Beresina oder die letzten Tage der Schweiz

Kinostart: 03.08.2000

Filmhandlung und Hintergrund

Schwarzhumorige, vergnügliche Satire um eine durch ein russisches Callgirl zufällig initiierte Revolution.

Die schöne Irina verlässt Russland und ihre große Familie und versucht ihr Glück in einem kleinen Alpenländchen zu machen. Sie steigt schnell zum Luxus-Callgirl auf, das durch seine Kontakte zu hohen Vertretern aus Wirtschaft und Politik bald mehr Einfluss auf das biedere Ländchen hat als der regierenden Klasse lieb sein kann. Zufällig löst sie den Beresina-Alarm aus, einen Staatsstreich.

Irina, eine schöne Russin, versucht ihr Glück in einem kleinen Alpenländchen und steigt schnell zum Luxus-Callgirl auf. Ihr Einfluss auf Wirtschaft und Politik ist bald größer, als manchem Mächtigen lieb ist. Satire mit viel schwarzem Humor und der überzeugenden Hauptdarstellerin Elena Panova.

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Kritikerrezensionen

  • Beresina oder die letzten Tage der Schweiz: Schwarzhumorige, vergnügliche Satire um eine durch ein russisches Callgirl zufällig initiierte Revolution.

    Mit dieser bissigen Liebeserklärung an seine schweizerische Heimat setzt Daniel Schmid einen kauzigen funkelnden Kontrapunkt zu jeder alpenglühenden Heidi-Jodelei und verstiegenen Wilhelm-Tell-Romantik. Filmisch ergibt das eine schwarze Komödie der turbulenten Art zum beliebten Thema von Korruption und Manipulation in höchsten und konservativsten Gesellschafts- und Regierungskreisen.

    Nach einem Drehbuch von Martin Suter lässt Schmid die Puppen tanzen in einem grotesken Fantasy-Alpenländle, in dem die schöne Russin Irina (Elena Panova) zwecks möglichst schneller Einbürgerung und finanzieller Bereicherung gelandet ist. Prompt wird sie zum Zugpferd der offiziell als Modedesignerin auftretenden Madame Charlotte De (Geraldine Chaplin) und von ihr mit Hilfe des Wirtschaftsanwalts Dr. Waldvogel (Ulrich Noethen) an die einflußreichen Herren aus Wirtschaft, Fianzwelt und Landespolitik vermittelt. Die beiden Vermittler sind nämlich in den hohen gesellschaftlichen Kreisen nicht besonders gelitten und erhoffen sich deren Akzeptanz durch Irinas tatkräftiges Wirken.

    Von Anfang an schlägt Daniel Schmid den fröhlichen Ton einer surreal kabarettistischen Farce an und lässt auch so manches heftige Klischee nicht ungeschoren. So trägt Irina nach eigenem Gusto variierte Schweizer Trachten und schickt mit ihren regelmäßgien Briefen an die personenreiche Familie im fernen Russland auch typische Souvenirs und Devotionalien, die die russische Küche bald wie einen Alptraum aussehen lassen. Und schließlich hat Irina beim Zünfte-Ball, dem gesellschaftlichen Höhepunkt der Saison, ihren ersten großen Auftritt als Jodlerin. Wenn auch die Balance der absurden Komödie gelegentlich ein bißchen aus dem Ruder gerät und manche Szenen etwas geschwätzig, überdeutlich und (schweizerisch?) langsam ausfallen, ist es dennoch auf intelligente Weise amüsant, dem aberwitzigen Treiben auf der Leinwand zuzuschauen. Vor allem Martin Benrath, der hier in einer seiner letzten Rollen zu sehen ist, gibt als Zwei-Sterne-General, passionierter Landesverteidiger und Kommunistenhasser mit seiner präzis skurril stilisierten Typen-Studie dem Film den ironisch genauen, makaber witzigen Mittelpunkt. Wenn er vom Beresina-Alarm seiner Altherren-Geheimarmee träumt und mit ihr zur Machtübernahme allzeit bereit ist, falls sich der Staat der Unterwanderung ergeben würde, liegen Komik, Tragik und Wahnsinn dicht beieinander. Dass er der glühendste Verehrer der schönen Russin ist, ist da nur folgerichtig. Wenn dann der Alarm tatsächlich ausgelöst wird und die Bizarrerien auf die Spitze getrieben werden, ist man Daniel Schmid für diesen gloriosen, königlichen Untergang der Schweiz richtig dankbar. Im Kino. Wo eben manchmal doch noch die Fiktion die Wirklichkeit übertrifft. fh.

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