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„Avengers: Endgame“: Clevere Anspielung bei Captain America und Co. erklärt die Thanos-Tragödie besser

Author: Andreas EngelhardtAndreas Engelhardt |

© Disney

„Avengers: Endgame“ steckt voller Easter Eggs und Anspielungen, die sich aber nicht immer nur auf andere Marvel-Werke beziehen, sondern auch auf das reale Leben.

Zu Beginn von „Avengers: Endgame“ werden die Marvel-Helden mit den Konsequenzen aus Thanos‘ schrecklicher Tat konfrontiert. Nach dem ihr erster Plan fehlschlug und sie ihre Freunde nicht zurückholen konnten, reagierten Iron Man (Robert Downey Jr.), Captain America (Chris Evans) und Co. jedoch äußerst unterschiedlich auf die drohende Aussicht, endgültig verloren zu haben – und das aus gutem Grund.

Denn die Original-Avenger lassen sich mit ihrem Verhalten außerordentlich gut in die berühmten fünf Phasen der Trauer (auch bekannt als das Kübler-Ross-Modell) einsortieren, wie unter anderem Flickering Myth treffend erkannt hat. Diese fünf Stufen umfassen Leugnen, Zorn, Verhandeln, Depression und letztlich Akzeptanz.

Akzeptieren müsst ihr auch, dass „Endgame“ ein paar Fehler unterlaufen sind:

Leugnen – Thor

Bei der ersten Stufe der Trauer gaukelt man sich eine falsche Realität vor, die deutlich angenehmer ist. Der Gott des Donners (Chris Hemsworth) greift genau zu diesem Mechanismus. Er trinkt viel, isst viel und spielt Videospiele, um nicht an seine Niederlage gegen Thanos denken zu müssen. Entsprechend emotional reagiert Thor, als Hulk (Mark Ruffalo) ihn an sein Scheitern erinnert. Thor klammert sich daran, dass er es schließlich war, der Thanos tötete. Wirklich setzt er sich mit dem Verlust allerdings nicht auseinander.

Zorn – Hawkeye

Opfer einer Tragödie fragen sich anschließend oftmals, warum es gerade sie getroffen hat und werden wütend. Keiner der Avengers passt derart gut zu dieser Phase wie Hawkeye (Jeremy Renner), der sich schließlich von seinem vorherigen Leben lossagt, um Drogenbosse und Gangster zu jagen und auf brutale Art zu töten. Dabei rächt er sich quasi an jenen, die es seiner Meinung nach nicht verdient haben, ungeschoren davongekommen zu sein, während Hawkeyes Familie sich in Staub auflöste.

Verhandeln – Captain America

Um sich nicht mit der Trauer auseinanderzusetzen, klammern sich Betroffene anschließend oftmals an die Hoffnung, dass etwas Positives aus der Tragödie entstehen kann. So auch Steve Rogers, der eine Selbsthilfegruppe gründet. Darin sagt er, dass die Hinterbliebenen jetzt die Welt zu einem besseren Ort machen müssten, sonst hätten sie genauso gut ebenfalls durch Thanos umkommen können. Zudem bemerkt er, dass ohne die Verschmutzung durch die vielen Menschen jetzt sogar wieder Wale im Hudson River schwimmen. Trotz des Geredes von Hoffnung verrät Steve aber auch, dass andere zwar mit der Katastrophe abschließen, aber die Avengers eben nicht. Captain America versucht, mit seinem Schicksal zu verhandeln, aber akzeptiert es nicht wirklich, weswegen er sich auch derart verzweifelt an die Zeitreise als Lösung klammert.

Depression – Black Widow

In der vorletzten Stufe konzentrieren sich Betroffene wiederum darauf, was sie verlieren werden oder bereits verloren haben. Natasha Romanoff (Scarlett Johansson) tut genau das im Gespräch mit Steve. Sie erzählt, dass sie früher nichts hatte, dann diese Familie bekam und die jetzt auch verloren hat. Entsprechend emotional reagiert sie darauf, was mit Hawkeye passiert ist, weil sie befürchtet, auch noch ihn verloren zu haben. Sie tut zwar nach außen hin, als würde sie nicht aufgeben. Aber in Wahrheit klammert sie sich lediglich an die Idee, die Avengers am Leben zu erhalten, damit sie dieses Leben nicht komplett aufgeben muss.

Akzeptanz – Hulk

In der letzten Stufe wird das Unabwendbare akzeptiert und die Betroffenen blicken ruhiger auf das Geschehene zurück. Dies trifft auf Bruce Banner alias Hulk zu. Er analysierte die Niederlage gegen Thanos und erkannte, dass es für ihn und den Hulk so nicht weitergehen könne. Entsprechend akzeptiert er den logischen Schritt und vereint seine beiden Seiten, womit er emotional deutlich stabiler wirkt. Von allen Avengers scheint er die Niederlage akzeptiert zu haben, ohne sich von der Vergangenheit abzuwenden.

Und was ist mit Iron Man?

Tony Stark passt nicht ganz in das Modell, da er zwar das Schicksal der Welt akzeptiert, aber sich dennoch von ihr abgewandt hat. Er hat sich einem komplett neuen Leben verschrieben, im Gegensatz zu Thor tut er aber nicht nur so, als wäre er damit zufrieden. Tony hat abseits der Avengers das Glück gefunden und betont deswegen vor der Zeitreise auch, dass er dieses Leben nicht mehr für das alte aufgeben wird.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass die Original-Avengers so auf die Thanos-Katastrophe reagieren. Schließlich wollten die Verantwortlichen zeigen, wie unterschiedlich Personen auf solcherlei Tragödien reagieren. Ob sie sich dabei wirklich an den fünf Phasen der Trauer orientiert haben, ist damit natürlich nicht gesagt. Wundern würde es uns allerdings nicht, wenn wir daran denken, wie viele Easter Eggs und Anspielungen in „Avengers: Endgame“ stecken.

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