Filmhandlung und Hintergrund

Zusammen mit Schauspielschülern ausgearbeitetes Filmexperiment des "Hierankl"-Regisseurs: Drama um gesellschaftliche Außenseiter, die bei einem Alm-Aufenthalt versuchen, ihr Leben neu aus zu richten.

In den wolkenverhangenen Berchtesgadener Alpen bezieht eine Gruppe namenloser Jugendlicher eine abgeschiedene Alm. Unter der Leitung eines Sozialarbeiter-Pärchens sollen die Delinquenten eine letzte Chance auf Resozialisierung erhalten. Doch die geistig Verwirrten finden in der frostig-fremden Natur nicht zu sich selbst, sondern verlieren sich in ihren Neurosen und Psychosen. Da auch die Verantwortlichen keinen Halt vermitteln, endet das Projekt fatal.

Nach seinen starken Heimatdramen „Hierankl“ und „Winterreise“ überrascht und verstört Hans Steinbichler mit einem experimentellen Alpentrip. Der verlässt seine Handlungsebene schnell und taucht ein in die verquere, surreale Geisteswelt verlorener Kids. Moderne Kunst für Aufgeschlossene.

Sieben junge Außenseiter sollen unter der Leitung zweier Sozialarbeiter auf einer abgeschiedenen Alm in den Berchtesgadener Alpen eine letzte Chance erhalten. Ihre Verlorenheit ist vor der Kulisse der zerklüfteten Berglandschaft noch deutlicher. Dagegen kämpfen sie an.

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Kritikerrezensionen

  • Autistic Disco: Zusammen mit Schauspielschülern ausgearbeitetes Filmexperiment des "Hierankl"-Regisseurs: Drama um gesellschaftliche Außenseiter, die bei einem Alm-Aufenthalt versuchen, ihr Leben neu aus zu richten.

    Experimentell bis surreal geht es in der neuen, gemeinsam mit Schauspielschülern einer Kunstakademie entstandenen Arbeit von Hans Steinbichler („Winterreise“) zu.

    Filmfreunde, die den Namen Steinbichler mit Urgestein Josef Bierbichler verbinden und sich bei „Hierankl“ und „Winterreise“ auf Heimatdramen mit starken Darstellerleistungen eingestellt haben, werden sich verwundert die Augen reiben: Denn mit diesem impulsiven Filmexperiment schlägt der 39-jährige Chiemgauer ein anderes Kapitel auf. Allein seine Vorliebe für die Bergwelt ist ungebrochen: Berückend und bedrückend erheben sich die wolkenverhangenen Berge, ohne Zweifel zerklüftete, ungemütliche Seelenlandschaften verwüsteter junger Außenseiter. Sieben von ihnen sollen unter der Leitung zweier Sozialarbeiter auf einer abgeschiedenen Alm in den Berchtesgadener Alpen eine letzte Chance erhalten. Dieses Resozialisierungsprojekt mag der Ausgangspunkt sein, im weiteren Verlauf ist die Handlung bestenfalls zweitrangig.

    Vielmehr veranstaltet Steinbichler eine Reise in verquere Köpfe, erlaubt sich bizarre Brüche in der Narration und Bewusstseinssprünge, bis sein Film in – durchaus reizvolle – Kleinstepisoden zerfällt, aus denen jedoch nichts zusammenhängendes Ganzes erwächst. Gerade auf der Tonebene ergeben die Ausblendungen und Verfremdungen oftmals eigenwillige Eindrücke. Auch die Felswände erreichen geradezu mystische Dimensionen von eigenartiger Schönheit. Aber die Figuren bleiben nicht nur namenlos, auch fehlt ihnen jede nähere Charakterisierung. Man erfährt kaum etwas über sie, außer, dass sie ihre Verlorenheit überwinden wollen – mittels pathetischer Deklamationen, Schreiausbrüchen, Gewalt gegen unschuldige Dinge oder gegenseitigem Anstarren. Hier sind die Schauspielschüler ganz in ihrem Element. Doch sie geben so wenig preis, wie sich der opake Film in die Karten schauen lässt. Gerade solch hermetische Rätselhaftigkeit kann das Publikum aber als reizvolle Herausforderung betrachten – sofern sich darunter Experimentierfreudige mit einem gerüttelten Maß an Frustrationstoleranz befinden.

    tk.

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