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Fakten und Hintergründe zum Film "Arthur"

Kino.de Redaktion |

Arthur Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

„Ich mag am liebsten Komödien, die nicht auf Schenkelklopfer aus sind, sondern viel Herz haben und uns anrühren“, sagt Regisseur Jason Winer, der die preisgekrönte Serie „Modern Family“ maßgeblich mitgestaltet hat und nun sein Kinoregiedebüt gibt. „Mir gefallen vor allem Geschichten, in denen wir mit den Helden mitfiebern können, während sie sich bemühen, bessere Menschen zu werden.“

Genau aus diesen Gründen begeisterte sich Winer für die moderne Fassung von „Arthur“: „Ich glaube, dass die heutige Generation die Story gar nicht kennt, sie also erstmals erlebt – und zwar als zeitgemäß und originell. Aber auch den Fans der ursprünglichen Fassung – dazu gehöre ich auch – wird etwas Neues geboten, denn wir imitieren die Vorlage nicht, sondern erfinden sie neu – Humor und Gefühle sind durchaus eigenständig.“

Alle Teammitglieder begeisterten sich vor allem für die geniale Kombination des charismatischen britischen Comedian Russell Brand mit der Oscar-preisgekrönten Schauspielerin Helen Mirren. 1981 hatte Dudley Moore Arthur und Sir John Gielgud seinen sittenstrengen Butler gespielt. „Russell und Helen gestalten diese beiden Figuren sehr persönlich und mit einem neuen Ansatz – man glaubt, alte Freunde in ganz neuem Licht zu erleben“, stellt Winer fest. „Falls es auf Erden überhaupt einen Schauspieler gibt, der Arthur für eine neue Generation neu erfinden kann, dann ist das Russell Brand. Und als wir uns Hobson nicht mehr als Butler, sondern als von Helen Mirren gespielte Nanny vorstellten, war die Idee für dieses Team einfach unwiderstehlich.“

Arthur Bach ist Erbe des Familienvermögens und daher gewohnt, alle Wünsche erfüllt zu bekommen. Doch sehr schnell wird ihm klar, dass er alles verlieren könnte … falls er nicht endlich erwachsen wird und sein Leben selbst in die Hand nimmt.

Gerade für Arthur ist das keine leichte Aufgabe. „Dieser Typ hat seine Pubertät erfolgreich bis in die Unendlichkeit verlängert“, berichtet Produzent Kevin McCormick. „Wahrscheinlich träumen wir alle insgeheim davon, derart in den Tag hineinleben zu können – voller Enthusiasmus und mit unbegrenzten Spaß-Möglichkeiten, weil Cash in Hülle und Fülle zur Verfügung steht.“ „Er ist das sprichwörtliche Kind im Manne und übertrifft alle seine Vorbilder“, sagt Mirren, die zu Anfang des Films auf der endlosen Party, aus der Arthurs Leben besteht, wie ein Fels in der Brandung makellose Haltung bewahrt. Aber nun droht diese Party doch ein abruptes Ende zu finden, weil Arthur sich zwischen den zwei jungen Frauen in seinem Leben entscheiden muss.

Die ehrgeizige Susan (Jennifer Garner) arbeitet als Managerin für Bach Worldwide und wird als passende Partnerin für ihn ausgesucht – an ihrer Seite findet er zwar keine Liebe, kann aber unbekümmert auf die einzige Art weiterleben, die ihm vertraut ist. Naomi (Greta Gerwig) arbeitet ohne Genehmigung als Reiseleiterin, besitzt einen entwaffnenden Humor und lernt Arthur in Manhattan auf der Straße kennen. Sie könnte die große Liebe seines Lebens sein, doch wenn er sich für sie entscheidet, muss er sein Erbe aufgeben – auf ein solches Leben ist er denkbar schlecht vorbereitet. Russell Brand ist auch einer der Executive Producers des Films. Er beschreibt die Story und das Dilemma im Mittelpunkt als „lustig, zu Herzen gehend und romantisch – hier wird auf wunderbare Weise eine Welt entworfen, in der die Liebe eine große Rolle spielt und in der die Figuren Hindernisse überwinden müssen, um die Wahrheit zu finden.“

„Arthur und Naomi entdecken, wie gut sie zueinander passen, und obwohl sie sich wünscht, dass er ein bisschen erwachsener wird, möchte sie doch nicht, dass er sich grundsätzlich ändert“, sagt Gerwig. Garner argumentiert für Susans Seite: „Aus ihrer Sicht kann sich Arthur für die leichte oder die harte Tour entscheiden – aber heiraten wird Susan ihn in jedem Fall.“

Als Arthur vor der Wahl steht, ergeben sich bedeutende, drängende Fragen: Was will er eigentlich? Welche Richtung soll er in seinem Leben einschlagen? Bringt er den Mut auf, sein Herz sprechen zu lassen, sich für die Liebe zu entscheiden und als Mann zu handeln … oder wird er sich anpassen und damit „die Safari in die Nutzlosigkeit“ beginnen, wie Hobson spitzzüngig bemerkt? Niemand glaubt daran, dass Arthur sich ändern kann – doch Hobson gibt die Hoffnung nicht auf. Ganz offenbar verbirgt sie hinter ihren rigiden Missfallensbekundungen und ätzenden Seitenhieben eine große Zuneigung zu ihrem Schützling – sie hat schon lange auf diesen Augenblick gewartet.

Drehbuchautor Peter Baynham, der für „Borat“ (Borat) eine Oscar-Nominierung erhielt, sagt: „Mir gefallen die vielen Facetten der Geschichte. Sie geht über die Er-trifft sie-Struktur üblicher romantischer Komödien hinaus, weil sie außerdem eine ähnlich mitreißende Verbindung zwischen Arthur und Hobson bietet. Die Pubertätsgeschichte steht gleichberechtigt neben der Lovestory.“

Die Beziehung zwischen Arthur und Hobson ist ein fundamentales Element des Films. Offiziell ist Hobson zwar Arthurs Angestellte, im Grunde aber eine geschätzte Freundin, Gefährtin, Assistentin und Kritikerin – die einzige Person, die bedingungslos zu ihm steht. Anders als im Original ist Hobson eine Frau, Arthurs Nanny statt sein Butler. Sie übernahm diese Stellung bereits, als er noch ein Baby war, und begleitete ihn durch seine Kindheit. Wahrscheinlich ist sie bis heute geblieben, weil man ihn tatsächlich immer noch nicht als erwachsen bezeichnen kann.

„Aus verschiedenen Gründen ist es ihm nicht gelungen, erwachsen zu werden. Er ist zwar ungeheuer lieb und großzügig, aber er hat kein Ziel vor Augen“, meint Mirren. Das ursprüngliche Verhältnis der beiden aus dem ersten Film bleibt zwar erhalten, aber es verlagert sich dadurch, dass Hobson diesmal einen Rock trägt. Dazu Winer: „Helen erinnerte mich daran, dass eine Nanny dem Baby die Windeln wechselt – von Natur aus ist die Verbindung der beiden also sehr eng. Obwohl sie sich gegenseitig gnadenlos auf den Arm nehmen, lieben sie einander wie Mutter und Sohn. Natürlich ist schon der Umstand, dass ein erwachsener Mann eine Nanny hat, sehr lustig – entsprechend komische Konsequenzen bieten sich an.“

Auch Brands Arthur ist völlig individuell gestaltet, wobei die sympathischsten und unmöglichsten Macken der ursprünglichen Figur erhalten bleiben. Produzent Chris Bender ist überzeugt, dass dieser Umstand der gesamten Produktion die Richtung vorgab: „Die Fans des ersten Films werden merken, dass wir sehr überlegt mit der Vorlage umgegangen sind. Wir waren überzeugt, dass man die Geschichte noch einmal neu erzählen sollte, wobei wir den Humor der heutigen Zeit anpassen, ohne dabei die Themen und Beziehungen aus den Augen zu verlieren, die den ursprünglichen Film auszeichnen.“ Über die Darstellung seines Vorgängers sagt Brand: „Dudley Moore ist ein vergnügliches Beispiel dafür, was man mit Comedy erreichen kann – ich habe den größten Respekt vor ihm. Sein Arthur bleibt uns erhalten – wir könnten diese Leistung unmöglich schmälern.“

Produzent Larry Brezner, der den Film 1981 präsentiert hat, sieht das ähnlich: „Als wir uns mit der neuen Fassung beschäftigten, waren wir uns darüber einig, dass die Filme sich unterscheiden würden. Dennoch verbeugen wir uns bei bestimmten Aspekten vor dem Original – gerade das wird den Zuschauern Spaß machen, und ich freue mich, dass es uns gelungen ist.

Auch heute werde ich noch von Leuten angesprochen, die das Original als einen ihrer Lieblingsfilme bezeichnen – was mich natürlich begeistert, denn die Story ist wirklich toll.“ „Im Grunde ist es eine romantische Komödie zum Wohlfühlen: Es geht um einen exzentrischen, unglaublich sympathischen und unbedarften Helden, letztlich ein großes Kind, der sich seinen Weg in der Welt suchen muss. Es gibt viele Slapstickelemente, aber auch sehr anrührende Momente mit den Frauen in seinem Leben“, sagt Winer. Letztlich, so Brand, „geht es um die Liebe, die das Beste in uns zum Vorschein bringt.“

Produktion: Die Freundschaft

Arthurs Tag beginnt üblicherweise mit einem Champagnerfrühstück. Dann folgt er seinen Launen und Eingebungen, streift durch Manhattan und gibt sehr viel Geld aus, bis er mit jeder Menge neuer Freunde in sein luxuriöses Penthouse im Pierre Hotel zurückkehrt. Er weiß genau: Am nächsten Morgen wird Hobson alles wieder in Ordnung bringen.

Mit geübter Effizienz öffnet sie die Fenster, sammelt Quittungen ein und wirft etwaige übernächtige Partygäste hinaus, nachdem sie deren Kleidung zusammengesucht und dabei schnell überprüft hat, ob während der nächtlichen Ausschweifungen eventuell einige von Arthurs Wertgegenständen in den Taschen gelandet sind. Gleichzeitig bemerkt sie trocken, dassArthur seinem Leben vielleicht eine etwas sinnvollere Richtung geben könnte. Dann machen es sich die beiden gemütlich und lesen die Zeitung. Dieses absurde Ritual „erinnert an die klassische Meister-Diener-Beziehung, die sich schon in der frühesten Komödienliteratur findet: Der Diener ist kompetenter als der Meister, dem er dient – er verkörpert die eigentliche Autorität“, stellt Brand fest. „Das ist typisch für den britischen Humor und trägt wesentlich zur Komik in ‚Arthur‘ bei.“

„Man kann sich Arthur gar nicht vorstellen, wenn Hobson ihn nicht zurechtweisen würde mit der Ermahnung: ‚Was ist bloß mit dir los?‘“, fügt Brezner hinzu. „Weil Arthurs Vater jung gestorben und seine Mutter als Leiterin des Unternehmens viel zu beschäftigt ist, stellt Hobson seine eigentliche Familie dar – eine andere kennt Arthur nicht. Hobson bildet sein Fundament, den Fels, auf dem er steht“, sagt McCormick. „Sie ist zwar streng und förmlich, vergöttert ihn aber und betont immer wieder, dass er alles erreichen könnte.

Aber in letzter Zeit fragt sie sich manchmal, ob er sein Potenzial jemals ausschöpfen wird.“ Doch unter der Oberfläche steckt noch ein anderer Arthur. „Die Zuschauer, die Russells Bandbreite als dramatischer Schauspieler nicht kennen, werden überrascht sein von seiner emotionalen Darstellung“, sagt Winer. „Ich will dabei gar nicht herunterspielen, dass er in diesem Film irre komisch ist, denn natürlich ist er das, aber die Story hat auch einige dramatische Elemente, und die setzt er ebenfalls genial um.“

Auf ähnliche Weise beurteilt Helen Mirren die Hobson-Rolle: „Im Gegensatz zu den anderen Menschen in Arthurs Leben ist sie keine simple Erfüllungsgehilfin. Sie hat einen sehr starken Charakter. Natürlich kann sie nicht direkt Widerstand leisten, denn technisch ist sie seine Angestellte, aber sie nimmt kein Blatt vor den Mund und wagt es, ihm sein idiotisches Verhalten vorzuwerfen. Sie macht sich über ihn lustig. Das ist eine differenzierte, intensive und komplizierte Beziehung – zweifellos handelt es sich um eine große Liebe mit sehr tiefen Gefühlen.“

Dazu Winer: „Helen kann hier ihr gesamtes königliches Gebaren an den Tag legen, wenn sie die asketische Nanny spielt, aber auch ihren wunderbar trockenen Humor und ihr komödiantisches Timing, das einen immer wieder umhaut, wenn man es miterlebt. Zwischen ihr und Russell knistert es auf spielerische Art – das funktionierte nicht nur vor der Kamera perfekt, sondern ging auch in den Drehpausen weiter und hat uns alle unterhalten.“

„Russell ist unglaublich einfallsreich und dynamisch – er sprudelt nur so vor Ideen. Das ist wirklich außergewöhnlich“, sagt Mirren. „Die Arbeit mit Helen inspiriert mich, ist sehr interessant und eine wirkliche Ehre für mich“, ergänzt Brand. „Sie ist korrekt, aber auch sehr komisch, spleenig und ungeheuer charmant. Mir hat die Arbeit an diesem Film riesig Spaß gemacht. Ich durfte Jennifer Garner küssen, ich durfte Greta Gerwig küssen und ich durfte Helen Mirren küssen … Zugegeben, der letzte Kuss stand nicht im Drehbuch.“

Produktion: Die Herausforderung

Laut Brand „ist ein gemeinsamer Sinn für Humor die Voraussetzung für jede gute Beziehung – deshalb fühlt sich Arthur zu Naomi hingezogen.“ Leider hat er aber kurz zuvor seiner Mutter versprochen, Susan Johnson zu heiraten, weil sie ihn sonst enterben will. „Arthur mag Naomi, weil die beiden die gleiche Witzgruppe haben und von denselben Dingen träumen. Mit ihr kann er lachen, Spaß haben, sich austauschen.“ Dass Arthur diese Qualitäten in Naomi überhaupt erkennt, dürfte er Hobsons Erziehung verdanken. „Wie Hobson ist auch Naomi sehr schlagfertig und lässt sich von ihm nichts gefallen“, stellt Gerwig fest.

Naomi fordert ihn heraus, schätzt gleichzeitig aber auch seine spielerische Art, seine Offenherzigkeit. In dieser Hinsicht ist sie tatsächlich das perfekte Beispiel dafür, wie man Arthurs positive Seiten mit einem praktischen Fundament kombiniert, das ihm eine Basis für ein erfolgreiches Leben in der wirklichen Welt gibt. „Das Schöne an Naomi: Sie hat keine hochfliegenden Ambitionen – sie ist ganz mit sich im Reinen. Als sie merkt, dass Arthur Milliardär ist, gönnt sie ihm das, aber sie biedert sich nicht an und nimmt das auch nicht als Chance wahr, in ihrem eigenen Leben voranzukommen. Sie ist mit ihrem bisherigen Leben durchaus zufrieden. Ihre Zuneigung lässt sich nicht kaufen“, sagt Gerwig. „Aber auch ihre Vergebung lässt sich nicht kaufen, als Arthur ihr aus Versehen wehtut. So etwas hat er noch nie erlebt, das bringt ihn zum Nachdenken. Letztlich ist Naomi der Katalysator seiner Verwandlung, denn sie gibt sich mit halben Sachen nicht zufrieden.“

Die Filmemacher besetzten Gerwig in dieser Schlüsselrolle aufgrund ihrer überzeugenden Leistung in der schwarzen Komödie „Greenberg“ (Greenberg) – aber auch, weil es bei ihrem Vorsprechen mit Brand sofort funkte. Dazu Winer: „Sie war umwerfend spontan in ‚Greenberg‘. Aber den Ausschlag gab, dass sie toll improvisieren kann. Russell und sie warfen sich ganz locker die Bälle zu. Sie ist absolut furchtlos.“ Was sie auch sein musste. „Wenn man mit Russell improvisiert, gleicht das einer Partie Blitzschach“, versichert sie. „Das ist sehr anregend. Er denkt immer schon zwölf Züge voraus.“

Produktion: Die andere Frau

Vielleicht wird Arthurs Liebe zu Naomi keine Erfüllung finden – jedenfalls nicht, wenn es nach seiner Verlobten Susan geht. Und sie setzt dafür alle Hebel in Bewegung. Jennifer Garner spielt die unbeirrbar auf ihr Ziel fixierte Aufsteigerin: Sie will sich den Erben des Bach-Vermögens angeln. Über Susans Rivalin sagt Garner: „Susan nimmt Naomi nicht ernst, sie ist nur lästig. Es geht Susan nicht ums Geld, denn sie ist selbst wohlhabend – es geht ihr um die Stellung und die Macht, die Arthurs Name ihr bieten kann. Sie stammt aus ärmlichen Verhältnissen, hat sich auf die harte Tour nach oben gearbeitet, aber die ultimative soziale Stellung bleibt ihr verwehrt – sie ist klug genug zu wissen, dass sie die nur über Arthur erreichen kann.“

Susan hat Glück: Ihre Chefin ist Arthurs Mutter (Geraldine James), die Susans Ehrgeiz versteht und zu würdigen weiß. Bach Worldwide CEO Vivienne Bach will Arthur nicht ins Unglück stürzen, sondern nur den Erfolg der Firma garantieren – das ist ihre erste Priorität. Aus ihrer Sicht werden mit dieser Ehe zwei Probleme gelöst: BW bleibt in der Familie, und ihrem unberechenbaren Sohn werden straffere Zügel angelegt. Was Susans Mentorin nicht weiß: Die junge Frau hat auch noch ein anderes Motiv, um Arthur vor den Altar zu schleppen. Die beiden sind einst miteinander ausgegangen, aber er verlor das Interesse und ließ sie fallen. „Diese Kränkung hat sie nie vergessen – um so süßer ist jetzt die Rache“, verrät Winer.

Garner wird oft als das liebe Mädchen besetzt und gibt deshalb gern zu: „Es bringt Spaß, wenn man bösartig sein darf und nicht gemocht wird.“ „Jennifer versteht es meisterhaft, Susans Hinterlist, intrigante Sexualität und absolute Entschlossenheit auszudrücken, findet aber auch einen Rest Menschlichkeit in ihr“, sagt McCormick. „Diese Frau hat sich sehr bemüht, eine gesellschaftliche Stellung zu erreichen. Sie findet, dass sie die verdient hat – sie würde alles für dieses Ziel tun. Arthur kann Susan weder blamieren noch abschütteln – sie hat sich in seiner Ferse festgebissen.“

Das ständige Geplänkel zwischen Susan und Arthur führt zu einigen denkwürdigen Slapstick-Situationen im Film – vor allem eine Sequenz in Arthurs technisch ausgeklügeltem Bett, das von starken Magneten in der Schwebe gehalten wird. „Susan trägt ein Korsett und kreuzt betrunken bei ihm auf, weil sie ihm beweisen will, wie spontan sie sein kann.

Unglücklerweise befinden sich metallene Stützen im Korsett. Im Nachhinein wird sie die Wahl dieses Kleidungsstücks wohl bedauert haben“, deutet Garner an. Winer ergänzt: „Dies ist eines der seltenen Male, in denen ich folgenden Spruch absolut korrekt anwenden kann: ‚Mit chaotischen Folgen.‘“ Doch Susan lässt sich von einer derartigen Kleinigkeit wie totaler Ablehnung nicht von ihrem Ziel abbringen. Arthur ist vielleicht noch nicht ganz auf ihrer Seite, dafür aber Vivienne – und natürlich auch ihr Vater Burt, gespielt von Nick Nolte.

„Arthur lehnt es kategorisch ab, Burt um die Hand seiner Tochter zu bitten – Burt muss ihm also derart Angst einjagen, dass ihm gar nichts anderes übrig bleibt“, sagt Nolte über eine Szene, in der der unglückliche junge Mann gezwungen wird, seinen imposanten zukünftigen Schwiegervater in dessen Büro aufzusuchen, das sich noch in der Bauphase befindet. „Burt hat für Arthur nichts übrig, aber Susan überzeugt ihn, dass sie ihn haben will – also nimmt er sich der Sache an.“

„Arthur hat sich für diesen befohlenen Auftritt Mut angetrunken und lässt sich von den Utensilien in dem Raum einschüchtern: Sägen, Bohrer, Bolzenschussgeräte – von Burt selbst ganz zu schweigen“, sagt Bender. „Die Spannung ist extrem, weil Nick Nolte sie als echter Macho total unberechenbar spielt, er wirkt sehr bedrohlich, aber auch Russell ist unberechenbar – was die Situation äußerst explosiv macht“, sagt Winer. „Burt muss Arthur zu Tode erschrecken, denn er will seine Tochter auf keinen Fall enttäuschen.“ Unterdessen kann Naomi sich auf die ehrliche, aber begrenzte Unterstützung von Arthurs Chauffeur Bitterman verlassen, den Luis Guzmán spielt. Der Humor in der Beziehung zwischen Arthur und Bitterman ergibt sich aus dem Umstand, dass sie viel Zeit miteinander verbringen – die beiden sind offensichtlich echte Kameraden, aber trotzdem verstehen sie einander praktisch nie.

Was aber sicher nicht am mangelnden Enthusiasmus des Fahrers liegt, wie Guzmán erklärt: „Arthur und Bitterman sind wie Wasser und Öl – sie verbinden sich nicht, aber dennoch bleibt Bitterman Arthurs Kumpel. Durch Bitterman gerät Arthur in manchen Schlamassel, aber der holt ihn auch wieder heraus, er ist sehr abenteuerlustig. Er kapiert zwar nicht, worüber Arthur redet, aber er bleibt an seiner Seite und beobachtet, wie sich die Dinge entwickeln.“

In „Arthur“ gibt es außerdem Gastauftritte des viermaligen Schwergewichtsweltmeisters Evander Holyfield als Arthurs persönlicher Boxtrainer – eine von den vielen flüchtigen Interessen des verwöhnten Erben – sowie des berühmten Modenfotografen Nigel Barker: Er spielt den Gesellschaftsfotografen, der viel mehr als die erwarteten Action-Bilder bekommt, als er Arthur und seine Verlobte zu Pferde für ihre Verlobungsanzeige ablichten soll.

Produktion: Arthurs Welt

Der an Originalschauplätzen in New York City gedrehte „Arthur“ entstand vorwiegend in Manhattan. Am Anfang machen Arthur und Bitterman einen nächtlichen Zug durch die Gemeinde, bis sie mit einem großen bronzenen Ungetüm kollidieren, das weltweit als der Bulle von der Wall Street bekannt ist. „Dies ist ein typischer New-York-Film“, erklärt Produzent Michael Tadross. „Ich glaube nicht, dass wir ‚Arthur‘ irgendwo sonst auf der Welt hätten drehen können. Auf dem Studiogelände lassen sich solche Aufnahmen nicht nachmachen: die berühmten Sehenswürdigkeiten, die Straßen, die Menschenmassen.“

Die Highlights auf Arthurs Ausflügen sind unter anderem der Pershing Square, 42nd Street, Central Park, die New York Public Library, Dylan’s Candy Bar und das berühmte Restaurant Le Cirque, wo Arthur vor den normalen Gästen einen Show-Auftritt improvisiert. Naomi wohnt neben den Bahngleisen in Queens – diese Szenen entstanden vor Ort in den Pausen zwischen den regelmäßig vorbeirumpelnden Zügen.

Züge – oder genauer: der Mangel an Zügen – spielen in einem der interessantesten Schauplätze des Films eine Rolle: Wir erleben Grand Central Station, wie der Bahnhof selten zu sehen ist – auf surreale Weise fehlen die üblichen Pendler. „Jason musste die Szenen in der Grand Central mitten in der Nacht innerhalb von zwei Stunden abdrehen, denn nur so lange durften wir ihn absperren. Für diesen Schauplatz bekommt man nur schwer eine Drehgenehmigung, und wir mussten sehr schnell arbeiten – aber er hat es wunderbar hinbekommen“, sagt Tadross über die Szene, in der Arthur die Fahrgastströme umleitet, damit er mit Naomi in der Haupthalle des Bahnhofs ein intimes, romantisches Abendessen genießen kann, während Akrobaten ihre Kunststücke auf den Balkons zeigen.

Der Dreh vor Ort war schwierig, hat sich aber gelohnt, wie Winer bestätigt – als Bonus erlebte er den Enthusiasmus der Schauspieler und Teammitglieder, die von den Zuschauern angefeuert wurden. „New York kann man einfach nicht abschotten. Dennoch haben wir ganz bewusst dort gedreht, um den Zuschauern das Gefühl zu vermitteln, sie befänden sich direkt auf den Straßen der Stadt. Man muss immer damit rechnen, dass man Einstellungen wiederholen oder schneiden muss, weil es Leute gibt, die plötzlich ins Bild laufen – das ist uns auch passiert. Die Leute wollten Fotos von unseren Stars, und die haben sich bereitwillig mit den Fans ablichten lassen. Viele New Yorker und Touristen aus aller Welt besitzen jetzt Bilder, auf denen Russell in Unterwäsche über die 42nd Street läuft.“

Meistens trägt Brand jedoch edle Maßanzüge der Kostümdesignerin Juliet Polcsa, die viele typisch englische Details einbrachte und sich speziell auf Arthur einstellte – zum Beispiel mit „besonders großen Taschen, in die man einen Flachmann stecken kann“ – auf perfekte Weise passt sich hier die Form der Funktion an.

Ebenso betont und ergänzt der preisgekrönte Komponist Theodore Shapiro mit seiner Filmmusik die Facetten in Arthurs Persönlichkeit. „Arthur behandelt die Welt wie ein Spielzeug. Er agiert verantwortungslos, ist aber doch liebenswert, großzügig und lebenslustig – diese Gegensätze wollen Jason und ich auch in der Palette des Scores ausdrücken“, sagt er. „Der Ausgangspunkt des ‚Arthur‘-Sounds ist ein Spieluhr-Thema, das von Glocken, einem einzigen Cello und einem angenehmen, verstimmten Klavier ergänzt wird. Das sehr positiv klingende Arthur-Thema drückt seine Sicht der Welt aus.“

Zu diesen Themen passen auch eine Reihe Orginalsongs des Musikers, Produzenten und DJs Mark Ronson, sowie von Ben Gibbard geschriebene und gesungene Lieder. Dazu Ronson: „Ich finde Jason Winers neue ‚Arthur‘-Variante absolut wunderbar. Die Musik ist ein Markenzeichen des Films, und ich bin wirklich begeistert, weil ich daran teilhaben darf.“ Der Film enthält zudem eine Coverversion des Titelsongs, gespielt von Fitz and the Tantrums.

Produktionsdesignerin Sarah Knowles und Ausstatter Chryss Hionis bauten Arthurs Apartment in einem Studio entsprechend den Dimensionen im Penthouse des Pierre Hotels – es wirkt wie ein luxuriöses Spielzeughaus mit prachtvollen antiken Möbeln, teuren Kunstwerken und zusammengewürfelten Farbtupfern wie einer roten Telefonzelle aus London, die in ein Salzwasser-Aquarium umfunktioniert wird, historischen Spielzeugrobotern, einem im Schlafzimmer installierten NASA-Weltraumanzug und einer lebensgroßen, blau angemalten Giraffenskulptur, von einem Boxring mit Wettkampf Dimensionen ganz zu schweigen. In Arthurs Schrank gibt es ein rotierendes Schuhregal und ein mit Hemden und Anzügen voll gehängtes, schier endloses Transportband wie in einer chemischen Reinigung.

Der Clou des Sets ist das schwebende Bett, das sich mithilfe digitaler Effekte in der Luft hält. Inspiriert wurde es aber von einem 1,5 Millionen Dollar teuren Modell, das tatsächlich existiert. Entworfen hat es der niederländische Architekt Janjaap Ruijssenaars. Die Plattform aus Stahl wird zwischen Industriemagneten darunter und darüber in der Schwebe gehalten, sodass das Bett buchstäblich in der Luft schwebt und nicht auf Stützen angewiesen ist. Die Tatsache, dass Arthur das wohl einzige schwebende Magnetbett der westlichen Hemisphäre besitzt, sagt viel über die übertriebenen, auffälligen Konsumgewohnheiten des Helden aus – Winer hat dies bei seiner Strategie genau kalkuliert: „1981 war es noch möglich, jemandem einen Smoking anzuziehen, ihn in einen Rolls Royce zu setzen und dann zu behaupten, dass er ein Milliardär sei. Doch 2011 haben die Menschen eine andere Vorstellung davon, was ungeheuren Reichtum ausmacht“, erklärt der Regisseur. „Die Zuschauer haben doch alles schon einmal gesehen. Wir mussten uns also etwas Extremes, Einzigartiges ausdenken, für das Arthur sein Geld ausgibt.“ Zu diesen Unikaten, mit denen Arthur seine Langeweile bekämpft, gehören das Batmobile aus „Batman Forever“ (Batman Forever) und der DeLorean aus „Back to the Future“ (Zurück in die Zukunft).

„Während der Entwicklung des Projekts gab es erste Fassungen des Drehbuchs, die mit bestimmten Sprüchen direkt auf den ersten Film verwiesen und uns allen Spaß machten. Doch mit der Zeit sind diese Dialoge verschwunden, weil wir es vorzogen, uns eher auf den Gehalt der Geschichte zu konzentrieren und sie auf kreative Weise originell zu gestalten“, sagt Winer abschließend. „Wir haben unsere eigene Sprache gefunden.“

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