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Belye nochi pochtalona Alekseya Tryapitsyna

Filmhandlung und Hintergrund

Mit Laien besetztes Drama um einen Postboten in einem von der Außenwelt abgeschnittenen russischen Dorf.

Der Postbote Aleksei ist die einzige Verbindung zur Außenwelt für die Bewohner eines verlorenen Dorfes im Norden Russlands, das nur über einen See zu erreichen ist. Er zahlt die Rente aus und hat ein Ohr für die Sorgen der Bewohner. Nebenbei kümmert er sich um den Sohn der Frau, die er schon seit der Schulzeit kennt und insgeheim liebt. Als sein Bootsmotor gestohlen wird und er nicht mehr arbeiten kann, sowie die Angehimmelte das verlorene Kaff verlässt, um in der Stadt ihr Glück zu suchen, bricht eine Welt für ihn zusammen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Belye nochi pochtalona Alekseya Tryapitsyna: Mit Laien besetztes Drama um einen Postboten in einem von der Außenwelt abgeschnittenen russischen Dorf.

    Kontemplative Betrachtung des einfachen Lebens in der nordrussischen Provinz mit Laiendarstellern.

    Dass er die Lust auf Neues nicht verlernt hat, bewies Andrej Kontschalowski beim Festival in Venedig, wo er für seine menschelnde Beobachtung des Alltags im Norden Russlands den Silbernen Löwen für die Beste Regie erhielt. Fast 50 Jahre nach seinem Erstlingsfilm zeigte er, dass man die Instrumentarien des heutigen Reality-TV auch in einem Arthouse-Film anwenden kann. Mit Laiendarstellern folgt er dem Leben in einer Dorfgemeinschaft, weit weg von jeglicher Hektik und Modernität. Die Verbindung zur Außenwelt hält der Postbote Aleksei aufrecht, der über den See fährt, um den Alten die Rente auszuhändigen und für deren Sorgen ein offenes Ohr hat. Als sein Bootsmotor gestohlen wird und die Frau, die er insgeheim liebt, das verlorene Kaff verlässt, bricht eine Welt für ihn zusammen.

    Der Russe, der in den 1960er Jahren mit Regielegende Andrej Tarkowsky zusammen arbeitete und in den 1980er Jahren Hollywoodfilme wie „Runaway Train“ oder „Tango & Cash“ drehte, traut sich erstmals, digital zu drehen, nutzte die Kamera „wie ein Schriftsteller Stift und Papier nutzt“. Mit kontemplativer Ruhe betrachtet er die Menschen in ihren noch archaischen Strukturen, die mit neuem Kommunikationskram wenig anzufangen wissen. Die Hauptfigur bringt es auf den Punkt: „Brot kann man nicht per e-mail verschicken“. Das „Casting“ der sich selbst spielenden Einheimischen, Locationsuche und Recherchen dauerten fast acht Monate. Die größte Herausforderung bestand darin, die Protagonisten an die (oft versteckten) Kameras zu gewöhnen und ihre Natürlichkeit zu bewahren.

    Manche Szenen entstanden spontan, andere entwickelten sich aus der logischen Abfolge. Ein schöner Moment, wenn der Postbote die Frau, mit der er gerne flirtet, am Zopf zieht und auf ihre moderate Reaktion fast enttäuscht äußert, früher in der Schule habe sie „gebrüllt wie ein Pferd“. Das endgültige Drehbuch entstand im Schneideraum, wo Bilder, Symbole und Handlungsgerüst in eine Geschichte einfließen. Einen Kniff ließ sich Kontschalowski noch einfallen, indem er vom nahen Weltraumbahnhof Raketen in den Himmel starten lässt, weit weg von der Bodenständigkeit seiner Protagonisten. Nicht jedem müssen die banalen Situationen gefallen, zu bewundern ist aber die Offenheit der Menschen, die im Einklang mit einer großartig gefilmten Natur leben. mk.
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