Filmhandlung und Hintergrund

Politischer, ein wenig konstruiert wirkender Actionthriller. Mit Denzel Washington und Bruce Willis hochkarätig besetzt.

New York in der nahem Zukunft: Terroristen verbreiten mit Sprengstoffanschlägen Angst und Schrecken in der Metropole, um die Freilassung eines von General Deveraux eigenmächtig inhaftierten Scheichs zu erpressen. Da der Leiter des Antiterror-Kommandos Hubbard nicht schnell genug Herr der Lage wird, wird der Ausnahmezustand ausgerufen und das Militär unter Deveraux übernimmt die Kontrolle.

Eine Reihe von Bomben-Attentaten erschüttert New York. Ziel der arabischen Terroristen ist die Freilassung eines fundamentalistischen Scheichs. FBI-Agent Anthony Hubbard überführt den Arabistik-Dozenten Samir Nazhde der Zusammenarbeit mit den Verbrechern, doch der wird vom CIA gedeckt. Wenige Tage später sprengt ein arabisches Selbstmord-Kommando das FBI-Gebäude in die Luft. 600 Menschen sterben. Der US-Präsident verhängt das Kriegsrecht über die Stadt und General William Devereaux errichtet eine Militärdiktatur…

Nach einer Reihe von Bombenanschlägen arabischer Terroristen in New York verhängt der US-Präsident das Kriegsrecht über die Stadt, in der General Deveraux eine Militärdiktatur errichtet. Spektakulärer Actionthriller, in dem Machtgier und Nationalismus bis ins Extrem getrieben in Szene gesetzt werden.

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Kritikerrezensionen

  • Ausnahmezustand: Politischer, ein wenig konstruiert wirkender Actionthriller. Mit Denzel Washington und Bruce Willis hochkarätig besetzt.

    Auf dünnes Eis begibt sich Edward Zwick mit seinem politischen Actionthriller „Ausnahmezustand“ mit Denzel Washington und Bruce Willis, nachdem Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Afrika und die darauffolgenden Vergeltungsangriffe des amerikanischen Militärs auf mutmaßliche arabische Terroristenstützpunkte die Welt in Aufregung versetzten und seinem brisanten Horrorszenario terroristischer Übergriffe auf New York einen mulmigen Cinema-verité-Effekt verliehen. Entsprechend konnte sich das routinierte und fast peinlich auf politische Korrektheit bedachte Spannungsstück mit einem Startwochenendeinspiel von 13,9 Mio. Dollar den zweiten Platz der US-Charts erobern.

    Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung war es zu Protesten von arabischen Organisationen gekommen, die, ohne den Film gesehen zu haben, die negative Porträtierung ihrer Volksgruppe kritisierten. Die Aufregungen waren umsonst: Peinlichst bemüht waren die Filmemacher, etwaige kontroverse Generalisierungen und Stereotypen von Arabern per se zu umgehen und den schwarzen Peter stattdessen Fanatiker beider Seiten zuzuweisen. Auf der einen Seite sind es palästinensische Terroristen extremer Splittergruppen, am anderen Ende des selben Spektrums befindet sich ein sadistischer und machtgieriger General der US Army (Bruce Willis, der nach „Der Schakal“ offensichtlich Gefallen an Bad Guys gefunden hat). Zwick („Glory“, „Mut zur Wahrheit“) nimmt die politische Explosivität seines Thrillers, um sich hier erneut seiner uramerikanischen Lieblingsthemen Patriotismus, Freiheit in Gefahr und Zivilrechte anzunehmen, die hier gleich von zwei Feinden unter Beschuß genommen werden. Diese doppelte, extrem konstruiert wirkende Handlungsgrundlage ist aber auch einer der Gründe, weshalb der Film trotz ansehnlich geschnürten Pakets nur bedingt funktionieren will, zumal die Motivationen der Terroristen fadenscheinig mit religiösem Fanatismus und Entrüstung über die Entführung eines ihrer Führer erklärt wird und ein Großteil der verwickelten Figuren enttäuschend eindimensional bleibt.

    Als ruhender Pol und charismatische Identifikationsfigur dient einmal mehr Denzel Washington als Frank Hubbard, Leiter des Antiterroristen- Sonderkommandos des FBI und des NYPD. New York City wird von Terroristenzellen angegriffen, die die Freilassung eines von General Deveraux – und ohne das Wissen der Regierung! – geheim inhaftierten Scheichs fordern. Ein Bus mit zwei Dutzend Passagieren wird effektvoll in Zeitlupe in die Luft gejagt, ein Theater gesprengt und unschuldige Schulkinder werden bedroht. Da Hubbard und sein multikulturelles Team (sein bester Mann ist ein von Tony Shalhoub dargestellter Libanese) die Situation nicht schnell genug in den Griff bekommen können, wird der Ausnahmezustand ausgerufen, und die Armee unter dem Kommando von Deveraux übernimmt die Kontrolle und läßt effekthascherisch Panzer über die Brooklyn Bridge rollen. Tausende von Arabern landen im Internierungslager, ein Häftling wird vom teuflischen General gar höchstpersönlich zu Tode gefoltert. Als weitere zentrale Figur kommt Annette Bening ins Spiel, die eine lachhaft undurchsichtige CIA-Agentin spielt: Als Nahost-Spezialistin unterhält sie mit einem ihrer Informanten mehr als ein professionelles Verhältnis, ein Umstand, der beim Showdown eine entscheidende Rolle spielt.

    Zwar streut Zwick historische Referenzen an die Bombenanschläge auf das World Trade Center und Oklahoma sowie Nachrichtenmaterial von Präsident Clinton ein, um die realistische Komponente hervorzuarbeiten, doch letztlich ist es die bemühte Entpolitisierung eines politischen Stoffes, die den Film seiner Glaubhaftigkeit und damit verbundenen dramatischen Spannung beraubt. Über Erfolg oder Mißerfolg des Films an den Kinokassen dürfte somit ausschließlich die Popularität der beteiligten Darsteller entscheiden. ara.

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