Ausnahmesituation

  1. Ø 3
   2010
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Ausnahmesituation Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Ausnahmesituation: Auf Tatsachen beruhendes Drama um einen Vater, der mit einem Wissenschaftler versucht, in Eigeninitiative ein Heilmittel für seine todkranken Kinder zu entwickeln.

Weil zwei seiner drei Kinder an einer unheilbaren Stoffwechselkrankheit leiden, die in den nächsten ein bis zwei Jahren wohl zum Tod führen wird, fällt John Crowley eine riskante Entscheidung. Er kündigt seinen Job und überredet den exzentrischen Wissenschaftler Dr. Stonehill, seine Forschung zur Pompe’schen Krankeit beschleunigt zu einem praktischen Ergebnis zu führen. Unter dem Druck von Zeit und den Investoren eines Pharmakonzerns arbeitet das Duo an einem Heilmittel, das es bisher nicht einmal in der Theorie gab.

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Kritikerrezensionen

  • Die Familie Crowley gibt es wirklich. Vater John gründete mit dem Mut der Verzweiflung eine eigene Firma, um das Medikament zu entwickeln, das seinen beiden todkranken Kindern fehlte. Die unglaubliche Geschichte dieser Familie erzählt der Film „Ausnahmesituation“ von Regisseur Tom Vaughan spannend und realitätsnah. Dabei behandelt er drei Themen, die sich gegenseitig dramaturgisch geschickt ergänzen: das Familienleben und die Angst eines Vaters um seine Kinder, seine Zusammenarbeit mit dem kauzigen Wissenschaftler Dr. Robert Stonehill, seine Konflikte mit der Pharmaindustrie.

    Brendan Fraser spielt den tüchtigen jungen Familienvater John Crowley als unermüdlichen Charakter mit heldenhaften Zügen, der sich aber dennoch als Identifikationsfigur für jedermann eignet. Seine fröhliche, altkluge Tochter Megan ist sein Augapfel, und so überrascht es kaum, dass er seinem Vorgesetzten am Tag der Kündigung erklärt, er wisse, wie verrückt sein Plan sei, sich nur noch um die Erforschung eines neuen Medikaments zu kümmern, aber er könne seine Tochter doch nicht sterben lassen. Nach anfänglichen Bedenken steht auch Johns Frau Aileen, die von Keri Russell dargestellt wird, hinter dieser Entscheidung. In kürzester Zeit treibt das Ehepaar Sponsoren und Spendengelder auf und John gründet eine Biotechfirma, in der die Forschungen des an der Universität weitgehend mittellosen Stonehill auf Hochtouren laufen können.

    Während John Crowley saubere Geschäftspläne ausarbeitet und geschickt mit Geldgebern verhandelt, erweist sich der geniale Wissenschaftler als Stolperstein. Harrison Ford in Jeans und Cowboystiefeln spielt den zerstreuten Einzelgänger, der nur für seine Theorien lebt und dazu laute Countrymusik hört. Mit John Crowley gerät er in Konflikt, denn er vergrault jeden Geldgeber, der seine Unabhängigkeit einschränken könnte. Die Reibereien dieses Duos sorgen für kontinuierliche Spannung, aber die Situation spitzt sich noch weiter zu, als die beiden zum Pharmakonzern Zymagen wechseln.

    Stonehill, der wissenschaftliche Purist, verachtet die Betriebswirte des Unternehmens. Und John muss erfahren, dass seine emotionalen Interessen den Konzern nicht kümmern. Die Geschichte arbeitet das Minenfeld, in dem sich John im Wettlauf mit der Zeit bewegt, sehr realistisch heraus, ohne zu übertreiben. John versucht zwar das Unmögliche, aber mit diplomatischem Geschick und enormer Selbstbeherrschung, doch auch dieser Stehaufmann bricht eines Tages weinend zusammen.

    Das Thema wird informativ aufbereitet, man erfährt einiges über die finanziellen Zwänge und Interessen in der Pharmaforschung. Und dennoch sind es manchmal ganz andere Motivationen, wie Stonehills wissenschaftliche Neugier oder Crowleys Liebe zu seinen Kindern, die den großen Fortschritt bewirken. Solche Geschichten sieht man gerne, vor allem wenn sie so gut gespielt und so unspektakulär inszeniert sind wie in diesem soliden kleinen Film.

    Fazit: Das Schauspielerduo Brendan Fraser und Harrison Ford glänzt in dieser spannenden Verfilmung einer wahren Familiengeschichte.
  • Brendan Fraser und Harrison Ford kämpfen in Tom Vaughns berührendem Drama für ein medizinisches Wunder, um todkranke Kinder zu retten.

    Nach „Crossing Over“ ist auch Fords jüngster Film ein sozial engagiertes Drama, zieht sich der erfahrene Fighter als exzentrischer Querkopf hinter dem dominanten Sympathieträger und glatter gezeichneten Protagonisten zurück, mit dem sich Brendan Fraser nach längerer Auszeit wieder darstellerisch profilieren kann. Frasers Figur John Crowley ist glücklich verheiratet, aber zwei seiner drei Kinder haben eine seltene unheilbare Stoffwechselkrankheit, die mit spätestens neun Jahren zum Tod führt. Weil bei seiner Tochter und auch dem etwas jüngeren Sohn die Lebensuhr abläuft, wendet sich der verzweifelte Vater an den Wissenschaftler Dr. Stonehill (Ford). Dieser arbeitet an einem Enzym, das die Pompe’sche Krankheit zwar nicht heilen, das Leben der Betroffenen vielleicht aber retten kann.

    „Noch ist es eine Theorie, keine Therapie“, schränkt Stonehill ein, eröffnet damit aber einen spannenden Wettlauf gegen die Zeit, wie man das von einem Forschungsdrama erwarten darf, das Hollywood-Ergebnisse liefern soll. Der eigenbrötlerische Wissenschaftler und Marketing-Mann Crowley gründen mit Hilfe von Investoren eine Firma, die innerhalb eines Jahres ein Medikament bis zur Testreife entwickeln soll. Die Kollision der grundverschiedenen Hauptfiguren miteinander, aber auch mit den ausschließlich kommerziell orientierten Entscheidungsträgern der Pharmakonzerne liefern Konfliktstoff genug für den neuen Film von Tom Vaughn („Love Vegas“), der auch bei diesem Stoff Nischen für Humor findet.

    „Inspiriert von einer wahren Geschichte“, heißt das PR-freundliche Etikett, das für zusätzliches Medieninteresse sorgen wird, dabei aber wörtlich zu verstehen ist. Das Drehbuch von Robert Nelson Jacobs („Chocolat“) nimmt sich Freiheiten, dampft den mehrjährigen Kampf des Vaters auf etwa ein Jahr ein, komprimiert mehrere Ärzte, die an dem Medikament arbeiteten, zur fiktiven, zu explosiven Ausbrüchen neigenden Figur Stonehill und bemüht auch in der Spannungserzeugung konventionelle Hollywood-Dramaturgie, wenn Fraser sich mit Pharmabürokraten duelliert oder mit gestohlenem Ausweis in Labors einbricht. Tatsächlich ist auch die Wirksamkeit des schließlich entwickelten Medikaments umstritten, doch alle Einwendungen verpuffen letztlich, weil der Film emotional funktioniert. Wie schon beim großen thematischen Bruder, George Millers „Lorenzo’s Öl“, ist man als Zuschauer involviert, versteht man die „Ausnahmesituation“ und die in die Fiktion eingebetteten realen Tragödien und übermenschlichen Anstrengungen im Kampf um Leben. kob.

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