Filmhandlung und Hintergrund

Nach dem Vorbild eines britischen Bühnenerfolges entstand dieser ebenso stimmige wie unterhaltsame Film über Freundschaft, Loyalität und homosexuelle Liebe unter Jugendlichen.

Jamie hat es nicht leicht an seiner Schule mitten in einem sozial schwachen Viertel von London. Seine Mitschüler machen ihm Ärger, die Mutter hat genug eigene Sorgen und echte Freunde wollen sich nicht einstellen. Doch als eines Tages ausgerechnet der gewalttätige Schulrowdy Ste bei Jamie Unterschlupf vor seinem prügelnden Vater findet, wendet sich das Blatt.

Jamie hat es nicht leicht, seine Mitschüler ärgern ihn nur, und seine Mutter kümmert sich kaum um ihn. Da sucht Schulrowdy Ste bei ihm zu Hause vor dem prügelnden Vater Unterschlupf. Langsam entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden Jungs. Lebendiger und realistischer Blick auf den Alltag in einem britischen Hochhäuserviertel.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Beautiful Thing: Nach dem Vorbild eines britischen Bühnenerfolges entstand dieser ebenso stimmige wie unterhaltsame Film über Freundschaft, Loyalität und homosexuelle Liebe unter Jugendlichen.

    Erstaunlich, mit welcher Vitalität und welchem genauen Feeling fürs Alltägliche und das Between-the-Lines die Engländer Geschichten erzählen können. So fügt sich auch der Erstlingsfilm von Hettie MacDonald nahtlos in die Tradition des erfrischenden, witzigen, emotional realistischen Blicks auf die wunderbar lebendigen Menschen der Londoner Vorstädte. Wie sie miteinander umgehen, liebevoll, zerstörerisch, verzweifelt, lustig und dabei die größten Katastrophen im richtigen Moment nicht nur abwenden, sondern auch bewußt verarbeiten können – das ist das absolute, wohltuende Gegenteil einer Beziehungskiste.

    Die Regisseurin, in der Theaterwelt des Londoner West End renommiert, hat ein überraschend gutes filmisches Gespür. Denn daß „Beautiful Thing“ ursprünglich ein Theaterstück ist, geschrieben von dem 24jährigen Autor Jonathan Harvey und inszeniert am Londoner Bush Theatre eben von Hettie MacDonald, ist dem Film nicht anzumerken. Die Schauspieler, keine bekannten Stars, dafür aber genau richtig besetzt, haben eine mitreißende Präsenz und Spontaneität, die sich besonders in den kleinen Gesten, andeutungsvollen Blicken und Dialog-Nuancierungen offenbaren. Nach Möglichkeit sollte man sich deshalb unbedingt die deutsch untertitelte Originalfassung anschauen. Der Optimismus des Films ist ansteckend, gerade weil er durch den sanft bis deftig ironischen Witz und den feinen bis messerscharfen Humor angesichts der alltäglichen Probleme überzeugend motiviert ist. Die zarte und zärtliche Liebesgeschichte zwischen zwei 16jährigen Klassenkameraden und Nachbarjungen im Wohn-Beton-Silo – das erste große Abenteuer der Sexualität passiert wie beiläufig – wird zum romantischen Mittelpunkt im vitalen Kleinkramambiente dreier überhaupt nicht intakter Familien. Jamie (Glen Berry) fühlt sich von seiner attraktiven, lebhaften Mutter Sandra (Linda Henry), die als Bardame in einem Pub arbeitet, zu sehr gegängelt. In der Wohnung nebenan versucht Ste (Scott Neal) mit seinem Alkoholiker-Vater und dem prügelnden Dealer-Bruder zurechtzukommen – bis Sandra ihn eines Abends rettet und mitbringt. Jamie und Ste müssen in einem Bett schlafen – Kopf an Fuß. Das ist der Beginn einer wunderbaren Liebe. In der anderen Nachbarwohnung flippt die von der Schule geflogene schwarze Leah (Tameka Empson) zur Verzweiflung ihrer Mutter Rose (Jeillo Edwards) völlig aus, als eine Art Reinkarnation von Mama Cass. Und die Musik der „Mamas and Papas“ spielt dazu im sechziger Jahre Soundtrack. Nostalgie und Gegenwart zum Wohlfühlen.

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