„BFG – Big Friendly Giant“ – die Kritik

Alexander Jodl |

BFG - Big Friendly Giant Poster

Meisterregisseur Steven Spielberg verwandelt Roald Dahls Kinderbuch in ein bezauberndes Filmmärchen.

Nix undankbarer für einen Regisseur, als ein geliebtes Buch zu verfilmen. Noch dazu ein Kinderbuch. Eines, das vielleicht verschlungen wurde, als man noch Phantasie im Überfluss besaß. Ein solches hat der höchst facettenreiche britische Schriftsteller Roald Dahl der Welt Anfang der 80er geschenkt:  „BFG – Big Friendly Giant“ - hierzulande deutlich deskriptiver betitelt als „Sophiechen und der Riese“.

Ein gütiger Gigant entführt eine junge Waise in das Land der Riesen. Aus Furcht vor Entdeckung - und ein Stück auch aus Mitleid. Denn zwei Dinge sind noch größer als er, der heimlich Träume sammelt um sie dann zu verschenken: Sein Herz. Dummerweise aber auch alle anderen Riesen, die das verborgene Refugium bevölkern. Und die sind nicht nur zu ihm ziemlich gemein: Kinder sind ihre Leibspeise - selten und köstlich. Sophie (Ruby Barnhill) schwebt in tödlicher Gefahr. Und mit ihr die Menschen: Denn die fiesen Riesen haben jetzt richtig Appetit bekommen - und machen sich auf den Weg ins Land der kleinen, verletzlichen Köstlichkeiten…

Giganten und Winzlinge, Traumfallen, magische Reisen und Orte - was bei  so einer Verfilmung schief gehen kann, mag man sich gar nicht ausmalen. Wenn sich ein Großmeister wie Steven Spielberg dabei ans Werk macht, entsteht auf der Leinwand Magie.

Dass er Märchen filmische Form verleihen kann, hat der Vater von „E.T.“ ja oft genug bewiesen. Dass er Welten schaffen kann, ebenso. Und auch in „Big Friendly Giant“ findet er eine optische Sprache, die der literarischen Vorlage mehr als gerecht wird. Die reale Sophie und der vorwiegend computergenerierte sanfte Riese verschmelzen optisch wie dramaturgisch zu einem stimmigen Ganzen, das keine Sekunde die Illusion zerbrechen lässt. Spielberg zeichnet Bilder voll Poesie und Größe – ohne je den Blick für hunderte bezaubernde Details zu verlieren.

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Dazwischen albert er aber auch immer mal wohltuend herum. Mit der um Hilfe gebetenen Königlichen Hoheit, mit den anderen Riesen - hält aber auch an deren robuster Bedrohlichkeit fest. Der Spannung tut das ziemlich gut, dem Erzählfluss auch. Ob es auch dem Schlafverhalten kleinerer Kinder gut tut, die den Film sehen dürfen, muss bezweifelt werden. Denn die anderen Riesen sind wirklich sehr groß und böse.

Aber „Big Friendly Giant“ ist eben ein Märchen. Und Märchen gehen gut aus. Zumindest heutzutage. Wie etwa die Mär von dem Regisseur der auszog, ein unverfilmbares Buch auf die Leinwand zu bringen. Und jetzt seiner langen Liste von Meisterwerken noch ein weiteres hinzufügen kann. Eines, das nicht nur Kindern im Kino Freude bereitet – sondern jedem Menschen, der eine mitreißend erzählte Geschichte voller Zauber zu schätzen weiß. Und Riesen mag, natürlich.

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