Filmhandlung und Hintergrund

Whit Stillmans eigenwillige Filme sind ohne Vergleich: Sie sind schwatzhaft, versponnen, intelligent, leicht, elegant und bei allem filmischen Understatement voller Überraschungen und ungewöhnlicher Betrachtungen. Auch „Barcelona“, der Nachfolger seines Erstlings „Metropolitan“ von 1990, entzieht sich allen Konventionen. Ganz offensichtlich hatte es Stillman darauf angelegt, eine romantische Komödie zu inszenieren...

Die achtziger Jahre in Barcelona: Der Amerikaner Ted arbeitet in der spanischen Metropole für ein US-Unternehmen und versucht, über das Scheitern einer Beziehung hinwegzukommen, als sein Vetter, ein Marinesoldat, auftaucht, und Teds Leben durcheinander bringt. Eine Welle terroristischer Anschläge auf Amerikaner bringt beider Leben in Gefahr.

Der gutsituierte, gebildete Ted schlägt sich im Barcelona der frühen 80er Jahre als Vertreter eines amerikanischen Konzerns durch eine nicht enden wollende Abfolge von Diners, Buffets und Partys. Sein Leben gerät in Aufruhr, als sich sein ungeliebter Cousin Fred - seines Zeichens bei der US-Marine beschäftigt - bei ihm einquartiert. Dessen nicht übermäßig populäre Pro-USA- Ansichten sorgen nicht nur bei romantischen Verwicklungen für Aufregung, sie rufen auch antiimperialistische Terroristen auf den Plan.

Zwei Amerikaner suchen im Barcelona der 80er Jahre nach der richtigen Frau. Im Hintergrund wütet eine Welle terroristischer Anschläge. Romantische, intelligente und spannende Komödie mit kritischem Blick auf die politische Situation Spaniens.

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Kritikerrezensionen

  • Whit Stillmans eigenwillige Filme sind ohne Vergleich: Sie sind schwatzhaft, versponnen, intelligent, leicht, elegant und bei allem filmischen Understatement voller Überraschungen und ungewöhnlicher Betrachtungen. Auch „Barcelona“, der Nachfolger seines Erstlings „Metropolitan“ von 1990, entzieht sich allen Konventionen. Ganz offensichtlich hatte es Stillman darauf angelegt, eine romantische Komödie zu inszenieren, der der Kopf wichtiger ist als das Herz. Das Ergebnis ist, als hätte man „Schlaflos in Seattle“ auf die Psychiatercouch zur Analyse geschickt. Trotz seiner Kopflastigkeit und einem No-Name-Cast konnte die sympathische Komödie als Gegengewicht zu den intellektfreien Popcorn-Movies der vergangenen US-Sommersaison stolze 7,3 Mio. Dollar einspielen. Ein Beweis dafür, daß die seltenen Tugenden Whitmans beim Publikum auf der Suchen nach origineller Unterhaltung durchaus auf positive Resonanz stoßen können. Im Mittelpunkt stehen die beiden gebildeten, gutsituierten und doch grundverschiedenen Cousins Ted und Fred, die als Ausländer im Spanien der frühen achtziger Jahre einige Lektionen in Sachen Liebe, Politik und Liebespolitik lernen. Ted schlägt sich als Verkäufer eines großen amerikanischen Konzerns durch die nicht enden wollende Abfolge von Diners, Buffets und Partys. Sein eher geregeltes Leben gerät in Aufruhr, als sich sein seit Kindesbeinen ungeliebter Cousin Fred vorübergehend bei ihm einquartiert. Nicht nur Konflikte der beiden miteinander sind vorprogrammiert: Freds offen zur Schau getragene und nicht übermäßig populäre Pro-USA-Ansichten tragen angesichts der vorherrschenden antiamerikanischen Stimmung in Barcelona zu einem Clash nicht nur kultureller Natur bei. Die einzelnen Handlungselemente kennt man aus großen Hollywood-Produktionen, doch wie der Querdenker Stillman sie in Szene gesetzt hat, fordert den Zuschauer immer wieder zur Aufmerksamkeit auf. Stillman versteht es, die Bilder des wunderschönen Barcelona ebenso gewinnbringend in Szene zu setzen wie die unablässigen Dialoge, die eloquent von absolutem Nonsens bis zu politisch und sexuell brisanten Diskursen reichen. Wer sich mit Stillmans kluger Unkonventionalität anfreunden kann, wird mit einer reichen Geschichte über Loyalität und Betrug belohnt. Ihr herrlich aufgesetztes Happy End ist das Sahnehäubchen auf einem Film, der mit Gusto die Regeln des Mainstream-Kinos an der Nase herumführt. ts.

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