Bloody Sunday

  1. Ø 4
   2001
Trailer abspielen
Bloody Sunday Poster
Trailer abspielen
Alle Bilder und Videos zu Bloody Sunday

Filmhandlung und Hintergrund

30. Januar 1972: Bürgerrechtsaktivist Ivan (James Nesbitt) und der 17-jährige Heißsporn Gerry (Declan Duddy) nehmen aus unterschiedlichen Beweggründen an einer Demonstration gegen ein Unterdrückungsgesetz der britischen Besatzer teil. Eine Fallschirmjägereinheit angeführt von Brigadekommandeur MacLellan (Nicholas Farrell) schießt den friedlichen Protest in der nordirischen Stadt Derry zusammen: 13 unbewaffnete Menschen sterben.

Der Brite Paul Greengrass ist längst international bekannt („Das Bourne Ultimatum„). Sein Berlinale-Gewinner von 2001 fesselt bis heute mit packenden, hautnahen Bildern, wie er sie auch in „Flug 93“ einsetzte: Minutiös rekonstruiert er den Beginn des Bürgerkriegs in Nordirland.

Anfang 1972 plant die katholische Bürgerrechtsbewegung im englisch besetzten Nordirland regelmäßige friedliche Umzüge in der Kleinstadt Derry nach dem Vorbild der Protestmärsche der Schwarzen in Amerika. Das von IRA-Attentaten aufgeschreckte britische Militär untersagt alle Demos und zieht schon mal grimmige Fallschirmjäger zusammen, um für Ausschreitungen gewappnet zu sein, oder zur Not selbst solche zu provozieren. Nach Steinwürfen fliegt scharfe Munition, dreizehn Demonstranten finden den Tod.

An einem Sonntag im Jahr 1972 werden bei einer eskalierenden Demonstration dreizehn nordirische Zivilisten von englischen Militärs getötet. Preisgekröntes Doku-Drama von Paul Greengrass („Flug 93“).

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(1)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Am 30. Januar 1972 schossen britische Soldaten einer Fallschirmjägereinheit auf unbewaffnete Zivilisten, die am „Civil Rights March“ durch Derry, Nordirland, teilnahmen, töteten 13 der Demonstranten und verwundeten weitere 14 schwer. Der als „Bloody Sunday“ in die Geschichte eingegangene Tag war ein entscheidender Wendepunkt, weil aus einem minderschweren Konflikt ein Bürgerkrieg erwuchs, sich Scharen junger Männer der IRA anschlossen. Der ehemalige Irlandkorrespondent und Regisseur Paul Greengrass hat die unheilvolle Geschichte jenes fatalen Tages als packenden „Kriegsfilm über den Kampf um Frieden“ halbdokumentarisch rekonstruiert, der auf der Berlinale vorgestellt wurde und wegen seines grimmigen Realismus und der notwendigen Parteilichkeit für Diskussionen sorgte.

    Greengrass betreibt keinen Geschichtsunterricht, er ist mit der Schulterkamera hautnah dabei, verwickelt den Zuschauer in die Ereignisse, zwingt mit „Dogma“-Wackelbildern mitten in das Massaker hinein. Greengrass reagiert damit auf die noch mindestens zwei Jahre auf sich warten lassenden Ergebnisse der von Tony Blair eingesetzten Kommission, die unter anderen klären soll, warum die Armee statt Gummigeschossen scharfe Munition benutzte, warum beteiligte Soldaten offensichtlich logen, warum man die Demonstranten nicht einfach unbehelligt gelassen hat. Der Film pendelt zwischen den katholischen Demonstranten, den ungeduldig auf Einsatz wartenden Fallschirmjägern und den Strategiebesprechungen im Hauptquartier der Armee, schafft dadurch die für einen Film nötige Spannung, Tempo und Dramatik.

    In Nordirland hat der Film, der zeitgleich mit Jimmy McGoverns „Sunday“ (darin geht es um die Nachwirkungen bei den Opfern) im Fernsehen ausgestrahlt wurde, eine Kontroverse ausgelöst. In deren Mittelpunkt steht der hervorragende Hauptdarsteller James Nesbitt („Lucky Break“), der den Abgeordneten Ivan Cooper spielt, einen Protestanten und Bürgerrechtler im katholischen Lager, und der seitdem als Nestbeschmutzer gilt. Das hat wohl eher damit zu tun, dass der hier großartig zwischen den Fronten verlorene Nesbitt sich wie die illustren Vorgänger George Best (Fußballer), Van Morrison (Musiker), Eddie Irvine (Fomel-1-Fahrer), Stephen Rea (Schauspieler) und nicht zuletzt Shakespeare-Gigant Kenneth Branagh nach Ansicht ihrer Kritiker zu weit von seinen Wurzeln entfernt hat. Der Film jedenfalls ist trotz offener Fragen integer genug, um bestehen zu können. ger.

News und Stories

Kommentare