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Bergman Island

Kinostart: 04.11.2021

Bergman Island: Drama über die Beziehung eines Filmemacherpaars, das auf der Insel Farö, wo Ingmar Bergman arbeitete, einen Arbeitsurlaub verbringt.

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„Bergman Island“ im Kino

Filmhandlung und Hintergrund

Drama über die Beziehung eines Filmemacherpaars, das auf der Insel Farö, wo Ingmar Bergman arbeitete, einen Arbeitsurlaub verbringt.

Christine (Vicky Krieps) und Tony (Tim Roth) sind ein filmschaffendes Paar, das sich zum Schreiben auf die Fårö -Insel zurückzieht. Auf der schwedischen Insel wurden nicht nur zahlreiche Filme von Ingmar Bergman gedreht, man kann sogar die Originalschauplätze mieten. Die Insel gilt unter Filmemacher*innen weiterhin als Inspirationsquelle.

Während Tony, ein gefeierter Regisseur, schnell mit seinem Drehbuch vorankommt, hadert die jüngere Christine mit sich und ihrem Schreibprozess. Langsam beschleichen sie Zweifel an ihrer Beziehung mit Tony, die sie in ihrem Drehbuch manifestiert. Ihre Protagonistin Amy (Mia Wasikowska) trifft nach Jahren ihren früheren Liebhaber Joseph (Anders Danielsen Lie) auf der Insel wieder. Um ein passendes Ende für ihr Skript zu finden, braucht Christine die Hilfe von Tony, der sich jedoch nicht auf sie einlässt.

Für Christine verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zusehends. Wohlwissend, dass dies auch ein typisches Merkmal von zahlreichen Bergman-Produktionen ist.

Der Trailer zeigt die malerischen Landschaften von „Bergman Island“:

„Bergman Island“ – Besetzung, Hintergründe, Kinostart

Die semibiografische Tragikomödie „Bergman Island“ feierte bei den Cannes Filmfestspielen 2021 ihre Weltpremiere. Mit Vicky Krieps („Der seidene Faden“), Tim Roth („The Hateful 8“) und Mia Wasikowska („Crimson Peak“) in den Hauptrollen entstand vor der Kulisse der „Bergman-Insel“ Fårö der Film.

Regisseurin Mia Hansen-Løve hat in ihrer kreativen Schaffensphase schon einige Hürden gemeistert, das Drehbuch für „Bergman Island“ entstand jedoch wie von selbst, als sie sich auf der Insel Fårö in einem von Bergmans früheren Schauplätzen zum Schreiben niederließ.

Am 4. November 2021 startet „Bergman Island“ in den deutschen Kinos. Die Tragikomödie erhielt die FSK-Freigabe ab 12 Jahren.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Bergman Island: Drama über die Beziehung eines Filmemacherpaars, das auf der Insel Farö, wo Ingmar Bergman arbeitete, einen Arbeitsurlaub verbringt.

    Drama über die Beziehung eines Filmemacherpaars, das auf der Insel Farö, wo Ingmar Bergman arbeitete, einen Arbeitsurlaub verbringt.

    Mia Hansen-Løve dreht intensiv persönliche Filme, das zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Schaffen. In „Der Vater meiner Kinder“ verarbeitete die Französin mit dem dänischen Namen die Erfahrung des Selbstmords ihres Produzenten Humbert Balsam, in „Eden - Lost in Music“ fand sie Bilder für die Vergangenheit ihres Bruders Sven als House-DJ in Paris, in „Alles was kommt“ waren ihre Eltern Quelle der Inspiration. Mit „Bergman Island“ hat sie nun, fünf Jahre später, einen Film gemacht über die Dinge, die ihr wichtig sind, mit sich selbst und ihrem Lebensgefährten, dem Filmemacher Olivier Assayas, mit dem sie eine zwölfjährige Tochter hat, als Ausgangspunkt. Die Tradition des Kinos, die Suche nach Inspiration, das Erzählen von Geschichten, das Drehen von Filmen. Und schließlich im letzten Bild das Ein und Alles, was alles andere in den Schatten stellt. Wie immer bei Hansen-Løve scheinen die Bilder zu atmen, man kann das Leben förmlich schmecken, nichts ist forciert oder unnötig dramatisch aufgebauscht, alles ist aufregend, fühlt sich frisch und unverbraucht an - und ist doch trickreicher gestaltet und ausformuliert als in ihren Arbeiten davor.

    Vicky Krieps und Tim Roth (beide ganz toll, Krieps überragend, Roth cool und souverän und sehr witzig) spielen ein Filmemacherehepaar, das nach Fårö eingeladen ist, auf die buchstäbliche Bergman-Insel, wo der legendäre Ingmar Bergman über Jahrzehnte lebte und arbeitete und, beginnend mit „Wie in einem Spiegel„, einige seiner wichtigsten Filme drehte. Heute ist dort die Bergman-Gesellschaft ansässig, findet die Bergman Week statt, in deren Rahmen Tim Roth‘ Figur eine Masterclass abhalten soll. Ihre Tochter haben sie in Deutschland bei der Großmutter abgeliefert, und die beiden wollen die Zeit in einem von Bergmans Häusern nutzen, um an ihren neuen Projekten und Drehbüchern zu feilen. En passant lernen Bergman-Unkundige einiges über den legendären Filmemacher, man sieht sein Wohnhaus und seinen Screeningraum, wo es eine Vorführung von „Schreie und Flüstern“ gibt. Die beiden Filmemacher lieben Bergman, wenngleich aus unterschiedlichen Gründen, wie sie auch auf völlig unterschiedliche Weise an ihren Filmen arbeiten. Er ist methodisch und nüchtern und gibt nichts von seinem neuen Drehbuch preis. Sie ist unsicher und kämpft mit ihren Ideen, sucht Rat und Halt bei ihm.

    Bei einem Spaziergang erzählt sie von ihrem neuen Stoff, der „The White Robe“ heißen soll, und mit einem Schnitt sieht man schon den Film, in dem Mia Wasikowska und Anders Danielsen Lie ehemalige Geliebte spielen, die sich Jahre nach Ende einer Affäre bei der Hochzeit einer gemeinsamen Freundin auf Fårö wiedersehen. Es ist nicht der letzte radikale Szenenwechsel in dieser spielerischen Erzählung, die quasi mit einem Kameraschwenk gleich wieder eine neue Perspektive eröffnet: Jetzt sieht man die Filmemacherin bereits bei den Dreharbeiten ihres Films in Bergmans Haus. Die Erzählebenen beginnen zu überlappen. Wo Realität endet und Fiktion beginnt, ist von Anfang völlig unklar, weil die beiden Filmemacher in „Bergman Island“ zwar Hansen-Løve und Assayas sein können, aber natürlich nicht müssen. Bergman bleibt in diesem klugen, sehr weiblichen Vexierspiel nicht der einzige Verweis auf Schweden: Zu dem Abba-Stück „The Winner Takes It All“ wird auf der Hochzeit getanzt, ein Song, der entstand, als die Ehen der vier Musiker bereits ein Trümmerhaufen waren - und vielleicht ein Wink mit einem dünnen Zaunpfahl, wie fragil die Beziehung der beiden Hauptfiguren wirklich ist. Die frisch verheiratete Gemahlin stimmt „Summer Wine“ von Lee Hazelwood an, der große amerikanische Troubadour und Musikproduzent, der lange im selbstgewählten Exil in Schweden lebte. Gerade die zahllosen Anspielungen sind es, die „Bergman Island“ zu einem so großen Vergnügen machen: Immer, wenn man glaubt, Hansen-Løve erzähle auf Augenhöhe, ist sie tatsächlich schon wieder einen Schritt weiter. Und man kann es nicht erwarten, ihr zu folgen, wo immer sie uns auch hinnimmt.

    Thomas Schultze.
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