Barney's Version

   Kinostart: 14.07.2011
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Filmhandlung und Hintergrund

Hervorragend besetzte und stimmungsvolle Tragikomödie über einen 65-jährigen Griesgram, der sich an sein Leben erinnert - zumindest an seine Version davon.

Auf seiner Hochzeit trifft Barney Panofsky die große Liebe seines Lebens - wobei es sich dabei unglücklicherweise nicht um die Braut handelt. Mit mittelmäßigem Erfolg produziert er TV-Serien und ist alles andere als politisch korrekt, nicht besonders sympathisch und hat zwei gescheiterte Ehen, die zu Ende waren, bevor sie überhaupt begonnen hatten, hinter sich. Zusätzlich hängt ein ungelöster Mordfall wie eine dunkle Wolke über seinem Leben. Mit 65 erinnert sich Barney, Kampftrinker, Zigarrenraucher und Schandmaul, an seine Version seines Lebens.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des kanadischen Schriftstellers Mordecai Richler. Es geht um das bewegte Leben eines jüdischen Mannes in Montreal, um seine Komplexe, seinen Hang zur Selbstanklage und seine verborgene Liebenswürdigkeit. Paul Giamatti spielt die Titelfigur, die gemäß den Inszenierungsvorgaben stets ein wenig unfreundlich wirken muss. Unter der Regie von Richard J. Lewis gerät der Film, hauptsächlich wegen der Länge von 134 Minuten, zu einer nur mittelmäßig interessanten Geschichte.

      Barney ist weder attraktiv, noch besonders charmant. Am Anfang des Films ist er schon längst von seiner dritten Frau geschieden und terrorisiert ihren Mann Blair mit gehässigen Anrufen. Dann trifft er seinen großen Feind, einen Polizeibeamten, der seit Jahren vergeblich versucht, ihm den angeblichen Mord an seinem besten Freund Boogie nachzuweisen und darüber jetzt auch ein Buch veröffentlicht. In Barneys Firma für Fernsehfilme, die den ironischen, aber wahrscheinlich nicht ganz falschen Namen „Totally Unnecessary Productions“ trägt, versucht man den Verdächtigten zu trösten. Der Mann blickt zurück, und der Film folgt ihm nach Rom ins Jahr 1974.

      Dort ist Barney der zahlungskräftige Freund von Künstlern wie Boogie, die ihre Tage im Drogenrausch verprassen. Boogie, gespielt von Scott Speedman, taucht Jahre später als Junkie bei Barney in Kanada auf, der ihm helfen will und ihn in seinem Wochenendhaus einquartiert. Nach den Bohèmetagen in Rom mit der unglücklichen Clara, die von Rachelle Lefevre dargestellt wird, kehrt Barney nach Montreal zurück. Sein Vater Izzy, ein ehemaliger Polizist, der von Dustin Hoffman gespielt wird, ist nicht fein genug für die reichen Eltern seiner neuen Braut. Selbst auf der rauschenden jüdischen Hochzeitsfeier versucht der Schwiegervater, allerdings vergeblich, Izzy und Barney vom Alkohol fernzuhalten. Hoffman spielt den Vater bewegend emotional zwischen Aggressionen und Ressentiments, Lebensfreude und Offenheit.

      Die Hochzeitsfeier ist der erzählerische Mittelpunkt des Films, sie dauert lang, es passiert viel auf ihr und stimmig wirkt das Ganze auch. Barney wird seiner Braut, die nur als zweite Mrs. P. bezeichnet wird, bereits überdrüssig. Minnie Driver spielt die anstrengende Frau, die noch eine Weile brauchen wird, bis sie erkennt, dass die Ehe nicht läuft. Auf der Hochzeit lernt Barney Miriam kennen. Die von Rosamund Pike gespielte Radiojournalistin erhört später sein nimmermüdes Werben und wird seine dritte Frau. Wie Barney es schafft, Miriam nach glücklichen Ehejahren dann doch noch zu vergraulen, lässt ihn nicht besonders sympathisch erscheinen.

      Um die inneren Konflikte dieses Mannes herauszuarbeiten, wie es offenbar im Roman auf humorvolle Weise gelingt, hätte es wohl im Film einer Erzählstimme bedurft, die aber fehlt. So bleibt es meistens verborgen, dass der Unsympathling, den Giamatti verkörpert, sich nur nicht zutraut, ein guter Mensch zu sein, während er es doch irgendwie unterschwellig auch ist. Die Charakteristika seines Milieus sind für Nichteingeweihte nicht klar genug herausgearbeitet, und Barneys Durchschnittlichkeit wird im Laufe der Geschichte zur Enttäuschung.

      Fazit: Zu lang geratene Romanverfilmung über das Streben und Scheitern eines Mannes in Beziehungsfragen.
    2. Barney's Version: Hervorragend besetzte und stimmungsvolle Tragikomödie über einen 65-jährigen Griesgram, der sich an sein Leben erinnert - zumindest an seine Version davon.

      Was vom Tage übrig blieb: Paul Giamatti blickt als zynischer TV-Produzent auf ein abwechslungsreiches Leben zurück. Richard J. Lewis gelingt eine stimmungsvolle Tragikomödie nach Mordecai Richlers gleichnamigem Bestseller.

      Barney Panofsky ist eine der großen tragikomischen Figuren der modernen Literatur, ein Geisteskind des kanadischen Erfolgsautors Mordecai Richler, den nun der ideal besetzt Paul Giamatti („Sideways“) auf der Leinwand mit Lust zum Leben erweckt. Auf drei Ehen blickt der erfolgreiche TV-Produzent - Totally Unnecessary Pictures heißt seine Firma - zurück, auf wilde Jugendjahre im Rom der 1970er Jahre. Aktuell wird ihm vorgeworfen, seinen besten Freund, den Romancier Boogie (Scott Speedman), ermordet zu haben.

      Ein schillerndes, politisch inkorrektes Lästermaul ist dieser Barney, der Zigarre paffend und ewig Hochprozentiges schlürfend auf sein Leben zurück blickt. Entfesselt springt „CSI“-Routinier Richard J. Lewis durch Zeit und Raum, erzählt, wie Barney seine erste Frau Clara (Rachelle Lefevre) nach nur „30 Sekunden magischer Reibung“ geschwängert hat, sich auf der Hochzeit mit der steinreichen „jewish princess“, der „zweiten Mrs. P.“ (kratzbürstig: Minnie Driver) amüsiert, in seine besonnene dritte Frau Miriam (Rosamunde Pike) verliebt.

      Als barocke Figur gefällt der sarkastische Titelheld, als ihm ebenbürtig erweist sich dessen schillernder Cop-Papa Izzy (in Spiellaune: Dustin Hoffman), der dem Sohn zur Eheschließung einen Revolver schenkt. Typische Männergespräche führen sie, Sex und Beziehungen sind ihre Leibthemen. Ein sympathischer Unsympath ist Barney, larmoyant und lebensfroh, hilfsbereit und hinterhältig, ein Mensch mit Ecken und Kanten, mit einem riesigen Appetit fürs Leben, ewig auf der Suche nach Liebe und inzwischen auf der Flucht vor dem Tod.

      Zwölf Jahre hat Produzent Robert Lantos („Tödliche Versprechen“) gebraucht, um dieses aufwändige Prestige-Projekt auf die Beine zu stellen. Augenzwinkernd macht er sich übers Fernsehgeschäft lustig, ein Who’s Who kanadischer Regisseure von Atom Egoyan über Ted Kotcheff bis hin zu David Cronenberg absolvieren Gastauftritte, derweilen im Rückblick in Bella Italia dem dolce vita gefrönt wird. In ein warmes Licht taucht Guy Dufaux seine Bilder, erlesen wie die Besetzung ist Claude Parés Szenenbild. Als luftig-leichte Sittenkomödie funktioniert „Barney’s Version“, Kriminalplot mit Überraschungsmomenten inklusive. geh.
    3. „Wertvoll”

        Barney Panofsky ist Mitte 60, raucht und trinkt zuviel und trauert seiner Frau nach, die ihn schon lange verlassen hat. Als ein ehemaliger Cop ein Buch herausgibt, in dem er behauptet, Barney hätte vor langer Zeit seinen besten Freund ermordet, fühlt sich der mürrische Griesgram herausgefordert, seine eigene Version seiner Lebensgeschichte zu erzählen. Und so entspannt sich ein bunter Reigen voller Zufälle, Katastrophen aber vor allem Liebe. Getreu der satirischen Buchvorlage des kanadischen Erfolgsautors Mordecai Richler verfilmt Richard J. Lewis das Leben von Barney als ein stetes Auf und Ab voller Schicksalswendungen. Paul Giamatti erscheint wie geschaffen für die Hauptrolle, zusammen mit einer hervorragenden Besetzung der Nebenfiguren entsteht so Spielfreude pur, wobei vor allem Dustin Hoffman als Barneys Vater Izzy großartig agiert. Ein erfrischend unaufgeregter Film, der das Leben auch in seiner Trivialität zeigt. Mit seinen ironischen Zuspitzungen und Andeutungen spannt er einen Zeitbogen von den 70ern bis heute und schafft somit auch ein amüsantes Sittengemälde der jeweiligen Zeit. Dabei weist BARNEY’S VERSION mit seinem Witz und süffisanten Andeutungen weit über selbst zitierte Klischees hinaus und zeigt eindringlich, dass das Kostbarste, was der Mensch haben und vor allem verlieren kann, Erinnerungen sind. Und Barneys Erinnerungen sind absolut sehenswert.

        Jurybegründung:

        Barney, Produzent von stupiden, aber erfolgreichen Soap Operas, wird durch die Veröffentlichung eines Skandalbuches, in dem er als Mörder beschuldigt wird, dazu gezwungen, sein Leben Revue passieren zu lassen. Mehr als vierzig Jahre seines Lebens ziehen an dem nicht mehr ganz jungen Barney vorbei, die Geschichten seiner drei Ehen, von denen die erste mit Selbstmord der Frau endete, die zweite durch einen Seitensprung der frustrierten Gattin, und die dritte mit dem Zerbrechen einer wunderbaren Gemeinschaft und großen Liebe. Was in der Hippie-Szene im Rom der siebziger Jahren begonnen hat, endet im Montreal des Jahres 2010, als Barney erkennt, dass er allmählich dement wird und sich noch einmal vergeblich gegen dieses Schicksal, das ihm seine Erinnerungen endgültig rauben wird, aufbäumt. Schauplätze dieses Lebens zwischen Anstand und Verrat, Liebe und Betrug sind Rom, Montreal, New York und ein See in den Hügeln nahe der Metropole Montreal. Der Kamera gelingen dabei schöne Bilder von Städten und Menschen, die zur Entwicklung der Geschichte beitragen. Im Mittelpunkt steht neben Barneys Liebesbeziehung zu seiner dritten Ehefrau Miriam, die ihn nach einem Seitensprung endgültig verlässt, vor allem das intensive Verhältnis Barneys zu seinem Vater Izzy, einem Ex-Cop. Und hier entwickelt der Film, der gelegentlich allzu sehr in Klischees verhaftet bleibt und manche seiner vielen Themen nur anreißt, seine stärksten Momente. Dustin Hoffman darf einmal mehr zeigen, dass er jeder Rolle gewachsen ist, und auch Paul Giamatti als Barney zieht alle Register. Damit lassen sich auch kleine Schwächen in der Dramaturgie gut überbrücken, zu denen auch die Bordell-Szene zählt. Diese wirkt überflüssig, selbst wenn sie Izzys letzte Augenblicke reflektiert, der noch einmal vor seinem Tod ins volle Leben greifen wollte. Neben den überzeugenden Darstellern und der handwerklich soliden Inszenierung ist auch die Musik eine Qualität in diesem Film. Zeitgemäße Songs von Donovan oder Leonard Cohen beschwören den Zeitgeist dieser Jahrzehnte vor allem zwischen 1973 und den neunziger Jahren und werden zu Meilensteinen in Barneys gedanklicher Zeitreise zurück in seine wilden Jahre und zum Drama seiner scheiternden Ehe. Einige Längen der Handlung wie bei der Hochzeitsszene von Barney und seiner zweiten Frau - auch wenn diese zum Teil durchaus witzig aufbereitet ist - und die überbordende Themenvielfalt haben den Hauptausschuss davon abgehalten, dem Film das höchste Prädikat zu verleihen, auch wenn dies solide, sehenswerte Unterhaltung und eine ansprechende Literaturverfilmung ist.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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