Auf das Leben! (2014)

Auf das Leben!: Tragikomödie um die ungewöhnliche Beziehung einer älteren, scharfzüngigen Frau mit traumatischen Kindheitserlebnissen und eines hoffnungslosen jungen Mannes.
Kinostart: 27.11.2014
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Filmhandlung und Hintergrund

Auf das Leben!: Tragikomödie um die ungewöhnliche Beziehung einer älteren, scharfzüngigen Frau mit traumatischen Kindheitserlebnissen und eines hoffnungslosen jungen Mannes.

Die ehemalige jüdische Cabaret-Sängerin Ruth muss wegen Zwangsversteigerung ihre Wohnung verlassen. In der neuen Bleibe unternimmt sie einen Suizidversuch, wird vom Möbelpacker Jonas in letzter Minute gerettet und landet in der Psychiatrie: Für die selbständige und scharfzüngige Frau ein Alptraum. Zwischen dem jungen Mann und der älteren Dame entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, in der sie sich gegenseitigen Halt geben und das Leben mutig und auf unkonventionellen Wegen wieder anpacken.

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Jonas hat seinen festen Wohnsitz aufgegeben, seine Zelte abgebrochen und lebt in einem Kleinbus. Sein Geld verdient er sich mit Gelegenheitsarbeiten, zum Beispiel als Möbelpacker. Bei einem solchen Job lernt er Ruth kennen. Ruth ist eine ältere resolute Dame, die sich vehement gegen die Zwangsräumung ihrer Wohnung wehrt. Doch es hilft nichts, Ruths Sachen werden in eine kleine Mietwohnung verfrachtet. Als Ruth nach einem Selbstmordversuch von Jonas gefunden wird, kümmert er sich zunächst unwillig um die verzweifelte Frau. Doch nach und nach erfährt er mehr über Ruths Vergangenheit als Sängerin im Berlin der 1970er Jahre. Und die Geschehnisse aus der Kindheit, die sie bis heute verfolgen. AUF DAS LEBEN! erzählt von einem spannenden und bewegten schicksalhaften Leben. Von einer unbeschwerten Kindheit in Polen, die mit dem Einmarsch der Nazis ein jähes Ende fand, über den grausamen Tod der Eltern, bis hin zu einem Neubeginn als starke und stolze jüdische Sängerin, die mit ihrem charismatisch charmanten Wesen alle Zuhörer in ihren Bann zieht. Dies sind die Erinnerungen, die im Film dargestellt werden. Es sind die Erinnerungen von Ruth, gewohnt intensiv verkörpert von der großartigen Hannelore Elsner. In ihrem Sarkasmus, den sie in den spitzen Dialogen an den Tag legt, spiegeln sich die seelischen Wunden wieder, die nie heilen konnten. Als junge Ruth überzeugt Sharon Brauner, ihr jiddischer Gesang zieht sich als musikalischer roter Faden durch die Geschichte, verkörpert Wehmut und Klage, Stärke und Trost zugleich. Max Riemelt als Jonas ist die Verkörperung des Zuschauers, der das Leben Ruths wie ein Bilderbuch aufdeckt und durch die Freundschaft mit Ruth die Kraft findet, sich seinem eigenen Schicksal zu stellen. Produzentin Alice Brauner und Regisseur Uwe Janson ist ein bewegender und unglaublich dichter Film gelungen, über die Kraft und die Macht der Erinnerungen, die einen Menschen bis zum Ende seines Lebens begleiten.

    Jurybegründung:

    Die 83jährige Ruth (Hannelore Elsner) ist schlagfertig und hat eine spitze Zunge. Früher sang sie schmissige jüdische Lieder im Cabaret und jetzt wird sie gezwungen in ein Altenheim umzuziehen. Beim Umzug lernt sie Jonas (Max Riemelt) kennen. Er erinnert sie an ihre große Liebe Victor (ebenfalls Max Riemelt), der einen Film über die Sängerin Ruth drehte. Erinnerungsfetzen steigen in Ruth auf, an ihre Vertreibung und an den Tod ihrer Familie, die von den Nazis ermordet wurde. Über diese Erinnerungen, die häufig wie in einem Zerrspiegel verfremdet sind, wird ihr Leben erzählt. Das Trauma ihrer Vergangenheit lässt sich nicht auslöschen. Doch trotz alledem scheint ihr Lebensmut ungebrochen.

    Jonas hilft Ruth und rettet sie nach einem Suizidversuch. So werden sie Freunde. Auch Jonas leidet. Sein Trauma ist seine Krankheit. Er leidet an Multipler Sklerose im Anfangsstadium. Es soll niemand wissen. Deswegen hat er sich von seiner Freundin getrennt.
    Die Geschichte zweier Menschen wird auf diese Weise miteinander verknüpft und es entsteht ein dichter und ergreifender Film über den Sinn des Lebens, über Lebensmut und den Wert von Freundschaft. Beide Figuren machen durch ihre Begegnung eine Wandlung durch, die sie wieder dem Leben zugewandt werden lässt.

    Die Jury lobte die gelungene professionelle Umsetzung in technischer Hinsicht, Kamera, Licht und Ausstattung, wie auch das sich entwickelnde Universum der Hauptfiguren. Bei aller Empathie für den Film bemängelt das Gutachtergremium jedoch das zu glatte Aufbereiten der Story. So wirkt der Film etwas zu konventionell als habe der Mut gefehlt stilistisch neue Wege zu gehen. Kritisch bewertet wurde auch ein fast überbordendes Einbeziehen möglichst vieler Details und Nebenstränge.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Das bittersüße Drama "Auf das Leben!" erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem jungen Mann und einer Frau, die seine Großmutter sein könnte. Die Jüdin und der obdachlose Möbelpacker sind in der anonymen Großstadt auf der Flucht vor den Geistern der Vergangenheit. Die stilsichere Inszenierung von Regisseur Uwe Janson ("Verfolgte Wege", "Baal") lebt vom berührenden Schauspiel Hannelore Elsners und Max Riemelts, die ein dynamisches Duo bilden.

    Ruth und Jonas haben beide den Eindruck, dass ihre Vergangenheit sie einholt. Die Zwangsräumung erinnert die alte Frau an den Verlust ihres Elternhauses und ihrer Familie während des Krieges. Jonas hat an sich Anzeichen der Krankheit entdeckt, der schon die Mutter zum Opfer fiel. Der Vater, der sie pflegte, verlor damals seinen Lebensmut. Aber nicht nur das Leid verbindet Ruth und Jonas, sondern auch eine enorme Kraft, dem Schicksal zu trotzen. In Rückblenden wird die Liebesgeschichte von Ruth und Victor zum Leben erweckt. Aus den jiddischen Liedern, die die Cabaret-Sängerin in dieser Episode vorträgt, spricht oft unbändige Freude. Sharon Brauner beeindruckt als junge Ruth, die nicht nur als Sängerin viel Ausdruckskraft besitzt.

    Die alte Ruth kann herrlich sarkastisch sein. Hannelore Elsner stattet die gefühlvolle Frau mit bissigem, trockenem Humor aus. Ruth wechselt mühelos zwischen Erinnerungen und dem lebendigen Dialog mit Jonas im Hier und Jetzt. Max Riemelt stattet den jungen Mann mit einer verhaltenen Intensität aus, die der Freundschaft mit Ruth Spannung verleiht. Die Leichtigkeit des Spiels beider Darsteller passt gut zum sparsamen, aber pointierten Inszenierungsstil. Janson genügen oft nur skizzenhafte Szenen, um Atmosphäre zu erzeugen und wichtige Informationen einzuflechten. Er wechselt so geschickt zwischen Schauplätzen und Zeiten wie zwischen Stimmungen. Die Produzentin Alice Brauner hat diesen schönen, eindringlichen Film ihrer Mutter Maria Brauner gewidmet, deren Kindheitserinnerungen in Ruths Biografie eingeflossen sind.

    Fazit: Das von Hannelore Elsner und Max Riemelt bewegend gespielte Drama "Auf das Leben!" überzeugt mit Stilsicherheit und einem spannenden Wechsel zwischen Melancholie und Optimismus.
  • Tragikomödie um die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einer älteren von Kindheitserlebnissen traumatisierten Jüdin und einem jungen hoffnungslosen Mann mit Hannelore Elsner und Max Riemelt.

    Wenn sich zwei Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft begegnen, die nur eines verbindet, die Angst vor der Zukunft, könnte das eine triste Angelegenheit werden. Nicht bei Uwe Jansons mit Humor gespickter Hymne “Auf das Leben!”, auch wenn die mit dem Suizidversuch der Protagonistin beginnt. Als die einstige jüdische Cabaret-Sängerin Ruth wegen Mietschulden ihre Wohnung verlassen muss und in einen freudlosen Block einquartiert wird, verlässt sie der Optimismus, der ihr sogar geholfen hat, die Traumata aus der Kindheit im Dritten Reich zu verdrängen. In letzter Minute entdeckt der Möbelpacker Jonas die Lebensmüde. Er besucht sie später auch in der psychiatrischen Klinik. Zwischen den beiden beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft, bei der sie einander Halt geben.

    Die Grundidee stammt von Produzentenlegende Artur Brauner, Teile der Handlung beruhen auf den Kindheitserinnerungen seiner Frau Maria, der der Film gewidmet ist. Diese waren Ausgangspunkt und Motivation für Tochter und Produzentin Alice Brauner die Geschichte einer Überlebenden zu einer Filmerzählung zu machen, die Alt und Jung zusammenführt und dazu bringt, Verständnis füreinander zu entwickeln und Lebensmut neu zu entdecken. Die Chemie zwischen einer aufmüpfigen Hannelore Elsner und einem mehr zurückhaltenden Max Riemelt funktioniert, auch die Besetzung der Nebenrollenmit Andreas Schmidt und Mathieu Carrière überzeugt. Look und Kameraführung stimmen. Dafür holpert das Drehbuch etwas, was vielleicht an den Querelen um die Vorlage der Autoren lag, die sich mehr auf die Figur der Ruth konzentrieren wollten, was in der Bearbeitung dem Rotstift zum Opfer fiel. Die Figur des jungen Mannes wirkt zu Anfang wenig elaboriert, entfaltet sich erst zum Ende hin. Gut in die Handlung integriert sind die Rückblenden mit Sharon Brauner als junger Ruth, die in den 1970er Jahren erfolgreich auf der Bühne jiddische Lieder interpretiert, wegen einer Messerattacke auf einen früheren Peiniger aus dem KZ im Gefängnis landet und ihre große Liebe verliert (Riemelt in einer Doppelrolle). Hannelore Elsner singt erstmals vor der Kamera und kann sich hören lassen. mk.

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