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Beeindruckendes Drama um ein kompliziertes Beziehungs- und Machtgeflecht zwischen drei Männern in der Fremdenlegion.

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Kritikerrezensionen

  • Beau travail: Beeindruckendes Drama um ein kompliziertes Beziehungs- und Machtgeflecht zwischen drei Männern in der Fremdenlegion.

    Seit ihrem vielfach preisgekrönten Film „Nénette et Boni“ hat sich Claire Denis auf dem internationalem Filmparkett etabliert. Ihr ambitioniertes Werk „Beau Travail“ beruht auf Motiven des 1920 im Nachlass von Herman Melville entdeckten Kurzromans „Billy Budd“. In der kafkaesken Männerwelt der Fremdenlegion zelebriert die Französin den Abschied von Männlichkeitsritualen und verklärt gleichzeitig den männlichen Körper.

    Die einstige Regieassistentin von Rivette, Costa-Gavras und Jarmusch gilt als Vertreterin eines lyrischen Expressionismus mit eigener Handschrift. In „Beau Travail“ entführt sie in einen soldatischen Mikrokosmos und seine Moral, in eine geschlossene Gesellschaft und fremdartige Ehrencodici. In der Nähe von Dschibuti ist ein verlorener Trupp Fremdenlegionäre stationiert, die Soldaten hängen herum, spielen Krieg, statt Krieg zu führen, die Eintönigkeit des Nichtstuns zehrt an den Nerven. Nur einmal wird es fast ernst, als ein US-Helikopter in der Nähe ins Meer stürzt. In Marseille erinnert sich der ehemalige Legionär Galoup (Denis Lavant mit einem Gesicht, in dem das Leid eines ganzen Lebens zu lesen ist) an die „Familie“, an die Zeit mit den Kameraden. „Vielleicht beginnt Freiheit mit Reue“ sinniert er bei seinem Spaziergang durch die Straßen. „Beau Travail“ erzählt die Geschichte seines Scheiterns. Der ehemalige Adjutant war von den Untergebenen und seinem Chef geachtet. Er glaubt, dessen Gunst durch einen jungen Rekruten zu verlieren, steigert sich in Eifersucht hinein. Der Machtkampf geht soweit, dass er versucht, den vermeintlichen Rivalen in der Wüste dem sicheren Tod zu überlassen. Wegen Befehlsmissbrauch wird der Mann ohne Ideale unehrenhaft aus der Armee entlassen. In der Heimat fühlt er sich fremd und entfremdet, unfähig zu einem Leben als Zivilist. Erst am Ende keimt Hoffnung auf Zukunft, wenn er in einem – nicht einstudierten – Tanz Befreiung von der Vergangenheit findet. Agnés Godards ästhetische Impressionen brennen sich ins Gehirn, der Blick der Kamera streichelt wie der eines Liebhabers die Protagonisten und die einzigartige Landschaft. Als dramaturgisches Element benutzt Denis choreographisch gestaltete Gruppenszenen mit homoerotischem Touch, setzt auf Minimalismus. Fast schmerzhaft schildert sie die Routine einer ins Leere laufenden Existenz – Körpertraining, Kampfsport, Alltagshandlungen, zeichnet in diesem brillant stilisierten Abgesang auf Kolonialismus und Legion an der Waffe ausgebildete Männer auf der Suche nach einem Sinn, stellt den Krieg als Beruf in Frage. Ein Arthouse-Publikum wird diese Kombination aus leiser Poesie und tiefer Tragik, betörenden Bildern und beunruhigender Sinnlichkeit mit Lust goutieren. mk.

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