Bloch: Schattenkind

  1. Ø 2
   2008
Bloch: Schattenkind Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Bloch: Schattenkind: Bloch muss sich diesmal um den vermeintlich gesunden Zwillingsbruder eines Schwerkranken kümmern.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Es sieht aus wie ein Routinefall: Maximilian Bloch soll feststellen, ob ein potenzieller Organspender weiß, was ihn erwartet. Tut er nicht, entscheidet der Psychologe, legt zum Entsetzen aller Beteiligter sein Veto ein und macht damit eine Familienkrise offenkundig, die schon seit 15 Jahren unter den Teppich gekehrt wird.

    Damals wurde zum ersten Mal festgestellt, dass der kleine Lukas unter einer lebensbedrohlichen Krankheit leidet. Doch er hat Glück im Unglück: Immer wieder war sein Zwillingsbruder Lasse zur Stelle, um als Spender einzuspringen. Nun ist bei Lukas ein Leberkarzinom entdeckt worden. Erneut würde Lasse helfen und seinem Bruder eine halbe Leber spenden; selbst wenn es für den 18-Jährigen das Ende einer vielversprechenden Karriere als Turmspringer bedeuten würde.

    Autorin Silke Zertz („Wir sind das Volk“) hatte die Idee zu der Geschichte, als sie während der Recherche für das Drehbuch „Ein langer Abschied“ die Schattenseiten der Transplantationsmedizin entdeckte. Organspender, stellte sie fest, stehen unter einem enormen Druck, erst recht, wenn es um Angehörige geht. Angesichts der Erwartungen der Familie werden eigene Gefühle oder Ängste konsequent unterdrückt. Dem großartigen Dieter Pfaff nimmt man ohne Weiteres ab, dass Bloch Lasses selbstbewusste Fassade mit zwei, drei gezielten Fragen knackt. Prompt bricht das fragile Konstrukt, hinter dem sich der Junge verschanzt, in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Endlich kann er die völlig perplexen Eltern (Anke Sevenich, André Jung) mit einem Vorwurf konfrontieren, der das vermeintliche Idyll aus Empathie und Altruismus mit einem Schlag vernichtet: Er komme sich vor wie ein Ersatzteillager für den anfälligen und entsprechend umhegten Bruder, in dessen Schatten er sein gesamtes Leben verbracht hat.

    Dass die Umsetzung dieser Geschichte so reibungslos funktioniert, ist Regisseur Christoph Stark zu verdanken, der Florian Bartholomäi zu einer formidablen Leistung führt. Der junge Mann verkörpert die beiden äußerlich identischen, charakterlich aber völlig unterschiedlichen Zwillinge so glaubhaft, dass man als nicht eingeweihter Zuschauer vermutlich kaum auf die Idee käme, es handele sich bloß um einen Darsteller. Technisch vollzieht sich das Doppelspiel ohnehin auf höchstem Niveau, aber schauspielerisch agiert Bartholomäi derart vorzüglich, dass er eigentlich gleich zwei Preise verdient hätte; für jede Rolle einen.

    Auch diese „Bloch“-Episode, die 14., leidet jedoch darunter, dass das unvermeidliche Privatleben als Fremdkörper nebenher läuft. Erneut muss sich Lebensgefährtin Clara (Ulrike Krumbiegel) mit den Pubertismen ihres heranwachsenden Sohnes herumplagen, was teilweise zwar recht amüsant ist, mit der eigentlichen Handlung aber rein gar nichts zu tun hat. Der Nebenstrang scheint überhaupt nur deshalb zu existieren, weil man für Bloch Partnerin eine gestandene Schauspielerin braucht, die wiederum schlecht mit einer Komparsenrolle abgespeist werden kann. tpg.

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