Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen

   Kinostart: 25.02.2010
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Filmhandlung und Hintergrund

Werner Herzogs Remake von "Bad Lieutenant" mit Nicolas Cage als Cop in New Orleans, dem unter Drogen- und Schmerzmitteleinfluss der moralische Kompass abhanden kommt.

Während des Hurricanes Katrina rettet Terence McDonagh, Beamter bei der Mordkommission, einem Sträfling das Leben, verletzt sich dabei aber den Rücken. Er wird zwar zum Lieutenant befördert, kann seinen Dienst aber nur noch unter Schmerzmitteln versehen. Bald ist Terence schwerst abhängig von Vicodin und Kokain und sieht Halluzinationen. Dennoch soll er im Fall der Ermordung einer ganzen afrikanischen Familie ermitteln. Während sein ganzes Leben um ihn herum zusammenbricht, kristallisiert sich die Lösung des Falls als seine Chance auf Erlösung heraus.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Nicolas Cage schlurft oft genug ziemlich müde durch seine Filme. Die Augenlider sind halb geschlossen, das Gesicht zeigt kaum Regungen, die Schultern hängen, sein Gang wirkt träge – das passt meist überhaupt nicht zu den Figuren, die er spielt, in Bruckheimer-Actionabenteuern oder so.

      Aber dann gibt es Filme, für die dieses Schlaftabletten-Spiel perfekt ist, und Werner Herzogs „The Bad Lieutenant“ ist so ein Fall. Vielleicht deshalb ist dies endlich mal wieder ein Herzog-Film, der es in die deutschen Kinos schafft – Filme wie die grandiose Dokumentation über einen fanatischen Wildnisfreak „Grizzly Man“ oder die Flucht-aus-Vietnam-Geschichte „Rescue Dawn“ waren in den USA durchaus erfolgreich und sind in Deutschland nur auf DVD erschienen. Jetzt ist er wieder da, der Herzog, mit einem Remake. Oder besser: Mit einer Neuinterpretation eines Stoffes, den Anfang der 90er Abel Ferrara schon einmal verfilmt hat.

      Der Ferrara-Film war rau, auch in seiner Ästhetik, von drastischer Wucht und nachdrücklicher Symbolik, ein Abstieg in die Unterwelt krimineller Cops auf der Suche nach Erlösung. Herzog geht die Sache etwas anders an: bei ihm ist die Welt ohnehin schon untergegangen, nach dem Sturm Katrina hat es New Orleans weggespült. Und, so kann man sich vorstellen, dadurch sind alle möglichen verborgenen, verdrängten, vergessenen Wesenheiten an die Oberfläche getrieben. So zum Beispiel die Rückenschmerzen von Cop Terence McDonagh (Nicolas Cage).

      Der bekommt starke Schmerzmedikamente, und ein halbes Jahr später ist er ein Junkie. Was seine Arbeit erstmal gar nicht beeinträchtigt, nein: durch die offenbare Leichtigkeit in seinem Inneren fällt ihm alles leichter, und wenn ein gefährlicher Krimineller festgenommen werden soll, stationieren sich vor der Haustür schwerbewaffnete Spezialkräfte – und er spaziert durchs Nachbarhaus, über den Gartenzaun, zur Hintertür rein und vorne mit dem entwaffneten Gesuchten wieder raus: „I love it!“

      Andererseits kennt er nicht mehr so richtig die Grenzen zwischen Cop und Criminal, alles zerfließt. Und zwar nicht nur seine moralischen Werte, sondern sein ganzes Leben, und auch sein Geld: es zerrinnt ihm alles zwischen den Fingern. Er hat eine Freundin, eine Edelnutte, nun ja: ein bisschen ist er auch ihr Zuhälter und ihr Koksdealer, dafür versorgt sie ihn ab und zu mit Tipps. Er hat Spielschulden bei einem illegalen Buchmacher. Er zweigt aus der Asservatenkammer Drogen ab, um seiner Sucht kostengünstig frönen zu können. Und dann ist da noch der massakerhafte Mord an einem Heroindealer, der offenbar den örtlichen Drogenorganisationen im Weg war, und während Terence gegen die Bande ermittelt, ein paar kleine Fische festnagelt, um an die großen Bosse zu kommen, verbrüdert er sich zugleich mit ihnen, weil ihm nicht viel anderes übrig bleibt: Sein eigenes Leben wächst ihm über den Kopf, ein Leben, das unter der Oberfläche schon ziemlich verfault war, zeigt ihm nun die böse Fratze des Verfalls.

      Werner Herzog zieht seine Mär von der Amoral konsequent durch, beleuchtet alle Aspekte des stetigen Kaputtwerdens, wenn Terence ein unschuldiges Pärchen beim Knutschen stört, um ihre Kleinstmengen an Drogen abzuknöpfen – der Orgasmus, den er als Dreingabe erhält, interessiert ihn eigentlich gar nicht. Und wie glücklich ist er, als er einen Footballprofi erwischt! Das gibt ihm die Chance, seine Wettgeschäfte auszubügeln…

      Herzog bevorzugt eine fast schon edle Optik, geschult am Hollywoodblick auf moralisches Elend, das in feiner Beleuchtung, in ausgewogener Ausstattung daherkommt – auch das ein Gegensatz zur schmuddligen Ferrara-Version. Andererseits drängt sich die Kamera immer wieder den Personen auf, will in sie hineindringen, herzogtypisch bedrängt der Film damit auch den Zuschauer, der da oftmals gar nicht so nah ran will.

      Was diesen Film aber wirklich zu etwas Besonderem macht, das sind die Momente, wenn Herzog metaphysisch wird. Videokamerabilder nähern sich einem Alligator am Straßenrand, die Kamera streichelt ihn fast, fährt ihm die schuppige Haut entlang und ins Maul; später, wenn die Polizisten die Wohnung eines Verdächtigen beobachten, macht Herzog diese Situation der Langeweile zu einem aufregenden Wechselspiel mit zwei Leguanen, die da auf dem Tisch stehen, nähert sich ihnen wie dem Alligator zuvor, und nur Terence scheint zu bemerken, welche Unterweltsviecher, welche uralte Wesen sich da plötzlich in den Film hineinschleichen.

      Herzog persönlich hat bei diesen Reptilienbildern die Kamera geführt – wahrscheinlich kann er keinen Film drehen, bei dem er sich nicht wenigstens der Illusion hingibt, Gefährliches zu tun. Auch wenn er auf dem sicheren Grund einer soliden, zwar unabhängig produzierten, aber dennoch im Homeland Hollywood gedrehten Film steht.

      Fazit: Ein harter Cop-Thriller mit Nicolas Cage als völlig kaputtem Polizist im New Orleans nach der Sturmflut, den nur noch das Unmoralische im Leben weiterzubringen scheint.
    2. Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen: Werner Herzogs Remake von "Bad Lieutenant" mit Nicolas Cage als Cop in New Orleans, dem unter Drogen- und Schmerzmitteleinfluss der moralische Kompass abhanden kommt.

      Werner Herzog schickt einen drogenumnebelten Nicolas Cage im „Big Easy“ auf Mörderhatz - mit einem Mix aus Moral-Mär und Mainstream-Thriller als Ergebnis.

      Der „Bad Lieutenant“ kehrt zurück. In Gestalt von Nicolas Cage diesmal, dessen ewige Trauerkloßmiene mit den Kajal-geschminkten Augen hier zu seiner Rolle passt. Mit Titelheld Harvey Keitel aus Abel Ferraras gleichnamigem Kult-Drama hat Cage als Terence McDonagh außer dem Beruf wenig gemein - Regisseur Werner Herzog besteht sogar darauf, den Schuld-und-Sühne-Klassiker aus dem Jahre 1992 erst gar nicht zu kennen. Der Titel geht vielmehr auf den Wunsch des Produzenten Edward R. Pressman zurück, der die Rechte daran besitzt und ihn kommerziell vielversprechend einschätzt.

      Eine finanzielle Überlegung war es auch, in New Orleans zu drehen, wohin man kurzfristig von Detroit umzog, nachdem die Stadt der Produktion größtmögliche und großzügige Unterstützung zusagte. Wobei die von Hurrikan Katrina verwüstete Metropole den idealen Schauplatz für diese Reise in die Abgründe menschlicher Seelen abgibt, spiegelt sie doch den Gemütszustand der Protagonisten - ob nun (relativ) gut oder böse - perfekt wider. Überhaupt ist Symbolik angesagt. Was damit beginnt, dass McDonagh ins Wasser springt, um einen Sträfling vor dem Ertrinken zu retten. Das Rückgrat verletzt er sich dabei und fortan ist er ein gebrochener Mann. Den Dienst kann er nur noch mit Schmerzmitteln versehen, harte Drogen folgen bald. Das sind keine idealen Voraussetzungen für den jüngst beförderten Cop, der einen Mehrfachmord an einer afrikanischen Familie aufklären soll, für Herzog jedoch Möglichkeit, den Thriller als einzigen langen Trip zu inszenieren - seine unvermeidlichen Tiere inklusive. Sind die Wasserschlangen, Kaimane und Leguane auf dem Couchtisch real oder Halluzination? Egal. Der „Bad Lieutenant“ geht im „Port of Call“ ohnehin auf Nummer sicher: „Schieß noch mal auf den Kerl, seine Seele tanzt noch!“ Tief in seiner Seele bleibt er aber aufrecht, trotz Crack-Pfeife, die ihm Glück bringt, trotz Club-Kids, denen er zum Eigengebrauch Drogen abnimmt, trotz Dealern, mit denen er gemeinsame Sache macht. Das „protect and serve“, Motto der US-Polizei, nimmt er ernst. Besonders, wenn es um seine Freundin, das Escortgirl Frankie (Idealbesetzung: Eva Mendes), geht. Als die bedroht wird, sieht er rot. Und in diesen Szenen zieht Cage vom Leder. Der somnambule „Ghost Rider“ zückt die „8mm“ - mit einem (aufgesetzten) Happy End als Folge.

      Der nervösen, fast undurchdringlichen Schattenwelt setzen Herzog und sein (Haus-)Kameramann Peter Zeitlinger („Rescue Dawn“) einen dokumentarischen Blick gegenüber. Der Film, durchaus als knallharte Mainstream-Arbeit lesbar, erdet sich immer wieder in der Realität. Im entvölkerten, verwüsteten „Big Easy“, dessen Vororte immer noch in Trümmern liegen, während im Hintergrund schon wieder Hochhäuser funkeln, in denen man längst zum „business as usual“ übergegangen ist. Kein Wunder, dass man da einen durchgeknallten Ordnungshüter braucht, der kräftig zupackt und in der Kloake ordentlich aufräumt. geh.

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