„Benjamin Blümchen“: FSK & Filmkritik – Kommt noch ein zweiter Teil?

Author: Kristina KielblockKristina Kielblock |

Der erste Realfilm mit „Benjamin Blümchen“ startet im Kino. Die Altersfreigabe schließt kein Kind aus. Aber lohnt sich der Besuch?

Der süße Elefant Benjamin Bartholomäus Blümchen spielt die Hauptrolle in seinem ersten Kino-Realfilm. Nach über 130 Hörspielfolgen, sechs Langfilmen und einer Zeichentrickserie mit mehreren Staffeln startet der graue Berg jetzt auf der großen Leinwand durch. Wie erwartet, hat die FSK eine Altersfreigabe von Null Jahren festgesetzt. Gibt es dennoch Grund zur Sorge für sensiblere Kinder?

„Benjamin Blümchen“: FSK 0 berechtigt! Keine verstörenden Inhalte vorhanden

Des Öfteren sind uns schon Filme mit einer FSK 0 begegnet, die Bestandteile hatten, die sehr empfindsame Kinder in Angst und Schrecken versetzt haben. „Benjamin Blümchen“ ist besonders bei kleinen Kindern sehr beliebt, weil die Geschichten einfach gestaltet sind und stets positive Stimmung verbreiten. Nichts, was beunruhigt oder verstört.

Diese Grundstimmung wollte auch das Team um Regisseur Tim Trachte („Die Vampirschwestern 3“) und der Drehbuchautorin Bettina Börgerding („Bibi & Tina“) erhalten. Gleichzeitig sollten aber auch etwas ältere Kinder angesprochen werden und sich die Erwachsenen nicht langweilen.

In unseren Augen ist das ziemlich gut gelungen, denn oft geht so ein Ansatz auf Kosten der kleineren Kinder, die dann mit dem Film nicht mehr viel anfangen können, weil der Humor und die Geschichte zu erwachsen sind und damit dann auch die FSK 0 missverständlich ist, wie beispielsweise bei „Peter Hase“ oder „The Lego Movie“, die eigentlich erst Kindern ab 8 oder 10 wirkliches Vergnügen bieten. Das ist hier absolut nicht der Fall.

  • Der bekannte Wohlfühl-Charme der Abenteuer von „Benjamin Blümchen“ konnte auch im ersten Realfilm transportiert werden.
  • Auch aufregende Komplikationen sind vorhanden, so wird Benjamin sogar zeitweise entführt, aber die Rettung und Auflösung der Spannung ist jeweils zeitnah genug und stets positiv.
  • Der Film spricht auch ein wichtiges zeitgenössisches Problem auf kindgerechte Weise an: Gentrifizierung. Der Zoo steckt (wieder mal) in finanziellen Schwierigkeiten und Zora Zack will Modernisierungsmaßnahmen durchsetzen, die allein dem Profit nutzen, aber nicht den Besuchern oder den Tieren des Zoos.

Kurze Kritik zum Film: „Benjamin Blümchen“ – Für wen lohnt sich der Film?

Altersgerecht ist der Film in jedem Fall, daran besteht für uns kein Zweifel. Was lässt sich noch positiv oder negativ hervorheben?

Vordergrund und Hintergrund: Zwei getrennte Welten

Viele Kritiken bemängeln verhältnismäßig harsch die Optik des Films. Dieser wurde bis auf eine Szene komplett vor einer Green-Screen-Wand gedreht und das ist auch dauerhaft deutlich zu sehen. Wirklich störend empfanden wir daran aber nur, dass Hintergrund und die im Vordergrund spielenden Figuren wirklich – abgesehen von einer Szene vor dem Affengehege – überhaupt nicht miteinander interagieren. Dadurch wirkt die Szenerie teilweise unnatürlich und dies ist auch als größter Minuspunkt nach der Betrachtung des Films bei uns hängengeblieben.

Sehr schlichter Humor, der nicht immer witzig ist

Während der gesamten Presse-Vorstellung musste wirklich niemand lachen und auch die Autorin dieses Artikels, die ausgesprochen leicht zu belustigen ist, kam über ein Schmunzeln nicht hinaus. Die Gags sind ziemlich müde, auch wenn teilweise witzige Anspielungen und Ideen dahinter erkennbar sind. Allerdings – und das finden wir positiv – ist der Humor sehr kindgerecht. Es wird also nicht passieren, dass die Eltern lachen und die Kinder überhaupt nicht verstehen, warum. Die beiden Handlanger der bösen weiblichen Antagonistin Zora Zack (Heike Makatsch) – Hans (Max von Thun) und Franz (Johannes Suhm) sind wohl als Running-Gag gedacht, aber eher zum Weglaufen doof.

Schöne und nachvollziehbare Geschichte über Freundschaft

Inhaltlich finden wir diesen Kinderfilm sehr gelungen, denn entlang der dramatischen Geschichte um die Zukunft des Zoos geht es auch immer um die Freundschaft zwischen Otto und Benjamin und dabei auch um universelle Fragen, die uns alle beschäftigen: Wie und zu wem fassen wir Vertrauen? Wann sollte man kooperieren und wann sich zur Wehr setzen? Wie kann man sich vor misslichen Situationen schützen und dennoch offen für neue Erfahrungen bleiben?

Authentischer Benjamin mit einem spielfreudigen Cast

Benjamin Blümchen hat die Stimme, die er auch in den Hörspielen seit der 81. Folge hat. Nachdem Edgar Ott verstarb, übernahm Jürgen Kluckert die Sprechrolle in den Hörspielen und jetzt auch im Realfilm. Benjamin sollte für große und kleine Fans des Elefanten ein Highlight des Films sein.

Positiv ist auch der Cast hervorzuheben. Otto (Manuel Santos Gelke) passt sehr gut im Zusammenspiel mit Benjamin und Heike Makatsch ist die Lust an ihrer bösen Rolle absolut anzumerken. Friedrich von Thun als Direktor Tierlieb möchte man am liebsten mit nach Hause nehmen, so gut und liebevoll ist er. Ein echtes Fest sind auch die Auftritte von Dieter Hallervorden als ehemaliger Geheimagent Walter Weiß. Wunderbar, wie er mit seiner Technik aus den 1980er Jahren ermittelt – eine schöne Hommage an seine alten Kinofilme.

Schön besetzt mit Tim Oliver Schultz ist außerdem der Wärter Karl, der die Musik in den Film bringt, sowohl den alten als auch den neuen Song.

Fazit: Guter Film für kleine Kinder und eingefleischte Fans – Törööö!

  • Der Film ist super, wenn ihr kleine Film-Fans zu Hause habt, die Benjamin schon von den Hörspielen kennen – dafür geben wir die klarste Empfehlung.
  • Wer schon seit 1977 oder später mit dabei ist, dürfte sich auch freuen, den Elefanten mal auf der großen Leinwand zu erleben und sollte sich dann nicht an den oben geschilderten Einschränkungen stören.
  • Kinder ab 10 Jahre könnten sich – so sie nicht wahre Fans des großen grauen Bergs sind – vielleicht etwas langweilen.

Der Film läuft ab dem 1. August 2019 in den Kinos, die Spielzeiten in eurer Stadt findet ihr bei uns.

„Benjamin Blümchen 2“: Kommt noch eine Fortsetzung?

Eine Aussage der Drehbuchautorin Bettina Börgerding aus dem Presseheft zum Film hat uns hellhörig gemacht. Und zwar beschreibt sie, worauf es ihr ankam „im ersten Teil“. Wer von einem ersten Teil spricht, hat womöglich schon einen zweiten Teil im Hinterkopf. Sicherlich wurde die Möglichkeit diskutiert und wahrscheinlich hängt es nur davon ab, wie gut der Film an den Kinokassen ankommt. Sollte es eine Fortsetzung geben, würde sie sicherlich bald gedreht werden, damit der jetzt eingeführte Cast wieder dabei und Otto noch nicht sichtbar gealtert ist. Wir halten euch auf dem Laufenden.

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