Befreite Zone

Kinostart: 13.05.2004
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Filmhandlung und Hintergrund

Bissige Satire auf den Aufschwung Ost am Beispiel des chaotischen Beziehungslebens der Bürger einer brandenburgischen Kleinstadt.

Sässlen, ein hoffnungsfrohes Kleinstädtchen östlich der Elbe Mitte der 90er: Die blühenden Landschaften lassen zwar noch ein bisschen auf sich warten, doch lädt die neue Freiheit schon mal zum munteren Seitenspringen ein. Micha (Florian Lukas) betrügt Sylvia mit Kerstin, Sylvia betrügt Micha mit „Blondi“, „Blondi“ betrügt Sylvia mit Heidi. Fatale Verlockungen bietet auch der Kapitalismus: Im lokalen Fußballteam schießt jetzt die schwarze Perle „Blondi“ ihre Tore, weshalb ein ausgedehnter Fanartikelhandel her muss. Darüber entdeckt Vereinsdirektor Otto die kreative Buchführung.

Aufschwung Ost und die Folgen sind das Thema dieser Satire aus erster Hand, die der Regiestudent der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Norbert Baumgarten inszenierte.

Die Bürger der brandenburgischen Kleinstadt Sässlen erleben auf ihre Art den Aufschwung Ost: Das Paar Micha und Sylvia träumt von Kindern, Auto und dem eigenen Heim. Trotzdem haben beide Affären. Sylvias Lover Ade ist schwarz und Star des lokalen Fußballvereins, für den Sylvias Vater Fanartikel verkauft. Dessen Frau wiederum schläft mit dem Direktor der Schule. Und dann wäre da noch Michas Vater, Präsident des Fußballvereins, den seine eigenen Vorstellungen vom wirtschaftlichen Aufschwung vor Gericht bringen.

In dem kleinen brandenburgischen Städtchen Sässlen träumt das junge Paar Micha und Sylvia von Kindern, einem Auto und dem eigenen Haus. Obwohl beide beteuern, dass sie sich lieben, unterhalten sie Affären. Sylvia schläft mit Ade. Der ist schwarz und als Torjäger Star des örtlichen Fußballclubs, für den Sylvias Vater Fanartikel verkauft. Dessen Frau wiederum hat ein Verhältnis mit dem Schuldirektor. Und schließlich ist da noch Michas Vater, Präsident des Fußballvereins, dessen „kreative“ Buchführung ihm eines Tages zum Verhängnis wird.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Befreite Zone: Bissige Satire auf den Aufschwung Ost am Beispiel des chaotischen Beziehungslebens der Bürger einer brandenburgischen Kleinstadt.

    Was „Wir Wunderkinder“ für die 50er Jahre, ist „Befreite Zone“ für die 90er: eine mit ironischen Seitenhieben, bissigen Beobachtungen und originellen Einfällen gespickte Wirtschaftswunder-Satire. Die Goldgräberstimmung in den neuen Bundesländern wird glänzend karikiert, provinzielle Träume, die alle eine Nummer zu groß sind, verkehren sich in amoralisches Treiben, die Kungeleien rund um den Fußballverein des ostdeutschen Städtchens Sässlen und den DFB-Pokal sind pure Realsatire tatsächlichen Fußballwahns mit kreativer Buchführung. Norbert Baumgarten legt in seinem Spielfilmdebüt ein erzählerisches Tempo vor, das gut zum Hype um den Aufschwung des Städtchens passt und überall in deutschen Landen spielen könnte.

    „Blondi“ ist der Held von Sässlen, dabei ist der triumphal aufspielende Fußballstar des örtlichen SV gar nicht blond, sondern der schwarze Stürmer aus Nigeria, der quasi im Alleingang sein Team von einem Sieg zum Nächsten im DFB-Pokal gekickt hat. Der schwarze Bomber hat eine Affäre mit Sylvia (Johanna Klante), die eigentlich mit Mischa (Florian Lukas, „Good Bye Lenin!“) liiert ist, Sohn des Bauunternehmers Otto, der als Präsident des SV Kohle und Knalltore glücklich balanciert und bilanziert. Mischa lernt schnell vom Gehabe des Vaters, betrügt Sylvia mit ihrer besten Freundin Kerstin (Annett Reneberg, „Devot“), die bald mit seinem Freund Sven anbändelt. Als Sylvias Vater (Axel Prahl, „Halbe Treppe“), erfolgloser Staubsaugervertreter, den SV mit dem Verkauf von Fanartikeln sanieren will und das Endspiel gegen einen legendären Verein (gemeint ist Bayern München) ansteht, überschlagen sich die Verwicklungen. Da kehrt Blondis Frau Heidi aus dem Westen zurück, das Gerücht kursiert, der „Verräter“ habe beim Gegner unterschrieben. Am großen Tag platzen gleich mehrere Bälle.

    Bis in die Nebenhandlungen um sexuelle Strafstöße und süßes Sehnen nach Spitzenwohnungen auf dem Immobilienmarkt hinein gelingt es Baumgarten, all das, was ein eh Kopf stehendes Städtchen ins Taumeln bringen kann, zu vermengen. Rasant und ohne Fehlpass dribbelt sich die Handlung von einer zielsicheren Flanke zur nächsten und bindet sprücheklopfende Grillchampions ebenso ein wie beim vietnamesischen Schmuggler gepresste Zigaretten. Für Freunde satirischer Doppelpässe ein Genuss, der sich durch die bis in die Nebenrollen mit prominenten Namen besetzten Typen steigert, die durch ihre Präsenz bestechen. Ein schönes Wagnis, das angesichts realer Vorgänge um Vereine, Unternehmer und größenwahnsinnige Lokalpolitiker sein Publikum finden sollte. ger.

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