Bloch: Der Fremde

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   2012
Bloch: Der Fremde Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Bloch: Der Fremde: Der neue "Bloch" lebt vor allem vom Kräftemessen zwischen Dieter Pfaff und Vadim Glowna, in einer seiner letzten Rollen.

Nach einem Schlaganfall wirkt Lorenz Haller auf seine Familie wie ein Fremder. Psychotherapeut Bloch soll helfen, muss dafür allerdings weit über seinen Schatten springen: Er und Lorenz waren einst beste Freunde, aber vor 35 Jahren ist der Kontakt abrupt abgebrochen; seither haben sie kein Wort mehr miteinander gewechselt. Als Jenni Haller ihren Vater entmündigen lassen will, wird Bloch klar, dass nicht nur sein alter Freund Hilfe braucht.

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Kritikerrezensionen

  • Es gehört zu den großen Stärken der abwechselnd von WDR und SWR betreuten Filmreihe „Bloch“, dass die Patienten des Psychotherapeuten nie bloß Fälle sind. Die Geschichten haben zwar immer auch etwas Kriminalistisches, aber im Gegensatz zum üblichen Ermittler ist Bloch meist persönlich involviert.

    Je stärker er selbst betroffen ist, um so besser sind in der Regel auch die Filme. Diesmal reicht der Bezug weit in die Vergangenheit zurück, als Bloch (Dieter Pfaff), damals noch Student, gemeinsam mit seinem besten Freund Lorenz Haller Kopf der Country-Blues-Band „Mad Sad Men“ war. Heute ist vor allem Lorenz (Vadim Glowna) traurig und verrückt, auch wenn er das nicht wahrhaben will: Nach einem Schlaganfall wirkt er auf Frau und Tochter wie ein Fremder. Als sie Bloch um Hilfe bitten, muss der Therapeut allerdings weit über seinen Schatten springen, denn die beiden früheren Freunde haben den Kontakt vor 35 Jahren abrupt abgebrochen und seither kein Wort mehr miteinander gewechselt. Als Jenni Haller (Lisa Maria Potthoff) ihren Vater entmündigen lassen will, weil sie fürchtet, dass er mit seiner Sprunghaftigkeit die Firma ruiniert, wird Bloch klar, dass nicht nur sein alter Freund Hilfe braucht.

    Das kluge Drehbuch von Jörg Tensing verteilt die Spannung auf mehrere Ebenen. Der Schlüssel zur Lösung des aktuellen Problems liegt wie stets in der Vergangenheit, weshalb sich Bloch mit Vater und Tochter auf eine gemeinsame Zeitreise begeben muss. Das ist die detektivische Ebene und gehört zum Schema der Filme. Bloch sucht nach der Ursache für das gestörte Verhältnis zwischen den beiden und findet heraus, dass Haller vergessen hat, was in ihrer gemeinsamen Jugend Gesetz war: Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Mindestens genauso interessant wie die Spurensuche ist aber naturgemäß das Wiedersehen. Geschickt lässt das Drehbuch lange offen, was vor 35 Jahren vorgefallen ist, und selbstredend verlaufen die ersten Begegnungen der beiden Männer, die sich einst fast im Hass getrennt haben, alles andere als harmonisch.

    Es versteht sich von selbst, dass die Rolle des ehedem besten Freundes mit einem Schauspieler besetzt werden musste, der der Wucht Dieter Pfaffs gewachsen ist. Der im Januar verstorbene Vadim Glowna stellt hier nochmals nachdrücklich unter Beweis, welch enormer Verlust sein Tod für den deutschen Film darstellt. In der Rolle des Lorenz Haller geht es ja keineswegs bloß um pure physische Präsenz. Glowna musste nicht nur hinter der vordergründigen Kraft die Labilität Hallers mitspielen, sondern auch – im Film unterstützt durch die treffliche melancholische Musik Matthias Beines – die biografischen Brüche der Figur glaubwürdig verkörpern. Mutwillige Unschärfen bei Hallers subjektiver Perspektive unterstreichen seine verschwommene Wahrnehmung (Bildgestaltung: Stefan Sommer, Regie: Elmar Fischer). Wenn sich die beiden Giganten der Schauspielkunst auf höchstem Niveau miteinander messen, kann Lisa Maria Potthoff, die ihre Sache ansonsten sehr gut macht, nicht in allen Szenen mithalten.

    Das gilt leider auch wie fast immer für die private Ebene, die sich horizontal durch alle Filme der Reihe zieht: Die Konflikte, die sich die Autoren für Blochs Freundin Clara (Ulrike Krumbiegel) und ihren Sohn Tommy (Jonathan Dümcke) ausdenken, sind zumeist nicht annähernd so stark wie die eigentlichen Geschichten. Diesmal macht sich Clara berechtigte Sorgen, weil der Junge lieber kifft, anstatt an einer Bewerbungsreportage zu arbeiten. tpg.

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