Apostel!

Kinostart: 08.10.1998
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Filmhandlung und Hintergrund

Eigenwillige Charakterstudie über einen jähzornigen Prediger von Robert Duvall inszeniert und voller Charisma porträtiert.

Der geschiedene Prediger Sonny verausgabt sich bei Moralpredigten vor seiner Gemeinde. Seine religiöse Frau Jessie kennt ihn aber als unverbesserlichen Frauenheld, dem schon mal die Hand ausrutscht. Als sie ihn aus der Kirche ausschließen läßt, erschlägt er Jessies neuen Freund und flüchtet nach Louisiana, wo er aus dem Nichts eine neue Gemeinde gründet.

Eigenwillige Charakterstudie über einen jähzornigen Prediger von Robert Duvall inszeniert und voller Charisma porträtiert.

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Kritikerrezensionen

  • Apostel!: Eigenwillige Charakterstudie über einen jähzornigen Prediger von Robert Duvall inszeniert und voller Charisma porträtiert.

    Wie sein Kollege Clint Eastwood übernimmt Robert Duvall gerne die volle kreative Kontrolle über seine Filmprojekte. In der eigenwilligen Charakterstudie über einen jähzornigen, leidenschaftlichen Südstaaten-Prediger zeichnet er nicht nur für Buch und Regie verantwortlich, sondern porträtiert zudem voller Charisma die zwiespältige Titelfigur. Für seine mitreißende Darstellung wurde Duvall zu Recht für den Oscar nominiert.

    Das in verhaltenem Tempo vorangetriebene, 131minütige Drama ähnelt in seiner Bedächtigkeit, der Zeichnung des Südstaaten-Milieus, der simplen, schnörkellosen Kameraarbeit und einer entscheidenden Storykonstellation ein wenig dem letztjährigen „Slingblade“. Dessen Macher Billy Bob Thornton, ein erklärter Schüler Duvalls, tritt übrigens in einer kleinen Nebenrolle als bekehrbarer Rassist auf. Duvalls Figur, der in Scheidung lebende Prediger Sonny, ist ein Mensch komplexer Eigenschaften. Vor seiner überwiegend schwarzen Gemeinde verausgabt er sich mit typischen, exaltierten Gospelpredigten, die er mit dem melodischen Singsang eines Auktionärs - in diesem Fall für Seelenheil - abhält. Seine ebenfalls tief religiöse Frau Jessie (Farah Fawcett in einer kleinen, jedoch prägnanten, „Brennende Betten“-angehauchten Rolle) weiß ein anderes Lied zu singen. Sonny ist nämlich auch ein unverbesserlicher Frauenheld, dem im Zorn gerne schon mal die Hand ausrutscht. Als Jessie ihn aus der von ihm aufgebauten Kirche ausschließen läßt, läuft er Amok und versetzt Jessies neuem Freund einen tödlichen Hieb mit einem Baseballschläger. Sonny flüchtet in ein verschlafenes Nest in Louisiana, wo der findige Selfmade-Man bald zwei Jobs ausübt und aus dem Nichts eine neue Kirchengemeinschaft gründet. Er gibt sich alle Mühe, ein besserer Mensch zu sein, doch er weiß, daß seine Vergangenheit ihn schließlich einholen wird.

    Der ausgezeichnet spielende Duvall ist in fast jeder Einstellung präsent und wird von talentierten Schauspielern wie Fawcett, Thornton oder Miranda Richardsons als neuem Love Interest und John Beasley als verständnisvollem Glaubensgenossen unterstützt. Obwohl Sonny seine unangenehmen Ecken und Kanten hat, versteht Duvall es, ihn dennoch, oder gerade deshalb, sehr menschlich, verletzlich und damit auch nachvollziehbar darzustellen. Das läßt einen darüber hinwegsehen, daß manche der lose gewebten Storystränge lediglich der Atmosphäre zutragen, darüber hinaus aber kaum über besondere Aussagekraft verfügen. Etliche schmissige Gospelnummern sorgen für musikalische Unterhaltung, die die strikte Programmkino-Kost auflockern. Aber im Mittelpunkt steht ohnehin Duvall, der wie ein Besessener spielt. ara.

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