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Mehmet Kurtulus zu "Big Game"

Kino.de Redaktion |

Big Game Poster

In „Big Game“ versucht Mehmet Kurtulus als Terrorist Hazar den US-Präsidenten (Samuel L. Jackson) zu Strecke zu bringen. Der 43-jährige Schauspieler und ehemalige Tatort-Ermittler im Gespräch über Fieslinge, Finnisch und seinen persönlichen „Wow“-Moment.

„Bösewichter sind ja die schillernderen Figuren“

CINEFACTS: Ein Ratespiel: Was haben Sie mit Gary Oldman, John Malkovich und James Woods gemeinsam?

Mehmet Kurtulus: Die waren doch auch im Clinch mit dem Präsidenten?

CINEFACTS: Stimmt, alle haben versucht Mr. Präsident zu erledigen - und keiner hat’s geschafft.

Mehmet Kurtulus: Verflixt!- ich habe ja auch den Kürzeren gezogen…

CINEFACTS: Im Tatort waren Sie als Undercover-Cop ruppig - aber kein schlechter Kerl. Wie fühlt es sich an, ein echter Fiesling zu sein?

Mehmet Kurtulus: Das ist einfach eine Spaß-Angelegenheit. Die Bösewichter sind ja die schillernderen Figuren - wobei es natürlich auch eine Herausforderung ist, den einfachen Schwiegersohn gut zu spielen. Aber nicht umsonst freuen wir uns ja so auf den nächsten James Bond - weil Christoph Waltz ja den Bösewicht spielen wird. Und das hat ja traditionell immer so etwas Ikonenhaftes.

CINEFACTS: Erste Erfahrungen hatten sie diesbezüglich ja schon in „Fünf Freunde 4“ gesammelt.

Mehmet Kurtulus: Stimmt genau. Es war einfach der Spaß - der stand im Vordergrund. Ich bin auch mit „Fünf Freunde“ aufgewachsen. Daher was es toll, nicht nur Präsidenten zu erschrecken - sondern auch kleine Kinder mit Hund.

CINEFACTS: Ein Grund, warum Tatort-Kommissar Cenk Batu sterben musste, war, dass Sie sich verstärkt ihrer internationalen Karriere widmen wollten. Ist das hier jetzt auch für Sie das erhoffte „Big Game„?

Mehmet Kurtulus: Es ist die Spitze des Eisbergs von dem, was ich bis heute machen durfte. Ich hatte viele schöne Momente. Aber wenn wir uns so die Dimension anschauen - die Abenteuerlichkeit des Projekts - dann ist es mein persönliches „Big Game„.

CINEFACTS: Was sind die größten Unterschiede zwischen einer nationalen Produktion und einer internationalen mit fast zweistelligem Millionenbudget?

Mehmet Kurtulus: Ich würde sagen: Vom Filmemachen verändert sich nichts. Die Dimension ist eine andere - d.h. es sind einfach mehr Leute am Set die das gleiche machen, als hätte man ein Team, das halb so groß wäre. Es ist eine andere Organisation - daher die Dimension.

CINEFACTS: Mehr Spaß? Weniger Spaß?

Mehmet Kurtulus: Bei „Big Game“ hatten wir auf jeden Fall ein Haufen Spaß - das kommt daher, dass natürlich auch mehr Menschen verschiedener Kulturen zusammenkommen. Wir hatten ein englisches, ein deutsches, ein amerikanisches und ein finnisches Team. Da gab’s einen kleinen Finnisch-Einführungskurs, weil wir ja mit Jalmari Helander auch einen finnischen Regisseur hatten. Da konnte das Team jeden Tag von der Dispo ein paar Vokabeln aufschnappen. Wir hatten teilweise Klassenfahrt-Stimmung bei Minusgraden.

CINEFACTS: Haben Sie ein paar Brocken Finnisch behalten?

Mehmet Kurtulus: Nicht mehr viel, ehrlich gesagt. „Regissööör“ heisst „Regisseur“ glaube ich. Ich hatte alle Hände voll zu tun, mit böse sein.

„eine Figur mit Haltung und Attitüde“

CINEFACTS: Denkt man sich dann irgendwann: WoW! Ich spiele mit „Samuel L. Jackson„?

Mehmet Kurtulus: Vor den Dreharbeiten gibt es ein Warmup - so ein Treffen wo das komplette Team zusammenkommt, um sich kennenzulernen. Bei diesem Treffen waren wir natürlich alle sehr nervös, dass Samuel Jackson da ist. Ich auch. Aber diese Nervosität hat er uns, resp. mir, sehr schnell genommen. Weil er wirklich zugänglich war, humorvoll war. Dort hatte ich ihn eher privat kennengelernt. Doch als wir dann am Set waren und die Scheinwerfer standen und Maske und Kostüm da war. Da war es plötzlich der Schauspieler Samuel L. Jackson. Da hatte ich dann so einen ‚ich muss mich mal kneifen Moment - das ist doch der Mann von „Pulp Fiction„. Was ist hier los - was mache ich hier überhaupt? Nach einer Fußmassage konnte ich ihn auch nicht fragen.

CINEFACTS: Regisseur Jalmari Helander kennt man - wenn überhaupt - von „Rare Exports „. Ein äußerst kurioser Film über den Weihnachtsmann. Stellt man sich dann als Schauspieler nicht ein paar Fragen, wenn so ein Projekt spruchreif wird?

Mehmet Kurtulus: Grundsätzlich hat man das Drehbuch gelesen - das heißt man weiß, worauf man sich einlässt. Und wenn die Geschichte toll ist, dann ist man sowieso verbunden mit ihr. Ich habe „Rare Exports“ auch vorher gesehen. Und dachte „wow - was für ein skurriler, schräger Weihnachtsfilm. Wenn man seine Kinder zu Weihnachten ein bisschen aufwecken möchte, dann zeigt man ihnen am besten „Rare Exports“. Und dass ausgerechnet dieser Regisseur jetzt „Big Game“ macht - da war ich sehr neugierig - mit einer gewissen Vorfreude.

CINEFACTS: „Big Game“ ist sauber produziert, viel sichtbares Herzblut - und wird auch durchaus wohlwollend aufgenommen. Für den Regisseur und Sie ein Steigbügel für größere Aufgaben?

Mehmet Kurtulus: Wir sind immer bereit für größere Aufgaben. Wir haben Glück gehabt: Unsere Weltpremiere war in Toronto auf dem Festival, da waren tolle Kritiken dabei, in England waren tolle Kritiken dabei… Also ihr Wort in Gottes Ohr.

CINEFACTS: Es heißt: „Für Deutsche gibt es in Hollywood zwei Rollen: Nazi oder Terrorist“. Erleben Sie das auch so - als frischgebackener Terrorist?

Mehmet Kurtulus: Das Ziel von Produzenten ist, Geld zu verdienen. Und einen Film zu machen hat so viele Unwägbarkeiten und so viele Unsicherheitsfaktoren, dass das Ziel der Produzenten natürlich ist Leute zu besetzten, die auf den Punkt sind. Die wirklich auf der Rolle sind. Aber ich finde, eines hat Christoph Waltz mit Bravour gezeigt: Dass es nicht um das „Was“ geht sondern um das „Wie“. Er hat sogar einen Oscar für „Inglourious Basterds“ bekommen. Dafür, dass er sich nicht um das Bild eines Nazi-Oberst gekümmert hat - sondern um die Interpretation eines Menschen namens Hans Landa. Das ist auch meine Aufgabe gewesen als Hazar - kein Abziehbild eines bellenden Arabers zu zeigen, sondern Jalmari stellte sich Hazar als eine Figur mit Haltung und Attitüde vor.

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