erzählen ließ und so ein riesiges filmisches Mosaik des Seins erstellte.

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„Wir sind im Straßengraben!“

Allerdings wirkt Lynchs einzigartige Bildsprache auf der großen Leinwand sicher am eindrucksvollsten. Doch mit einer Fortsetzung von David Lynchs Filmkarriere ist wohl kaum noch zu rechnen:

„Ich habe einfach keine Idee, die meine Seele aufrüttelt und mir den Willen verleiht, loszulegen und sie in die Tat umzusetzen. Und das bleibt auch so. Sagen wir mal, das Filmgeschäft wäre ein Rennwagen. Er fuhr einmal mit 200 km/h geradeaus eine Straße entlang. Aber vor fünf oder sechs Jahren erwischte er eine Bodenwelle und landete aus irgendeinem Grund im Straßengraben. Seitdem schleudert er darin herum, wirbelt Hecken und Büsche in die Luft, kommt aber nicht mehr weiter.“

Das würden Mainstream-Filmemacher wie Michael Bay sicher anders sehen. Vielleicht liegt’s also auch daran, dass selbst eingefleischte Arthouse-Fans mit David Lynchs letztem Versuch „Inland Empire“ große Schwierigkeiten hatten: Der Thriller um eine Schauspielerin, die ein Remake eines Films drehen soll, bei dessen letztem Umsetzungsversuch sämtliche Hauptdarsteller ums Leben kamen, verwirrte Fans wie Kritiker noch mehr als dies bei Lynch ansonsten der Fall war…

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