Filmhandlung und Hintergrund

Einfühlsames und humorvolles Porträt einer Generation zwischen deutscher und türkischer Kultur.

Cem, Mehmet und Dilan sind in Deutschland aufgewachsene „Aprilkinder“. Cem verdient sein Geld in der Wurstfabrik, der jüngere Bruder Mehmet treibt sich auf der Straße herum und sucht sein Glück im Drogenhandel. Schwester Dilan verliebt sich ausgerechnet in einen von Mehmets Kumpeln und Cem in eine Nutte, wo seine Heirat mit einer kurdischen Cousine längst abgemacht ist.

Einfühlsames Porträt einer Generation in Deutschland aufgewachsener Türken, die zwischen den Traditionen beider Länder schwanken: Cem arbeitet in einer Wurstfabrik und verliebt sich in eine Prostituierte, obwohl er eine kurdische Cousine heiraten soll, Cems jüngerer Bruder Mehmet versucht sich als Kleindealer und Schwester Dilan verliebt sich ausgerechnet in einen von Mehmets halbseidenen Kumpeln.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Aprilkinder: Einfühlsames und humorvolles Porträt einer Generation zwischen deutscher und türkischer Kultur.

    Junge Deutschtürken stürmen das deutsche Kino: Nach Fatih Akins „Kurz und schmerzlos“, Kutlug Atamans „Lola und Bilidikid“ (Panorama/Berlinale), Hussi Kutlucans „Ich Chef, du Turnschuh“ suchen auch Yüksel Yavuz‘ „Aprilkinder“ einen Platz zwischen neuer und alter Heimat.

    Es ist eine ferne Welt, die der seit 1980 in Deutschland lebende Yüksel Yavuz‘ zeigt, auch wenn die Handlung in Hamburg spielt. Seine Protagonisten gehören zur „zweiten Generation“ von Türken, die zwar stolz auf ihre kulturellen Wurzeln ist, aber sich gleichzeitig in Deutschland zu Hause fühlt. Der Regisseur, der 1995 seinen ersten Dokumentarfilm „Mein Vater, der Gastarbeiter“ seinem Vater widmete, geht in „Aprilkinder“ den Träumen seiner Mutter nach. Die kurdische Filmfamilie steht vor einer Zerreißprobe, die drei Kinder eigene Wege: Cem, der Älteste, verliebt sich in eine deutsche Prostituierte, obwohl die Heirat mit einer Cousine aus dem Heimatdorf feststeht und Muttern schon die eheliche Liegestatt kauft, der jüngere Mehmet hängt auf der Straße herum, macht mit krummen Geschäften das schnelle Geld. Schwesterchen Dilan pfeift auf Kopftuch und gutes Benehmen, ergreift die Initiative, um den schüchternen Kumpel des Bruders von ihren Vorzügen zu überzeugen.

    Auch wenn am Ende die türkischen Welt wieder heil erscheint (Cem heiratet gegen sein Gefühl artig die Cousine) und die Familie sich beim Feiern vereint, läßt Yavuz spüren, daß die Probleme weiter bestehen. Der autobiographisch gefärbte Film (der richtige Vater spielt den Filmvater, auch Yavuz arbeitete wie seine Hauptfigur in einer Wurstfabrik) verzichtet auf Lösungsangebote, erzählt von den Schwierigkeiten, sich zwischen Tradition und Moderne zurechtzufinden. Passend zur Diskussion um die doppelte Staatsbürgerschaft erhält „Aprilkinder“ eine zusätzliche Aktualität. Das Zuschauerpotential ist dennoch gering anzusehen. Wie „Kurz und schmerzlos“ bewies, erwärmen sich türkische Jugendliche kaum für sozialkritische Themen, jedenfalls nicht im Kino, und bei deutschen scheint das Interesse auch gedämpft. Der multikulturelle Gutmensch, für den die Türkei mehr bedeutet als Döner und Kebab, wird jedoch zutiefst zufrieden in diesem einfühlsamen Melodram seine Neugier stillen. mk.

Kommentare