Berlin Calling (2008)

Berlin Calling: Zeit- und Gesellschaftsporträt über einen Berliner Techno-DJ und seine persönlichen Auf und Abs.
Kinostart: 02.10.2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Berlin Calling: Zeit- und Gesellschaftsporträt über einen Berliner Techno-DJ und seine persönlichen Auf und Abs.

Berlin der 90er Jahre: Techno ist der Sound der Stunde. Club-DJ Ickarus alias Martin (Paul Kalkbrenner) ist einer der ganz Großen des Geschäfts und will gerade ein Album veröffentlichen. Mit seiner Managerin und Freundin Mathilde (Rita Lengyel) reist er um die Welt von einem Tanzclub zum anderen, um keinen Party-, Sex- und Drogenexzess auszulassen. Das hat Folgen: Nach starkem Drogenkonsum landet er in der Entzugsklinik von Dr. Paul (Corinna Harfouch).

Jüngste Kulturzeitgeschichte erwacht zu wummerndem Leben in einem tragikomischen Gesellschaftsporträt der genusssüchtigen Rave Nation. Alptraumhaft gerät der musikalische Trip durch die Techno-Metropole Berlin, wo Hannes Stöhr das Lebensgefühl einer Generation einfängt.

Elektro-Komponist Martin Karow ist Techno-DJ im Berlin der Neunzigerjahre. Zwischen wummernden Beats frönt er vor allem dem ausgelassenen Leben mit Groupies und Drogen. Nebenbei plant er noch die Veröffentlichung seines nächsten Albums, den erhofften großen Wurf. Doch eine falsche bunte Pille bringt ihn auf einen Horrortrip und in die Klinik. Erst genießt der Patient noch Privilegien und Freiheiten, bis er unerlaubt abhaut.

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Kritiken und Bewertungen

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    Aus dem Leben eines DJs: Ickarus denkt nur an seine Musik, bekommt seine sozialen und wirtschaftlichen Probleme nicht in den Griff und ist zu allem Überfluss auch noch drogenabhängig. Der Film begleitet Ickarus bei seinem (nicht immer freiwilligen) Kampf gegen die Sucht und gibt zudem Einblicke in das Berliner Szeneleben. Hervorragende Darsteller und sehr glaubhaften Dialoge vermitteln ein anscheinend reales Bild der Techno-Szene: Die Problemlösungen sind aufwühlend, vielgleisig und ästhetisch angenehm weit entfernt von üblichen Anti-Drogen-Spielfilmen. Jurybegründung: Aus dem Leben eines DJs. Ickarus mag nicht der Größte in der Szene sein, aber er hat einen Namen, ein Plattenlabel - und ein Problem.Wie viele andere Anhänger der Technoszene hat er ein Drogenproblem - und zwar nach und nach ein gewaltiges. Sehr dicht, stellenweise dokumentarisch, wird das Leben von Ickarus erzählt. Der Zuschauer wird mit auf eine Reise durch das Berliner Szeneleben und durch Ickarus' ganz privates genommen. Der Film besticht in erster Linie durch die hervorragende Besetzung, angefangen beim Hauptdarsteller, aber auch bei sämtlichen relevanten Frauenfiguren. Die sehr glaubhaften Dialoge vermitteln ein anscheinend reales Bild der Szene, die Problemlösungen sind langwierig, vielgleisig und ästhetisch angenehm weit entfernt von üblichen Anti-Drogen-Spielfilmen. Die Scheinheiligkeit der Szene wird durch den angeblich ehrenwerten, zugleich aber koksenden Besitzer ebenso nebenbei eingebunden, wie immer wieder Einführungen in die Technomusik gegeben werden, so dass auch Laien den Unterschied zwischen den ersten oberflächlichen Tracks und den finalen Erfolgsmischungen nachvollziehen können. Die Erteilung des Prädikates wäre deutlicher ausgefallen, hätte der Film insgesamt ein strafferes Timing. Es sind ein paar Ups und Downs zuviel, so dass der Zuschauer bisweilen aussteigt oder das Ende der Geschichte herbei wünscht. Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • „Berlin Calling“ porträtiert das fiktive Leben des Berliner DJs Ickarus. Regisseur Hannes Stöhr inszeniert hierfür DJ Paul Kalkbrenner – der auch seine eigenen Lebenserfahrungen als Künstler mit in den Film eingebracht hat – in seiner ersten Filmrolle. Zudem ist gleichfalls der Soundtrack des Films von Kalkbrenner selbst geschrieben; den Großteil der Zeit sind wir von den Klängen aus Ickarus’ Welt umgeben. Die stets dynamische und mitreißende, aber manchmal auch kalte Musik, wird von meist ruhigen und oft warmen Bildern kontrastiert, wobei verschiedene Wahrnehmungsebenen miteinander kollidieren.

    Dem Film gelingt es, sehr schnell zu fesseln und eine eigene, spannende Welt aufzubauen. Dabei erzählt er eigentlich eine deprimierende Geschichte: Die eines drogenabhängigen Künstlers auf Abwegen. Trotz der tristen Thematik strahlt „Berlin Calling“ jedoch einen erbaulichen Optimismus aus; eine Grundstimmung, die von seinen Klängen ausgeht. Stöhr versucht, das Porträt einer Generation, beziehungsweise eines Teils davon, zu zeichnen. Mit Ickarus zeigt er dabei eine Figur, die zwar am Abgrund wandelt, aber immer wieder mit Einfallsreichtum für Überraschungen sorgt. Er hat ein Eigenleben, wenn er mit immer neuen Ideen der Klinik und sich selbst zu entfliehen zu versucht und diese schließlich zusammen mit einem Zivi schließlich in einen Puff verwandelt.

    Gleichermaßen ist der Künstler in Ickarus immer präsent. Mit dem Handy nimmt er Alltagsgeräusche auf, die er sogleich in seine neuen Tracks einbaut. Und ohne Clubs – sowohl bei Tag als auch bei Nacht – kann er scheinbar kaum überleben. Kalkbrenner verkörpert diese Figur sehr überzeugend und ist offenbar ganz er selbst. Sein Gegenpart Rita Lengyel sieht dagegen beinahe schon blass aus, auch wenn Freundin Mathilde vielleicht die sympathischste Figur des Films ist. Corinna Harfouch hingegen hinterlässt trotz ihrer recht kleinen Rolle als Frau Doktor einen tiefen Eindruck – Ickarus hat letztlich mit beiden Frauenfiguren viel zu kämpfen.

    Hannes Stöhr beweist auch in „Berlin Calling“ wieder viel Gespür für kleine und absurde Momente, wie das Covergebende Fotoshooting in den Klinikräumen oder Ickarus’ Auftreten in der Kirche seines Vaters – den Drink noch in der Hand – zeigen. Der Film greift zahlreiche zeitgenössische Themen auf, auch die Familie der Hauptfigur wird immer wieder betrachtet – ein Kontrastprogramm zu Ickarus’ Leben, denn sein Bruder hat Studiert und strebt eine klassische Karriere an, sein Vater ist Pfarrer. Dennoch gelingt es dem Film, sich nie in Nebensächlichkeiten zu verzetteln, denn er stellt immer wieder Ickarus und seine Musik in den Vordergrund, die stets für neue Überraschungen sorgen.

    Fazit: Erfrischendes und vielschichtiges Generationsporträt.
  • Willkommen im Club: Das Lebensgefühl einer ganzen Generation spiegelt sich in DJ Paul Kalbrenners albtraumhaftem Musik-Trip durch die Berliner Techno-Szene wieder.

    Die Hauptstadt als Schauplatz großer Gefühle und noch größerer Abstürze. Alles rau und radikal. Da ist der Stoff, aus dem Berlinfilme sind, mit Helden als “lonesome riders” im nächtlichen Dschungel der Metropole. Auf dieser Welle reitet auch “Berlin Calling” und kriegt doch die Kurve zur kraftvollen Tragikomödie. Beim wummernden Techno-Sound balanciert der Elektro-Komponist Martin Karow (Paul Kalkbrenner) als DJ Ickarus am Abgrund entlang, mit seiner Managerin und Freundin Mathilde (Rita Lengyel) reist er weltweit von einem Tanzclub zum anderen, einer der ganz Großen seines Geschäfts, der gerade ein neues Album vorbereitet und damit den ultimativen Durchbruch anstrebt. Doch eine falsche bunte Pille bringt ihn auf einen Horrortrip und in die Klinik, wo die Ärztin (Corinna Harfouch) schizophrene Schübe und im Blut alle Partydrogen bis auf Heroin diagnostiziert. Die nun folgenden Stationen hakt Hannes Stöhr als immer schnelleres Auf und Ab hastig ab. Erst genießt der Patient noch Privilegien und Freiheiten, bis er unerlaubt abhaut und “feiertechnisch” gut drauf ist, im Klartext: ein Groupie vernascht, mit seiner Freundin und deren lesbischen Flamme zu Dritt im Laken liegt und im Kokainrausch das Büro der Plattenproduzentin zerlegt, weil die sein Album auf Eis gelegt hat. Dem Protagonisten wird nichts geschenkt beim Weg durch die Therapie bis zur (vorläufigen) Heilung. Nicht umsonst erinnert der Name an den mythologischen Ikarus, der beim übermütigen Höhenflug der Sonne zu nah kam und abstürzte. So will auch dieser Ickarus hoch hinaus und zahlt einen hohen Preis dafür, wenn ihm Leben und Liebe entgleiten, die schmerzhafte Kamikaze-Fahrt endet scheinbar versöhnlich mit dem Record Release. Alles auf Anfang? So ganz darf man Hannes Stöhr da nicht trauen bei seinem vielschichtigen Musiker-Porträt, gleichzeitig auch Porträt der 90er Jahre und einer Generation zwischen Hedonismus und harter Realität. Denn irgendwann ist jede Party mal vorbei. Auch wenn sich die Kamera immer wieder auf den DJ und seine Beats richtet, geht es um mehr als nur Techno, Drogen und Clubbing. “Berlin Calling” handelt von universellen Themen wie Kunst und Freiheit, Wahnsinn und Ekstase, Familie und Freundschaft. DJ Paul Kalkbrenner, der mit einer Schauspielkarriere liebäugelt, spielt die Figur mit beängstigender Intensität. Der von ihm – bis auf einen Gasttrack von Sascha Funke – komponierte Soundtrack ist emotionale Elektronik pur. mk.

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