Bloch: Die Wut

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   2006
Bloch: Die Wut Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Bloch: Die Wut: Bloch kümmert sich um eine psychisch kranke Diebin, die ihn und seine Lebensgefährtin erstmal ordentlich beklaut...

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Kritikerrezensionen

  • Die Geschichte ist ebenso herzzerreißend wie völlig frei erfunden: Das junge Mädchen, das erst mit seinem Roller in Bloch gedonnert ist und ihn dann um seine Geldbörse erleichtert hat, ist mitnichten ein Heimkind, das ein grausames Schicksal erdulden musste. Im Gegenteil: Sonja Baumgärtner (Janina Stopper) ist als Tochter eines Lehrerehepaares behütet aufgewachsen.

    Trotzdem spürt der Psychotherapeut eine grenzenlose Wut in dem Mädchen. Ähnlich aufgeladen ist die Atmosphäre in ihrem Elternhaus. Als es zum Eklat kommt, sagen die Eltern Sonja endlich die Wahrheit: Sie haben sie als Baby adoptiert. Ihre Mutter war rauschgiftsüchtig und wollte das Kind nicht. Als das Mädchen erfährt, dass seine Mutter erst vor kurzem an einer Überdosis gestorben ist, macht es seine Adoptiveltern dafür verantwortlich: Sie ist überzeugt, dass sie ihr hätte helfen können; die Wut wächst weiter.

    Anders als in den Drehbüchern des verstorbenen Peter Märthesheimer, bei dem Bloch stets ein Mensch mit zwei Gesichtern war, kommt der dicke Analytiker bei Autor Jochen Bitzer besser weg: Er glaubt nicht nur an das Gute im Menschen, er verkörpert es auch. War Bloch in den früheren Filmen unberechenbar und in emotionaler Hinsicht auch mal Unhold, so will er nun stets das Beste, und zwar für alle; also auch für die Menschen in seiner engsten Umgebung. Der Rolle kommt das zu Gute, denn es wirkte immer etwas unglaubwürdig, dass Bloch als Psycho-Samariter nur um das Wohl von Fremden besorgt war, Freundin Clara (Ulrike Krumbiegel) und Tochter Leonie (Katharina Wackernagel) hingegen fortwährend vor den Kopf stieß.

    Völliger Fremdkörper in Bitzers Handlung bleibt allerdings ein Nebenstrang mit einem früheren Freund, der sich für ein paar Tage einnistet und scheinbar Clara anbaggert, sich dann aber als homosexuell entpuppt. Sensationell ist hingegen die von Regisseur Christoph Stark ungemein sensibel geführte Janina Stopper: Sonjas pure Provokation sieht nie gespielt aus; selbst ihr Zynismus wirkt authentisch. Die junge Darstellerin verkörpert den Krieg gegen die Eltern mit einer beängstigenden Intensität. Ein Vergleich mit der jungen Isabelle Huppert ist alles andere als weit hergeholt. tpg.

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