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Die Welt der Minomoys

Das Land der Minimoys, eines der Sieben Königreiche, ist ein Wunderland. Es ist eine Welt der Legenden, sehr nah und doch fern von unserer eigenen. Es ist eine fantastische Welt, versteckt im Rasen eines Gartens. Ein Universum wie kein anderes, das Arthur oder andere Kinder je gesehen haben. Die Minimoys bauen ihre Häuser aus Holz und Blättern, gewundenen Wurzeln, ausgehöhlten Pilzen oder getrockneten Blumen. Kein Minimoy ist größer als zwei bis drei Millimeter und somit für das menschliche Auge nahezu unsichtbar.

Arthur

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Alle Bilder und Videos zu Arthur und die Minimoys 2 - Die Rückkehr des bösen M

Für einen 13-Jährigen ist Arthur nicht nur besonders abenteuerlustig, sondern auch überaus einfallsreich und mutig. Selbst auf Minimoy-Größe geschrumpft, verhalf ihm vor 10 Monaten all sein Mut und seine Tapferkeit dazu, den bösen Tyrannen Maltazard zu besiegen und das Herz der Prinzessin Selenia zu erobern. Aber Maltazard bereitet schon seine Rückkehr vor, und Selenia schwebt erneut in höchster Gefahr…

Selenia

Selenia ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Prinzessin: unwiderstehlich, grazil, klug aber auch launisch und rechthaberisch. Doch inzwischen ist aus der rebellischen Selenia eine junge Romantikerin geworden, die die Rückkehr ihres Retters Arthur kaum erwarten kann.

Beta

Selenias kleiner Bruder Beta lässt selten ein Fettnäpfchen aus und hat großen Spaß an fantastischen, aber oft nutzlosen Geräten. Er ist Arthurs größter Fan und geht nirgendwo ohne sein multifunktionales Taschenmesser hin.

Archibald

Arthurs Großvater Archibald ist nach vielen Jahren in Maltazards Gefängnis endlich an die Erdoberfläche zu seiner geduldig wartenden Frau zurückgekehrt. Dort widmet er sich nun zusammen mit den Bogo-Matassalaï Arthurs weiterer Ausbildung und Erziehung.

Der König

Als Wächter der Minimoy-Welt ist der weise König stets bemüht, alle Gefahren von seinem Reich abzuwenden. Doch als seine Tochter Selenia von Maltazard entführt wird, ist er erneut auf Arthurs Hilfe angewiesen.

Prosciutto

Als Chefkoch am königlichen Hof der Minimoys ist Prosciutto ein leidenschaftlicher Künstler der feinen Küche mit liebenswert italienischem Akzent.

Pitbery

Dieser kleine Kerl hat den wichtigsten Job im Minimoy-Königreich: die Luftraumkontrolle. In einer Brombeere eingeschlossen, überwacht er z.B. Libellenlandungen auf Trompetenblumen.

Di Vinci

Seine Brille und seine weißen Haare weisen auf das ernorme Wissen dieses Erfinders hin, der für die Kunst und Technologie im Minimoy-Königreich verantwortlich ist.

Max

Max ist ein Koolomassai und Inhaber der angesagten Jaima Bar. Er ist Spezialist für Afrobeats und Jack Fire Cocktails. Max freut sich sehr, seinen kleinen Kumpel Arthur wiederzusehen und ist ganz erpicht darauf, ihn in der hippen Paradise Alley herumzuführen.

Replay

Max’ Cousin Replay ist der Einzige, dem Max hundertprozentig vertraut. Replay ist ein genialer Taschendieb und weiß über alles und jeden in der Paradise Alley Bescheid. Aber er könnte seinen guten Ruf sehr schnell verlieren, wenn jemand entdeckt, dass er eine Perücke trägt.

Snow

Snow, ein weiterer Cousin von Max, verbringt seine Zeit am liebsten damit, in der Paradise Alley umherzufahren und fluoreszierende Armbänder an vorbeikommende Touristen zu verhökern.

Maltazard

Früher war der Böse M. einmal ein gutaussehender Prinz. Dann wurde er Opfer eines giftigen Kusses, der ihn in ein grausames Wesen - halb Minimoy, halb Insekt -verwandelte. Als Tyrann von Nekropolis, der verbotenen Stadt, führte er ein düsteres Regime, bis er vom unerschrockenen Arthur vertrieben wurde. Seitdem sinnt er auf Rache und bereitet heimlich seine Rückkehr vor, indem er Arthur in eine gefährliche Falle lockt.

Darkos

Maltazards Sohn Darkos ist zwar genauso hässlich wie sein Vater, aber aufgrund seiner Naivität und Tollpatschigkeit viel weniger furchteinflößend. Weil er im Kampf gegen die Minimoys schon allzu oft versagt hat, ist er ständig den Erniedrigungen seines Vaters ausgesetzt und wendet sich schließlich von ihm ab.

Kröb

Dieser grüngefärbte, gehörnte Tyrann ist der neue Herrscher des Siebten Königreiches und lässt die Bewohner fast nostalgisch an Maltazard zurückdenken. Häufig als einhörniger Zentaur auftretend, ist er besessen davon, sein Territorium unter Kontrolle zu halten – mit einer Armee, die genauso ist wie er: gemein und hässlich.

Interview mit Bill Kaulitz (Stimme von Arthur)

Erinnerst Du Dich noch an Deine Reaktion, als Du den ersten Teil von ARTHUR UND DIE MINIMOYS im Kino gesehen und Deine Stimme gehört hast?

Ich musste mich da erst einmal dran gewöhnen, meine eigene Stimme zu hören. Das mag ich nämlich eigentlich gar nicht. Gerade deswegen war ich natürlich sehr kritisch, was meine Arbeit an dem Film angeht. Nach einer Weile war ich allerdings auch richtig stolz und dachte nur: „Wow!“ Ich erinnerte mich sofort an die Tage im Synchronstudio und wie viel Arbeit das war. Aber ich wusste eben auch noch genau, wie viel Spaß das gemacht hat und konnte es genießen, das Endergebnis endlich auf der Leinwand zu sehen.

Hast Du Dich also gefreut, für ARTHUR UND DIE MINIMOYS – DIE RÜCKKEHR DES BÖSEN M. ein zweites Mal Deine Stimme diesem kleinen Abenteurer zu leihen?

Klar, ich war wieder richtig aufgeregt. Synchronisation ist für mich ja immer noch etwas Neues, da bin ich längst nicht so routiniert wie beim Singen. Und als ich den Film dann gesehen habe, habe ich mich richtig zuhause gefühlt. Durch den ersten Teil habe ich einen richtigen Bezug zu Arthur und hatte sofort wieder Lust, ihn noch einmal zu sprechen. Ein Stück weit ist das irgendwie auch mein Film – und ich fühle beinahe eine Art Verantwortung für Arthur.

Hattest Du vorher eine Ahnung, wie die Handlung im zweiten Teil weitergehen würde?

Nein, ich war total gespannt, vor allem wie es mit Arthur und Selenia weitergeht. Das Ende des Films hat mich dann auch wirklich total überrascht, das sieht man überhaupt nicht kommen. So oder so wird das Publikum auf jeden Fall ein paar ganz neue Erfahrungen mit Arthur machen.

Würdest Du denn sagen, dass Arthur sich verändert hat?

Er ist auf jeden Fall ein bisschen erwachsener geworden, nicht zuletzt durch all die Erfahrungen, die er im ersten Film gesammelt hat. Dafür dass er noch so jung ist, hat er ja schon ganz schön viele krasse Sachen erlebt. Das hat ihn sicher reifer gemacht. Außerdem hat er auch eine große Verantwortung übernommen, indem er die Minimoys im ersten Teil gerettet hat. Das nimmt er sehr ernst, schließlich liegen ihm die Minimoys wahnsinnig am Herzen. Und vor allem möchte er natürlich Selenia beschützen, denn in die ist er schließlich verliebt.

Hast Du eine Lieblingsszene im neuen Film?

Eine meiner liebsten Szenen ist auf jeden Fall, als Arthur und Selenia sich zum ersten Mal küssen. Arthur kommt ja viel später bei den Minimoys an als erwartet und Selenia war schon richtig traurig. Er hat Angst, dass sie enttäuscht ist und ein völlig falsches Bild von ihm bekommt. Dabei war er ja die ganze Zeit in Gedanken bei ihr und hat sich Sorgen gemacht. Als sie sich dann endlich küssen, ist das eine richtig intensive Szene – und man merkt wirklich, wie verliebt die beiden sind.

Läufst Du eigentlich anders durchs Gras seit Du weißt, dass dort die Minimoys wohnen?

Naja, ich bin eigentlich ohnehin nicht so der Naturfreak. Aber das ist ja in diesem Fall auch gar nicht so schlecht, schließlich muss ich mir auf diese Weise nie den Vorwurf machen, dass ich vielleicht die Minimoys verletze. Deswegen mein Tipp an alle: Kommt in die Großstädte und lasst die Minimoys im Wald und den Wiesen in Frieden!

Die Welt dieser kleinen Wesen ist Dir also total fremd?

Irgendwie schon. Aber trotzdem bekommt man durch die Filme plötzlich Lust, all diese Sachen auch mal zu erleben und selbst ein Minimoy zu sein. Auf einmal hat man Lust, auch mal in einer Blume zu schlafen oder mit einem Marienkäfer durch die Gegend zu fliegen. Solche Szenen machen Arthurs Abenteuer zu einem echten Erlebnis.

Interview mit Luc Besson (Regie, Buch)

Welche Erfahrungen haben Sie aus ARTHUR UND DIE MINIMOYS mitgenommen, der ja Ihr erster Animationsfilm war?

Die Produktion des ersten Films hatte etwas von learning by doing. Schließlich handelte es sich auch für die rund hundert Grafiker, die bei BUF Cie arbeiteten, um eine völlig neue Erfahrung. Ich persönlich musste mich vor allem daran gewöhnen, wie zeitaufwendig ein Animationsfilm ist. Häufig verging zwischen dem Moment, in dem ich eine Idee für eine bestimmte Einstellung hatte, und der ersten Sichtung dieser Einstellung ein ganzes Jahr! Aber dank dieser Erfahrung hatte ich diesmal eine genauere Vorstellung des Endergebnisses, und ich fühlte mich bei der Arbeit hinter der Kamera regelrecht befreit. Was die Inszenierung des ersten Teils von ARTHUR angeht, war ich vielleicht etwas zu gehemmt. Diesmal habe ich mir alles erlaubt.

Man hat tatsächlich den Eindruck, dass die Kamerabewegungen der animierten Teile noch sensationeller sind, dass der Film deutlich actionreicher ist.

Im ersten Film mussten wir den Größenunterschied zwischen der echten Welt und der Welt der Minimoys begreiflich machen. Diese Erklärungen konnten wir uns diesmal sparen und sofort in das Abenteuer einsteigen. Arthur benutzt so ziemlich alles als Fortbewegungsmittel, was da krabbelt oder fliegt: Mücken, Spinnen, Schmetterlinge, Raupen, aber auch ein Flugzeug und ein Auto. Es hat Spaß gemacht, ihn die ganze Bandbreite von Abenteuern erleben zu lassen, von denen kleine Jungen träumen. Die Schauspieler, die wir für die Bewegungsabläufe der animierten Figuren filmten, erhielten diesmal von mir die Anweisung, voll aufzudrehen. Beim ersten Film hatte ich nämlich festgestellt, dass man in dieser Hinsicht nicht genug übertreiben kann. 3D-Figuren haben immer etwas karikaturhaftes, deshalb müssen die Schauspieler Gestik und Mimik grundsätzlich forcieren. Beim ersten ARTHUR habe ich sie gebremst, doch diesmal ließ ich sie an der langen Leine. Es hat sich gelohnt, wie das Endergebnis zeigt.

Warum haben Sie die beiden Fortsetzungen von ARTHUR UND DIE MINIMOYS gleichzeitig gedreht?

Das hatte einen rein physischen Grund. ARTHUR UND DIE MINIMOYS 2 – DIE RÜCKKEHR DES BÖSEN M. sowie ARTHUR UND DER KRIEG DER ZWEI WELTEN erzählen letztlich eine einzige Geschichte, die fürs Kino in zwei Episoden aufgeteilt wurde. Arthurs Aussehen durfte sich demnach von einer Episode zur nächsten nicht maßgeblich verändern. Aber Freddie Highmore ist ein Teenager, der sich mitten im Wachstum befindet. Zwischen den Dreharbeiten konnten wir also auf keinen Fall ein Jahr verstreichen lassen. Dafür wächst er viel zu schnell!

Mit dem ersten Film führten Sie die Figuren und die Welten ein, in denen sie leben. Worauf lag beim zweiten Teil der Schwerpunkt?

Ich wollte, dass der Film noch mehr Action hat. Aber auch, dass die Geschichte deutlich poetischer ausfällt. Nehmen wir nur die Rückblenden, durch die man erfährt, was Selenia zugestoßen ist. Sie verleihen dem Film Rhythmus und Lebendigkeit. Aber durch sie können wir auch das Seelenleben der kleinen Prinzessin erkunden. Diese Figur wurde bislang lediglich aus Arthurs Blickwinkel gezeigt, nähere Informationen über ihr Leben gab es kaum. Diesmal entdecken wir ihren Alltag, und auf kleine Mädchen übt das natürlich einen besonderen Zauber aus. Ich weiß es, denn diese Sequenz habe ich an meinen Töchtern „ausprobiert“.

Wie entwickelte sich die Zusammenarbeit mit BUF?

Ich würde unsere Beziehung als eine glückliche Ehe bezeichnen, die noch lange halten wird. Beim ersten ARTHUR, der ja unbekanntes Terrain bedeutete, neigte jeder von uns dazu, die Decke an sich zu reißen. Aber dann lernten wir uns näher kennen – und sind letztlich voller Enthusiasmus in dieses zweite Abenteuer gestartet. Es freut mich wirklich, dass ich BUF vor neue Herausforderungen stellen und somit demonstrieren konnte, wie talentiert die Mitarbeiter sind. Es handelt sich um ein Team, das mit den neuesten Techniken arbeitet und sich vor der amerikanischen Konkurrenz nicht zu verstecken braucht.

In dieser Fortsetzung gibt es noch mehr Interaktion zwischen den animierten Teilen und den Live-Action-Szenen – wollten Sie die BUF-Teams damit auf die Probe stellen?

Nein, ich wollte die Geschichte einfach spannender und lebendiger gestalten, indem wir zwei Abenteuer parallel zeigen: wie Arthur erneut zu den Minimoys hinabsteigt und wie seine Eltern ihn suchen.

Die Produktion des ersten ARTHUR nahm sehr viel Zeit in Anspruch. Hat das die Arbeit an dieser Fortsetzung letztlich beschleunigt und sie in technischer Hinsicht erleichtert?

Durchaus. Andererseits sind unsere Ansprüche gestiegen, gerade was die Textur der Bilder angeht – da hat BUF große Qualitätssprünge gemacht. Hinzu kamen all die neuen Figuren und Schauplätze, die entworfen werden mussten – und von denen eine verrückter als die andere ausfiel.

Die Paradise Alley zeigt eine sagenhafte nächtliche Welt. Was hat Sie dazu inspiriert?

Das ist ein Mix aus Broadway und Pigalle – eine Lichterstadt wie aus dem Bilderbuch, in der Neonlampen von Glühwürmchen und Autos von bunten Insekten ersetzt werden. Es ist eine sehr moderne, fröhliche Welt, und es war eine tolle Herausforderung, sie zu realisieren.

Als Schauplatz wirkt die Paradise Alley vergleichsweise erwachsen. War das Ihre Absicht?

Ich würde eher sagen, jugendlich. Arthur ist älter geworden, und mit ihm auch die Zuschauer des ersten Films. Ich bin überzeugt, dass sie die ersten sind, die sich diese Fortsetzung ansehen werden. Deshalb wollte ich, dass Arthur ebenfalls reifer wird. Bei den Harry-Potter-Filmen hat man es genauso gemacht, und das war eine kluge Entscheidung. So gewinnt man Figuren lieb, die gleichzeitig mit ihrem Publikum älter werden. Drehbuchschreiben ist im Übrigen viel interessanter, wenn es um Figuren geht, die eine Vergangenheit besitzen, und wenn man ihnen eine gewisse Reife andichten kann.

Dies ist das erste Sequel Ihrer Karriere. Hat es Spaß gemacht, erneut mit denselben Schauspielern zu arbeiten?

Die Dreharbeiten des ersten Films waren wunderbar. Ich erinnere mich daran wie an unvergessliche Ferien. Deshalb stand für mich fest, wieder mit denselben Schauspielern zu arbeiten. Zwischen uns hat sich eine feste, tiefe Freundschaft entwickelt. Als wir uns dann zwei Jahre später wiedersahen, am selben Ort, umgeben von denselben Farben und Gerüchen, hat mich das sehr glücklich gemacht!

Zwischen den beiden ersten ARTHUR-Episoden haben Sie an Yann-Arthus Bertrands „grünem“ Dokumentarfilm HOME mitgewirkt. Hat diese Erfahrung Sie darin bestärkt, die ökologische Botschaft von ARTHUR 2 zu betonen?

Die Öko-Botschaft ist in allen ARTHUR-Folgen sehr präsent, denn dieses Engagement liegt mir schon seit langem am Herzen. Allerdings fand ich es wichtig, beim Schreiben der vier ARTHUR-Geschichten die Botschaft auf unterhaltsame Weise zu vermitteln. HOME war in erster Linie das Projekt von Yann-Arthus Bertrand. Ich hatte mir schon länger den Kopf darüber zerbrochen, wie ich mit den Möglichkeiten des Kinos etwas für die Umwelt tun könnte, wie ich meine 30-jährige Erfahrung in den Dienst dieser Sache stellen konnte. Als Yann an mich herantrat, schloss ich mich ohne zu zögern seinem Projekt an.

Der zweite ARTHUR endet mit einem echten Cliffhanger. Was erwartet uns im dritten Teil?

Das Ende von ARTHUR 2 mag ein bisschen abrupt erscheinen, denn die Geschichte hört quasi mittendrin auf. Aber für uns stand fest, dass wir keinen dreistündigen Film drehen würden. Wer das Buch gelesen hat, kennt die vertrackte Situation, in der sich unser Trio befindet: Arthur ist so klein wie ein Minimoy, während Maltazard mit seinen 2,10 Meter in die Welt der Menschen eindringt. Normal ist das wirklich nicht…

Was hat Ihnen bei der Produktion dieses Animationsfilm-Sequels besonders viel Spaß macht?

Spaß ist vielleicht nicht das richtige Wort, denn immerhin handelt es sich um einen langwierigen Prozess. Zwei, drei oder gar vier Jahre lang beschäftigt man sich höchstens ein paar Stunden pro Woche mit dem Film. Obwohl das Ganze also recht umständlich ist, steckt es trotzdem voll kleiner Freuden. Etwa, wenn man sieht, wie sich die Bilder stetig weiterentwickeln – sie bestehen aus insgesamt elf Schichten und werden von Schicht zu Schicht perfekter. Oder die Stimmenaufnahmen, die machen auch eine Menge Spaß. Aber die größte Freude erlebt man bei der allerersten Filmvorführung in einem Kino voller Kinder. Dieser Augenblick hat etwas Magisches. Da kommen bei mir all die Erinnerungen an Disney-Zeichentrickfilme wieder hoch, an meine weit aufgerissenen Augen. Der Anblick dieser Kindergesichter ist ein unbezahlbares Vergnügen. Und gleichzeitig eine sehr frustrierende Erfahrung, denn fünf Sekunden nach dem Ende des Films kommt die Frage von allen Seiten geschossen: „Wann gibt's die Fortsetzung zu sehen?“ Es ist beeindruckend, wie sehr Kinder in solche Geschichten eintauchen können.

Interview mit Pierre Buffin (CG Animationsdesign)

Mit ARTHUR UND DIE MINIMOYS wagten Sie ein Abenteuer mit vielen Unbekannten. Welche Erfahrungen haben Sie daraus mitgenommen?

Dass nichts unmöglich ist! Als wir uns auf dieses Projekt einließen, wusste keiner von uns, ob es uns wirklich gelingen würde, es zu einem guten Ende zu bringen. Wir ahnten nicht, vor welchen Problemen wir stehen würden. Diesmal ging alles leichter vonstatten, auch wenn es eine nicht zu verachtende Herausforderung gab: Mir mussten zwei Filme, nämlich ARTHUR 2 und 3, im gleichen Zeitraum realisieren, der uns für den ersten zur Verfügung stand, also zweieinhalb Jahre. Diese zeitliche Begrenzung zwang uns, uns selbst zu übertreffen. Als erstes verdoppelten wir die Mannschaften und sorgten dafür, dass alle Mitarbeiter besser angeleitet wurden. Bei der Ausbildung der neuen Grafiker ließen wir uns mehr Zeit. Außerdem zogen wir um und organisierten die Arbeit neu. Im Prinzip änderte sich zwar nicht so viel, doch im Vergleich zum ersten ARTHUR wurden die Arbeitsschritte vereinfacht. Unser Ziel war es, besser zu sein als beim ersten Film. Dieser Anspruch eignete sich prima als Geheimwaffe, um die Teams immer wieder anzustacheln. Denn sie ertrugen es nicht, wenn ich etwas mit den Worten kritisierte: „Das finde ich nicht so gut wie beim ersten Mal.“

Man könnte also sagen, dass die Herstellungsweise der beiden Filme identisch ist?

Den Prozess ändern oder beibehalten – das war die wichtigste Frage, bevor es losging. Da wir beim ersten Film vergleichsweise innovativ gearbeitet hatten, fanden wir es bedenklich, die Methode zu ändern. Das Gros der Mannschaft kannte den Prozess, außerdem mussten wir dem Look des ersten Films treu bleiben. Deshalb haben wir uns darauf konzentriert, manche Dinge zu verbessern. Dazu gehörte eine wesentliche Entscheidung: Wir mussten unseren eigenen Render entwickeln, eine Software, mit der wir die fotorealistische Animation perfektionieren konnten.

Beim ersten ARTHUR trafen Sie sich sehr häufig mit Luc Besson, der davor noch keinen Animationsfilm gedreht hatte. Wie entwickelte sich Ihre Zusammenarbeit?

Ich muss zugeben, dass ich bei ARTHUR UND DIE MINIMOYS ein wenig defensiv eingestellt war, manchmal wurde ich sogar panisch. Aber nach fast fünf Jahren der Zusammenarbeit herrscht eine wunderbare Vertrautheit. Und heute wird mir klar, dass ich das, was er uns vor zwei Jahren sagte, viel besser verstehe. Entsprechend haben wir die Arbeitsschritte vereinfacht, zum Beispiel in Sachen Storyboard. Beim ersten Mal griffen wir, so oft es ging, auf Luc zurück, diesmal ist es uns hin und wieder sogar gelungen, vorauszuahnen, was er von uns verlangen würde. Obwohl kein Zweifel daran besteht, das Luc immer 30 Minuten oder eine Stunde Vorsprung vor allen anderen hat.

Wurde irgendetwas an den bekannten Figuren geändert?

Wir haben sie leicht älter gemacht, dazu wurden zum Beispiel ihre Augen verkleinert. Das waren freilich sehr subtile Änderungen. Man müsste schon die alten und neuen Versionen nebeneinander stellen, um den Unterschied zu bemerken. Da das Rendering umfassend verbessert wurde, landete die Mehrzahl der alten Modelle ohnehin im Papierkorb.

Diese Fortsetzung zeichnet sich unter anderem durch zahlreiche neue Figuren aus. Welche machten Ihnen die meiste Arbeit?

Arbeit machte vor allem ihre schiere Menge! Wir haben Figuren entworfen, die zum Teil nur fünf Sekunden auf der Leinwand zu sehen sind. Das hing mit der Kulisse Paradise Alley zusammen, in der es vor Leben wimmeln musste – immerhin galt es, Las Vegas in einem Rinnstein nachzubilden. Ausgehend von Max, dem Koolomassai aus dem ersten ARTHUR, entwarfen wir einen regelrechten Schmelztiegel an neuen Figuren. Wir merkten schnell, dass sie prima funktionieren. Replay wurde zum Beispiel im Nu animiert. Das war eine dieser Figuren, die fast von allein entstehen. Selenia hingegen bereitete uns auch diesmal Kopfzerbrechen. Sie muss weiblich und somit realistisch wirken, was immer schwieriger zu entwerfen ist als eine karikaturartige Figur.

Max' Autowerkstatt ist eine Kulisse, die ebenfalls sehr einfallsreich gestaltet wurde.

Diese Fortsetzung räumt ihr tatsächlich viel Platz ein. In Max' Werkstatt stehen haufenweise Insekten herum, die aufgepimpt wurden und äußerst originelle Verfolgungsjagden verheißen. So tickt Luc nun mal: Er möchte nicht, dass es auch nur fünf Sekunden Leerlauf auf der Leinwand gibt. Das erklärt die Hektik in Max' Werkstatt und diese amüsanten Räderwerk-Systeme.

In der Fortsetzung gibt es zwischen Live-Action und CG-Animation deutlich mehr Interaktion.

Das kann man wohl sagen! Viel Arbeit hat uns zum Beispiel die Durchquerung der Lianen gemacht. Allein für diese Sequenz brauchten wir nahezu acht Monate. Weil sich Maltazard in die Welt der Menschen begibt – davon wird im dritten Teil sehr viel mehr zu sehen sein –, musste diese Figur quasi menschlich gezeigt werden. Deshalb haben wir sie grundlegend umgestaltet, um ihren Realismus zu steigern.

Worauf sind Sie bei dieser Fortsetzung besonders stolz?

Dass es uns gelungen ist, innerhalb von zweieinhalb Jahren gleich zwei Filme fertigzustellen. Und auf die ganzen Fortschritte, die sich daraus ergaben. Das ist es doch, was diesen Beruf so spannend macht: die Dinge voranzutreiben…

Produktion: Kulissen, Licht und Kostüme

Für den Produktionsdesigner Hugues Tissandier, der zum ersten Mal an einem Sequel arbeitete, hatte eines oberste Priorität: Die Kulissen durften sich von denen des Originals nicht unterscheiden. So wurde Archibalds Haus, das bereits im ersten ARTHUR vorkommt, absolut identisch wieder aufgebaut und mit Möbeln und Accessoires ausgestattet, die man nach dem ersten Dreh aufbewahrt hatte. Nagelneue Kulissen gibt es vor allem im Dorf zu entdecken.

„Das Dorf, das der Geschichte zufolge in Connecticut liegt, wurde erneut in der Normandie errichtet. Das kleine Areal, das bereits in ARTHUR UND DIE MINIMOYS zu sehen war, wurde aufgefrischt und auf insgesamt 40.000 Quadratmeter erweitert, um den Drehbuch-Vorgaben gerecht zu werden. Wir haben das ganze soziale Leben des Dorfes mit Gebäuden versorgt: einer Kirche, Geschäften, einem Supermarkt, einer Autowerkstatt, einem Eisenwarenladen, einer Polizeistation, einem Kino und einem Springbrunnen. Dabei haben wir uns selbstverständlich an zeitgenössischen Vorlagen orientiert. Das Besondere an dieser Film-Stadt war, dass hinter jeder Außenfassade auch die dazugehörigen Innenräume errichtet wurden. Beim Dreh des ersten ARTHUR hatten wir unter den Wetterkapriolen in der Normandie gelitten. Da wir nun über Innenkulissen verfügten, die unmittelbar an die Außenkulissen anschließen – und nicht, wie normalerweise, weit weg in einem Studio aufgebaut werden –, konnten wir den Drehplan, wenn nötig, spontan abändern. Das Wetter machte uns jedenfalls keinen Strich mehr durch die Rechnung. Die klimatischen Verhältnisse zwangen uns, die Kulissen so massiv zu bauen, dass sie Regen und Wind standhielten. Außerdem mussten sie echten Fahrzeug-Verkehr aushalten. Das ganze Dorf wurde also nicht nur leicht in Schieflage gebaut, damit das Regenwasser ablaufen konnte, sondern auch aus relativ solidem Material. Wände aufzustellen allein genügte nicht – das Dorf musste problemlos dreimonatige Dreharbeiten verkraften!“ (Hugues Tissandier)

Das Licht

Kameramann Thierry Arbogast, ein langjähriger Mitarbeiter von Luc Besson, arbeitete bei diesem lichtdurchfluteten Sequel wieder in der saftig grünen Landschaft der Normandie. Für seine Bilder ließ er sich auch diesmal von den bedeutendsten Vertretern des US-Naturalismus inspirieren: Norman Rockwell und Edward Hopper.

„Was das Licht angeht, war uns Konstanz sehr wichtig. Denn wir drehten in denselben Kulissen und derselben normannischen Landschaft. Wir mussten an den Look des ersten Teils anknüpfen, damit die drei Filme letztlich wie drei Kapitel einer einzigen Geschichte wirken. Das gefällt mir zum Beispiel an den Indiana-Jones-Filmen so gut. Die ersten drei Teile wurden alle vom selben Kameramann gedreht, der ihren Stil aufs schönste gewahrt hat. Ich arbeite sehr gern mit natürlichem Licht, deshalb machten mir die ersten Szenen dieser Fortsetzung besonders viel Spaß. Sie zeigen die verschiedenen Etappen von Arthurs Lehrjahren. Es sind kurze, visuell sehr schöne Szenen, die im Herzen der Natur entstanden – was stets weniger Arbeit macht. Nur ein Beispiel: Im Unterholz genügt schon eine reflektierende Leinwand oder ein weißes Laken, um das Licht zu beeinflussen. Bei Nacht spielende Szenen sind etwas schwieriger zu gestalten, weil die ‚Wahrhaftigkeit’ des Lichts – darauf legt Luc großen Wert – von der Dosierung abhängt. Für die Lianen-Szene beispielsweise kam es auf die richtige Mischung zwischen silbrigem Mondschein und den Fackeln der Bogo-Matassalaï an. Es ist dieser Mix aus warmem und kaltem Licht, der den ganzen Charme dieser Szene ausmacht.“ (Thierry Arbogast)

Die Kostüme

Weil in der Fortsetzung mehr Komparsen – hauptsächlich Dorfbewohner – vorkommen, mussten weit über 350 Kostüme kreiert werden. So konnte Kostümbildner Olivier Bériot seiner Leidenschaft für Vintage-Kleidung nach Herzenslust frönen.

„Wir ließen uns auch diesmal von der Werbung in den Zeitschriften der 50er Jahre inspirieren, außerdem von den Familienfotos, die viele Amerikaner ins Internet stellen. Diesmal legten wir ein besonderes Augenmerk auf die Berufe im Dorf, zum Bespiel die Bedienung im Schnellrestaurant. Dazu konnten wir auf viele Foto-Dokumente zurückgreifen. Auch den Look der Feuerwehrleute haben wir mit Hilfe von Zeitungsfotos aus jener Zeit reproduziert. In England besorgten wir uns bei einem Verleiher authentische Helme. Die derben Feuerwehrjacken haben wir freilich aus orangefarbenem Leinen genäht – die Dreharbeiten fanden im Sommer statt, und wir wollten verhindern, dass die Kostüme zu schwer ausfallen. Grundsätzlich mixten wir bei den Kostümen echte alte Stücke – etwa Mia Farrows Hütchen, die Krawatten und Hüte der Männer, aber auch viel Schmuck und Schuhe – mit Neuauflagen zeitgenössischer Modelle (die liegen aktuell sehr im Trend) und mit Kopien oder speziell für den Dreh hergestellter Kleidung. Ich muss sagen, diese Epoche macht es einem Kostümbildner leicht, denn die Schnitte der 50er Jahre stehen jedem!“ (Olivier Bériot)

Die Spezialeffekte

Stéphane Glück, Regieassistent und Second-Unit-Regisseur, erinnert sich an die Besonderheiten der Lianen-Sequenz. Darin sieht man, welche außergewöhnliche Methode Arthur nutzt, um wieder auf die Größe eines Minimoy zu schrumpfen. Außerdem handelt es sich dabei um eine der Sequenzen, die die meisten Spezialeffekte enthält.

„In dieser Sequenz kommt wirklich die ganze Magie des Kinos zum Tragen, denn hier verschmelzen drei verschiedene Techniken. Zum einen Realaufnahmen, die vor einem Greenscreen entstanden und Freddie Highmore zeigen, der sich in den Lianen verheddert, die von den Bogo-Matalassaï gezogen werden. Zum anderen ganz simple Tricks, etwa der Gebrauch einer Puppe, wenn in Großaufnahme gezeigt wird, wie die Lianen Arthurs Körper fest umschlingen. Und zuletzt 3D, was dafür sorgt, dass die ganze Sequenz so realistisch wie möglich wirkt. Sie las sich schon auf dem Papier sehr aufwendig, aber ihre Umsetzung erwies sich als ganz besonders schwierig. Zum einen häuften sich die Wetterkapriolen, es war kalt, was für die Schauspieler schrecklich ist, der Wind blies ständig die Fackeln aus, es regnete, und das konnte man im Bild sehen; es gab technische Probleme, ein Generator fiel aus; und außerdem logistische Schwierigkeiten, die wiederum mit dem Wetter zusammenhingen. Kurz, auch wenn es sich auf der Leinwand um eine der spektakulärsten Szenen handelt, so ist es keine von denen, die beim Dreh am meisten Spaß machten!“ (Stéphane Glück)

Produktion: Das Design

Die fünf Zeichner Philippe Rouchier, Robert Cepo, Nicolas Fructus und Georges Buchelaghem (alle bereits am ersten ARTHUR beteiligt) sowie Neuling Stéphane Martinez entwarfen das gesamte grafische Universum von ARTHUR 2, das reich an neuen Kulissen und Figuren ist.

„Wir haben unsere Arbeitsweise beibehalten und tauschten uns sehr intensiv untereinander aus. Ego-Spielchen wollten wir auf gar keinen Fall. Obwohl der kreative Anteil jedes einzelnen natürlich groß geblieben ist, gingen viele der Zeichnungen durch sämtliche Hände. Es konnte passieren, dass ich mit der Arbeit an einer Figur begann, sie aber, weil ich ideen- oder lustlos war, an den nächsten Kollegen weiterreichte, der meinen Entwurf wiederum nach Gutdünken abänderte. Manche Figuren rotierten sehr lange, bevor ihr endgültiges Aussehen feststand. So musste keiner krampfhaft und ohne echte Inspiration über einer Zeichnung brüten. Es ist diese Teamarbeit, die das Projekt so lohnend machte und zahlreiche Ideen hervorbrachte. Die einzige Auflage war, dass das Resultat wie aus einem Guss wirken musste. Ich würde sagen, dass wir bei dieser Fortsetzung unsere Recherchen in Bezug auf Materialien und Farben intensiviert haben. Entsprechend festlich fällt das Ergebnis aus, was natürlich auch mit der Welt der Paradise Alley zusammenhängt.“ (Philippe Rouchier, künstlerischer Leiter)

• Die Natur

„Alles, was mit der Natur zu tun hatte, wurde intensiv recherchiert. Jeder von uns schnappte sich früher oder später seinen Fotoapparat, um flach am Erdboden liegend Makroaufnahmen zu machen. Ich lebe zum Glück in der Normandie und gönnte mir öfter das Vergnügen, im Wald ganz nah an die Rinde von Baumstämmen heranzuzoomen oder mich ins Gras zu legen und die kleinen Krabbelwesen zu beobachten. Dahinter steckte die Idee, ein Bilder-Archiv anzulegen, aus dem wir jederzeit schöpfen konnten. Außerdem sollte jeder auch mal selbst ein Minimoy werden. Fantasiefähigkeit ist bei einem Zeichner von größter Bedeutung.“ (Robert Cepo)

• Die neuen Figuren

„Mir hat es besonders viel Spaß gemacht, die neuen Bösewichter – die Einhörner – zu entwickeln. Luc Besson wollte, dass sie viel monströser wirken als die Seiden im ersten ARTHUR. Wir haben sehr lange recherchiert, um das endgültige Design dieser Figuren zu finden. Am Ende gab es an die 50 sehr unterschiedliche Versionen, die alle mehr oder weniger insektenhaft ausfielen. Mitunter sind wir dabei über die Vorgabe ‚düster’ hinausgeschossen. Aber es war schön zu sehen, dass manche dieser Ideen, teilweise in abgewandelter Form, für andere Figuren verwandt wurden.“ (Georges Bouchelaghem)

• Selenias Zimmer

„Mit Selenias Zimmer entwarfen wir erstmals ein Minimoy-Interieur, das zugleich feminin und funktional wirken musste. Wir überlegten uns zahlreiche Details und übersetzten viele Dinge des täglichen Lebens in eine Minimoy-Version. So haben wir zum Beispiel ihren Bettvorleger als Spinnenhaut mit acht Beinen gezeichnet.“ (Philippe Rouchier)

• Paradise Alley

„Diese Kulisse war für uns etwas ganz Neues, auch wenn wir sie im Stil von Max' Bar entwerfen sollten. Ich musste dabei oft an BLADE RUNNER denken, gerade was die Beleuchtung angeht, die hauptsächlich aus Neonlicht bestand. Auch bei dieser Kulisse handelt es sich hundertprozentig um eine ‚recycelte’ Welt. Schließlich reißen sich die gewieften Koolomassai alles unter den Nagel, was sie cool finden oder was ihrer permanenten Feierlaune entspricht. Folgerichtig verwandelten sich Konservenbüchsen in Nachtclubs, ein Salzstreuer wurde zur Bühne für einen Lapdance… All das zu entwerfen, hat sehr viel Spaß gemacht.“ (Georges Buchelaghem)

4.) DIE CG-ANIMATION

Die wichtigsten Schritte der 3D-Animation: Wie schon beim ersten Film wurden die gesamten Techniken, die für die Produktion von ARTHUR UND DIE MINIMOYS 2 benötigt wurden, erneut von BUF selbst entwickelt.

• Das Set-Up der Figuren

Hierbei handelt es sich um die erste Etappe ihrer Herstellung in 3D. Sämtliche Figuren gehen auf ein einziges Modell zurück, einen von BUF entwickelten „Referenz-Menschen“, der sämtliche anatomischen Voraussetzungen besitzt, um abgewandelt und animiert zu werden: ein vollständiges Skelett, Muskeln unter der Haut, 32 Zähne und so weiter.

• Die Kulissen

Die Kulissen entstehen entweder auf der Basis von Modellen, die die Mannschaften von Hugues Tissandier bauen, oder sie werden direkt in 3D generiert – zum Beispiel für die Erntesequenz am Anfang des Films.

• Die Animation

Bei der Schlüsseletappe des 3D-Prozesses wird auf die Referenz-Filme zurückgegriffen, die Luc Besson mit seinen Referenz-Schauspielern gedreht hat. Sie dienen den 3D-Mannschaften als Modell und Vorbild für jede einzelne Einstellung des Films.

• Mapping von Kulissen und Figuren

Beim Mapping wird den Kulissen eine Oberflächenstruktur verpasst. Hierbei handelt es sich um die erste Phase des Rendering, die auf den Bau der Kulissen als Maßstabsmodelle folgt. Um den Figuren Oberflächenstruktur zu verpassen, sind dieselben Arbeitsschritte nötig, diesmal ausgehend von den Zeichnungen der 2D-Mannschaft.

• Beleuchtung

Von den 3D-Grafikern wird festgelegt, wie Kulissen und Figuren der einzelnen Sequenzen zu beleuchten sind. Hierbei handelt es sich um eine wichtige Etappe, denn sie bestimmt die unterschiedlichen Stimmungen des Films.

• Spezialeffekte

Eine ganze Reihe technischer Hilfsmittel muss entwickelt werden, um die Animation all dessen zu ermöglichen, was die Animatoren nicht „von Hand“ erledigen können. Hierbei handelt es sich häufig um Verfahrens- oder mathematische Effekte – zum Beispiel die Dynamik von Flüssigkeiten, einzelnen Partikeln, Staub und so weiter.

• Sequenz-Fertigstellung

Bei diesem entscheidenden Schritt werden sämtliche Elemente, die im Lauf der Produktion entstanden, zusammengefügt und harmonisiert. So entsteht der endgültige Look des Films. Dabei richtet sich ein besonderes Augenmerk auf jedes noch so geringfügige Detail jedes einzelnen Bildes. Die Kalibrierung der 3D-Bilder findet ebenfalls während dieser Etappe statt.

• Visuelle Effekte

Hierbei handelt es sich um sämtliche Effekte, die in der Postproduktion entstehen, wenn Live-Action-Material mit 3D-Animationen verschmolzen wird. Diese waren in ARTHUR 2 deutlich zahlreicher als im ersten Teil. Zu den aufsehenerregendsten dieser Fortsetzung gehört der Moment, wenn Maltazard in die Welt der Menschen eindringt.

Produktion: Die Modelle

Das von Hugues Tissandier geleitete Team hielt an der Technik fest, mit der die äußerst realistischen 3D-Kulissen von ARTHUR UND DIE MINIMOYS hergestellt wurden. Auch bei ihren neuen Modellen kombinierten sie erneut natürliche und künstliche Elemente.

„Für uns stellte der erste ARTHUR so etwas wie ein Versuchslabor dar, und bestärkt durch diese Erfahrung, haben wir für die Fortsetzung dieselben Arbeitsmethoden und nahezu das gleiche Team beibehalten. Das Modell-Atelier auf unserem Gelände in Pantin konnte deutlich schneller errichtet werden, zumal uns zahlreiche Objekte und Modelle des ersten Films zur Verfügung standen. Was die Neuerungen angeht, so haben wir das Universum der Minimoys stark erweitert, zum Beispiel mit Selenias Zimmer. Es ist das erste Minimoy-Interieur, das der Zuschauer kennenlernt. Es machte Spaß, all diese winzigen femininen Details nachzubilden: den Bettvorleger, die Frisierkommode… Aber die größte Neuheit war natürlich der Bau der Paradise Alley, dem Las Vegas der Koolomassai. Die Hauptstraße war ein Modell von 17 Metern Länge! Wir stellten es ausschließlich aus Recyclingmaterial her, denn dieses Viertel, in dem permanent gezockt und gefeiert wird, liegt laut Drehbuch in einem Rinnstein. Die Miniaturarbeit an diesen neuen Kulissen war immens, sie erforderte viele Requisiteure und viel Beleuchtung.“ (Hugues Tissandier)

Produktion: Die Dreharbeiten

Wenn Luc Besson die Referenz-Darsteller mit VMC (Video Motion Capture) filmt, beginnen für ihn Regiearbeit und Schauspielerführung. Hierbei handelt es sich um eine der entscheidenden Etappen und die wesentlichste Grundlage für die Arbeit der 3D-Animatoren.

• Die Sicht des Regisseurs

„Die Schauspieler, die wir für die Bewegungsabläufe der animierten Figuren filmten, erhielten diesmal von mir die Anweisung, voll aufzudrehen. Beim ersten Film hatte ich nämlich festgestellt, dass man in dieser Hinsicht nicht genug übertreiben kann. 3D-Figuren haben immer etwas Karikaturhaftes, deshalb müssen die Schauspieler Gestik und Mimik grundsätzlich forcieren. Beim ersten ARTHUR habe ich sie gebremst, doch diesmal ließ ich sie an der langen Leine. Es hat sich gelohnt, wie das Endergebnis zeigt.“ (Luc Besson)

• Die Sicht der Schauspieler

„Beim VMC-Dreh muss man sich daran gewöhnen, dass die Welt um einen herum bestenfalls in der eigenen Fantasie existiert. Das ist ganz schön anstrengend, auch wenn Lucs Anweisungen sehr präzise sind. Er weiß genau, welche Bewegungen er sehen möchte, wie die Dialoge klingen und wie die Emotionen dosiert werden sollen. Für uns Schauspieler bedeutet das, sich genauso, wenn nicht sogar stärker als bei einem ‚normalen’ Dreh einzubringen. Es ist eine extrem technische Arbeit, denn die kleinste Geste erfordert ein Maximum an Präzision.“ (Christian Erickson, Maltazards Double)

Produktion: Die Zeichner

Unter der besonnenen Führung von François-Xavier Aubague, Leiter der 3D-Produktion, gelang Zeichnern und Supervisors (mitunter bis zu 170 Personen!) Erstaunliches: In der Zeit, die sie für den ersten Film gebraucht hatten, stellten sie die beiden Fortsetzungen von ARTHUR UND DIE MINIMOYS fertig.

„Beim ersten ARTHUR hatten wir der Regie von Luc Besson gewisse Zwänge auferlegt. Diesmal ist er bei seiner Inszenierung viel weiter gegangen und hat sich mehr Freiheiten erlaubt. Die Fortsetzung erhielt dadurch ganz neue Dimensionen – was für uns hieß: noch ausgefeiltere Arbeit abzuliefern. Das macht eine Fortsetzung im Übrigen erst richtig interessant – wenn die Art und Weise, wie ein Regisseur inszeniert, die Entwicklung der kreativen und technischen Aspekte unmittelbar beeinflusst. So wird jeder neue Film für BUF zur Herausforderung. Weil Story und Handlung diesmal noch dichter und komplexer sind, mussten wir neue Welten und Figuren erfinden. Es entwickelte sich eine Art Wettstreit zwischen den verschiedenen Teams, die sich ihrer großen Verantwortung bewusst waren. Die Supervisors von ARTHUR 2 sind exzellente Zeichner, die ihre Ausbildung während der Produktion von ARTHUR UND DIE MINIMOYS erhalten hatten. Ihr Ziel war klar: die künstlerische Qualität des ersten Films zu toppen. Der Look des ersten ARTHUR – der von uns angestrebte Realismus – war das Ergebnis von sehr viel Recherche und Nachdenken. Deshalb wussten alle: Animation und Rendering müssen das Resultat des ersten Films übertreffen.“ (François-Xavier Aubague)

• Die Referenzen

„Uns war klar, dass die Arbeit an ARTHUR UND DIE MINIMOYS 2 viel anspruchsvoller sein würde. Im Animationsfilm findet eine permanente technische Entwicklung statt. Deshalb fühlen wir uns verpflichtet, mit jedem neuen Film einen Schritt nach vorne zu machen. Auch jeder Film der Konkurrenz bietet kleine technische Fortschritte – und ist damit eine neue Herausforderung. Wenn man beispielsweise 3D-Ratten animieren muss, weiß man, dass das schon in anderen Filmen gemacht wurde, und zwar sehr gut. Wir müssen also nicht nur genauso gut, sondern möglichst besser sein. Somit stellen wir künftige Filme auch wieder vor eine Herausforderung. BUF hat den Vorteil, dass wir unsere Software selbst entwickeln und extrem schnell reagieren können. Ob die Herausforderung technischer oder ästhetischer Art ist – unser Handwerkzeug wird stets den Bedürfnissen entsprechend entwickelt. Das ist ein unschätzbarer Trumpf.“ (Stéphane Nazé, Chef-Supervisor)

• Die neuen Herausforderungen

„Als wir das Grundgerüst des Films sahen – eine erste Version des Storyboards und Filmaufnahmen, die Luc Besson mit den Referenz-Schauspielern gemacht hatte –, erkannten wir sofort, dass die Lianen-Sequenz und Maltazards Aufenthalt in der Welt der Menschen hinsichtlich der visuellen Effekte zu den größten Herausforderungen dieser Fortsetzung zählen würden. Was die reinen Animation-Sequenzen betrifft, so versprachen die Actionszenen sehr komplex zu werden, denn darin gibt es ein Höchstmaß an Verschmelzungen zwischen den Minimoys und der echten Welt. Auf solche Szenen hat das Publikum vermutlich ganz besonders gewartet, und für uns erwies sich die Arbeit daran als besonders stimulierend: die Erntesequenz, mit der der Film beginnt, die Ritte auf Schmetterlingen oder Spinnen, aber auch die Verfolgungsjagd mit den Ratten. Letztere mussten zunächst angsteinflößend und dann fast schon lächerlich wirken, es galt also, eine Persönlichkeit für sie zu finden. Als erstes haben wir echte Ratten auf einem Laufband gefilmt und sofort gemerkt, dass wir uns - verglichen mit dem echten Laufverhalten dieser kleinen Tiere – große Freiheiten erlauben mussten.“ (Yann Avenati, Animation-Supervisor)

• Die neuen Kulissen

„Wie man sich denken kann, ist Paradise Alley die Sequenz, die am meisten Arbeit machte. Wir mussten die komplexe Handlung ein bisschen ins comichafte drehen, vor allem aber mussten wir dichtes Gedränge animieren, damit ein lebendiges, vielgestaltiges Universum entsteht. An den 250 Einstellungen dieser Sequenz haben 50 Zeichner etwa vier Monate gearbeitet, und in jeder Einstellung kommen bis zu 1000 3D-Figuren vor. Es machte Spaß, in dieser Sequenz mit den Maßstäben zu spielen, denn hier kontrastiert die Winzigkeit der Minimoys mit der normalen Größe von Alltagsgegenständen wie Lockenwicklern, Rasierpinseln oder Buntstiften.“ (Yann Avenati, Animation-Supervisor)

• Die neuen Figuren

„In der Paradise Alley wimmelt es nur so von comichaften Figuren. Sie zu animieren und dabei über die Stränge zu schlagen, machte viel Spaß. Wir mussten unseren Eifer sogar bremsen, denn sie durften sich nicht zu stark von Arthur und Beta unterscheiden, die deutlich realistischer gezeichnet sind. Auch die Arbeit an Prosciutto war amüsant, dem hektischen italienischen Koch, der mit einem breiten Akzent spricht und wild herumgestikuliert. Als Referenz für diese Figur diente uns übrigens kein Geringerer als Louis de Funès.“ (Yann Avenati, Animation-Supervisor)

Produktion: Die Musik

Eric Serra, langjähriger Mitarbeiter von Luc Besson und Komponist des Scores von ARTHUR UND DIE MINIMOYS, nahm die Musik der Fortsetzung erneut in London mit dem dortigen Sinfonieorchester auf.

„Ich brauchte viel Zeit, um die Musik zu ARTHUR UND DIE MINIMOYS, der uns in eine unbekannte Fantasy-Welt entführte, zu komponieren. Es sollte ja ein sinfonischer Score mit großem Orchester entstehen – mir standen am Ende rund 100 Musiker und 40 Chorsänger zur Verfügung. Bei der Fortsetzung griff ich selbstverständlich auf einen Großteil der musikalischen Themen zurück, die ich damals komponiert hatte. Hinzu kamen ein paar neue Themen, die sich am Score des erstens Films orientieren. Wirklich neu ist die Musik für die Sequenz, die in der Paradise Alley spielt. Dabei kombinierte ich zum ersten Mal sinfonische Klänge mit programmierten Rhythmen, die ausgesprochen modern klingen und typisch sind im Hip-Hop oder Trip-Hop. Außerdem setzte ich das Sinfonieorchester durchaus ‚unklassisch‘ ein – Passagen, die normalerweise Bass oder Gitarre übernehmen, wurden diesmal von einem Fagott, einer Oboe oder einer Klarinette gespielt. Ich finde, unterm Strich ist ein origineller, unkonventioneller Klangteppich entstanden, der gut zur Party-Stimmung in der Paradise Alley passt.“ (Eric Serra)

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