Big Fish - Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht

  1. Ø 4
   2003
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Filmhandlung und Hintergrund

Big Fish - Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht: Tim Burtons magisches Märchen um die Versöhnung eines amerikanischen Münchhausen mit seinem skeptisch realistischen Sohn.

William Bloom (Billy Crudup) lebt mit seiner Ehefrau Josephine (Marion Cotillard) in Paris ein zufriedenes Leben. Eines Tages erhält er den Anruf seiner Mutter Sandra (Jessica Lange), die ihm mitteilt, dass sein Vater Edward (Albert Finney) im Sterben liegt. Einst hatte sich William mit seinem Vater zerstritten, da dieser selbst die Hochzeit seines Sohnes dafür nutzte, sich selbst durch seine Geschichten in den Mittelpunkt zu drängen. Eben jene Geschichten haben William zwar als Kind fasziniert, jedoch auch immer mehr genervt, denn nie konnte man so wirklich wissen, wann sein Vater die Wahrheit erzählt und wann er diese wieder ausschmückt. William fliegt mit Josephine in die USA, um seiner Mutter beizustehen und die letzten Tage mit seinem Vater zu verbringen. Dieser scheint sich nicht wirklich geändert zu haben und erzählt immer noch dieselben Lügenmärchen. Doch die Geschichten ziehen William in einen neuen Bann, sodass er beginnt, die Dinge zu hinterfragen und das Leben seines Vaters aus anderen Augen zu sehen. Dabei soll er auf Überraschungen stoßen, mit denen der Sohnemann nicht gerechnet hätte… Tim Burton ist für seine fantastisch-anmutenden, skurrilen Werke bekannt und beliebt. Als er 2003 „Big Fish“ herausbrachte, hatte er, dank Filmen wie „Batman“, „Beetlejuice“ und „Sleepy Hollow“, bereits einen hohen Status inne. Dennoch schaffte er es, mit „Big Fish“ nochmal eine ganz neue Fan-Gemeinde dazuzugewinnen, denn seine Adaption des gleichnamigen Romans von Autor Daniel Wallace war – trotz einiger Fantastik-Momente – sein wohl bodenständigster Film bis dahin. Neben seiner damaligen Ehefrau und Langzeitmitarbeiterin Helena Bonham Carter konnte Burton mit Ewan McGregor, Steve Buscemi, Danny DeVito, Jessica Lange und Marion Cotillard einen hochkarätigen Cast gewinnen.

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Kritikerrezensionen

  • Der Köder klingt verlockend: der Regisseur faszinierend versponnener Kinoträume wie „Edward mit den Scherenhänden“ oder „Sleepy Hollow“ inszeniert ein Märchen über die magische Macht des Erzählens. Mit surrealen Geschöpfen und Bildern, einer romantischen Seele und einem großen Herz. Ob das in der Summe einen hübschen Goldfisch oder einen beeindruckenden „Big Fish“ ergibt, liegt wie selten zuvor im Auge des Betrachters. Im Spektrum zwischen Sympathie und Liebe wird Tim Burtons neuer Film wohl von den meisten seiner Zuschauer angenommen werden. Wäre das allein ein Kriterium für den Erfolg eines Films, müsste sich kaum jemand um die Marktchancen dieses Big-Budget-Projekts Gedanken machen.

    Drehbuchautor John Augusts Adaption des gleichnamigen Romans von Daniel Wallace liefert Grundelemente eines klassischen Tim Burton-Films: eine fantastische Alternativwelt als Schauplatz, Figuren jenseits der Normalität, eine märchenhafte Atmosphäre und eine Geschichte, die um das Thema Akzeptanz von Außenseitern kreist. Dazu gehört auch Protagonist Edward Bloom, obwohl er Erfolg gehabt, eine glückliche Ehe geführt und mit einem strahlend weißen Haus das Erreichte markiert und komplettiert hat. Aber Bloom ist auch ein ruheloser Vagabund, der sich als Vertreter immer wieder von der Familie entfernt und auch in seinem Innersten Distanz wahrt. Mit fabulösen Geschichten aus seinem Leben, die er zu jedem Thema, zu jeder Situation wie in einem konditionierten Reflex zu erzählen beginnt, hat er eine Mauer um sich errichtet und damit seinen Sohn Will (Billy Crudup) entfremdet, der hinter Münchhausen endlich den Mann finden will. Als Edward (Albert Finney) im Sterben liegt, entsteht aus den Erinnerungen seines Sohnes das Bild eines abenteuerlichen Lebens, das vielleicht gar keines gewesen ist. Erinnerungen, die vielleicht ebenso Ausschmückungen sind wie die Erzählungen des Vaters, auf denen sie basieren.

    Die familiären Szenen in der Gegenwart bilden den Rahmen, der Schwerpunkt aber liegt in den Rückblenden auf die märchenhaften Stories, die der junge Bloom (Ewan McGregor), ein strahlend optimistischer, naiver Wesensverwandter von Ed Wood, immer und immer wieder erzählt hat. Ein Traum für Kameramann und Produktionsdesigner, aber, und das ist nicht untypisch für Burton, oft traditionell, mit Animatronik, Perspektivenspiel und ohne die visuelle Effektshow realisiert, die mit diesem Stoff möglich gewesen wäre. Im Kern ist „Big Fish“ eine melancholische, symbolträchtige Komödie mit absurden Einschüben, ob nun aus dem Geburtskanal geschleuderte Babys über den Krankenhausflur surfen oder siamesische Zwillinge im Koreakrieg koreanischen Soldaten ein Ständchen bringen. Das Spiegelmotiv zieht sich durch den Film (führt Bloom ein zweites Leben?, Zirkusdirektor Danny DeVito hat zwei Gesichter – Mensch und Wolf), ist aber im Falle Koreas ein geradezu brillantes Symbol für die Spaltung des Landes.

    In Blooms Geschichten gibt es einen sanften Riesen, eine prophetische Hexe, eine verwunschene Glücksstadt, in der auch Carreys Truman leben könnte, im Mondlicht glitzernde Seenixen, die nicht einzufangen sind (eine der schönsten Szenen des Films) und ein hübsches Mädchen, das Bloom aller Widrigkeiten zum Trotz erobert. Hübsche Vignetten allesamt, die man sich aber mitreißender und verblüffender vorstellen könnte. So wartet man auf einen echten dramatischen Höhepunkt bis zur finalen Auflösung. Dann, wenn der Sohn den Vater schließlich mit einer Geschichte in den Tod tröstet, ist man berührt, doch wenig später irritiert. Denn ein unnötiger Epilog will realistisch erklären, was eigentlich nicht entzaubert werden will. kob.

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