Bettis Bescherung

  

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Weihnachtskomödie der anderen Art.

Weil ihr verheirateter Geliebter das Fest der Liebe mit der Familie verbringt, muss Betti über die Feiertage Trübsal blasen. Als das vorübergehend einquartierte Nachbarskaninchen im Stockwerk darunter eine Überschwemmung verursacht, bekommt Betti einen Untermieter. Der alleinstehende alte Herr nistet sich bei Betti ein und nimmt sich vor, ihr Leben in Ordnung zu bringen. Erst sorgt er dafür, dass sie sich mit ihrer Mutter versöhnt, dann sägt er den Lover ab; und Ersatz findet er auch.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Bettis Bescherung: TV-Weihnachtskomödie der anderen Art.

    Na denn, fröhliche Weihnachten: Weil ihr verheirateter Geliebter das Fest der Liebe selbstredend mit der Familie verbringt, muss Betti (Nadeshda Brennicke) über die Feiertage wieder mal Trübsal blasen. Zu allem Überfluss bringt ihr eine Freundin auch noch einen Hund vorbei: Die Gute saust mal eben zum Heiraten nach Las Vegas.

    Entsprechend munter geht’s in Bettis Wohnung rund, als ein Nachbar um Asyl für sein Kaninchen bittet. Das Weihnachtsgeschenk für den Sohnemann bringt erst den Hund auf Trab und löst später indirekt eine Überschwemmung aus: Weil sich der Rammler hinter der Waschmaschine versteckt und der Nachbar das Gerät allzu roh von der Wand wegzerrt, löst sich kurz drauf ein Schlauch, und im Stockwerk unter Betti steht Karl im Regen. Der alleinstehende alte Herr (Heinz Baumann) soll eigentlich ins Krankenhaus, hat dazu aber keine Lust. Weil er auch in der überfluteten Wohnung nicht bleiben kann, nistet er sich kurzerhand bei Betti ein.

    Man kann das erste Drittel dieses Films von Thomas Freundner ohne Frage auch in zehn Minuten erzählen; oder sogar in zwei. Freundner (Buch und Regie) aber lässt sich viel Zeit, und das ist völlig in Ordnung, denn er hat noch Großes vor in dieser ganz besonderen Weihnachtskomödie. Stets beklagt man ja, in Filmen dieses Genres schon nach wenigen Momenten zu wissen, wie’s ausgeht. Hier fragt man sich allenfalls, ob es tatsächlich zu einer Affäre zwischen Betti und ihrem Nachbarn kommen wird, der ohne Weiteres ihr Großvater sein könnte.

    Doch Karl bedauert zwar, nicht vierzig Jahre jünger zu sein, schlüpft aber ebenso gern in die Rolle des Beschützers, der Betti die Augen für ihr verkorkstes Leben öffnet: Seit Jahr und Tag wartet sie darauf, dass ihr „Verlobter“, Rolf (Stephan Ullrich), seine Frau verlässt. Da kann sie lange warten, ahnt man alsbald; nicht jedoch, worauf Freundner hinaus will. Der schickt sein ungleiches Paar erst mal zum Gänsebraten zu Bettis Mutter (Daniela Ziegler), die Karl für Bettis neuen Freund hält und den alten Herrn recht grob behandelt, bis der ihr unter vier Augen die Wahrheit sagt. Das Essen mit Bettis Bruder und seiner Frau ist trotzdem ein Festschmaus für Freunde des Austauschs subtiler Bosheiten.

    Nach wie vor folgt man dem Geschehen mit amüsierter Anteilnahme, fragt sich aber auch weiterhin, wie Freundner noch so etwas wie eine Dramaturgie in seine Geschichte bringen will: Wo Fernsehfilme dieser Art fast zwanghaft klassisch strukturiert sind (zwei finden sich, verlieren sich, finden sich erneut), da erfreut sich Freundner in gespielter Unschuld an seinem gemischten Doppel, das gar nicht erst so tut, als wolle es zusammenpassen. Selbst als Betti und Karl einen Weihnachtswettbewerb des HR-Hörfunks gewinnen und sich zum Essen in einem noblen Restaurant einfinden, tappt man immer noch im Dunkeln, auch wenn es Karl gelingt, dank der Live-Übertragung Bettis Beziehung zu beenden. Der Moderator (Wotan Wilke Möhring) allerdings wird später noch eine ganz entscheidende Rolle spielen.

    Ein Weihnachtsfilm der wirklich anderen Art, mit vorzüglichen Darstellern, ganz wenig Aufwand, viel Gefühl und einem Humor, der auf leisen Sohlen daherkommt. tpg.

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