„Apocalypse Now“-Regisseur schimpft auf MCU: „Marvel-Filme sind ekelhaft“

Hy Quan Quach |

Nun hat sich auch Francis Ford Coppola in die Debatte um Superheldenstreifen und insbesondere Marvel-Filme eingeschaltet und pflichtet seinem Kollegen Martin Scorsese bei. Mehr noch findet der Filmemacher ziemlich deutliche Worte.

Eigentlich war der Rahmen ein schöner: Auf dem Lumière Film Festival im französischen Lyon erhielt der 80-jährige amerikanische Filmemacher Francis Ford Coppola den Prix Lumière für sein Lebenswerk. Mit dieser Auszeichnung ist er in bester Gesellschaft. Seit das Filmfestival 2009 aus der Taufe gehoben wurde, erhielten etwa Clint Eastwood, Milos Forman und Quentin Tarantino den Preis für ihr Schaffen. Man vergesse die Vergangenheit nicht, durch die die Gegenwart erst möglich werde, sagte Coppola in Lyon. Als Filmemacher gehöre man einer großartigen Gruppe an Menschen an, die schon vor einem da waren und großes Kino gemacht haben.

Aber das war nicht alles, was der Vater von Filmemacherin Sofia Coppola und Onkel von Schauspieler Nicolas Cage zu sagen hatte. Der Filmemacher, der zuletzt 2016 mit „Distant Vision“ einen Film inszeniert hatte, sprang seinem „New Hollywood“-Kollegen Martin Scorsese zur Seite, der zuletzt durch seine Aussagen bezüglich des aktuellen Blockbuster-Kinos Hollywoods ins Kreuzfeuer geraten war. Scorsese hatte speziell den Filmen des Marvel Cinematic Universe (MCU) abgesprochen, Kino zu sein. Er verglich sie dabei mit Vergnügungsparks.

„Das ist kein Kino“, sagte Scorsese zuletzt auf dem BFI London Film Festival, „das ist etwas gänzlich anderes. Ob man das mag oder nicht, es ist etwas anderes und wir sollten uns davon nicht überschwemmen lassen. Das ist ein großes Problem. Und die Kinobesitzer müssen sich dafür einsetzen, dass die Kinos wieder klassisches Erzählkino zeigen können.“

Das erwartet euch in der Marvel Phase 4 des MCU:

Martin Scorsese war nach Meinung von Francis Ford Coppola noch nett

„Wenn Martin Scorsese sagt, dass Marvel-Streifen kein Kino sind, dann hat er recht. Denn wir erwarten, etwas vom Kino zu lernen. Wir erwarten, etwas zu erlangen, eine Art Erleuchtung, etwas Wissen, Inspiration. Ich weiß nichts davon, dass irgendjemand etwas davon hatte, sich den gleichen Film immer und immer wieder anzusehen“, soll Coppola laut Yahoo vor Pressevertretern gesagt haben.

Und seiner persönlichen Auffassung habe sich Scorsese sogar noch gewählt ausgedrückt: „Martin hat sich nett ausgedrückt, als er sagte, dass sie kein Kino sind. Er sagte nicht, dass sie ekelhaft sind. Und genau das sage ich hiermit.“

Ganz klar, Coppola, der einst mit „Der Pate“ und „Apocalypse Now“ das klassische Kino zu Grabe trug und gemeinsam mit Kollegen wie eben Scorsese für das „New Hollywood“ verantwortlich zeichnete, ist definitiv kein Fan vom MCU und Superheldenstreifen im Allgemeinen. Das Kontra der Kollegen dürfte bei dieser konfrontationsfreudigen Aussage nicht lange auf sich warten lassen.

Aber vielleicht können Filme wie „Joker“ dazu beitragen, einen Mittelweg zwischen visuell bombastischen Blockbustern und von Charakteren getriebenem Erzählkino zu finden? Scorsese soll hier schließlich auch bis zu einem gewissen Punkt involviert gewesen sein.

Als MCU-Fans dürftet ihr hier keinerlei Probleme haben:

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