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Auch Männer mögen's heiß

   Kinostart: 08.08.1996

Filmhandlung und Hintergrund

Humorvoller Liebesreigen, dessen vorhersehbarer Plot durch realistische Darstellung, gelungene Gags und glänzende Schauspieler- leistungen ausgeglichen wird.

Tagsüber ist Adrien ein adrett angezogener, äußerst erfolgreicher Banker, nachts ein promiskuitiver Schwuler auf der Suche nach dem Mann fürs Leben. Mit der Nachtclub- Besitzerin Eva verbindet ihn eine langjährige, tiefe - aber platonische - Freundschaft. Diese wird auf eine harte Probe gestellt als Alexandre, Adriens Chef, Eva zunächst Avancen macht und sich dann in sie verliebt. Auch Alexandres Frau Marie kann der Affäre nichts Positives abgewinnen und stellt ihren Mann zur Rede. Eva wiederum möchte die Beziehung zu Adrien nicht gefährden und hält Alexandre hin.

Tagsüber ist Adrien ein adrett gekleideter Banker, nachts verwandelt er sich in einen promiskuitiven Homosexuellen, der in den einschlägigen Pariser Nachtclubs nach dem Mann fürs Leben sucht. Als seine langjährige platonische Freundin Eva sich in Alexandre, Adriens Chef, verliebt, reagiert er wider Erwarten mit unverhohlener Eifersucht. Da auch Alexandres Frau Marie der Affäre nichts Positives abgewinnen kann, entbrennt ein heftiger Machtkampf unter den Mitgliedern des Quartetts.

Adrien führt ein Doppeleben: tagsüber ist er korrekter Banker, nachts verwandelt er sich in schrille Fummel gewandet in einen kessen Homosexuellen beim Cruising. Komödiantischer Liebesreigen und kenntnisreiches Porträt der Pariser Schwulenszene.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Auch Männer mögen's heiß: Humorvoller Liebesreigen, dessen vorhersehbarer Plot durch realistische Darstellung, gelungene Gags und glänzende Schauspieler- leistungen ausgeglichen wird.

    Aus Frankreich kommt eine Komödie, die mit kenntnisreichem Blick das Leben der Pariser Schwulenszene porträtiert. Regisseur und Drehbuchautor Gabriel Aghion, der sich als Regie-Assistent von Claude Zidi und Jean-Jacques Beineix seine ersten Meriten verdiente und inzwischen zur jungen Garde der französischen Filmemacher zählt, stürzt sich jedoch nicht auf das schon zum Klischee gewordene Lack- und Leder-Milieu, sondern zeigt voller Sympathie das alltägliche Leben der „bürgerlichen“ Homosexuellen - ein politisch korrektes Update von „Ein Käfig voller Narren“.

    Adrien (Sympathieträger: Patrick Timsit aus „Little Indian“) ist ein erfolgreicher Banker, dessen Auftreten tagsüber dem seiner adrett-dynamischen Mitarbeiter bis aufs Haar gleicht. Doch nachts dürften einige der seriösen Herren ihren Kollegen nicht wiedererkennen. Denn während sie dem ehelichen Beischlaf nachgehen, treibt Adrien sich in der Schwulen-Disco seiner Freundin Eva (Fanny Ardant als liberale, wenn auch etwas spröde Über-Mutter) herum. Den Mann fürs Leben hat Adrien jedoch noch nicht gefunden. Dauerhafter ist da schon seine Beziehung zu Eva, wiewohl diese sich auf ein rein platonisches Miteinander beschränkt. Bei einem Abendessen mit seinem Chef Alexandre (souverän wie immer: Richard Berry aus Taverniers „Der Lockvogel“) zu dem Eva ihn begleitet, gerät diese Freundschaft in Gefahr. Alexandre verliebt sich nämlich in die attraktiv-unkonventionelle Mittvierzigerin, wofür nicht nur seine Frau Marie (exaltierte Schicki-Micki-Gattin: Michele Laroque) wenig Verständnis aufbringen kann, sondern unerwarteterweise auch der bisher an weiblicher Schönheit uninteressierte Adrien. Komplikationen zuhauf also, die genügend Stoff für eine amüsante, leicht verdauliche Komödie der Irrungen und Wirrungen abgeben - für sehr viel mehr jedoch auch nicht.

    Denn der aus unzähligen Genre-Filmen bereits bekannte Plot bekommt durch die Einführung der schwulen Hauptfigur nur einen neuen Anstrich. An Tiefe gewinnt er dabei nicht. Aghions löbliche Absicht, die Homosexuellen aus ihrem filmischen Ghetto der SM-Clubs und Drag-Queen-Shows herauszuholen, ist zwar unverkennbar, doch seine schematische Charakterzeichnung vermag die Figuren nicht zum Leben erwecken. Selbst der schwule Normalo Adrien, immerhin die interessanteste Person des Films, ist letztlich auch nicht mehr als ein ärgerliches Klischee. Der französische Regie-Newcomer stilisiert ihn als bürgerlichen Alltags-Helden, der einzig durch seine Homosexualität alle Anderen aussticht (seine eifersüchtig gepflegte Freundschaft zu Eva ist nur ein weiterer Beweis seiner großen Seele). Nichtsdestotrotz wirken die Szenen in den schwulen Lokalitäten erfrischend authentisch, sind die Gags immer für einige Lacher gut . Zudem agieren die Schauspieler durchwegs glänzend. Ob sich der immense Erfolg im Entstehungsland („Auch Männer mögen’s heiß“ wurde von mehr als drei Millionen Franzosen gesehen und ist der bislang erfolgreichste französische Film des Jahres) hierzulande wiederholen wird, muß allerdings - trotz der Vorarbeit aktueller und ähnlich gelagerter Werke wie „The Birdcage“ und „Echte Kerle“ - abgewartet werden. geh.

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