Filmhandlung und Hintergrund

Das Leben auf begrenztem Raum hat den Schauspieler Steve Buscemi („Armageddon“) schon bei seinem Regiedebüt „Trees Lounge“ interessiert. Nun tauscht er den Tresen mit der Pritsche und wirft einen ruhigen, durchaus warmherzigen Blick auf die Verhältnisse in einem amerikanischen Gefängnis. Seine Verfilmung von Edward Bunkers autobiografischem Roman ist ein realistisches Knastdrama voll schillernder Charaktere, denen...

Der 21-jährige Ron landet wegen eines strengen Richterspruchs im Knast, wo Gangs Leben und Sterben aller Häftlinge bestimmen und die Starken die Schwachen als Sexobjekt missbrauchen. Earl hat die meiste Zeit seines Lebens im Knast verbracht und ist der König der Animal Factory. Er nimmt Ron unter seine Fittiche, schanzt ihm gute Jobs zu und versucht ihn von den üblichen Gewalttätigkeiten fernzuhalten, was ihm nur bedingt gelingt. Auch Ron lernt es, schnell und unauffällig zuzustechen.

Der 21-jährige Ron landet im Knast, wo das Gesetz des Stärkeren zelebriert wird. Zu seinem Glück nimmt ihn der Alteingesessene Earl unter die Fittiche. Gefängnisfilm, der unspekulativ und recht realistisch den harten Alltag hinter Gittern schildert und lakonisch die Geschichte einer Freundschaft erzählt.

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Kritikerrezensionen

  • Das Leben auf begrenztem Raum hat den Schauspieler Steve Buscemi („Armageddon“) schon bei seinem Regiedebüt „Trees Lounge“ interessiert. Nun tauscht er den Tresen mit der Pritsche und wirft einen ruhigen, durchaus warmherzigen Blick auf die Verhältnisse in einem amerikanischen Gefängnis. Seine Verfilmung von Edward Bunkers autobiografischem Roman ist ein realistisches Knastdrama voll schillernder Charaktere, denen eine exzellente Besetzung Leben einhaucht.

    Der Film folgt dem 21-jährigen Haschdealer Earl (Edward Furlong in einer nuancierten Darstellung) auf seinem Marsch in die Institution, wo er sich, eingeschüchtert durch die rauhen Sitten und die harten Jungs, zunächst darum bemüht, den Kopf unten zu halten. Doch das „Frischfleisch“ zieht die Aufmerksamkeit einer Gang auf sich, und in seiner Bedrängnis wendet sich Earl widerstrebend an den langjährigen Häftling Ron Decker (fabelhaft: Willem Dafoe), die eigentliche Hauptfigur des Films. Decker, der die komplizierten Codes und Verhaltensregeln des Knastlebens beherrscht und sich hinter Gittern bewegt wie ein Fisch im Wasser, nimmt sich des Jungen an - ohne sexuelle Hintergedanken, sondern wegen einer diffusen Sympathie für Earl, in dem er einen intelektuell ebenbürtigen Gesprächspartner zu finden hofft. Dass Earl in Deckers Gang (zu der u.a. noch Danny Trejo, Bluessänger Jake La Botz und Chris Bauer gehören) aufgenommen wird, bringt ihm wiederum Schwierigkeiten mit der Gefängnisaufsicht, die über seine Bewährung mit zu entscheiden haben. Hin und her gerissen zwischen der Hoffnung auf vorzeitige Entlassung, Überlebensdrang und dem Kick, „dazu zu gehören“, arrangiert sich Earl schließlich nach und nach mit dem Leben hinter Mauern. Dessen Alltag, die Gewaltausbrüche und Morde, das Organisieren von kleinen Erleichterungen wie Drogen, Büchern oder Jobs, und die Furcht vor Einzelhaft oder Verlegung nimmt den Großteil der Handlung ein, und Buscemi war sichtlich fasziniert von den detaillierten Schilderungen Edward R. Bunkers, der selbst in einer kleinen Rolle auftaucht. Weniger als spekulative Action werden die zahlreichen Gewaltszenen dargestellt, sondern mit einer gewissen Nüchternheit, die die Aufmerksamkeit stets hin lenkt auf die vielen, ausnahmslos glänzend herausgearbeiteten und dargestellten Figuren. Primus inter pares ist dabei Dafoe, der mit rasiertem Schädel und sehniger Beweglichkeit gleichzeitig Vertrautheit und Bedrohlichkeit ausstrahlt. John Heard („Spiel auf Zeit“) hat einige Szenen als besorgter Vater von Earl, der die Entwicklung seines Sohnes mit hilfloser Sorge beobachtet, Tom Arnold („True Lies“) besticht durch eine Nebenrolle als brutaler Redneck, Seymour Cassel („Ein unmoralisches Angebot“) spielt einen alten Wärter und besten Freund Deckers. Absolut umwerfend ist Mickey Rourke, auf den ersten Blick kaum zu erkennen, in seiner Rolle als abgehalfterter Knast-Transvestit und Zellengenosse von Earl, der voll von schlüpfrigen Tipps und Weisheiten steckt. Was freilich alle Häftlinge eint, ist die Sehnsucht nach Freiheit, und als dramatischen Höhepunkt hat Buscemi entsprechend den Fluchtversuch von Earl und Decker, der allerdings nur für einen von ihnen erfolgreich ist, ans Filmende gestellt. Bis zuletzt vermeidet er dabei jedes Klischee, das man aus zahllosen anderen Knastfilmen kennt, und nimmt die gleiche zurückhaltende, bisweilen recht witzige Erzählperspektive ein, wie sie schon seinen kleinen Arthouse-Film „Trees Lounge“ auszeichnete. „Animal Factory“ durfte, schon wegen Regisseur, Darstellern und seines „hardboiled“-Sujets, auf waches Interesse beim Programmkino-Publikum stoßen. evo.

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