Filmhandlung und Hintergrund

Schwarzweißdrama über eine geheimnisvolle Schöne, die einem Verlierer hilft, seine Schulden bei einem Gangsterboss zu begleichen.

Weichei André (Jamel Debbouze aus „Amélie„) steht ohne Aussicht auf Rettung bei so ziemlich jedem Schläger von Paris in der Kreide. Deshalb zieht er nun den Freitod durch einen Sprung von der Seine-Brücke in Erwägung. Da sieht er neben sich die attraktive, allzu junge und auch kaum sonderlich bekleidete Angela (Rie Rasmussen) dasselbe tun und fischt sie aus dem Fluss. Die unbekannte Schöne aber war schon vorher mit allen Wassern gewaschen und zeigt sich aufrichtig dankbar …

Luc Besson

André ist bis über beide Ohren verschuldet – ihm bleiben wenige Stunden bis Mitternacht, um 40.000 Euro an einen Gangsterboss zurück zu bezahlen. Ohne Lösung in Sicht, beschließt er, sich auf einer Brücke das Leben zu nehmen – und trifft dort auf die attraktive Angela, die ebenfalls Selbstmord im Sinn hat. Nachdem André sie von ihrem Vorhaben abhalten kann, machen sich die beiden daran, sein Problem zu lösen.

Der Endzwanziger Andre lebt in Paris und steckt bis zum Hals in Schulden. Als ihm einer seiner Gläubiger eine Frist bis Sonnenuntergang setzt und droht, Andre bei Ausbleiben der Zahlung vom Eiffelturm werfen zu lassen, fasst dieser einen verzweifelten Entschluss. Doch auf der Brücke, von der Andre sich in die Seine stürzen will, ist er nicht allein. Er kann eine unbekannte Schöne, die ihn um zwei Köpfe überragt, vor dem Ertrinken retten. Fortan bilden die beiden ein ungleiches Paar und packen sogleich Andres Probleme an.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Was sich zunächst wie eine Begegnung zweier Menschen ausnimmt, entpuppt sich bald als Dreiecksgeschichte. Denn ohne die Stadt Paris – als Folie, als Hintergrund, als entscheidender Handlungsort – ist „Angel-a“ nicht denkbar. In betörenden Bildern in Schwarz-Weiß setzt Kameramann Thierry Arbogast ihre Bauwerke und Straßen, Nachtclubs und Restaurants in Szene. Verbindendes Element sind die Brücken: auf der Flucht vor seinen Gläubigern überquert André sie mit seiner Partnerin in Eile, auf der Suche nach seinem Ich sind sie Orte der Reflexion. Immer wieder die gleiche Einstellung, immer wieder stehen André und Angel-a redend am Geländer, betrachten die Seine, symbolischer Ort des drohenden Todes und der Wiedergeburt der beiden Hauptfiguren. „Angel-a“ ist eine Hommage an die Geburtsstadt des Regisseurs Luc Besson, an ihre Nächte, ihre Straßen, ihre Menschen, ihre dauernde Bewegung.

      „Angel-a“ ist aber auch eine Liebesgeschichte. Voller Pathos holt der Engel den frustrierten André ins Leben zurück, bewahrt ihn vor dem Tod, beschützt ihn vor seinen Widersachern. Als ihr Auftrag beendet scheint, steht sie vor einem Problem: soll sie, gemäß dem göttlichen Plan, André sich selbst überlassen, oder soll sie zum gefallenen Engel werden und bei dem Mann bleiben, in den sie sich verliebt hat? Was voller Witz und subtiler Anspielungen auf Angel-as Engelsdasein begann, entwickelt sich viel zu schnell zu einem überfrachteten Liebesfilm. Mit der Holzhammermethode will Besson dem Zuschauer zeigen, worauf es im Leben ankommt: Ehrlichkeit, Vertrauen in sich selbst und andere, und natürlich Liebe. Gemeinsam mit dem Engel in den Spiegel blickend erkennt André, über welche inneren Werte er verfügt, von Angel-as nicht endendem Redeschwall motiviert, traut er sich schließlich, seinen Widersachern die Meinung zu sagen, zu sich selbst zu finden und ein freier, glücklicher Mensch zu werden. Während Komiker Jamel Debbouze seiner Rolle einige Zwischentöne entlocken kann, überzeugt Topmodell Rie Rasmussen vor allem als Draufgängerin, weniger jedoch als empfindsames Wesen aus dem Jenseits.

      Fazit: Großartig fotografierte und in Szene gesetzte Liebesgeschichte, deren Inhalt nicht an die visuelle Perfektion heranreichen kann. Jede Subtilität wird durch das Dauergeplapper der Figuren verhindert.
    2. Angel-A: Schwarzweißdrama über eine geheimnisvolle Schöne, die einem Verlierer hilft, seine Schulden bei einem Gangsterboss zu begleichen.

      Nach sechs Jahren Pause meldet sich Luc Besson fulminant zurück mit einem magischen Film-Märchen und einer Liebeserklärung an seine Heimatstadt Paris, von Kameramann Thierry Arbogast in strahlendes Schwarz-Weiss getaucht.

      Die Brücken von Paris – schon für den Poeten Guillaume Apollinaire waren sie steinerne Zeugen von Liebe und Vergänglichkeit, Yves Montand und Juliette Gréco besangen sie als Ort der Romantik, Leos Carax schrieb mit „Die Liebenden von Pont Neuf“ die Geschichte des Gefühlskino neu. Ihnen folgt Luc Besson, der in geheime Winkel der französischen Metropole entführt, im Dunst verschwimmender Brücken dem Herzschlag des Lebens nachspürt. Diesmal geht es nicht in die Düsternis wie in „Der letzte Kampf“ oder in die Kunstwelt der Metro wie in „Subway“, sondern an die prächtigsten Plätze der Lichterstadt. So ist es kein Zufall, dass sich der kleinwüchsige, marokkanische Ganove und Gambler André und die langbeinige Blondine Angela auf einer der alten Brückenbrüstungen treffen mit dem Plan, Selbstmord zu begehen. Als die Fremde in den Fluten der Seine versinkt, springt das Kerlchen couragiert hinterher und rettet seinen zukünftige Schutzengel. Beginn einer verrückten „histoire d’amour“. Die Unbekannte becirct den Gangsterboss, dem André noch Geld schuldet, zieht unbekannten Männer die Moneten aus der Tasche, damit es der Unglücksrabe in die seinen stecken kann und macht aus dem hässlichen Tropf zwar keinen hübscheren, aber einen besseren Menschen.

      Bis zur Erreichung dieses Zieles nimmt Besson mit auf einen fast surrealen Trip in verschattete Räume und lichte Trassen menschlicher Existenz, lädt ein zum Tanz mit der frivolen Stadt. Ob am Ufer der Seine, auf der Pont Alexandre III, dem Eiffelturm oder im Umkreis von Notre Dame, Paris spielt die erste Geige. Das diffuse Licht der Morgendämmerung zeigt eine erwachende, fast leere Großstadt zwischen Traum und Tag. Die samtene schwarz-weiss-Fotografie von Thierry Arbogast wirft die Schauspieler auf die Reinheit ihres Spiels zurück. „Angel-A“ ist visionäres Kino, das sich dem experimentierfreudigen Zuschauer durch ästhetische Überraschungen erschließt. Supermodel Rie Rasmussen wird als Engel, der Gefallen am Erdenleben und an André (tragikomisch: Jamel Debbouze) gefunden hat, zur Inkarnation der verführerischen „Femme Fatale“ und gleichzeitig zur Unschuld an sich, ein ferner Mythos – und doch so nah. Gefallene Engel sind eben die schönsten. Ein himmlisches Vergnügen. mk.

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