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Fakten und Hintergründe zum Film "Ben X"

Fakten und Hintergründe zum Film "Ben X"
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Eine Einführung von Nic Balthazar

Manchmal wird gesagt, dass nicht du eine Geschichte findest, sondern die Geschichte dich findet. Das mag in diesem Fall zugetroffen haben. Eines sonnigen Nachmittags in Brüssel wurde ich gefragt, ob ich nicht ein Buch schreiben wolle. „Ein Buch für Jugendliche, die nicht lesen.“, sagten sie. „Wie passend.“, sagte ich. „Denn ich bin ein Autor, der nicht schreibt.“

Etwa zu der Zeit hatte sich ein 17-jähriger Junge von der Gravensteenburg in Gent in den Tod gestürzt. Es stellte sich heraus, dass der Junge eine leichte Form von Autismus hatte. Und dass der Junge virtuell gemobbt und zu Tode gequält wurde. Einige Tage später las ich ein Interview mit der Mutter des Jungen. „Ich werde niemals darüber hinwegkommen.“, sagte sie. Noch in der Nacht begann ich eine Geschichte zu schreiben. Ein Buch, das ihr zwar keinen wirklichen Trost spenden würde, aber ihr doch ein gewisses Maß an Sympathie und Verständnis bieten könnte. Es sollte eine Geschichte über die Pein und Qualen derer sein, die sich nicht selbst wehren können. Ich tippte den Titel: „Niets Was Alles Wat Hij Zei“ (Zu Deutsch: „Nichts war alles, was er sagte“). Aber es musste ein Buch sein, das auch gelesen wurde. Ein packendes Buch. Etwas, das voller Spannung war, mit einem überraschenden Element, eine Art Thriller.

Wie ein Film, dachte ich. Jeder mag einen Film. Einige Zeit später traf ich Roel Vanderstukken. Er schlug vor, diese Geschichte zu einem Einpersonenstück für die Bühne zu adaptieren. Wir arbeiteten gemeinsam an dem Monolog und gaben ihm den simplen Titel „Niets“ („Nichts“). Unser Budget war im Grunde auch nichts. Aber dank der Hilfe einer Menge guter Seelen und fantastischer Schauspieler wurde es eine Mischung aus Theater, Fernsehen, Videospiel und sogar Kurzfilm. Alles wird durch die Musik von Praga Khan zusammengehalten. Roel lieferte die Schauspielleistung seines Lebens und es geschah ein kleines Wunder. Erst nach einer Rekorde brechenden Anzahl von fast 250 ausverkauften Vorstellungen nahm er seine letzten Standing Ovations entgegen.

Und als ob das nicht genug für einen Tagtraum wäre, wurde mir danach die Möglichkeit gegeben, meinen ersten Film zu drehen. Mit niemand geringerem als der führenden Filmproduktionsfirma in Belgien: MMG. Und einem absoluten Dreamteam von erfahrenen Filmprofis auf der einen Seite und auf der anderen einer fast kompletten Riege großartiger Schauspieler, die bereits bei der Bühnenversion dabei waren. Mit der Ausnahme von Roel, der leider für die Rolle mittlerweile zu „alt“ war. Während des Castings entdeckten wir zwei Supertalente, die sicher viele Jahre lang in der flämischen Filmbranche arbeiten werden: der fantastische Greg Timmermans und die zauberhafte Laura Verlinden. Zur Besetzung gehören einige meiner Lieblingsschauspieler: Titus De Voogdt, Johan Heldenbergh und Tania Van de Sanden, sogar Pol Goossen wollte dabei sein.

Im Alter von 23 Jahren interviewte ich einen meiner größten Kinohelden, Jim Jarmusch, und er gab mir eine Lebensweisheit, die mehr oder weniger zu meinem Lebensmotto wurde: ‘If you don’t know where you’re going, it’s a lot harder to get lost.’ Ich habe nie offen zu träumen gewagt, dass ich einmal selbst Filme drehe, auch wenn es immer mein heimlicher Wunsch war und ich mein ganzes Leben auf dieses Ziel hingearbeitet habe. Doch plötzlich findet man eine Geschichte. Oder die Geschichte findet dich. Man sagt, ein Filmkritiker ist jemand, der den Weg kennt, aber nicht weiß, wie man Auto fährt. Es war für mich ein echter Kick, endlich die Gelegenheit zu bekommen, das Auto zu fahren. Ich bin all denen auf ewig dankbar, die es mir beigebracht und mir dabei geholfen haben zu fahren. Es war eine Fahrt, die ich niemals vergessen werde. Jetzt kann ich nur noch mit meinem ganzen Herzen hoffen, dass das Publikum Bens Reise auf die gleiche Weise erleben wird.

(Nic Balthazar)

BEN X – eine wahre Lebensgeschichte

BEN X ist die fesselnde und bewegende Geschichte eines jungen Mannes und seiner besonderen Freundschaft zu einem Mädchen, dem er in seinem liebsten Onlinespiel begegnet. Es ist die Geschichte von einer Mutter und einem Vater, die bereit sind, nichts unversucht zu lassen, um ihr Kind vor einer grausamen Außenwelt zu schützen. BEN X zieht uns in eine faszinierende Welt und behandelt dabei einige hochaktuelle Themen wie Mobbing, Selbstmord unter Jugendlichen, Drogen, Isolation, das Gefühl, nicht verstanden zu werden, Scheidung, Anderssein, Aggression und die Probleme derer, die nicht ganz in die gesellschaftlichen Normen passen.

Autismus

Eine Behinderung, die wir erst beginnen zu verstehen. Angeblich leidet jeder 165. darunter. Es ist fast unmöglich die Anzahl der Menschen zu schätzen, die in das sogenannte Autismusspektrum fallen.

Selbstmord unter Jugendlichen

Über zehn Prozent aller Jugendlichen denkt mehr oder weniger täglich über die Möglichkeit eines Suizidversuchs nach. Selbstmord ist die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen. In Belgien gibt es täglich sieben Suizidfälle. In Deutschland sterben jährlich zwischen 11.000 und 12.000 Menschen an Suizid.

Mobbing

Dieses Phänomen betrifft nicht nur Jugendliche. Neueste Studien deuten darauf hin, dass 80 Prozent der belgischen Bevölkerung bereits mit Belästigungen und Bedrohungen zu tun hatte, ob als Täter oder als Opfer.

Cybermobbing

Nach einer Studie des holländischen Internetproviders Planet Internet wurde bereits jeder zehnte Jugendliche Opfer einer Belästigung über das Internet.

„Happy Slapping“

Als die erste Drehbuchfassung geschrieben wurde, war der Begriff, der dieses Phänomen beschreibt, noch nicht erfunden. Heute wird das Internet mit kleinen Filmchen von Angriffen und Schikanen überflutet, die eigens gedreht wurden, um im Internet verbreitet zu werden.

Entfremdung

Das Phänomen, wonach Jugendliche vermehrt in die virtuelle Realität von Videospielen, Chatrooms und Internetseiten fliehen.

Jugendliche müssen sich in unserer modernen Gesellschaft vielen Herauforderungen stellen – Drogen, geschiedenen Eltern, Aggressionen, Leistungsdruck, dem Wunsch, dazuzugehören, etc.

Der Autismus der Hauptfigur ist im Grunde nur eine Metapher.