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Fakten und Hintergründe zum Film "Baaria"

Kino.de Redaktion |

Baarìa - Eine italienische Familiengeschichte Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Giuseppe Tornatore über den Film

„Laut einer der unzähligen gängigen Etymologien stammt Bagheria von Bab el gherid ab, was auf Arabisch so viel wie ‚Das Tor des Windes’ bedeutet. Doch seit alters her haben wir es immer Baarìa genannt.

Baarìa in der Provinz Palermo ist die Stadt, in der ich geboren wurde und bis zu meinem 28. Lebensjahr aufgewachsen bin. Nach Don Fabrizio Salina, dem Prinzen in Lampedusas Roman ‚Der Leopard’, war ich damit zu alt. Er behauptete, dass junge Männer Sizilien verlassen sollten, bevor sie 17 werden, um zu verhindern, dass ihr Charakter von sizilianischen Schwächen verseucht wird.

Ich hatte also genügend Zeit, sie alle aufzusaugen. Allen voran sicherlich die Vorstellung, dass der Ort deiner Geburt der Mittelpunkt der Welt ist, noch mehr: die Welt selbst. Und schließlich, aber nicht weniger ernsthaft, die kurzlebige Flucht in deine Erinnerungen, sobald du erkennst, dass die Welt in Wirklichkeit immer woanders war und sich auch ohne dich gedreht hat.

Nun, um jene Unschuld zurückzuerobern, die ich an dem Tag verlor, als ich meinem Schiff aus Sizilien entstieg, oder noch schlimmer, um in meinen Schwächen, die ich als Baariòto habe, 20 Jahre lang konsequent zu bleiben (einige Spuren davon sind bereits in meinen anderen Filmen mit sizilianischem Hintergrund aufgetaucht), habe ich darüber nachgedacht, einen Film über diese einzigartige und zeitlose Phase meines Lebens zu machen, als das Universum in der Via Gioacchino Guttuso 114 begann, sich vom Piazza Madrice entlang der Allee des Corso Umberto I° entfaltete und am Kreisverkehr von Palagonia endete. Es sind alles in allem nur ein paar Hundert Meter. Aber wenn du sie jahrelang auf- und abgehst, kannst du Dinge lernen, die dich die ganze Welt niemals lehren wird.“

Ennio Morricone über den Film

„Meine Arbeit basiert immer auf einem detaillierten Studium des Drehbuchs. Ich muss alles über einen Film wissen. Die Charaktere, die Drehungen und Wendungen der Handlung, die Kulisse, der historische Zeitrahmen. Schon bei meiner ersten Annäherung an BAARÌA wurde mir klar, dass es ein komplexes und heikles Vorhaben sein würde. Eine Reise durch die frühen Dekaden des 20. Jahrhunderts, aber auch ein Film, mit dem Tornatore seiner Heimat und folglich seiner Familie Tribut zollen wollte.

Um mich der Verantwortung zu stellen, den Score für einen solch wichtigen Film zu schreiben, musste ich den richtigen Zugang finden. Schon bevor ich den Rohschnitt des Films gesehen habe, hatte ich bereits einige der wesentlicheren musikalischen Motive geschrieben. Tornatore hat es gefallen und wieder einmal stellten wir fest, dass zwischen uns von Anfang an völliges Einverständnis herrschte, in welche Richtung es gehen sollte.

Ich mache Peppuccio nicht bloß ein Kompliment – dieser Film hat mich entzückt. Es ist nicht bloß ein weiterer Film in seiner herausragenden Filmografie, sondern vielmehr ein Werk, das die Zeit zum Stillstand bringen kann. Er hat alles, was nötig ist, ein großes Kunstwerk zu sein.

Ich bin mir sicher, dass das Publikum die reiche Inspiration, die jede einzelne Szene ausstrahlt, ebenso wertschätzen wird wie die epische Kraft dieses Films, der von einer allumfassenden und tief empfundenen Menschlichkeit durchdrungen ist.“

Maurizio Sabatini über den Film

„Es begann alles gegen Ende 2006. Giuseppe Tornatore lud mich zum Mittagessen ein und erzählte mir von seinem Projekt. Ein Film, aber mehr als nur das. Ein wirklich titanisches Vorhaben, für das eine Menge harter Arbeit nötig sein würde. Ich nahm die Herausforderung an. Man bekommt nicht oft die Gelegenheit, mit einem Regisseur solchen Kalibers zu arbeiten. Wir begannen sofort mit der Recherche und von Anfang an war es eine sehr detailreiche und akribische Arbeit. Entscheidend war, nichts dem Zufall zu überlassen und ein solides Fundament zu schaffen für die Entwicklung der Kulissen- und Ausstattungsmaschinerie, die weitaus komplizierter sein würde als bei vielen anderen Filmen.

Nach zwei Monaten Recherche übergab ich meine Ergebnisse an Tornatore, der sofort zustimmte. Unsere Zusammenarbeit stand von da an unter einem guten Stern. Gemeinsam, mit Leidenschaft, Entschlossenheit und Enthusiasmus. Nach weiteren drei Monaten, in denen das Setdesign geplant wurde, begannen schließlich die Dreharbeiten. Tunesien war die bestmögliche Wahl. Zuallererst, weil man dort sehr gut arbeiten kann, aber auch, weil die schönsten Orte dort eine Reihe von Analogien zu Bagheria aufweisen, wie es im frühen 20. Jahrhundert war. Das erste Set wurde knapp außerhalb von Tunis in einer stillgelegten Fabrik gebaut, das zweite in Hammamet.

Ohne Frage der schwierigste Aspekt war, ein Set zu bauen, in dem es möglich ist, von einer historischen Zeitebene in die nächste zu ‚schalten’. An manchen Tagen spielte die Handlung in den 1920er Jahren, an anderen Tagen waren wir in den 1960ern. Also mussten diese Sets durch die Zeit reisen können. Dank jedes einzelnen, der daran mitgearbeitet hat und dank Tornatores außerordentlichen Eifers, erhielten die Sets einen magischen Charakter. Dieser Film wird in die Kinogeschichte eingehen, und nicht nur in die italienische. Ich habe das Gefühl, dass es auf eine Art mit ES WAR EINMAL IN AMERIKA vergleichbar ist.“

Fakten über den Film

- 9 Monate Vorbereitung

- 12 Monate Aufbau der Filmsets

- 25 Wochen Dreharbeiten

- 01.10.2007 Beginn der Dreharbeiten

- 07.08.2008 Ende der Dreharbeiten

- 4 Drehunterbrechungen (Wetterprobleme, organisatorische Gründe)

- 122 Drehorte

- 2.800 Kostüme

- 300.000 Meter Film

- 174 Szenen

- 210 Charaktere

- 63 Schauspieler

- 147 Laiendarsteller

- 35.000 Komparsen

- 200 Crewmitglieder

- 350 Bühnen- und Kulissenbauer

- 1.200 Kubikmeter Bauholz

- 250 Fahrzeuge, Kutschen, Karren, Oldtimer, etc.

- 1.500 Tiere

- 2.603 Einstellungen

- 3.222 Filmschnitte

- 1.107 Digitaleffekte

- 2 Sprachversionen (sizilianischer Dialekt und italienisch)

- 1.431 Musiker in 25 Aufnahmesessions

- 27 Originalmusikmotive

- 30 musikalische Repertoirestücke

Von den späten 1910er Jahren bis heute: die historische Zeitspanne, in der der Film spielt.

News und Stories

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