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Fakten und Hintergründe zum Film "Battleship"

Fakten und Hintergründe zum Film "Battleship"
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Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Regisseur Peter Berg hegt schon sein Leben lang eine große Leidenschaft für die US Marine. Zu diesem Thema war er mit ersten Recherchen für einen anderen Film beschäftigt als das Angebot für „Battleship“ von Universal Pictures und Hasbro kam. Für den Hasbro Präsidenten und CEO Brian Goldner sowie seinen führenden Film Executive Bennett Schneir überzeugte Berg nicht nur durch die Bandbreite seiner bisherigen Erfolge von „Hancock“ über „Friday Night Lights - Touchdown am Freitag“ bis „Operation: Kingdom“, sondern auch durch seine Begeisterung für alles Maritime, die er bereits in früher Kindheit entdeckte. „Pete liebt diese Schiffe einfach, er kennt die Geschichte der Marine und er ist gerne auf See“, erläutert Goldner. „Wir wussten, dass diese Liebe auf der Leinwand zu spüren sein würde.“

Für Berg, der als Kind mit seinem Vater oft Schifffahrts-Museen besuchte, war dieses Action-Abenteuer die Erfüllung eines Lebenstraumes. „’Battleship’ ist eine echte Leidenschaft für mich, denn ich habe in meinem Leben schon endlos viel Zeit mit Schiffen verbracht und kenne durch die Erzählungen meines Vaters sehr genau die Seeschlachten des Zweiten Weltkriegs. Als mir das Projekt angeboten wurde, musste ich nicht lange überlegen, wie der Film aussehen sollte. Ich wollte eine aktuelle Geschichte über eine internationale Flotte, die in sehr dynamische, heftige und intensive Kämpfe verwickelt wird. Es gibt Seeschlachten voller Action mit großen Schiffen und Konflikten. Auf der ganzen Welt ist ‚Battleship’ ein vertrauter Begriff. Diese Bekanntheit bedeutet im heutigen Markt einen enormen Vorteil, um aus einer Marke einen Film zu machen.“

Über sein großartiges Verhältnis zum Militär und die Unterstützung durch die Marine sagt Berg: „Der Navy gefiel es, dass sie es ist, die diesmal die Welt rettet. Die Besatzungen der Zerstörer waren begeistert, dass sich zum ersten Mal in einem Film nicht alles um einen Flugzeugträger dreht, schließlich sind es diese Soldaten, die in die echten Kämpfe verwickelt werden. Diese Schiffe halten die Knochen hin, um die Flugzeugträger zu beschützen.“ Wobei der Titel des Films etwas irreführend ist, wie Berg erläutert: „Der Film heißt zwar ‚Battleship’, tatsächlich sind Schlachtschiffe heute jedoch nicht mehr im aktiven Einsatz der Navy, sondern wurden durch Aegis Zerstörer ersetzt, die tödlichsten Kampfschiffe auf diesem Planeten.“

Für Produzent Scott Stuber von Bluegrass Films, gleichfalls Sohn eines Navy-Veteranen, bedeutet dieses epische Action-Abenteuer die zweite Zusammenarbeit mit Berg, mit dem er 2007 bereits „Operation: Kingdom“ gedreht hatte. Für den Produzenten, der zuletzt den Blockbuster Action-Thriller „Safe House“ in die Kinos brachte, war es ein besonderes Anliegen, dem Publikum eine „komplette Seeflotte im Einsatz“ zu bieten. Über das Projekt sagt er: „Nachdem ich mit Pete bereits zuvor gearbeitet hatte, war mir klar, dass sein Film über einen modernen Konflikt auf See glaubwürdig und aufregend ausfallen würde.“

Dass dem Spiel naturgemäß eine eigene Erzählstruktur fehlt, erwies sich für Stuber als Vorteil für die filmische Umsetzung. „Bei der Verfilmung von Literatur oder Comics hat das Publikum bereits eigene Vorstellungen über die Figuren und deren Entwicklung. Beim Lesen hat jeder seinen Film im Kopf. Im Unterschied dazu mussten wir bei unserem Projekt die Figuren erst schaffen. Es ist durchaus befreiend, wenn man zu Beginn auf bestehende Charaktere verzichten kann und sie stattdessen dynamisch im Verlauf einer Geschichte entwickelt, die zum großen Action-Film gerät.“

Die Geschichte des Spieles selbst ist gleichermaßen faszinierend. Im Jahr 1984 erwarb Hasbro die Milton Bradley Company und damit die Rechte an etlichen weltweit bekannten Spielzeugen und Spielen, darunter auch „Battleship”. Als einer der international führenden Spielzeughersteller entwickelte Hasbro Strategien, um seine populären Marken auch in anderen Medien zu verwerten. Unter Führung von Goldner hat Hasbro im vergangenen Jahrzehnt seine klassischen Marken erfolgreich neu aufgestellt. Zum Spektrum der neuen Geschäftsfelder gehören Blockbuster-Filme, Fernsehen, digitales Entertainment, Publikationen, Konsumgüter, Lizenzierung sowie der Einzelhandel.

Nach dem Blockbuster-Erfolg der Toys-to-Film-Hits „Transformers“ und „G.I. Joe - Geheimakte Cobra“ durchforstete Hasbro seinen Katalog und entschied sich für „Battleship“ als erstes Game-to-Film-Projekt. Dabei war allen Beteiligten klar, dass zuvor ein entscheidendes Problem gelöst werden musste: Wie verwandelt man ein beliebtes Spiel in eine plausible und unterhaltsame Filmhandlung?

Über die Diskussionen um das ambitionierte Projekt mit dem Team von Berg und Stuber berichtet Goldner: „’Battleship’ ist eine weltweite Marke, die es seit fast 40 Jahren in über 30 Ländern gibt. Die Menschen kennen das Spiel und seine Regeln. Daraus wollten wir die spannenden Elemente übernehmen und auf eine neue Art präsentieren. Zudem waren wir überzeugt, dass der Einsatz von Aliens für eine zeitgemäße und sehr universale Komponente sorgt.“

Für den Produzenten liegt im strategischen Element der Kern der Geschichte. „Egal, gegen wen man ‚Battleship’ spielt, mustert man seinen Gegner immer in seinen persönlichen und strategischen Fähigkeiten“, erläutert Goldner. „Diese Duell-Situation hat uns gereizt, denn in dieser Qualität liegt die Besonderheit der Marke, die sie weltweit so viele Jahre populär gemacht hat. Der Spieler und sein Gegner stochern im Nebel und müssen ihre Strategie entwickeln. Wir wussten, dass wir um dieses Szenario eine Filmgeschichte entwickeln konnten.“

Einige Jahre zuvor hatte Goldner seinen Film-Executive Bennett Schneir damit beauftragt, aus dem Hasbro-Katalog mögliche Filmprojekte zu entwickeln. „Im Spiel ‚Battleship’ geht es um Verstand, Intuition, Logik und Geschick. Mit diesen Fähigkeiten muss man herausfinden, wo der Gegner steht, um ihn zu besiegen. Damit hatten wir alle Elemente für einen großen, unglaublichen Film, der aufregend und abenteuerlich ist. Für die Filmemacher bot dieses Spiel eine grandiose Basis.“

Skeptischen Stimmen begegnet Schneir so: „Es ist einfach zu fragen: ‚Warum braucht man ‚Battleship’, um einen Film über Schiffe gegen Aliens zu drehen?’. Genauso könnte man fragen, warum man ‚Piraten der Karibik’ braucht, um einen Film über Piraten und Skelette zu drehen. Oder warum man aus ‚Transformers’ einen Film über außerirdische Roboter macht, die auf die Erde kommen. Im Kern von ‚Battleship’ steckt ganz einfach die DNA für einen Film. Da gibt es das Konzept des Stocherns im Nebel, bei dem man zunächst gar nichts und schließlich alles weiß. Auf dieser fantastischen Basis entwickelten die Filmemacher die Vision ihrer Geschichte.“

Wie für Goldner war auch für Schneir bei der Entwicklung des Films die Einzigartigkeit des Spiels von großer Bedeutung. „’Battleship’ ist Teil unserer Kindheit und gehört zu unserem Familienleben“, erläutert der Produzent. „Mir gefällt der Aspekt, gegen einen Gegner zu kämpfen, den man nicht sehen kann. Stück für Stück hebt sich der Vorhang und man entdeckt, wo der Gegner seine Schiffe aufgestellt hat und wo man als Nächstes zuschlagen kann - und das führt zum Sieg. Diese emotionale Komponente auf die Leinwand zu bringen, wird zu einem kraftvollen und überwältigenden Erlebnis.“

Wenngleich heute die Schlachtschiffe durch moderne Zerstörer ersetzt wurden, spielten sie im Zweiten Weltkrieg sowie im ersten Irakkrieg 1991 eine entscheidende Rolle. „Schlachtschiffe zeichneten sich durch ihre Kraft und Stärke aus“, erläutert Stuber. „Es waren gigantische Schiffe mit gigantischen Kanonen, einem massiven Rumpf und außergewöhnlicher Schlagkraft. Es waren die Schutzschilde der Flotte. Sie waren wie Geheimagenten, die sich bei feindlichem Feuer vor angegriffene Schiffe stellten und sie beschützten. Dieser außergewöhnliche Einsatz hat etwas Heroisches. Zur Flotte gehört ebenfalls der Flugzeugträger, der wie ein Flugplatz mitten auf dem Ozean wirkt. Sein Schutz gehörte damals zu den Aufgaben der Schlachtschiffe und wird heute von den Zerstörern übernommen.“

Produzentin Sarah Aubrey von Film 44 fügt ergänzend hinzu: „Zerstörer sind eindrucksvolle Kampfmaschinen, die von unglaublich smarten und mutigen Leuten gesteuert werden. Wir fanden es eine großartige Idee, diese Menschen im Rahmen von diesem populären Spiel vorzustellen. Wir bringen die Zuschauer in das Innere

dieser enormen Meeres-Bestien. Wir zeigen die Waffen, die Missiles und das gesamte Zerstörungspotenzial. Wenngleich diese Flotte in unserer Geschichte als Underdog erscheinen mag, präsentieren wir sie so eindrucksvoll, wie man es bislang noch nicht auf der Leinwand gesehen hat.“

Berg und Aubrey waren sich einig, diesem nautischen Abenteuer epische Dimensionen zu verleihen. „Das Spiel gab uns die Möglichkeit zu einem Film über moderne Seeschlachten“, erläutert Aubrey. „Die meisten Seeschlachten im Kino spielen in der Vergangenheit. Die moderne Navy mit all ihren eindrucksvollen Schiffen und Waffen war in dieser Größe auf der Leinwand so bislang noch nicht zu erleben.“

Nachdem die Grundidee gefunden war, mussten die Filmemacher eine Geschichte entwickeln, in der bewährte Helden gegen geheimnisvolle Gegner auf hoher See antreten. „Eines Tages hatte ich die Idee, dass die Kriegsschiffe gegen Aliens kämpfen sollten“, erläutert Berg. „Ich wusste, dass der Film nur funktioniert, wenn er eine Geschichte mit Charakteren erzählt. Die digitalen Effekte und das Spektakel dienen nur dazu, die Figuren zu unterstützen.“

Mit den Brüdern Erich und Jon Hoeber, die zuvor das Drehbuch zu „R.E.D. - Älter. Härter. Besser.“ geschrieben hatten, fand Berg im Frühjahr 2009 seine Autoren. „Die Idee mit den Aliens hatten wir bereits im ersten Entwurf: Die Navy rettet die Welt vor einer Invasion“, erläutert Hoeber. „Wir begannen mit einem leeren Blatt Papier. Pete zerpflückte unsere Grundidee, aber es war er ein kreativer Prozess. Im Sommer entwickelten wir die Handlung und hatten im Herbst unsere erste Fassung. Pete steckt voller Energie und steuerte viele großartige Ideen bei. Bei unseren zahlreichen Brainstorming-Treffen ging es darum, wie sich der Film anfühlen sollte und wie die Struktur der Geschichte aussieht. Danach entwickelten wir die Figuren und die dramatischen Situationen.“

Für die Autoren bestand die Herausforderung darin, das populäre Spiel zum Leben zu erwecken und mit einem komplexen Angriff von Außerirdischen zu verbinden. „Es war aufregend, einen Actionfilm auf dem Meer zu schreiben“, berichtet Hoeber. „Das war eine seltene Gelegenheit, denn es gab schon lange keinen Film mehr, in dem die U.S. Navy eine derart große Rolle spielt. Als Besonderheit hatten wir ein modernes Szenario mit einem mächtigen Gegner, der ganz direkt auftritt - was spannender ist, als wenn aus der Ferne nur gegenseitig Missiles abgefeuert werden.“

Als Vorbereitung für das Schreiben verbrachten die Brüder drei Tage an Bord des Zerstörers USS Preble, der mit Missiles der Arleigh Burke-Klasse bestückt ist. „Es war eine eindrucksvolle Erfahrung, diese junge Besatzung bei ihrer Arbeit zu erleben“, erläutert Hoeber. „Die Professionalität, die Entschlossenheit und der Antrieb dieser Leute waren eine große Inspiration für uns. Wir konnten uns auf dem Schiff frei bewegen und wurden schnell vertraut mit der Sprache, der Kultur und den Abläufen an Bord. Wir durften Kampfübungen beobachten, was später sehr hilfreich war für eine möglichst realistische Darstellung der Geschichte und der Figuren.“

Gemeinsam mit Berg überlegten die Autoren-Brüder, was passieren könnte, wenn Außerirdische auf die Funksignale der NASA reagieren, die seit sechs Jahren an den sogenannten „Planet G“ geschickt werden, der zu den „Goldilocks Planeten“ gehört. Dabei handelt es sich um Planeten in anderen Galaxien, die über eine habitable Zone verfügen, also mit dem Ökosystem der Erde vergleichbar sind und auf denen sich Lebensformen entwickeln könnten. Fatal freilich, wenn diese Außerirdischen auf die Erde kommen, um die Rohstoffe zu rauben.

Nach der Entwicklung des Drehbuchs fand das Team einen organischen Weg, das Konzept des Spiels für den Film zu verwirklichen, indem drei Schiffe in ein undurchdringliches Feld von 90 Kilometer Höhe und 4 Kilometer Breite gebracht wurden. „Pete hatte die Idee, dass unser Schiff so blind operieren sollte wie im Spiel“, erläutert Aubrey. „Das Radar steht im Kampf gegen die Aliens von Anfang an nicht zur Verfügung, deshalb müssen unsere Helden ihre Gegner im Dunkeln bekämpfen. Hopper und Nagata müssen schnell Möglichkeiten finden, die Flotte der Außerirdischen zu orten, sobald ihre Schiffe angegriffen werden. Während Hopper verzweifelt nach einer Lösung sucht, besinnt sich Nagata auf eine Taktik, die seine Landsleute früher benutzten, um Schiffe im Pazifik aufzuspüren.“

Bei ihren Recherchen entdeckten Berg und die Autoren, dass entlang der Küste von Hawaii mit Hilfe von Bojen unregelmäßige Wasserbewegungen gemessen werden, um frühzeitig Tsunamis zu erkennen. Dieses Prinzip fand Eingang in den Film, wie Aubrey erläutert: „Messbojen dienen den Bewohnern der gefährdeten Küsten als Frühwarnsystem vor Tsunamis. Nagata nutzt diese Bojen, um ein Raster auf seinem Radarschirm zu erzeugen, in dem die Angreifer sichtbar werden. Für das Publikum wird es ein besonderes Vergnügen zu entdecken, wie vertraut dieses Raster aussieht und dass wir ‚Battleship’ spielen.“

Produktion: Die Besetzung

Nachdem das Drehbuch immer mehr Gestalt annahm, machten sich die Filmemacher auf die Suche nach jenen Helden, die bei der Untersuchung von Treibgut vor der Küste von Oahu überraschend die Bekanntschaft mit Aliens machen. Unterstützt wurde das Team vom erfahrenen Produzenten Duncan Henderson, der bereits die epischen Meeresdramen „Master & Commander - Bis ans Ende der Welt“ und „Poseidon“ betreute sowie eine Schlüsselrolle bei den Produktionen von „Der Sturm“ und „Harry Potter und der Stein der Weisen“ innehatte.

Für ihre Recherchen verbrachte das „Battleship“-Team etliche Zeit an Bord von Zerstörern der Navy und besuchte die militärische Kommandozentrale Special Operations Command (SOCOM) in Florida. Dabei erlebten sie hautnah, wie professionell die jungen Männer und Frauen der Navy für extreme Situationen trainieren, die im schlimmsten Fall über Leben und Tod entscheiden.

Über das sorgfältige Casting seines Regisseurs berichtet Produzent Stuber: „Pete legt sehr großen Wert auf Glaubwürdigkeit, egal ob es um die Darstellung eines Schauspielers geht oder um eine Explosion neben dem Schiff. Schon bei ‚Friday Night Lights - Touchdown am Freitag’ begnügte er sich nicht mit dem Lesen der Romanvorlage, sondern er fuhr nach Texas und sah sich die Football-Szene der dortigen Highschools an. Dieser Stil hat sicher etwas mit seiner Vergangenheit als Schauspieler zu tun. Seine Schauspieler vertrauen ihm, weil sie wissen, dass er die beste Leistung von ihnen verlangt. Er nimmt diese authentische Figuren und bringt sie in die große Welt.“

Berg und die Autoren-Brüder Hoeber wollten mit Hopper einen Helden schaffen, der schnell wächst. Er ist ein heißblütiger Typ, der aus der Hüfte schießt und erst bei der Marine, vor allem durch seinen älteren Bruder Stone, Disziplin lernt. „Wir bringen die Bruderliebe auf eine ganz neue Ebene“, erläutert Produzentin Aubrey. „Dennoch bleibt Hopper ein hitziger Typ, der keinem Kampf aus dem Weg geht.“

„Ich glaube, ‚Battleship’ ist autobiografisch“, lacht Produzent Goldner. „In vieler Hinsicht verhält sich Hopper wie Pete. An ihm gefällt mir besonders seine Entschlossenheit, die er ganz ungeschminkt zeigt. Hopper ist ein harter Typ mit einer gewissen Vergangenheit, aber man fühlt mit ihm mit, denn man spürt eine Tiefe dieser Persönlichkeit. Pete hat eine Figur entwickelt, die realistisch wirkt und für das Publikum verführerisch ist.“

Besetzt wurde die Rolle des Hopper mit Taylor Kitsch, den eine langjährige Zusammenarbeit mit Peter Berg verbindet. In dessen hochgelobter TV-Serie „Friday Night Lights“ bewegte Kitsch seit 2006 das Publikum. 2009 überzeugte der Schauspieler als Gambit in „X-Men Origins: Wolverine“ und spielte vor kurzem den Titelhelden im Abenteuerepos „John Carter“ von Disney. Demnächst ist er in Oliver Stones Drogendrama „Savages“ von Universal zu sehen.

Es bedurfte eines Regisseurs wie Berg, um Kitsch zu bewegen, erstmals seit 12 Jahren seine Haare kurz zu schneiden. Vom Regie-Stil des einstigen Schauspielers ist Kitsch überzeugt. „Mir gefällt die Freiheit, die Pete einem lässt“, berichtet Kitsch. „Dieses Prinzip lernte ich schon bei ‚Friday Night Lights’ schätzen und ich werde Pete für immer dankbar sein, dass er mir damals die Gelegenheit gab, Riggins zu spielen.“

Von besonderem Interesse war für Kitsch das Verhältnis zwischen den beiden Brüdern. „Die Entwicklung dieser Figur ist für jeden Schauspieler ein Traum. Hopper beginnt als Dieb und wird verhaftet. Beim Militär wird ihm eine Glatze geschnitten und dann entwickelt er sich zu einer Führungspersönlichkeit. Man sieht seine Gefühle, seine Trauer durch den Verlust. Danach erlebt man, wie er zum Kapitän des Schiffes wird. Hopper wollte das nie werden, aber gerät überraschend in diese extreme Situation und ist gezwungen, sein ganzes Potenzial zu entdecken. Auch wenn er nun in der Navy ist, hat er sich im Kern nicht verändert. Dieser Typ rettet die Welt und bleibt doch derselbe wie zu Beginn.“

Der Schauspieler fährt fort: „Stone gibt ihm eine Aufgabe und Hopper verdankt seinem Bruder alles. Zunächst traut er sich nicht zum Handeln, weil er Angst vor dem Versagen hat. Er lehnt sich lieber zurück und will keine Probleme. Ein Risiko einzugehen könnte auch Scheitern bedeuten, und dazu ist Hopper am Anfang des Films keineswegs bereit.“

Berg flog für ein erstes Treffen mit dem Schauspieler nach London, wo Kitsch für „John Carter“ vor der Kamera stand. An diese Begegnung erinnert sich Kitsch so: „Mit Pete hat man keine der üblichen Besprechungen. Bei ihm läuft es so: ‚Willst du den Film mit mir drehen oder nicht? Lass es uns machen! Lass uns einen knallharten, komischen Film mit Herz machen!’ So eine Verantwortung zu bekommen ist eine besondere Herausforderung. Schon damals spürte man ein Vertrauen, das beim Drehen so entscheidend ist. Es ist gut zu wissen, dass dein Regisseur dich und deine Figur und natürlich auch den ganzen Film im Herzen trägt.“

Für die Rolle des älteren, disziplinierten Bruders Commander Stone wurde Alexander Skarsgård engagiert, der Star der preisgekrönten HBO-Serie „True Blood“, wo er als Wikinger-Vampir Eric Northman auftritt.

Der älteste Sohn der schwedischen Schauspiellegende Stellan Skarsgård, der „Battleship“ schon als Kind unter dem Namen „Sänka Skepp” gespielt hat, berichtet über seine Begegnung mit dem Regisseur: „Ich mochte Pete vom ersten Moment an. Mir gefiel, mit welcher Energie und Leidenschaft er über sein Projekt sprach. Wenn er von der Faszination seines Vaters für die Schifffahrtsgeschichte erzählte, glänzten seine Augen. Mich faszinierte das Verhältnis dieser beiden Brüder. Stone ist gewissenhaft, fleißig und hat die Akademie der Navy besucht. Er ist sehr motiviert. Gleichzeitig liebt er seinen kleinen Bruder, aber er weiß nicht, wie er ihm helfen kann.“

Skarsgård fährt fort: „Hopper fehlt diese Energie seines Bruders völlig. Er versagt in jeder Situation, aber er ist durchaus liebenswert. Die Strategie von Stone ist, dass der Bruder aus seinen Fehlern lernt. Er behandelt ihn hart, gleichzeitig spürt man die Liebe zwischen den beiden. Das Publikum muss fühlen, wie sehr er sich um seinen Bruder sorgt, sonst würde die Figur nicht funktionieren.“

Als Vorbereitung auf seine Rolle verbrachte Skarsgård einige Zeit an Bord der USS Benfold, wo er den kommandierenden Offizier (CO) und seiner Crew bei ihrem Dienst beobachtete. Während die U.S. Navy für ihn Neuland bedeutete, ist der Schauspieler durchaus vertraut mit militärischen Gepflogenheiten. Als Vorbereitung für seine Rolle in der HBO-Miniserie „Generation Kill“ von David Simon verbrachte er in seiner schwedischen Heimat einige Zeit bei einer Antiterror-Einheit.

Skarsgårds Besuch auf dem Schiff der U.S. Navy fiel 2010 zusammen mit dem Militärmanöver Rim of the Pacific Exercise (RIMPAC), das alle zwei Jahre vor der Küste von Hawaii stattfindet. Bei diesem weltweit größten Manöver sind Teilnehmer aus über zwölf Ländern vertreten. Organisiert wird RIMPAC von der U.S. Navy mit Unterstützung des U.S. Marine Corps, der U.S. Küstenwache, der Nationalgarde von Hawaii sowie der U.S. Pazifikflotte. Eingeladen sind die Alliierten aus den Anrainerstaaten des Pazifiks.

Mit Unterstützung der U.S. Navy konnte Berg das Manöver 12 Tage lang mit eingebetteten Kamerateams auf vier Schiffen begleiten und kam dadurch zu atemberaubenden Aufnahmen der Einsätze auf hoher See. Ergänzt wurden diese Aufnahmen durch eigene Kamera-Boote und Hubschrauber, die für weitere spektakuläre Bilder sorgten. „Glücklicherweise fand das Manöver vor Hawaii statt, das bescherte uns eine grandiose Woche“, erinnert sich Skarsgård. „Ich hatte Gelegenheit mit dem Kommandanten zu sprechen, was eine große Hilfe für mich bedeutete. Zudem durfte ich auf einem Flugzeugträger landen, was eine spektakuläre Erfahrung war.“

Über die Bedeutung der Szenen des RIMPAC-Manövers für den Film berichtet Skarsgård: „Stone wird anerkannt, weil er die Sampson kommandiert, das hochrangigste Schiff unter den 13 Nationen und Dutzenden Schiffen, die beteiligt sind. Stone ist stolz auf sein Schiff, seine Crew und seinen kleinen Bruder, der auf einem anderen Zerstörer als Offizier eingesetzt ist. Dass Hopper mit von der Partie ist, hat für Stone ganz besondere Bedeutung.“

Ein anderes Elite-Mitglied der U.S. Navy wird von Rihanna gespielt, die damit ihr Kinodebüt gibt. Die Grammy Award Gewinnerin übernimmt die Rolle der knallharten Waffenoffizierin Cora Raikes, die auf dem Schiff von Hopper im Einsatz ist. „Ich war vom ersten Tag von Rihanna begeistert“, berichtet Berg. „Man spürt, dass sie Musikerin ist, denn sie ist offen für Anweisungen und sie lebt diese Rolle. Ihre Leistung hat mich sehr beeindruckt.“

Über ihre Arbeit erzählt die Sängerin: „Als ich Pete zum ersten Mal traf, wusste ich noch gar nicht, wen ich spielen sollte. Das Drehbuch hatte mich sehr beeindruckt, insbesondere die Liebesgeschichte. Ich konnte gar nicht aufhören es zu lesen, was ein klares Zeichen dafür ist, dass ich mir diesen Film gerne ansehen würde. Besonders gefällt mir an Pete seine Energie, seine Abenteuerlust und Spontaneität.“

Über ihre Rolle sagt Rihanna: „Raikes ist knallhart. Sie gehört eigentlich zu den Jungs, was für mich ein besonderes Vergnügen bedeutet hat, weil ich als Kind selbst sehr burschikos war. Die Figur steckt voll rauer Energie und ist so ganz anders, als mich die Leute sonst meist sehen. Mir gefällt die Idee, dass mich das Publikum als Raikes sieht und nicht als Rihanna.“

Als technische Beraterin für Rihanna wurde eine junge Soldatin engagiert, die nur ein Jahr jünger ist als die Schauspielerin. Jacquelyn Carrizosa diente drei Jahre bei der Navy und war auf dem Flugzeugträger USS Ronald Reagan (CVN-76) in San Diego stationiert, wo sie im Rang eines Gunner’s Mate Second Class (SW/AW) im Einsatz war. Entdeckt wurde sie von Berg bei einem Fußballspiel des U.S. Navy Teams während des RIMPAC-Manövers 2010.

Über die Beraterin berichtet Berg: „Ich wollte Rihanna zeigen, dass es möglich ist, hart, patriotisch und kämpferisch zu sein und gleichzeitig sexy und feminin. Als ich Jacque gesehen habe, war sie für mich sofort die perfekte Raikes. Ich entdeckte sie beim RIMPAC Cup, wo sie als einzige Frau unter lauter Männer spielte. Sie war überall tätowiert und trug eines dieser Badass Band T-Shirts. Sie ist eine knallharte, entschlossene Soldatin und war damit ein großartiges Vorbild für Rihanna. Die beiden kamen übrigens glänzend miteinander aus.“

Rihanna erinnert sich an ihr erstes Treffen mit der Soldatin, die auch ihr Double beim RIMPAC Fußballspiel ist. „Ich verbrachte mit Jacque einen ganzen Tag in meinem Wohnwagen. Ich hörte ihre Musik und wollte wissen, wie sie tickt - schließlich spielte ich im Film eine Frau, die ihrem realen Leben sehr ähnlich ist.“

Raikes ist nicht die einzige harte Frau im Drehbuch der Hoeber-Brüder. Ähnlich entschlossen handelt die Krankengymnastin Samantha „Sam” Shane, die von Brooklyn Decker gespielt wird. Sam ist die Verlobte von Hopper und Tochter des Kommandeurs. „Ich drehte in Oahu gerade ‚Meine erfundene Frau’ als ich einen Anruf bekam“, erinnert sich Decker. „Man erzählte mir, dass man sich jemand Härteres für die Rolle vorstellte und ich etwas zu nett wirken würde. Aber später rief man nochmals an und ich flog zum Vorsprechen nach Los Angeles. Eine Woche später bestellte mich Pete zum Casting.“

Über ihre Rolle sagt Decker: „Ich wusste, dass der Part sehr körperlich war und Pete sichergehen wollte, dass ich das schaffe. Also hat er mich auf Herz und Nieren geprüft. Mir gefällt an Pete, dass die Frauen in seinen Filmen immer starke Figuren sind und keine schwachen Fräuleins in Not. Ich mag Sam sehr. Als Tochter des Admirals ist sie etwas rebellisch, zugleich ist sie stark und unabhängig und hat das Zeug, die Welt zu retten.“

Über seine Schauspielerin erzählt der Regisseur: „Brooklyn ist unglaublich reif für eine 23-Jährige. Bei der Besetzung gab es Bedenken, ob dieses Model auch tatsächlich spielen könne. Brooklyn wird das Publikum überraschen. Sie ist eine kluge, ernsthafte und schöne Frau, die gute Arbeit abliefern möchte. Sie ist großartig für diese Rolle.“

Im Unterschied zu ihren Kollegen musste Decker zur Vorbereitung ihrer Rolle als Krankengymnastin keine Woche lang auf hoher See verbringen. Stattdessen ging sie in Krankenhäuser und unterhielt sich dort mit verletzten Soldaten. „Ich besuchte das Tripler Army Medical Center in Honolulu und das Intrepid Center, eine Reha-Klinik in San Antonio. Mich hat beeindruckt, mit welchem Respekt Pete dem Militär begegnet - was sicher auch ein Grund für dessen große Unterstützung war.“

Beim eintägigen Dreh im National Intrepid Center of Excellence in San Antonio kamen viele Dutzend verwundeter Soldaten als Statisten zum Einsatz. Diese Reha-Klinik für Amputierte und Brandopfer befindet sich neben dem Brooke Army Medical Center in Fort Sam Houston und wurde eigens errichtet, um Armeeangehörige nach ihrer Rückkehr aus dem Irak und aus Afghanistan zu versorgen.

Über ihre Erfahrungen berichtet Decker: „Ich sprach mit den Soldaten über ihre Gefühle und wie sie mit dem posttraumatischen Stress nach der Rückkehr aus den Kriegsgebieten zurechtkommen. Dank moderner Medizintechnik können viele Soldaten ihre schweren Verletzungen überleben. Doch sie kehren ohne Gliedmaßen zurück oder haben Wunden, die jenseits der Vorstellungskraft sind.“

Eine besondere Rolle spielt Army Lieutenant Colonel Mick Canales, der beide Beine in Afghanistan verlor und nun lernt, mit Prothesen zu leben. Bei seiner körperlichen und geistigen Rehabilitation findet er die Unterstützung von Sam, die den Veteranen zu einer Wanderung in die Berge mitnimmt. Was als einfache Übung gedacht war, entwickelt sich zum Kampf gegen Außerirdische, die in diesem Gebiet ihre Kommunikationstürme aufstellen wollen, um Verstärkung zu rufen.

Die Rolle von Mick wird von Greg Gadson gespielt, einem ehemaligen Football-Spieler, dem nach einer Verwundung beide Beine oberhalb des Knies amputiert wurden. „Mick hat Verletzungen, mit denen ich mich identifizieren kann“, erläutert Gadson. „Ich war als Bataillonskommandeur einer Artillerie-Einheit im Irak im Einsatz und verlor durch eine Explosion beide Beine. Ich kann also sehr gut nachvollziehen, wie jemand mit solchen Verletzungen umgeht. Auf diese Weise kamen Mick Canales und Greg Gadson zusammen.“

In seinen mehr als 20 Jahren Berufserfahrung als Soldat war der West Point-Absolvent und Kriegsheld in fast jedem bedeutenden Militärkonflikt der letzten zwei Jahrzehnte im Einsatz, an dem die USA beteiligt waren. Darunter in Kuwait, Bosnien-Herzegowina, Afghanistan und dem Irak. Im März 2007 war Gadson im Rang eines Lieutenant Colonel der Bataillonskommandeur von 400 Soldaten in Bagdad. Nach dem Besuch einer Beerdigung von zwei Soldaten wurde er bei seiner Rückkehr zu seiner Basis schwer verwundet.

Heute erinnert er sich an die schicksalhafte Nacht: „Ich war auf der Rückfahrt, als mein Fahrzeug von einer Straßenbombe getroffen wurde. Die Explosion schleuderte mich aus dem Fahrzeug und verletzte beide Beine schwer. Ich hatte Glück, dass mein First Sergeant Frederick Johnson mich sofort in Sicherheit brachte und Erste Hilfe leistete. PFC Eric Brown legte Verbände auf meine Beine, um die Blutung zu stoppen. Es waren 129 Blutkonserven notwendig, um mein Leben zu retten.“

Nach 22 Operationen und Versuchen mit unterschiedlichen Prothesen kann Gadson sich heute mit Hilfe von Titan-Prothesen bewegen.

Auf dieses Schicksal wurde Berg durch einen Zeitschriftenartikel aufmerksam, wie Gadson berichtet. „Im Januar 2010 erschien im ‚National Geographic’ ein Bericht über Bionik und die Fortschritte bei er Entwicklung von Prothesen. Es ging um Kniegelenke, die an mir getestet wurden und dazu erschien ein Foto von mir in Uniform.“

Nach dem ersten Treffen mit Gadson war Berg vollkommen überzeugt davon, dass er bestens als Schauspieler geeignet war. „Als Lieutenant Colonel musste Greg vor Hunderten von Soldaten stehen. Dabei musste er den harten Typen spielen oder auch den Kumpel geben. Er war wie der Vater der Kompanie. Als er mit dem Set vertraut war, konnte man spüren, wie viel Spaß ihm diese Rolle macht.“

Als er 2007 in der Walter Reed-Klinik lag, konnte der Ehren-Kapitän der New York Giants nicht ahnen, was die Zukunft ihm bringen würde. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal beim Super Bowl an der Seitenlinie sitzen würde“, erzählt er. „Ebenso wenig konnte ich mir vorstellen, zum Colonel befördert zu werden und neuer Direktor des Army Wounded Warrior Program zu sein. Ich muss allerdings zugeben, dass mir das Angebot für einen Film den Atem verschlug. Ich will nicht sagen, das beweist, dass man leben muss. Aber man darf nie aufgeben. Und nach diesem Prinzip habe ich immer gelebt.”

Action Star Liam Neeson spielt die Rolle des Flottenkommandeurs Admiral Shane, des Vorgesetzten von Hopper, Stone und Raikes und zugleich Vater von Sam. Über sein Interesse an diesem Projekt sagt der Schauspieler: „Der Grundstein ist immer das Drehbuch und bei diesem Skript konnte man nicht aufhören zu lesen. Das ist der Lackmus-Test. Wenn ich plötzlich auf Seite 78 gelandet bin, ohne eine Tasse Tee oder ein Glas Wasser zu trinken, dann bin ich überzeugt von einem Film. Das ist ein Spektakel voller Spannung und Nervenkitzel und es bietet zudem eine sehr gute Entwicklung der Figuren.“

Neeson ist es gewohnt, harte Typen zu spielen und fühlte sich schnell wohl in dieser Rolle. Der Star aus „96 Hours“ und „The Grey - Unter Wölfen“ erklärt dazu: „Wenn man als Schauspieler in Hawaii, Pearl Harbor und auf der USS Missouri dreht, muss man seine Vorstellungskraft nicht sonderlich bemühen. Die ganze Geschichte liegt direkt vor einem.“

Einer der eindrucksvollsten Momente bei den Dreharbeiten war für Neeson die Schlüsselszene mit Colonel Gadson, die am berühmten Punchbowl-Friedhof in Honolulu entstand. „Dabei überreiche ich Mick, der von Greg gespielt wird, eine Medaille“, erinnert sich der Schauspieler. „Man half ihm auf die Bühne und er kam auf mich zu. Als die Kamera lief hatte er einen Blick in den Augen, der nicht gespielt war. Dieser Blick zeigte, was dieser Mensch durchgemacht hat und welche enormen Verletzungen er für sein Land erlitten hat. Zugleich strahlte er diesen unglaublichen Willen, eine Würde und Stärke aus. Dieser Moment hat mich sehr stolz gemacht.“

Für den asiatischen Filmstar Tadanobu Asano bedeutet „Battleship“ den zweiten großen Auftritt in Hollywood, nachdem er 2010 als Hogoun im Blockbuster „Thor“ sein englischsprachiges Debüt gab. Nun tritt er als Captain Yugi Nagata auf, Hoppers japanischer Gegenspieler, dessen Schiff Myoko von den Aliens zerstört wird. Dieser Angriff zwingt den Captain dazu, gemeinsam mit dem Erzrivalen an Bord der USS John Paul Jones den Kampf gegen die Außerirdischen aufzunehmen.

Über die Charakterentwicklung sagt Produzentin Aubrey: „Anfänglich gibt es Spannungen zwischen Nagata und Hopper, doch allmählich werden sie zu Verbündeten während dieser großen Schlacht. Wie groß Hoppers Rivalität zu den Japanern ist, zeigt sich bereits beim Fußballspiel während des RIMPAC. Nach der ersten Begegnung mit den Aliens will sich Hopper gleich in die Schlacht stürzen. Nagata hält das für keinen guten Plan. Doch als mutiger und ehrenhafter Seemann will er das Schiff von Hopper nicht schutzlos lassen. Er folgt ihm in den Kampf und verliert dadurch sein eigenes Schiff. Nagata und die Überlebenden seiner Crew gehen bei Hopper an Bord und die beiden Männer müssen nun zusammenarbeiten, um die Aliens zu bekämpfen.“

Über sein Interesse an diesem Projekt erzählt Asano: „Ich fand es eine spannende Sache, dass ich als japanischer Marineoffizier gemeinsam mit einem amerikanischen Marineoffizier in den Kampf ziehe. Beim RIMPAC-Manöver begegnen sich die beiden, doch sie kennen sich schon länger. Nagata mag Hopper, aber etwas an ihm stört ihn auch. Ich bin Captain und er ist ein Offizier, deshalb behandle ich ihn etwas herablassend, was er jedoch mit gleicher Münze zurückzahlt. Erst als ein gemeinsamer Feind auftaucht akzeptieren wir, dass wir gemeinsam kämpfen müssen.“

Die Dreharbeiten in Pearl Harbor waren für den japanischen Schauspieler ein besonderes Erlebnis. „Ich habe viel nachgedacht, was zwischen unseren Nationen vor Jahrzehnten passiert ist“, erläutert Asano. „Mir tun alle Menschen schrecklich leid, die damals ihr Leben verloren haben. Es ist jedoch ein bedeutendes Signal, dass ich als Japaner heute in einer so freundlichen Atmosphäre mit einem amerikanischen Team einen Film in Pearl Harbor drehen kann. Dafür bin ich dankbar.“

„Ich ziehe meinen Hut vor Tad“, erläutert Kitsch. „Ich habe mich auf jede gemeinsame Szene mit ihm gefreut. Er ist ein großartiger Schauspieler und ich würde jederzeit wieder gerne mit ihm arbeiten. Ich bewundere seinen Mut, hierher zu kommen und eine so große Rolle in einem so großen Film zu übernehmen, ohne dass Englisch seine Muttersprache ist. Wenn ich umgekehrt nach Japan ginge und alles müsste übersetzt werden, würde ich das absolut nicht aushalten.“

Asamo gibt das Kompliment zurück: „Dies war ja erst mein zweiter Film in Amerika und so gab es noch immer viele Dinge, die mir unbekannt waren. Ich fühlte mich wie ein Kind, das die anderen beobachtet und dabei lernt. Besonders dankbar bin ich Taylor. Seine Energie und sein Charisma sind augenfällig, zudem ist er freundlich und humorvoll. Wenn ich etwas nicht verstanden habe, ist Taylor mir sofort zu Hilfe gekommen. Auch bei den gemeinsamen Szenen hat er sehr sensibel und umsichtig reagiert.“

Asamo war nur einer der vielen internationalen Schauspielern bei diesem Projekt. Zufälligerweise stammt mit Ausnahme von Jesse Plemons keiner der Darsteller der Navy Offiziere aus den USA. Kitsch kommt aus Kanada, Skarsgård ist Schwede und Rihanna wurde auf Barbados geboren.

Der Texaner Plemons, der gemeinsam mit Kitsch in der TV-Serie „Friday Night Lights“ auftrat, spielt den Bootsmann Jimmy “Ordy” Ord. In seinen wildesten Träumen hätte Ordy nie daran gedacht, einmal in die Schlacht zu ziehen. Doch als die Pflicht ruft, bleibt ihm keine andere Wahl. Als ausgesprochen mutig erweist sich der Schiffsingenieur Chief Petty Officer Walter „The Beast” Lynch, der von dem Neuseeländer John Tui verkörpert wird, der mit dieser Rolle sein Hollywooddebüt gibt.

Auf der Zivilistenseite spielt Hamish Linklater den Stationsmanager Cal Zapata, der gemeinsam mit Sam und Mick verhindern muss, dass die Aliens ihren Kommunikationsturm bauen. Mangels eigenem Mut muss sich Cal an Mick halten, um die Mission zu erfüllen.

In den Nebenrollen spielen Joji Yoshida als Chefingenieur Hiroki der Myoko, Rico McClinton als Navy Commander Brownley, Adam Godley als Beacon Project Director Dr. Nogrady, Jerry Ferrara als Strodell und Peter MacNicol als US Verteidigungsminister.

Produktion: Die Berater

Zur Vorbereitung seiner Schauspieler engagierte Berg mehrere Berater und Trainer, die sein Team für die Kämpfe körperlich und geistig in Form brachten.

Für die Kampfszenen von Rihanna war Kanonenmaat Jacque Carrizosa zuständig. Als Vorbilder dienten dem Popstar harte Kämpferinnen wie Sarah Conner aus „Terminator 2 - Tag der Abrechnung“ und Private Vasquez aus „Aliens - Die Rückkehr“. Von Rihannas Entschlossenheit und Disziplin bei der Vorbereitung ihrer Rolle war das ganze Team beeindruckt.

„Ein großer Teil des Trainings bestand darin, wie man die Waffen richtig hält“, berichtet Rihanna. „Ich habe viel über diese Waffen gelernt und es hat mit Spaß gemacht, denn ich wollte nicht aussehen wie eine Schauspielerin mit Waffe, die irgendwo ins Nichts schießt. Pete legte großen Wert darauf, dass alle Aktionen so realistisch wie möglich aussahen. Jacque hatte viel damit zu tun, mir das richtige Aussehen und Gefühl zu vermitteln.”

Über ihre militärischen Erfahrungen berichtet Carrizosa, die den Rang eines Petty Officer Second Class bekleidet: „Ich habe mit allen möglichen Waffen zu tun, von einfachen 9 Millimeter Pistolen und 50 Kaliber Maschinengewehren bis zu Torpedos, Missiles und den 100 Millimeter Kanonen, die man auf einem Schlachtschiff wie der USS Missouri findet.“

Ihre Trainerrolle beschreibt sie so: „Ich half Rihanna dabei, sich beim Umgang mit den Waffen und dem militärischen Protokoll wohlzufühlen. Sie hatte schon vorher ein wenig Schießerfahrung und hatte keine Berührungsängste. Ich half ihr bei der richtigen Körperhaltung, beim Strammstehen und beim Salutieren. Neben ihrem Talent, ihrer Schönheit und ihrer Intelligenz ist sie ein echtes Naturtalent.“ Nach drei Wochen Dreharbeiten in Hawaii kehrte die Soldatin zum Dienst auf ihrem Schiff nach San Diego zurück.

Auf der Kualoa Ranch in Oahu entstanden in drei Wochen Drehzeit jene Szenen, in denen Greg Gadson und Brooklyn Decker gemeinsam verhindern müssen, dass die Aliens ihre Kommunikationstürme aufbauen. „Greg und ich kamen uns schnell sehr nahe, weil wir beide so verletzliche Figuren sein mussten“, berichtet Decker. „Bei den Proben und Dreharbeiten in den Bergen hat es ständig geregnet. Alles war matschig und hügelig und mehrmals rutschte Greg mit seinen Prothesen ab. Unter solchen Umständen lernt man schnell, sich zu vertrauen. Er sagte mir: ‚Wenn wir bergab laufen, muss ich mich an dir halten können. Du musst stark für mich sein und mich unterstützten.’“

Die Schauspielerin fährt fort: „Als Sam die zerfetzten Körper und Autos entdeckt und zum ersten Mal einen Außerirdischen sieht, dreht sie fast durch und Mick wird zu ihrer Stütze. Als wir diese Szene drehten, gab es nur Greg und mich. Wir sprachen mit niemandem vom Team und probten einfach nur. Ich sagte, er solle mit vollem Körpereinsatz reagieren, mich zu Boden werfen und schütteln. Wir haben uns einen richtigen Kampf geliefert, gleichzeitig gingen wir dabei sehr behutsam miteinander um.“

Berg erinnert sich an den ersten Tag der Proben, bevor die Dreharbeiten offiziell begannen: „Greg spielte noch nie vor einer Kamera und er ist an beiden Beinen amputiert. Wir brachten ihn in eine Situation, die völlig fremd und alles andere als angenehm für ihn war. Und dennoch war er sofort ganz bei der Sache. Wenn er fiel, richteten wir ihn wieder auf, er machte ein paar Schritte und fiel noch härter. Ich glaubte, er hätte seine Prothesen beschädigt, so schräg sah alles aus. Greg wurde sehr still und ich dachte: ‚Das wird ein absolutes Desaster’.“ Doch Berg sollte sich gründlich irren.

„Das passiert eben, wenn du keine Beine hast: Du fällst einfach hin” erinnert sich der Regisseur an die Worte von Gadson. „Ich wollte ihn auf die Spitze des Berges bringen, um zu sehen, wie weit wir gehen können. Wie viel Ausdauer er besitzt und wie gut er sich auf diesem Gelände bewegen kann. Brooklyn war immer in seiner Nähe und half ihm beim Gehen. Und jetzt konnten wir sehen, ob er spielen kann.“

Wenngleich seine Titan-Prothesen, die Gadson „Real Ones“ nennt, den Körper unterstützen, gibt es Probleme mit dem Gleichgewicht und Gadson bewegt sich lieber im Rollstuhl fort. Er beschreibt das Gehen mit Prothesen wie das Balancieren auf der Spitze einer Stehleiter. „Auf Prothesen ist man immer wackelig unterwegs. Man muss ständig das Gleichgewicht halten, um nicht zu fallen. Balance auf einer Leiter beschreibt sehr treffend, wie man sich als Amputierter fühlt.”

Der Stuntkoordinator Kevin Scott beschreibt Gadson so: „Er hat beide Beine amputiert. Aber er ist nicht nur ein Typ mit zwei Aluminium-Prothesen. Greg ist ein echter Kämpfer, eine fantastische Persönlichkeit und ein großartiger Anführer. Die Kampfszene, die wir mit ihm drehten, ist ein sehr bewegender Moment im Film. Mir war wichtig, dass wir solchen Menschen unseren Respekt erweisen. Wir wollten keine Szenen haben, die nicht zu der Figur passen.“

Scott fährt fort: „Damon Caro, der zu den besten Kampf-Choreografen gehört, hat uns bei der Inszenierung dieser Szenen geholfen. Greg war davon sehr begeistert und sagte, dass er seit seiner Verwundung nicht mehr derart körperlich aktiv gewesen sei. Er machte auch eigene Vorschläge, beispielsweise kann er seine Beine so verdrehen, wie wir es nicht könnten. Es gibt einige extreme Bewegungen in diesen Szenen, bei denen Greg jedes Mal als echter Kämpfer hervorgeht. Diese Art von Kämpfen hat das Publikum bislang noch nie gesehen.“

Als militärischer Berater kümmerte sich Captain Rick Hoffman darum, dass alle Details stimmig waren. Der erfahrene Offizier, der in den 28 Jahren seiner Berufskarriere zwei Kriegsschiffe kommandierte, stellte sicher, dass die Dialoge und Szenarien realistisch ausfielen. Und er kümmerte sich auch darum, dass Uniformen und Haarschnitte authentisch waren.

Hoffman, der im Film auch als Chairman of the Joint Chiefs of Staff zu sehen ist, erinnert sich: „Bei unserem ersten Gespräch erzählte mir der Regisseur, dass es bei einem solch fantastischen Film besonders wichtig sei, den realen Teil möglichst wirklichkeitsnah darzustellen. Er wollte deshalb möglichst viele echte Soldaten in den Szenen einsetzen. Unsere Aufgabe bestand darin, dass die Schauspieler in ihren Uniformen überzeugend wirkten.“

Vor den Dreharbeiten auf den Schiffen mussten alle Schauspieler und Statisten erst das „Cap’n Rick’s Boot Camp“ durchlaufen. Statt um Gebrüll und Liegestützen ging es bei diesem Trainingstag zum einen darum, die Seeleute darauf vorzubereiten, was sie beim Dreh erwartet. Und zum anderen sollten die Schauspieler mit dem Verhalten echter Matrosen vertraut werden. Es war entscheidend, dass sich bei diesen Proben die Schauspieler und die militärischen Statisten gegenseitig kennenlernen konnten.

Über seine Erfahrungen mit dem Filmteam berichtet Hoffman: „Die enge Zusammenarbeit mit den Ausstattern und Requisiteuren erlaubte es, sich auch um kleine Details zu kümmern. Wir stellten etwa die Funkgeräte so um, dass sich die Schauspieler damit besser bewegen konnten. Oder wir fügten Karten und Ferngläser hinzu, um noch realistischer zu wirken. Ich nutzte die Erfahrung der Matrosen so oft es nur ging. Schließlich wissen diese aktiven Soldaten noch besser als ich, wie eine Szene am realistischsten aussieht.“

Produktion: Dreharbeiten auf einem Schlachtschiff

Die Dreharbeiten von „Battleship“ begannen in Oahu auf Hawaii. Für Regisseur Peter Berg ein vertrautes Gebiet, diente Hawaii doch bereits 2003 bei seinem Action-Hit „Welcome to the Jungle“ als Double für den brasilianischen Dschungel.

Neben den vielen guten Gründen, die für Hawaii als ideale Filmkulisse sprechen, führt Produzent Stuber auch den historischen Aspekt ins Spiel. „Unser Film spielt in Pearl Harbor, weil wir damit unseren Respekt vor der Geschichte zeigen können. Wir haben Navy Veteranen des Zweiten Weltkriegs als Statisten engagiert und wir brachten mit der USS Missouri ein legendäres Schlachtschiff des Zweiten Weltkriegs zurück und gaben ihm eine entscheidende Rolle im Film“. Des Weiteren verweist der Produzent auf das heutige Verhältnis zwischen Japan zu Amerika. „Jedes Jahr stellen die gemeinsamen RIMPAC-Manöver unter Beweis, wie weit wir gekommen sind. Dass man in ‚Battleship’ erlebt, wie amerikanische und japanische Soldaten gemeinsam einen Feind bekämpfen, ist ein großartiges Zeichen.“

Ein Großteil der Szenen konnte auf U.S. Navy Schiffen auf hoher See gedreht werden, denn dem Filmteam wurde der Zugang auf fünf verschiedene Zerstörer gewährt. Dabei konnten nicht nur die Abläufe an Bord beobachtet werden, sondern die Filmemacher bekamen auch einen Einblick in das Leben der jungen Männer und Frauen, die ihrem Land dienen.

Produzent Duncan Henderson berichtet von der Suche nach dem passenden Drehort: „Wir haben uns an der australischen Goldküste umgesehen und es gab auch Überlegungen, die Szenen auf See komplett in einem Wasserbecken im Studio zu drehen. Doch schließlich entschieden wir uns für den Dreh in Hawaii, denn das brachte einen viel größeren Realismus in den Film. Wir konnten auf die offene See fahren, was den Film enorm geöffnet hat. Diesen Effekt hätten wir im Studio nie erreichen können.“

Vor der Küste von Oahu entstanden im Pazifik auch jene Schlüsselszenen, in denen Hopper und seine Mannschaft mit ihrem Schlauchboot das geheimnisvolle Treibgut untersuchen.

Henderson und sein langjähriger Kollege und Koproduzent Arnow verfügen über reichhaltige Erfahrungen mit aufwändigen Kinofilmen auf dem Meer. Zu ihren Produktionen gehören unter anderem „Poseidon“, „Sturm“ und „Master & Commander - Bis ans Ende der Welt“.

Mit einer verwegenen Idee wollten die erfahrenen Produzenten diesmal Neuland auf hoher See betreten. Ein riesiger Lastkahn von der Größe eines Fußballfeldes diente Regisseur Peter Berg und seinem Kameramann Tobias Schliessler als Arbeitsbühne für die Dreharbeiten. Darauf erbaute der Oscar©-Preisträger und Special Effects-Supervisor Burt Dalton eine 70 Tonnen schwere Vorrichtung, die das havarierte Raumschiff der Aliens simulierte.

Auf der anderen Seite dieses Lastkahns wurde die tonnenschwere Ausrüstung des Teams untergebracht. Mit einer kleinen Flotte von Wassertaxis wurden Schauspieler und Crew täglich auf dieses schwimmende Studio gebracht.

Über die geniale Idee sagt Henderson: „Es war ein einzigartiger Ansatz, denn wir nutzten die eine Hälfte des Lastkahns als Bühne und auf der andere Hälfte war die ganze Technik untergebracht. Zum Glück hatten wir immer gutes Wetter. Es gab keine großen Wellen und keinen Regen. Die trockensten Wochen von Hawaii haben sich als ideal für die Dreharbeiten erwiesen.“

Anschließend zog die Produktion nach Pearl Harbor, der historischen Marinebasis, auf der 12.000 Soldaten ihren Dienst tun. Weitere 8.000 Angehörige der Air Force arbeiten auf der benachbarten Hickam Air Force Base. Pearl Harbor wird jedes Jahr von vielen Tausend Touristen besucht, die der USS Arizona ihren Respekt erweisen. Das Schlachtschiff wurde am 7. Dezember 1941 von den Japanern bombardiert und liegt noch immer auf dem Grund des Hafens. Es wurde zum Grab von 1.177 Seeleuten. Der Angriff auf Pearl Harbor war der Auslöser für den Kriegseintritt von Amerika in den Zweiten Weltkrieg.

Während die legendäre USS Arizona im Film keine Rolle spielt, diente das Schwesterschiff USS Missouri (mittlerweile ein schwimmendes Museum namens Battleship Missouri Memorial) als zentrale Kulisse für den Film. Wegen der umfangreichen Dreharbeiten musste die populäre Touristenattraktion ihren Publikumsverkehr einschränken und war im September 2010 nur noch drei Tage in der Woche für die Besucher geöffnet.

Die gerne als „Mighty Mo” benannte Missouri ist ein Schlachtschiff der Iowa-Klasse und das letzte, das für die U.S. Navy gebaut wurde. Seinen Namen verdankt das Schiff dem Heimatstaat von Präsident Harry S. Truman. Gebaut wurde es 1941 von der Brooklyn Navy Werft, wo am 29. Januar 1944 der Stapellauf stattfand. Der erste Kriegseinsatz erfolgte am 11. Juni 1944.

Das Schiff ist 45.000 Tonnen schwer, hat eine Länge von 270 Metern (fast so lang wie die „Titanic“) und hatte eine Besatzung von 2.700 Offizieren und Matrosen. Nach seinem Einsatz im Koreakrieg in den 50er Jahren wurde das Schiff 1984 umgebaut. Bei der Modernisierung wurde moderne Elektronik und Technologie eingebaut und die Kapazität auf 1.851 Besatzungsmitglieder reduziert. Den letzten Kampfeinsatz erlebte die USS Missouri im Golfkrieg 1991.

Am 29. Dezember 1944 traf die USS Missouri in Pearl Harbor ein und war vor der Küste von Japan an einigen große Schlachten des Zweiten Weltkriegs beteiligt. Am 11. April 1945, einen Tag, bevor Truman Präsident wurde, musste die Missouri erste direkte Angriffe hinnehmen. Einem Kamikaze-Flieger gelang es, die Flakabwehr zu durchbrechen und sich auf das Schiff zu stürzen. Der Einschlag fand unterhalb des Hauptdecks statt und führte zu einem Brand in einem Geschützturm, der nach wenigen Minuten gelöscht werden konnte.

Auf amerikanischer Seite gab es keine Opfer, der japanische Pilot starb. Der Kommandant der Missouri, Captain William Callaghan, entschied, dem Kamikaze-Piloten eine Seebestattung mit militärischen Ehren zukommen zu lassen, da auch ein Feind sich heldenhaft verhalten könne. Die Beule am Rumpf des Schiffes besteht bis heute und gehört mittlerweile zu den Touristenattraktionen der Besucher.

Am 2. September 1945 wurde auf der USS Missouri Geschichte geschrieben, als auf dem Vordeck die politischen und militärischen Vertreter Japans vor den Alliierten, vertreten durch Admiral Chester Nimitz und Army General Douglas MacArthur, kapitulierten. Noch vor Beginn der Dreharbeiten von „Battleship“ wurde am 2. September 2010 auf dem Schlachtschiff mit einer Gedenkveranstaltung an das Kriegsende vor 65 Jahren erinnert.

Am 31. März 1992 wurde die USS Missouri außer Dienst gestellt und für eine kurze Zeit der Reserveflotte in Bremerton, Washington, zugeteilt. Im Jahr 1998 übergab die Navy das Schiff der USS Missouri Memorial Association in Honolulu, wo es heute als schwimmendes Museum in Ford Island neben der Marinebasis von Battleship Row vor Anker liegt. Der Liegeplatz der „Mighty Mo“ vor dem USS Arizona Memorial symbolisiert den Anfang und das Ende der amerikanischen Beteiligung am Zweiten Weltkrieg.

Ab Oktober 2009 wurde die Missouri im Pearl Harbor Naval Shipyard komplett überholt. Der gesamte Rumpf erhielt eine neue Lackierung, um Rostbildung zu verhindern, außerdem wurden Teile des Teakholz-Decks neu verlegt. Nach der 18 Millionen Dollar teuren Generalüberholung kehrte die Missouri am 7. Januar 2010 an ihren endgültigen Liegeplatz neben dem USS Arizona Memorial zurück. Seit der Eröffnung als Museumsschiff im Jahr 1998 gingen über drei Millionen Besucher an Bord der „Might Mo“.

Die Generalüberholung des Schiffs war für die Produktion eine günstige Gelegenheiten für erste Filmaufnahmen, wenngleich die eigentliche Produktion erst acht Monate später geplant war. Dank der Unterstützung durch die gemeinnützige USS Missouri Memorial Association fanden die „inoffiziellen“ Dreharbeiten am 8. Januar 2010 statt, keine 24 Stunden nachdem die Missouri aus dem Trockendock zurückkehrte. Um 9:25 Uhr wurde erneut der Anker gelichtet und das Schlachtschiff für die Filmaufnahmen mit Schleppern vor die Küste des Waikiki Beach geschleppt. Diese historische, wenngleich kurze „Seereise“ sorgte für eine Szenerie, die es seit der Ankunft des Schiffes in Hawaii im Jahr 1998 nicht gegeben hat. Für viele Beobachter markierte dieser Auftritt die letzte Reise der grauen Lady.

„Um die Missouri für Dreharbeiten auf das Meer bringen zu können, musste man zur rechten Zeit am rechten Ort sein“, erläutert Keith DeMello, der für die gemeinnützige USS Missouri Memorial Association arbeitet, die für das legendäre Schiff zuständig ist. „Dieses Unternehmen bedurfte einer großen Kraftanstrengung von allen Beteiligten. Bei der Vorbereitung der Dreharbeiten in Pearl Harbor entdeckte der Scout von Berg, dass die Missouri zum ersten Mal seit 17 Jahren im Trockendock lag, was eine einzigartige Chance war.“

„Die USS Missouri spielt eine sehr große Rolle in dem Film“, berichtet die Produzentin Aubrey. „Es war ein besonderes Erlebnis, dass wir dieses historische Schiff, auf dem die Japaner im Zweiten Weltkrieg kapitulierten, für unseren Film verwenden konnten. Wir konnten mit der Missouri sogar auf dem offenen Meer drehen. Weil ihre Maschinen außer Betrieb sind, haben wir mit Schleppern das Schiff bewegt.“

Aubrey fährt fort: „Die Besatzung, die sich an diesem Tag an Bord befand, bestand aus Männern, die auf der Missouri einst im Einsatz waren oder die sich seit vielen Jahren um die Instandhaltung des Schiffes kümmern. Keiner von ihnen hätte gedacht, dass die ‚Mighty Mo’ noch einmal in See stechen würde, entsprechend groß war die Freude der Crew. Und auch das Filmteam war sehr stolz, bei diesem Ereignis dabei zu sein.“

„Als die Filmemacher die Missouri sahen, wurde ihnen schnell klar, warum diese große alte Dame so sehr geliebt wird von den Leuten, die sich um ihre Instandhaltung kümmern“, berichtet Location Manager Michael Meehan, ein weiterer langjähriger Mitarbeiter von Produzent Henderson. „Wenn man im Hafen von Pearl Harbor steht und die Schiffe betrachtet, sieht man den Anfang und das Ende des Zweiten Weltkriegs.“

„Es war eine große Ehre, an Bord dieses Schiffes zu sein“, erläutert Henderson. „Allein die enorme Größe der Missouri ist beeindruckend. Die Schauwerte, die sich auf den Schiffen der Navy boten, sind einfach großartig. Und visuell lohnt sich ein Dreh in Hawaii allemal.“

Für die Produzenten von Hasbro wurde mit den Dreharbeiten ein Traum wahr. „Bei der Vorbereitung haben wir uns oft gefragt, wie man einen Film mit dem Titel ‚Battleship’ machen kann, wenn beim Militär gar keine Schlachtschiffe mehr im Einsatz sind“, erläutert Produzenten Schneir. „Wie benötigten ein Schlachtschiff, das die Welt retten kann. Als wir erfuhren, dass das Museumsschiff USS Missouri zum Einsatz reaktiviert werden könnte, haben wir es als entscheidendes Element in den Film eingebaut.“

Schneir fährt fort: „Wir haben im September zwei Wochen lang auf der Missouri gedreht. Noch bevor die eigentliche Produktion begann, bekamen wir im Januar 2010 die Möglichkeit, die USS Missouri vom Trockendock auf die offene See zu bringen - eine Aktion, die die Navy und das Studio gleichermaßen nervös machte. Doch alles verlief völlig reibungslos. Das Wetter war perfekt und wir konnten großartige Bilder der Missouri auf dem Meer drehen. Diese Aufnahmen wurden von ILM visuell bearbeitet und kommen im dritten Akt des Films zum Einsatz.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Es war den Filmemachern ein Anliegen, mit ihrem Action-Abenteuer eine Generation von Seeleuten zu ehren, die seit Jahrzehnten mit ihrem Einsatz die Freiheit verteidigen. „Das ist ein großer Film mit Aliens, mit Explosionen und allem, was ein echter Sommer Blockbuster benötigt“, erläutert Produzent Stuber. „Aber thematisch wollten wir damit auch unseren Helden und ihren Leistungen den Respekt erweisen.“

Die Arbeit mit den „Old Salts”

Für die Schauspieler bot der Film die einzigartige Gelegenheit, an Bord eines echten Schlachtschiffs zu kommen, das eine große Geschichte hat. „Es war ein beeindruckendes Erlebnis“, berichtet Skarsgård. „Bei den Dreharbeiten an Bord der Missouri waren Veteranen des Zweiten Weltkriegs dabei. Mit diesen Leuten gemeinsam auf dem Schiff zu sein und ihre Geschichten zu hören, war sehr imponierend.“

„Die Dreharbeiten auf der Missouri waren großartig“, ergänzt Kitsch. „Bei meiner ‚Old Salts’-Rede im Film ist auch Norman McClafferty anwesend. Er gehörte damals zur Besatzung der USS Oklahoma, doch dank einem gewonnenen Münzwurf wurde er versetzt, bevor die Bombardierung begann. Diesen Veteranen an Bord zu erleben war beeindruckend. Mit ihm zu arbeiten war für mich als Schauspieler ein großartiger Moment.“

Der über 90 Jahre alte Norman McClafferty erinnert sich: „Ich war an Bord der Oklahoma im Einsatz und der einzige Grund, warum ich heute noch hier sitzen kann, ist eine gewonnene Wette beim Münzenwurf.“ Der Veteran lebt in Hawaii und kam durch eine Suchanzeige nach Statisten zum Film. Die Komparsen-Koordinatorin Judith Bouley benötigte 3.000 Statisten für „Battleship“, von denen die meisten sich als ehemalige Marineangehörige erwiesen.

Für eine der Schlüsselszenen des Films mit den „Old Salts“ suchte Berg nach Veteranen des Zweiten Weltkriegs. Bei seiner Bewerbung brachte McClafferty ein altes Foto mit, das ihn gemeinsam mit John Wayne und Burgess Meredith zeigt. Es stellte sich heraus, dass er schon 1965 eine Rolle an der Seite von Wayne in Otto Premingers „.Erster Sieg“ spielte, der teilweise auf Hawaii gedreht wurde. Dieses Foto verschaffte McClafferty nun auch eine kleine Sprechrolle in „Battleship“.

McClafferty, der von 1939 bis 1941 auf der USS Oklahoma seinen Dienst tat, erinnert sich an den Morgen des 7. Dezember 1941, den er als Nachschuboffizier auf der Insel Palmyra erlebte. „Der Kommandant rief uns zusammen und berichtete, dass die Japaner Pearl Harbor angriffen und sich dabei besonders auf Battleship Row konzentrierten. Die Oklahoma und die Arizona waren baugleiche Schwesterschiffe. Ich wusste, dass die Oklahoma schon viele Stürme überstanden hatte und war sicher, dass sie auch diesen Sturm überstehen würde. Aber leider war das nicht der Fall. In nur acht Minuten ist die Oklahoma gesunken.”

Am 7. Dezember 2007, dem 66sten Jahrestag des Angriffs, wurde in Pearl Harbor ein 1,2 Millionen Dollar teures Denkmal eingeweiht, mit dem der 429 gefallenen Seeleuten der USS Oklahoma gedacht wird. Auf einem schwarzen Granitblock sind auf weißen Marmorplatten die 429 Namen der Toten eingraviert.

McClafferty gehörte zu dem Dutzend echter Navy-Veteranen, die als Statisten in „Battleship“ zum Einsatz kamen. Einige von ihnen taten ihren Dienst einst auf der USS Missouri, darunter Tobias Lancon, der von 1952 bis 1955 im Koreakrieg im Einsatz war. Von den Begegnungen mit diesen Veteranen war nicht nur die Crew beeindruckt, sondern auch der militärische Berater des Films, der im Ruhestand lebende USN Captain Rick Hoffman.

„Es war eine unglaubliche Erfahrung. Die Zerstörer des Zweiten Weltkriegs waren etwa 1.800 Tonnen schwer, die Kreuzer wogen 12.000 Tonnen. Unsere heutigen Zerstörer haben ein Gewicht von 9.000 Tonnen. Aber ein Schlachtschiff des Zweiten Weltkriegs war über 64.000 Tonnen schwer und hatte drei schwere Kanonen an Bord.“

Der Navy Veteran fährt fort: „Die Missouri hat eine große historische Bedeutung. Nachdem es wieder in Dienst gestellt wurde, kam es mit drei anderen Schiffen derselben Klasse beim Vietnamkrieg zum Einsatz und später beim ersten Golfkrieg. Es ist ein außergewöhnliches Erlebnis, an Bord solch eines Schiffes zu gehen und dort Menschen zu treffen, die auf diesen Schiffen schon im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben.“

Dreharbeiten auf einem Zerstörer

Neben den Dreharbeiten auf dem Battleship Missouri Memorial erhielt die Produktion auch die Erlaubnis, eine Woche lang an Bord eines aktiven USN Zerstörers zu drehen. Die USS Hopper (die zufällig den gleichen Namen trägt wie die Figur von Taylor Kitsch) wurde im Januar 1996 in Dienst gestellt und kam im September 2010 zu Wartungsarbeiten nach Pearl Harbor.

Über das hoch entwickelte Schiff berichtet Hoffman: „Die Hopper dient als Double für die John Paul Jones. Die Besatzung erlaubte uns großzügig den Zugang zum Flugdeck, dem Hauptdeck, der Brücke und dem Vordeck. Der Zerstörer gehört zur Arleigh-Burke-Klasse und ist mit Missiles bestückt. Das Schiff wird auch als Aegis Lenkwaffenzerstörer oder kurz als Aegis Zerstörer bezeichnet. Es hat eine Länge von 154 Metern, ein Gewicht von 9.000 bis 9.500 Tonnen und bietet Platz für 260 Besatzungsmitglieder.“

„Die Navy war unglaublich kooperativ“, ergänzt Location Manager Meehan. „Wir benötigten einen Zerstörer und die Navy gab uns die Hopper, den einzigen Zerstörer, der zu dieser Zeit nicht im Einsatz auf See war. Einzigartig ist das Schiff deshalb, weil es als einziges der Navy einen Frauennamen trägt.“ Admiralin Grace „Amazing Grace” Murray Hopper war laut Meehan „eine Pionierin in Informatik und brachte dieses Wissen in die Navy ein.“

Der Dreh beim RIMPAC Fußball-Turnier

Den Zugang zur Militärbasis und auf die Schiffe verdanken die Filmemacher Captain Rick Kitchens, dem U.S. Kommandeur von Pearl Harbor zur Zeit der dreiwöchigen Dreharbeiten im September 2010. Sein offizieller Titel lautet Joint Base Commander at Joint Base Pearl Harbor-Hickam, denn vor kurzem wurden die Naval Station Pearl Harbor und die Hickam Air Force Base zusammengelegt. Kitchens ist verantwortlich für den Hafen, in dem 11 Schiffe und 18 U-Boote beheimatet sind, „ein Drittel unserer nationalen U-Boot Schlagkraft“, wie es der Kommandeur formuliert. Über seinen Beruf sagt er: „Es ist eine aufregende Herausforderung, der kommandierende Offizier einer Basis zu sein, die so geschichtsträchtig und berühmt ist wie Pearl Harbor.“

Als Drehort für die Fußballspiel-Sequenz des Films, bei der die U.S. Navy gegen Japan antritt, entschied sich Berg für ein Feld in Pearl Harbor, von dem aus zwei der Docks zu sehen sind. „Ich wollte den Film mit Fußball eröffnen, weil ihm das einen internationalen Anstrich verleiht. Wir fanden ein einheimisches Team, das als japanische und amerikanische Mannschaft spielen sollte. Ursprünglich sollte es ein Footballspiel werden, aber davon hatte ich genug“, scherzt der Regisseur des Footballdramas „Friday Night Lights - Touchdown am Freitag“. „Dann haben wir festgestellt, dass es mit dem RIMPAC Cup ein reales Turnier gibt, bei dem die Länder des RIMPAC-Manövers teilnehmen.“

Während Bouley etliche Hundert Statisten als Fans für das Spiel organisiert hatte, wartete für Berg eine außerplanmäßige Überraschung: Es tauchten ein paar Hundert weitere Fans auf, die sich als amerikanische und japanische Matrosen entpuppten, deren Schiffe zufällig in der Nacht vor dem Dreh in der Militärbasis angelegt hatten. Diese zusätzlichen Fans sind nun als Hintergrund im Bild zu sehen. Der Regisseur bat die Besatzungen, bei jedem Tor der eigenen Mannschaft auf ihren Decks zu jubeln, was die Soldaten gerne taten.

Location Manager Meehan erzählt: „Ich fragte die Navy, ob wir einige Schiffe am Bravo Pier haben könnten. Doch dieses Pier verfügt nicht über genügend Energie, um einen Zerstörer zu versorgen. Dank dem Organisationstalent von einigen Leuten in der Navy konnte das Problem gelöst werden. Mit der USS Shoup, einem relativen neuen Zerstörer aus dem Jahr 2000, fand sich ein geeignetes Schiff und dessen Ankunft wurde im Hafen bereits erwartet.“

„Wir hatten großes Glück, dass diese Schiffe an diesen besonderen Piers anlegten“, erinnert sich Captain Kitchens. „Bei der japanischen JDS Kirishima handelt es sich um jenes Schiff, das bei den RIMPAC Szenen auf dem Pazifik zu sehen ist. Nach Pearl Harbor kam es, weil dort gemeinsam mit der U.S. Navy einige Waffen getestet werden sollten.“

Dass ein japanisches Schiff in Pearl Harbor anlegt, ist für Captain Kitchens nicht ungewöhnlich: „Wir haben ein Verteidigungsabkommen mit Japan. Die Zeiten des Zweiten Weltkriegs, als wir Feinde waren, sind längst vergangen. Für den Pazifikraum gibt es ein gemeinsames Verteidigungskonzept. Die Japaner kommen seit Jahren zu uns und verhalten sich ausgesprochen respektvoll. Und wie immer haben sie die schönsten Schiffe. Als Berufssoldat bewundere ich das.“

Punchbowl und die Kualoa Ranch

Der Soldatenfriedhof Punchbowl Cemetery auf Hawaii wurde 1948 erbaut. Als Gedenkstätte hat der Krater eine lange Tradition, der ursprüngliche hawaiische Name „Pu’owaina“ bedeutet so viel wie „Hügel der Menschenopfer“. Am 2. September 1949 wurde der Friedhof seiner Bestimmung übergeben, die 776 Opfer des Angriffs auf Pearl Harbor vom 7. Dezember 1941 gehörten zu den ersten US-Soldaten, die hier ihre letzte Ruhestätte fanden.

Der Friedhof liegt majestätisch über den Bergen der Hauptstadt, im Jahr 1964 wurde dort das Honolulu Memorial von der American Battle Monuments Commission errichtet. Die eindrucksvolle Gedenkstätte am Ende des Kraters erinnert an die amerikanischen Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg, in Korea und Vietnam gefallen sind. Neben einer Kapelle gibt es auf dem Friedhof eine monumentale Treppe, die aus dem Kraterboden führt und an deren Seitenwänden die Namen der 28.778 Menschen stehen, die hier begraben sind.

„Punchbowl ist einer der eindrucksvollsten Friedhöfe, die ich je gesehen habe“, betont Meehan. In einer Schlüsselszene des Films, die passenderweise am 11. September 2010 gedreht wurde, überreicht Admiral Shane seinen Helden ihre Medaillen. Wie beim Battleship Missouri Memorial verlieh auch dieser Drehort dem Film eine besondere Würde.

„Dieser Ort ist viel mehr als ein Friedhof, er ist vielmehr wie ein Schrein“, erläutert Meehan, der den imposanten Ort bei seinem ersten Besuch entdeckte, als er über die Insel flog. „Dort zu stehen ist ein sehr bewegendes Gefühl. Es ist ein Ort voller Respekt und Würde.“

Hoffman erinnert sich an einen Morgen, der ihn sehr berührte: „Bei Sonnenaufgang begannen wir, unsere vielen Hundert Statisten einzuteilen, die meisten von ihnen waren im aktiven Dienst und erschienen in ihren eigenen Uniformen. Ein Offizier der Air Force Reserve, der einen japanischen Offizier spielte, fragte, ob er vor dem Dreh die Nationalhymne singen könnte und Peter war einverstanden. So erlebten alle Mitarbeiter und Statisten, wie an diesem düsteren Ort eine wunderschön gesungenen Version der Hymne erklang. Es war ein sehr bewegender Moment für jeden von uns.“

Bevor das Team sich für zwei Monate nach Baton Rouge ins Studio begab, wurde auf Hawaii noch auf einem ganz entscheidenden Schauplatz gedreht: Kualoa Ranch gilt als einer der populärsten Drehorte für Hollywoodproduktionen. Dort inszenierte Berg die explosiven Sequenzen mit Decker, Gadson und Linklater, die verhindern müssen, dass die Aliens ihre Kommunikationstürme aufbauen an einem Ort, den das Drehbuch „ground zero“ nannte.

Die Kualoa Ranch ist eine 16.000 Quadratkilometer große Farm an der Ostküste von Oahu, die ein wahres Paradies für Location Manager ist. Das abwechslungsreiche Gelände bietet grüne Regenwälder, üppig bewachsene Täler, zerklüftete Berge und glitzernd weiße Strände. Nur 40 Kilometer von Waikiki entfernt, diente die noch in Betrieb befindliche Rinderfarm in den letzten 45 Jahren als Kulisse für viele Hollywoodproduktionen. Hier entstanden TV-Serien wie „Lost“ und „Hawaii Five-0“, zu den zahlreichen Filmen gehören unter anderem „Jurassic Park“, „Pearl Harbor“ und „Godzilla“. Erstmals wurde die Ranch 1965 als Kulisse für das Kriegsdrama „Erster Sieg“ genutzt. Die Farm befindet sich seit 1850 in Privatbesitz und bietet auf dem Gelände tägliche Filmtouren für Besucher an.

„Die Kualoa Ranch bietet die erstaunlichsten Landschaften von Hawaii“, berichtet die lokale Location Managerin Laura Sode-Matteson. „Es ist ein ausgesprochen filmfreundlicher Drehort. Man bekommt hier den Dschungel und die Einsamkeit geboten, zugleich steht die ganze Infrastruktur von Oahu mit seinen Hotels, Restaurants und Transportmöglichkeiten zur Verfügung“.

Die in Hawaii geborene Sode-Matteson fährt fort: „Wir haben Schauplätze gefunden, von denen man die gesamte Kāne‘ohe Bay übersehen kann und die spektakuläre Aussichten bieten. Weil in dieser Gegend nur selten gedreht wird, war die Logistik eine Herausforderung. Doch der Ort bot eine perfekte Kulisse: Wenn man vom Berg auf den Ozean blickt wirkt es, als würde man nach Pearl Harbor mit seinen Schiffen schauen. Es sah also sehr glaubwürdig aus, als die Zerstörer mit ihren Angriffen begannen.“

Sode-Matteson gelang das Kunststück, dass erstmals in der Geschichte des Landes einer der drei wichtigsten Highways für die Dreharbeiten einen halben Tag lang gesperrt wurde. Die atemberaubenden Bilder, die sich dadurch boten, wollte sich das Team nicht entgehen lassen. „Wir haben den Highway 3 nur in der Gegenrichtung gesperrt, damit waren die Behinderungen geringer als von vielen befürchtet“, ergänzt die Location Managerin.

Der Dreh in Louisiana

Nach zwei Monaten Drehzeit auf Hawaii zog das Team im Oktober 2010 für zwei weitere Monate nach Baton Rouge, Louisiana. In den dortigen Raleigh Studios im Celtic Media Centre entstanden auf vier verschiedenen Bühnen die Innenaufnahmen. Das Studio wurde 2007 in Betrieb genommen und bietet acht verschiedene Bühnen. Die direkte Lage am Ufer des Mississippi ermöglichte es dem Filmteam, ein weiteres historisches Schiff als Kulisse zu nutzen.

Die USS Kidd, heute ein Museumsschiff auf dem Mississippi, ist ein Zerstörer der Fletcher-Klasse, das 1943 in Dienst gestellt wurde und nach Admiral Isaac C. Kidd benannt ist. Nach dem Einsatz im Koreakrieg wurde es zu Trainingszwecken eingesetzt. Weil das Schiff nie modernisiert wurde, ist die USS Kidd der einzige Zerstörer, der sein ursprüngliches Aussehen wie im Zweiten Weltkrieg behalten hat. Das Schiff ankert an einem speziellen Pier, das die regelmäßig schwankende Wassertiefe des Mississippi bis zu zwölf Metern ausgleichen kann. Für die Hälfte des Jahres ist die USS Kidd auf einem Trockendock untergebracht.

Weil sich im weiteren Umkreis von Baton Rouge keine Navy Basis befindet, musste Captain Hoffman die Seeleute für den Film in der Mayport Naval Station, in Jacksonville, Florida, rekrutieren. „Als ich in Mayport war, sah ich mein einstiges Schiff, die USS Hue City, im Trockendock“, erinnert sich Hoffman. „Ein paar Anrufe beim Captain genügten und wir bekamen unsere Seeleute für die Dreharbeiten.“

Weitere Matrosen für den Dreh in Baton Rouge kamen von der USS Carney sowie der USS The Sullivans .

Produktion: Der Bau der Kulissen

Lange bevor das Filmteam in Louisiana ankam, war Produktionsdesigner Neil Spisak und sein Team mit dem Bau der Kulissen beschäftigt. Auf vier Bühnen des Raleigh Studios entstanden die Innenräume der USS John Paul Jones.

„Natürlich will man immer so viel wie möglich auf den echten Schiffen drehen“, berichtet der Designer, der mit Peter Berg schon für „Hancock“ arbeitete. „Egal, wie großartig eine Kulisse auch gebaut ist, bietet ein realer Schauplatz immer eine authentischere Qualität. Unsere Herausforderung bestand also darin, für die Kulissen so viel wie möglich von den echten Schiffen zu übernehmen.“

Für die Vorbereitung sah sich Spisak gemeinsam mit seinem Art Director William Ladd Skinner intensiv auf dem Zerstörer USS Chung-Hoon um. Der erfahrene Film-Veteran Skinner erwies sich als ausgesprochener Fachmann für Schiffe. „Er hat schon für viele Produktionen gearbeitet, die mit Wasser und Militär zu tun hatten“, berichtet Spisak. „Er hat ein gutes Auge dafür, was man für ein Navy Schiff benötigt.“

Zu den Produktionen, für die Skinner tätig war, gehören unter anderem die beiden ersten „Piraten der Karibik“-Filme sowie der U-Boot-Thriller „U-571“, wofür er als Produktionsdesigner tätig war.

Über seine Arbeit sagt Spisak: „Wir haben uns bei der Ausstattung der Innenräume gewisse Freiheiten genommen. Beispielsweise sind die Maschinenräume der realen Schiffe in brillantem Weiß gehalten. Wir haben sie grau gestrichen, denn damit bekommt man durch die Lichtsetzung größere Spielräume. Mit heller Beleuchtung erscheint der Maschinenraum sehr freundlich. Mit weniger Licht wird die Stimmung sofort düster.“

Der Maschinenraum im Film ist ein Replikat der Maschinenräume moderner Zerstörer mit Turbinen von Rolls-Royce und der Elektronik von General Electric. Um den Kameras ausreichend Platz zu bieten, waren einige Modifikationen notwendig. So wurden die üblichen Feuer- und Lärmschutzabdeckungen der Maschinen entfernt, um sie für den Film eindrucksvoller darzustellen.

„Alles, was man in unserem Maschinenraum sieht, entspricht dem eines echten Zerstörers“, betont Spisak. „Wir mussten einige Dinge jedoch aussparen, um ausreichend Platz für die brutalen Kampfszenen zu bieten. Ein echter Maschinenraum hat fünf Ebenen, für unsere Zwecke war eine Ebene ausreichend.“

Eine große Bedeutung kommt im Film der Brücke zu, wie Spisak erläutert: „Der Captain befindet sich üblicherweise entweder auf der Brücke oder im Combat Information Center (CIC). Weil es dramaturgisch sinnvoll ist, dass man immer auch sieht, was auf dem Meer geschieht, bekommt die Brücke als Schauplatz einen besonderen Stellenwert.“ Gleichzeitig sollte auch der Kommandoraum nicht vernachlässigt werden. „Das CIC ist das Herz eines Zerstörers, von dort aus werden alle Kampfeinsätze geleitet. Der Kampf gegen die Aliens wird vom CIC dirigiert und auf der Brücke wird das Konzert gespielt. Im Unterschied zu vielen anderen Filmen der letzten Jahre wird in ‚Battleship’ gezeigt, wie ein Zerstörer oder ein Schlachtschiff funktioniert. Wir sind sehr stolz darauf, mit unseren Bauten für diese realistische Darstellung beigetragen zu haben.“

Um für den notwendigen Realismus auf der Brücke zu sorgen, wurde sie in einem Kardanrahmen gebaut. „Auf der Brücke finden die größten Actionszenen statt, deswegen musste sie voll beweglich sein“, erläutert Spisak. „Durch die Kardanaufhängung konnten wir die Brücke abneigen, kippen und im Rhythmus der Wellen schwanken lassen. Weil diese Konstruktion sehr teuer ist, haben wir sie für mehrere Zwecke verwendet.“

Vor einem kompletten Green Screen-Hintergrund in Studio 7 konnten die riesigen Bauten als Brücken von drei verschiedenen Schiffen genutzt werden: für die USS Sampson, von Admiral Stone, die japanische Myoko von Captain Nagata sowie die USS John Paul Jones, die von Hopper kommandiert wird.

Über die Herausforderung beim Bau dieser Kulisse sagt Spisak: „Weil es sich um eine bewegliche Bühne handelt, mussten besondere Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden. Alle Metallteile wurden fest angeschweißt, damit sie nicht durch die Gegend fliegen. Das Prinzip war, dass die Kardanaufhängung der Kulisse dient, und nicht umgekehrt. Unsere Brücke entspricht der eines realen Zerstörers.“

Verantwortlich für die Kardanaufhängung war der erfahrene Spezialeffekt-Supervisor Burt Dalton, der in dieser Funktion bereits an „Welcome to the Jungle“ und „Operation: Kingdom“ für Peter Berg gearbeitet hat. Die Aufgabe von Dalton und seinem Team bestand darin, die Konstruktion nach den Erfordernissen der Brücke und der Actionszenen zu gestalten. Der massive Stahlbau hatte ein Gewicht von 68 Tonnen, war 20 Meter lang und 10 Meter breit und befand sich gut 2 Meter über dem Boden.

„Das ganze System ist computergesteuert, damit konnten wir von der kleinsten Bewegung bis zur größten Erschütterung alles simulieren“, erläutert Dalton. „Wir mussten allerdings beachten, dass wir mit der Konstruktion einen gewissen Abstand vom Boden einhalten, damit der Green Screen-Hintergrund nicht von Glasflächen oder Gesichtern reflektiert wird.“

Dalton fährt fort: „Die Technik vermittelt den Schauspielern großen Realismus, weil die Brücke so schwankt wie auf dem echten Meer. Ihr ganzes Können zeigt die Konstruktion bei der Inszenierung von Explosionen, etwa beim Angriff der Aliens auf die Sampson, bei dem alle Fenster bersten. Für diese Szenen konnten wir die Brücke nach unten schwenken und abrupt anhalten, wodurch die Darsteller nach vorne fielen. Als das Schiff zu sinken droht, konnten wir die Brücke ebenfalls in allen Richtungen drehen.“

Produktion: Die Waffen der Invasoren

Die Produzenten legten größten Wert darauf, dem Publikum mit diesem Epos ein großartiges Spektakel zu bieten. „Die Zuschauer sehen Flugzeuge und Schiffe, Aliens und Schredder“, erläutert Schneir. „Sie erleben, wie das Spiel ‚Battleship’, mit dem wir alle aufgewachsen sind, auf der Leinwand zum Leben erweckt wird. Im Kern der Geschichte sehen sie eine Geschichte über eine Gruppe von Menschen, die gegen das Unmögliche kämpft.“

Unter Leitung der VFX-Supervisor Grady Cofer und Pablo Helman kümmerte sich ein Team von Industrial Light & Magic (ILM) um die Effekte. „Für uns war es entscheidend, dass die Aliens den Menschen sehr ähnlich sind“, erläutert Produzentin Aubrey. „Natürlich sehen sie völlig anders aus, aber die Idee war, dass die Aliens in einer Parallelwelt lebten und von einem Planeten stammten, dessen Habitat der Erde entspricht. Sie leben in einer ähnlichen Umwelt wie wir und benötigen dieselben Rohstoffe. Pete legte von Beginn an großen Wert darauf, dass die Aliens ganz individuelle Charakterzüge bekamen, damit sie das Publikum besser unterscheiden kann.“

Stuber war vom einschüchternden Anblick der humanoiden Aliens ebenso beeindruckt wie von ihren pompösen Schiffen und den intergalaktischen Waffen. „Die Leute von ILM sind immer die ersten, die neue Ideen entwickeln“, erläutert der Produzent. „Ich arbeite schon seit Jahren mit ihnen, aber es ist immer wieder faszinierend zu erleben, wie sie sich jedes Mal steigern. Ihre Leistungen sind absolut außergewöhnlich.“

Spezialeffekt-Supervisor Dalton entwickelte mit den VFX-Spezialisten von ILM auch ein ganz besonderes Gerät: den Shredder. „Wir bieten in diesem Film eine komplette Flotte von Alien-Schiffen, wie man sie bislang noch nie gesehen hat“, betont Berg. „Wir hatten einige der besten Köpfe von ILM, die diese Schiffe entwarfen und mit 3D Modellen im Computer die passenden Waffensysteme dafür erdachten. Die Seeschlacht zwischen diesen Alien-Schiffen und unseren Aegis-Zerstörern ist atemberaubend. Wir haben die Aliens mit einigen coolen Waffen ausgestattet, zu denen auch der sogenannte Schredder gehört. Das ist ein intelligentes System, das darauf programmiert ist, absolut alles zu zerstören, was ihm im Weg steht.“

Helman beschreibt die Waffe genauer: „Der Schredder hat einen Durchmesser von knapp 3 Metern und einen Kugelkopf, der alles schreddert, was ihm in den Weg kommt. Diese einzigartige Waffe schneidet durch Metall und Beton sowie jedes andere Material.“

„Bei einem Brainstorming mit Pete haben wir überlegt, über welche teuflischen Waffen der Zerstörung die Aliens verfügen könnten“, berichtet Produzentin Aubrey. „Eine unserer ersten Ideen war der Schredder. Das sollte eine riesige Kugel sein, auf der kreisförmig Kettensägen angebracht waren und die sich mit enormer Geschwindigkeit drehen konnte. Damit konnte man mit Leichtigkeit durch einen Sattelschlepper fräsen - oder zum Mittelpunkt der Erde.“

Der Schredder kommt in mehreren Actionszenen zum Einsatz. „Die meisten dieser Sequenzen entstanden am Computer“, erläutert Dalton. „Real lässt sich das gar nicht machen, denn dagegen sprechen die Gesetze der Physik. In einer Szene wird Ordy von einem Schredder durch die Schiffsgänge gejagt. Diese Flure konnten wir schon allein deshalb nicht zerstören, weil diese Szene mehrfach gedreht wurde.“

Für eine andere Schlüsselsequenz mit dem Schredder mussten Dalton und sein Team jedoch einen echten Bus in zwei Hälften zerlegen. Das Drehbuch sah vor, dass der Schredder auf dem Highway einen Lichtmasten und mehrere Autos zerstört, bevor er einen Bus in zwei Teile zerlegt. „Wir bauten drei Teile von einem Bus“, berichtet Dalton über die Szene, die in Baton Rouge in einer großen Halle vor einem 120 Meter langen Green Screen-Hintergrund entstand.

„Ein Bus war mit Stahlseilen an einer mit Druckluft betriebenen Winde befestigt, mit der das schwere Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde bewegt werden konnte. Die Bus-Karosserie wurde durch kleine Stahlplatten zusammengehalten, die beim Aufprall mit dem Schredder auseinanderbrachen und den Bus in zwei Teile halbierten. Das Fahrzeug wurde mit zusätzlichen Bremsen und Lenksystemen ausgestattet. Der Stuntman auf dem Fahrersitz musste einige höllische Explosionen aushalten, aber er musste nicht durch einen Feuerball gehen.“

„In dieser Sequenz fliegt der Schredder von einem der Alien-Schiffe aus dem Meer heraus auf den Highway“, ergänzt ILM-Spezialist Helman, der für diesen Effekt eine Woche lang mit dem Team von Dalton und dem Second Unit-Veteranen Phil Neilson eng zusammengearbeitet hat. „Als Highway genügte uns ein Streifen Asphalt vor dem Green Screen-Hintergrund. Die Explosion von Bussen, Lastwagen und Autos sind der vergnügliche Teil an meinem Job. Die besten Szenen sind jene, bei denen reale Tricks mit Modellen und computergenerierten Effekten kombiniert werden.“

Helman, der auf 15 Jahre Erfahrung bei ILM zurückblickt, vergleicht den Arbeitsprozess mit dem Modellieren von Ton. „Allerdings benötigen wir immer Bezüge zur realen Welt. Für den Entwurf des ‚Schredders’ haben wir uns beispielsweise in Baumärkten inspirieren lassen. Wir haben uns verschiedene Metalle angeschaut und beobachtet, wie sie das Licht reflektieren. Die Arbeit ist ähnlich wie die Konstruktion eines Autos.“

In der Verantwortung von ILM lag auch die Entwicklung der sogenannten Stingers, jener Alien-Schiffe, die sich unter der Oberfläche bewegen. Die Idee dazu stammt von Peter Berg. „Mir schwebte das Prinzip von Wasserkäfern vor. Die Schiffe bewegen sich, indem der hintere Teil nach oben und der Kopf nach unten schaut. Dann drehen sie sich und sitzen auf dem Wasser wie Käfer. Mir gefiel die Idee dieser unerwarteten Bewegungen im Wasser, die ganz entgegengesetzt zu unseren üblichen Vorstellungen von Schiffen sind.“

„Die Stingers sind Alien-Schiffe, die unter Wasser starten und dann an die Oberfläche kommen“, erläutert Cofer. „Pete fragte: ‚Was wäre, wenn diese Schiffe plötzlich nach oben in die Luft fliegen und irgendwo auf dem Wasser landen?’ Das war eine sehr faszinierende Idee. Es ist Science-Fiction, aber basiert auf der Wirklichkeit.“

Cofer fährt fort: „Als Test ließen wir einen Stingers gegen einen U.S. Zerstörer antreten, bei dem der Stingers die Verteidigungs- und Angriffsmanöver mit seinen Sprüngen ausführte - und das Ergebnis war beeindruckend.“

Die größten Herausforderungen lagen für Cofer jedoch nicht in den Aliens, den Schreddern oder Raumschiffen: „’Battleship’ setzt neue Maßstäbe bei der virtuellen Simulation von Flüssigkeiten. Wasser spielt in diesem Film eine enorme Rolle und kommt in allen möglichen Varianten vor. Es gibt die ruhige See, hohe Wellen, Gischt, Schaum oder Nebel. Bei ILM führte unsere Entwicklungs- und Forschungsabteilung den Film unter dem Spitznamen ‚Battleship Water Project’. Wir mussten ganz neue Techniken überlegen, um diese Tiefenwasser-Simulationen zu bewerkstelligen!“

Das Team führte viele Versuche mit Wasseroberflächen und Meeres-Simulationen durch. Nach dem Drehende an Weihnachten 2010 folgte die einjährige Postproduktion. „Pete hat genaue Vorstellungen davon, welche Art von Wellen er haben wollte und mit welcher Geschwindigkeit die Schiffe fahren sollten. Dank seiner nautischen Erfahrung weiß er genau, wie die Dinge draußen auf See aussehen. Beispielsweise muss genau berücksichtigt werden, wie viel Wasser ein Schiff verdrängt, wenn es durch die Wellen bricht.“ Um diese Wasserverdrängung genauer zu studieren, machten Cofer und sein Team viele Aufnahmen vom Verhalten von Schiffen im Sturm. „Es ist beeindruckend, wie selbst tonnenschwere Schiffe in stürmischer See geschüttelt und bewegt werden. Dieses Gefühl erlebt man natürlich nur an Bord eines realen Schiffes.“