Angélique - Eine große Liebe in Gefahr

   Kinostart: 12.06.2014
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Filmhandlung und Hintergrund

Neuverfilmung des Historienromans von Anne und Serge Golon.

Frankreich 1656: Um den Familienbesitz zu retten, wird Angélique de Sancé mit dem reichen und älteren Grafen Joffrey de Peyrac von Toulouse verheiratet. Aus Abneigung wird Liebe. Doch das traute Glück währt nicht lange. Die Schöne weiß seit ihrer Kindheit um ein Mordkomplott gegen Louis XIV und steht im Visier der einstigen Verschwörer. Die aufklärerischen Ansichten und die Machtfülle ihres Gatten wecken Neid bei Klerus und Höflingen. Wegen Hexerei landet er auf dem Scheiterhaufen, für die junge Frau beginnt ein neues Leben im Armenviertel von Paris.

Angelique wird mit einem älteren Grafen verheiratet und bald Opfer höfischer Intrigen. Imposante Neuverfilmung des Historienromans von Anne und Serge Golon mit einer beeindruckenden Nora Arnezeder.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      Frankreich, 1656. Die junge Angélique wird gegen ihren Willen mit dem reichen Grafen Joffrey de Peyrac verheiratet. Zunächst verweigert sie sich konsequent den Avancen ihres Ehemanns, aber nach und nach kann der ältere Mann ihre Freundschaft, Respekt und letzten Endes auch ihre Liebe gewinnen. Doch während Angélique ihr privates Glück findet, werden am Hofe des Sonnenkönigs Louis XIV von Neidern Intrigen gegen den erfolgreichen Grafen de Peyrac geschmiedet. Als dieser verhaftet und vor Gericht gestellt wird, unternimmt Angélique alles, um ihren geliebten Mann zu befreien und seine Unschuld zu beweisen. Bereits in den 1960er Jahren wurden die Romane von Anne Golon rund um die Abenteuer der eigenwilligen und stolzen Angélique erfolgreich verfilmt. Regisseur Ariel Zeitoun hat sich nun erneut der Vorlage angenommen und die ersten vier Romane auf die Leinwand übertragen. Immer noch strahlt die Heldin, glaubhaft verkörpert von Nora Arnezeder, eine faszinierende Willenskraft und Stärke aus, die den gesamten Film trägt. An ihrer Seite bzw. gegen sie kämpfen dabei Männer, die zwischen Bewunderung und Hass für diese sehr unabhängige - und damit sehr moderne - Frau schwanken. Wie in einem klassischen Mantel- und Degenabenteuer kommt so neben der Liebe auch das Abenteuer nicht zu kurz. Fechtduelle, Kämpfe, Verfolgungsjagden und Ränkespiele am Hof wechseln sich in schnellem Rhythmus ab und werden nach den Regeln des Genres perfekt in Szene gesetzt, auch dank eines exzellenten Settings und der authentischen Kostüme. Immer spannender und fesselnder zeichnet der Film Angéliques Kampf um ihren Mann, bis hin zu einem finalen entschlossenen Blick in die Kamera, der gleichzeitig ein Versprechen auf eine Fortsetzung ist. Die romantischen Abenteuer einer starken unabhängigen Frau, die für Wahrheit, Ehre und die Liebe ihres Lebens kämpft - nicht nur für Mantel- und Degenfans ist diese mitreißende Neuverfilmung ein Hochgenuss!

      Jurybegründung:

      Frankreich im Jahr 1656. Die hübsche und stolze Angélique de Sancé ist die Tochter eines verarmten Landadligen, der sie, um den Familienbesitz zu retten, dem reichen Grafen Joffrey de Peyrac von Toulouse versprochen hat. Angélique fühlt sich verkauft an einen Mann, den sie nie zuvor gesehen hat und von dem sie nur weiß, dass er wesentlich älter und seit seiner Jugend körperlich entstellt ist. Doch ihre ursprüngliche Abneigung gegen ihren Mann weicht allmählich Hochachtung und Liebe. Sie ist fasziniert vom de Peyracs Charme, von seiner Intelligenz und Unabhängigkeit, aber sie sieht auch, dass er sich dadurch viele mächtige Feinde schafft. Auch sie selbst ist bedroht, denn als Kind wurde sie, wie sie ihrem Beichtvater anvertraut hat, Zeugin eines geplanten Komplotts hoher Adliger gegen den jungen König Ludwig XIV. Als ihr Mann unter fadenscheinigen Gründen verhaftet, seines Besitzes und seiner Titel enthoben und in der Bastille gefangen gehalten wird, ahnt Angélique, dass sie selbst das eigentliche Ziel dieses Racheaktes darstellt. Mittellos, aber mit dem festen Willen, ihrem Mann beizustehen, macht Angélique sich mit ihren beiden Kindern auf den Weg nach Paris. Sie wird alles versuchen, um ihren Mann und die Ehre der Familie zu retten.

      Der Film basiert auf den historischen Erfolgsromanen von Anne Golon, die seit ihrer Erstveröffentlichung in viele Sprachen übersetzt und bereits in den 1960er Jahren unter der Regie von Bernard Borderie mit Michèle Mercier in der Hauptrolle verfilmt wurden. Ariel Zeitoun ist nun eine werkgetreue und zeitgemäße Adaption gelungen, die alles beinhaltet, was man von einem Mantel-und-Degen-Film erwartet: großartige Schauplätze und opulente Ausstattung, romantische Liebe und finstere Intrigen, exzellent choreographierte Fechtduelle sowie rasante Verfolgungsjagden. All das wechselt in schnellem Rhythmus ab und wird von Ariel Zeitoun nach den Regeln des Genres perfekt in Szene gesetzt. Dabei sind die kleinen und großen dramaturgischen Bögen gut durchgehalten, und man verfolgt gebannt das komplexe Ränkespiel und die furiosen Actionszenen. Die Kamera von Peter Zeitlinger zeichnet großartige Panoramen und setzt die prächtigen Interieurs ins rechte Licht. Mit extrem beweglicher Steadycam umkreist sie die Kämpfenden und ist ihnen auf der Flucht durch Gemächer und Gassen dicht auf den Fersen.

      Im Mittelpunkt des Films steht eine starke Frauenfigur, die von Nora Arnezeder mit viel Charme und Entschlossenheit glaubhaft verkörpert wird. Sie überzeugt als widerspenstige junge Frau ebenso wie als couragierte und unbeugsame Kämpferin für Mann und Ehre. Ihre faszinierende Willenskraft und Unabhängigkeit trägt den ganzen Film und macht sie zu einer modernen Heldin, die zur Identifikation einlädt. Man kann verstehen, dass sie keinen der Männer kalt lässt, die voller Bewunderung an ihrer Seite kämpfen oder sie mit tiefem Hass verfolgen. Auch die männlichen Rollen sind u.a. mit Gérard Lanvin als Joffrey de Peyrac, Mathieu Kassovitz als Nicolas und David Kross als König Ludwig XIV. gut besetzt. So wird der Kampf um Wahrheit, Ehre und Liebe nicht nur für Mantel-und-Degen-Fans zu einem spannenden Abenteuer. Nimmt sich der Film zu Beginn allerdings viel Zeit für die Einführung in die Geschichte und die Vorstellung der handelnden Personen, so fühlt man sich am Ende recht unvermittelt hinauskomplimentiert - wenn nicht Angéliques entschlossener Blick in die Kamera das Versprechen auf eine Fortsetzung in sich bergen würde.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
    1. Angélique - Eine große Liebe in Gefahr: Neuverfilmung des Historienromans von Anne und Serge Golon.

      Neuverfilmung von Anne Golons historischem Erfolgsroman über finstre Intrigen im 17. Jahrhundert.

      Verglichen mit Anne Golons Angélique-Büchern wirken Rosamunde Pilchers Schmonzetten oder Hedwig Courths-Mahlers Herz-Schmerz-Märchen für Erwachsene fast wie analytische Doktorarbeiten. Die Geschichte der tapferen Tochter eines verarmten Barons, die aus familiärem Geldmangel im Frankreich des Jahres 1656 an den reichen und viel älteren Grafen Jofferey de Peyrac von Toulouse verheiratet wurde, die Wandlung von tiefer Abneigung zu tiefer Liebe, böse Intrigen, Neid bei Klerus und Höflingen, Kampf gegen dunkle Mächte, das alles rührt Ariel Zeitoun auf Basis der ersten vier Bände zu einem pathetischen Potpourri aus großen Gefühlen, actionreicher Historie und herzergreifendem Kitsch. Wenn in der ersten Liebesnacht die Musik in feierlicher Ergriffenheit versinkt, kommt das schon etwas sehr antiquiert daher. Im Mittelpunkt des Geschehens steht natürlich Angélique, die als Kind zwei Verschwörer belauschte, die Ludwig XIV. töten wollten. Ein Wissen, das nun ihr Leben und das ihres Mannes bedroht, der wegen angeblicher Ketzerei und Gotteslästerung bald in der Bastille schmachten muss. Ihre heldenhafte Befreiungsaktion schlägt fehl, der Freigeist landet auf dem Scheiterhaufen und sie im Armenviertel von Paris. Obgleich die Adaption von Bernard Borderie in den Sechzigerjahren mit Michèle Mercier Romantik-Aficionados zu Scharen ins Kino lockte, zieht die heute 91jährige Golon die Neuverfilmung vor, findet mehr Gefallen am jünger wirkenden Gérard Lanvin als Grafen-Gatten denn am wehmütig dreinblickenden Robert Houssein. Das Frauenbild mit Nora Arnezeder ist moderner und zeigt Stärken, die auch noch im 21. Jahrhundert gelten. Weniger überzeugend sind die Auftritte von Tomer Sisley und Mathieu Kassovitz, David Kross als König muss ziemlich kindisch agieren und den Spezialeffekten merkt man das zu knapp bemessene Budget an. Weltweit wurde die Saga der Angélique 150 Mio. mal verkauft und ließ die Herzen junger Mädchen vor 50 Jahren höher schlagen. Ob die emotionalen Ingredienzen im coolen Internet-Zeitalter noch funktionieren, bleibt abzuwarten. Wer gerne in Gefühlsseligkeit schwimmt, sollte bei „Angélique“ gut aufgehoben sein. mk.

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