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Fakten und Hintergründe zum Film "Ananas Express"

Kino.de Redaktion |

Ananas Express Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Produktionsnotizen

„Der Film nutzt die Mittel der Komödie, um zu sagen, dass es nichts Gutes bringt, wenn man high ist“, sagt Judd Apatow, der Produzent der neuen Actionkomödie. „Das Leben der Jungs ist ein einziges Durcheinander, es führt ins Nichts. Und die Tatsache, dass sie fast ermordet werden, bringt sie dann endlich dazu, über ihren derzeitigen Lebensstil nachzudenken. Mein Ziel war es immer, dass meine Filme gleichzeitig vergnüglich sind und zum Nachdenken anregen. Und ich möchte mich gut fühlen bei dem, was wir durch einen Film sagen.“

Bei aller Komik waren sich die Filmemacher darüber im Klaren, dass sie ihre Hauptfiguren in echte Gefahr bringen mussten, um die spektakuläre Action auslösen zu können, die den Film vorantreibt. „Wenn man uns nicht abnimmt, dass diese Jungs in Lebensgefahr sind, glaubt man auch nicht, dass sie sich jemals ändern könnten“, sagt Apatow. „Also haben wir uns erst mal die anderen Actionkomödien angesehen, die wir mögen – Midnight Run (Midnight Run – 5 Tage bis Mitternacht, 1988) oder Pulp Fiction (Pulp Fiction, 1994) – und die haben einen gemeinsamen roten Faden: Sie nutzen alberne, übertriebene Action, um zu zeigen, dass ihren Charakteren die Dinge ziemlich über den Kopf gewachsen sind.“

Die Idee für den Film hatte Apatow schon lange in einem Ordner hinterlegt. Er erinnert sich: „Es ist schon etliche Jahre her, als ich mich fragte: ,Wie könnte ein Actionfilm aussehen, dessen Hauptfiguren ständig stoned sind?‘ Diese Vorstellung fand ich durchaus komisch und dabei war ich selbst ganz nüchtern dabei.“

Apatow schrieb die Geschichte mit Seth Rogen und dessen Ko-Autoren Evan Goldberg und danach verfassten Rogen und Goldberg das Drehbuch. Zu dieser Zeit hatte das Team bereits Superbad (Superbad, 2007) geschrieben und Rogen hatte schon etliche Episoden von Apatows brillanter, aber leider abgesetzter TV-Serie „Undeclared“ („American Campus – Reif für die Uni?“) zu Papier gebracht. „Damals habe ich versucht, Superbad umzusetzen und bin in jeder Beziehung gescheitert“, erläutert Apatow. „Also sagte ich zu Seth und Evan, dass sie vielleicht etwas schreiben sollten, was ein bisschen kommerzieller ist. Wenn ich mir das heute überlege, war diese Idee vielleicht nicht wirklich die kommerziellste Idee, die ich ihnen zuwerfen konnte … aber damals kam es mir eben so vor.“

Das Autorenteam reizte die Chance, einen Actionfilm zu schreiben und die komischen Aspekte in der Situation der Charaktere auszuloten. „Unser Ansatz war es, Figuren zu schaffen, die so dämlich und verwirrt sind, dass es jemanden braucht, der sie umbringen will, damit sie erkennen, wie wichtig es ist, dass sie sich zusammenreißen müssen“, sagt Rogen.

Und so wurden Dale und Saul geboren. Beim Schreiben des Drehbuchs achteten Rogen und Goldberg sorgfältig darauf, dass der liebenswerte Kern, den die Zuschauer von Judd Apatows Komödien erwarten, auch diese Geschichte ausmacht. Auch die hilfreichen Bemerkungen von Freunden brachten sie auf den richtigen Weg. Leseproben sind eine gebräuchliche Praxis bei der Produktion von TV-Serien und Spielfilmen, aber meist finden sie einige Wochen oder sogar nur Tage vor Beginn der Dreharbeiten statt, um die Schauspieler mit ihren Figuren bekannt zu machen. Apatow veranstaltet die Leseproben stets in einem sehr frühen Stadium, um auszutesten, was im Drehbuch funktioniert und was nicht, welche Idee ausbaufähig ist und welche zurückgenommen werden sollte. „Wir hatten vor ein paar Jahren eine Leseprobe mit Seth und James Franco und die war urkomisch“, erinnert sich Apatow. „Ein paar Freunde waren dabei und machten Anmerkungen und unser Kumpel Ian Roberts, ein Schauspieler aus Talladega Nights: The Ballad of Ricky Bobby (Ricky Bobby – König der Rennfahrer, 2006) sagte, seiner Meinung nach sei der interessanteste Part der Geschichte der Aspekt, dass Seth und James nicht wissen, ob sie nun Freunde oder nur Geschäftspartner sind. Also bauten Seth und Evan diese Momente aus und schrieben mehr Szenen, in denen der Fokus auf der Entwicklung ihrer Freundschaft liegt. So wurde es noch komischer und liebenswerter.“

„Diese ungewöhnliche Freundschaft ist das Herz des Films“, sagt auch die Produzentin Shauna Robertson. „Wenn eine Freundschaft buchstäblich im Feuer geschmiedet wird, versteht man, warum einer in dem anderen auf einmal mehr als nur einen Käufer oder einen Dealer sieht.“

Natürlich ist auch die treffsichere Besetzung der Figuren für die liebenswerte Natur des Films maßgeblich verantwortlich.

„Ursprünglich haben wir die Figur Dale für mich selbst geschrieben“, sagt Rogen. „Wir haben angenommen, dass ich der lustige Kiffer-Kumpel sein würde und ein richtiger Heldentyp Dale spielen sollte.“

Und dann kam James Franco ins Spiel. Bevor er mit seiner durchaus ernsten und tragischen Rolle in Spider-Man (Spider-Man, 2002) und dessen Fortsetzungen bekannt wurde, stand er zusammen mit Rogen in Judd Apatows TV-Serie „Freaks and Geeks“ („Voll daneben, voll im Leben“) vor der Kamera. Franco und Apatow hatten sich beim Austin Film Festival getroffen, wo Franco einen Kurzfilm vorstellte, eine schwarze Komödie mit dem Titel The Ape (2005). Franco lud Apatow ein, sich den Film anzusehen, und er erinnert sich: „Judd mochte den Film und er sagte zu mir: ,Weißt du, ich vermisse den komischen Franco wirklich‘.“

„Also haben wir darüber gesprochen und uns Gedanken gemacht, wie es wäre, die Rollen zu tauschen“, führt Rogen weiter aus. „Was wäre, wenn er der dämliche Kumpel und ich der, naja, sagen wir mal: heldenhafte Hauptdarsteller wäre? Es kam uns auf Anhieb eigenartig vor – und das fanden wir prima. All das, was uns von der üblichen Machart dieser Filme unterscheidet, war in unseren Augen sehr wertvoll.“

Als Apatow Franco das Drehbuch für ANANAS EXPRESS schickte, „sagte er mir nicht, welche Rolle ich spielen sollte“, erinnert sich Franco. „Ich dachte, sie wollten, dass ich Dale spiele. Und ich sagte mir: ,Meine Güte, ich mag den Typen ja wirklich, aber ich wünschte, ich könnte Saul spielen.‘ Und dann sagten sie mir: ,Ach ja, wir hätten gern, dass du Saul spielst.‘ Insofern war alles perfekt.“

Und als sich die Idee herauskristallisierte, dass Seth Rogen der Held sein würde, wurde auch seine Figur klarer. „Dale ist einfach ein gigantischer Loser“, sagt er. „Er ist Gerichtszusteller, trifft sich mit einem Mädchen aus der High-School, hat keine Ahnung, wohin er in seinem Leben steuern will … und ist noch nicht mal unglücklich darüber.“

Jedenfalls ist er so lange nicht unglücklich, bis er versehentlich Zeuge eines Mordes wird, was sein Leben für immer verändert. Mit einem Drogenbaron und einer betrügerischen Polizistin auf den Fersen, stellt sich die Unzufriedenheit über die Ziellosigkeit in seinem Leben relativ schnell ein. „Diese Jungs werden gezwungen, sich darüber klar zu werden, wie erbärmlich sie sind – sie haben keinen, dem sie emotional nahe stehen und sie realisieren, dass sie die besten Freunde des jeweils anderen sind“, erläutert Rogen. „Sie müssen sich zusammenreißen, um diese Situation zu überleben – und um glücklich zu leben, wenn das alles mal vorbei ist.“

„Es war großartig, dass Seth und James bereits Freunde waren, bevor wir mit den Dreharbeiten begannen“, sagt Robertson. „Sie treiben sich gegenseitig schnell an und werden dabei immer komischer. Sie können sich ehrlich übereinander amüsieren und das haben wir ausgenutzt.“

Nachdem die beiden Hauptdarsteller feststanden, machten sich die Produzenten auf die Suche nach einem geeigneten Regisseur. Nach einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Independent-Regisseur Greg Mottola, der Superbad inszeniert hatte, suchten sie erneut außerhalb ihres Genres. Sie fanden ihren Mann in David Gordon Green, der mit durchdachten, figurenorientierten Filmen wie George Washington (2000) und All the Real Girls (2002) bekannt geworden war.

Auch wenn diese Zusammenarbeit auf den ersten Blick nicht nahe lag, stellt Green klar, dass er und Apatow denselben Zugang zum Filmemachen haben. „Ich hatte gerade einen sehr schwermütigen, dramatischen Film beendet und wollte die Richtung einschlagen, etwas Leichteres zu machen“, sagt Green. „Als wir darüber sprachen, wie wir am liebsten unsere Filme machen, stellten wir fest, dass wir sehr ähnliche Ansätze dazu haben. Sie tun das in einem deutlich kommerzielleren, komödiantischen Genre und ich arbeite eher in der dramatischen Low-Budget-Independent-Szene. Aber stilistisch suchen wir alle nach einem natürlichen Tonfall in unseren Filmen und außerdem haben wir einen ganz ähnlichen Sinn für Humor und ähnliche Vorstellungen davon, wie man eine gute Zeit haben kann, während man sich seinen Lebensunterhalt verdient.“

Apatow hatte gehört, dass Green nach einer Komödie suchte, die er inszenieren kann. Und der Regisseur bekam eine Empfehlung, die schließlich zum Vertragsabschluss führte. „Danny McBride – einer der lustigsten Menschen der Welt – ist der Meinung, dass David ebenfalls lustig ist“, sagt der Produzent. „Ich mag Davids Filme, also wussten wir schon mal, dass er ein guter Regisseur ist. Und wenn Danny denkt, dass er lustig ist, dann ist das auch der Fall.“

McBride, der mit Green zusammen die Filmschule besucht hatte und sogar auf demselben Flur ein Zimmer bewohnte, sagt, dass der Regisseur Komödien liebt, auch wenn er für seine Dramen bekannt ist. „In der Filmschule war er unglaublich komisch“, erinnert sich McBride. „Sein Film im ersten Schuljahr hieß Will You Lather Up My Roughhouse? und handelt von zwei Typen, die zusammen leben und Seife herstellen. Völlig irre, aber auch sehr, sehr komisch. Seine dramatischen Filme sind natürlich sehr beeindruckend, aber auch seine komödiantischen Werke sind fantastisch.“

Rogen sagt, dass Greens Zugang genau das ist, was sie brauchten, um ANANAS EXPRESS aus der Masse hervorzuheben. „David hat ein tolles Gespür für figurenorientierte Geschichten“, sagt er. „Wir wussten, dass dieser Zugang diesen Film von den anderen dieser Art unterscheidet: mit einem Regisseur, der auf eine bestimmte Art und Weise entgegengesetzt arbeitet. Sein Fokus ist es, eine Geschichte gut zu erzählen und die Charaktere und die Darstellung gut zu inszenieren. Auf diese Art stellten wir sicher, dass der Film genau die emotionale Relevanz bekommt, die man aus einer Apatow-Komödie kennt – aber mit viel Action, Aufregung und Drogen.“

Green war genau dir richtige Wahl, um das Element des Unerwarteten zu der Geschichte hinzuzufügen, meint auch Shauna Robertson. „David blickt auf eine Art und Weise auf Dinge, die einem sehr viel Freude bereitet“, sagt sie. „Er ist sehr kreativ und schafft es in kürzester Zeit, eine Menge auf die Beine zu stellen. Er ist immer gut vorbereitet, aber er ist auch immer bereit dazu, all diese Vorbereitung über Bord zu werfen, wenn plötzlich etwas Komisches geschieht. David verlangt von allen, dass sie sich voll und ganz diesem Prozess widmen. Einmal sagte er zu mir, dass er Statisten anheuern wolle, die bereit sind, ihre Koteletten komplett abzurasieren. Er wollte zwar keinen solchen Film drehen, in dem dies notwendig war – er wollte einfach Leute haben, die sich so für einen Film einsetzen und darauf einlassen.“

Green seinerseits hatte keinerlei Bedenken bei der Zusammenarbeit „mit Jungs, die eine großartige Reputation innerhalb der Branche haben und Projekte abliefern, die kommerziell erfolgreich sind, aber gleichzeitig neue Grenzen ausloten. Darauf lässt man sich sehr gern ein.“

Am Set schließlich machten die Schauspieler durch die Arbeit mit Green außergewöhnliche Erfahrungen. „Der passendste Ausdruck dafür ist wohl einfach … anders“, sagt Rogen. „Eine seiner liebsten Regieanweisungen ist: ,Sag es so, als hättest du Ohrenschmalz im Mund.‘ Oder ,Tu so, als seist du ein betrunkener Seemann auf Urlaub.‘ Oder: ,Spiel das so wie eine frustrierte Nonne.‘ Er wirft dir kantige Bälle zu – er reißt dich sozusagen aus deinem komfortablen Status Quo und bringt dich dazu, Dinge zu tun, die du allein niemals getan hättest.“

Die Filmemacher rundeten die Besetzung mit Danny McBride als Kleingangster Red, Gary Cole als Vorstadt-Drogenboss Ted und Rosie Perez als gemeine Polizistin und Teds Partnerin Carol ab.

McBride stand bereits in Greens Independent-Filmen vor der Kamera, bevor er sich mit The Foot Fist Way (2006), einer Independent-Komödie, die nach ihrer Premiere beim Sundance Film Festival 2006 Fans unter den größten Comedians der Welt gefunden hat, seinen eigenen Comedy-Boden erschloss. Der Film kam im Sommer in die US-Kinos. „Danny ist urkomisch“, gibt Seth Rogen zu Protokoll. „Wir kannten ihn noch nicht persönlich als wir am Drehbuch schrieben, aber dann kam es uns so vor, als hätten wir die Rolle speziell für ihn geschrieben. Wir haben zu ihm gesagt: ,Wenn ANANAS EXPRESS jemals gedreht wird, musst du Red spielen‘!“

„Red ist ein aalglatter Typ“, sagt McBride zu seiner Rolle als Mittelsmann zwischen dem Drogenboss Ted und dem kleinen Dealer Saul. „Er ist ein echter Arsch. Aber er bekommt, was er verdient. Und am Ende stellt er fest, was Loyalität bedeutet – auch wenn er dafür etliche Kugeln von Rosie Perez kassiert.“

Und wenn McBride sagt, dass Red „das bekommt, was er verdient“, meint er das auch. Die Figur bekommt einen ordentlichen Schlag mit einem Knüppel auf den Kopf und von Seth Rogen einen bösen Schlag in den Rücken. Aber der Schauspieler steckte das gut weg. „Für die Kampfszene bereitete ich mich einen Tag lang ausgiebig mit Yoga vor. Das war sehr hilfreich – es ging mir gleich wieder gut. Auch wenn ich blaue Flecken an sehr seltsamen Körperstellen hatte – unter den Armen zum Beispiel. Ich glaube, ohne die Atemtechniken, die ich benutzt habe, hätte ich das nicht durchgestanden.“

Gary Cole, der Charakterdarsteller, der schon in Talladega Nights: The Ballad of Ricky Bobby, Office Space (Alles Routine, 1999), den TV-Serien „The West Wing“ und „Desperate Housewives“ sowie in etlichen anderen Filmen und Serien zu sehen war und dessen prägnante Dialogzeilen Legionen von Fans abgespeichert haben, war begeistert, Teil eines Films zu sein, der auf den ersten Blick als alberne Komödie daherkommt. „Man trifft seine Entscheidungen wegen des Materials, das einem vorliegt, und aufgrund der Menschen, mit denen man zusammenarbeitet“, sagt er. „Ich mochte das Skript und ich mochte auch diese Typen. Ich bin seit The 40-Year-Old Virgin (Jungfrau (40), männlich, sucht, 2005) ein großer Fan von Seth.“

Die Charakterisierung von Coles Figur Ted Jones zeigt den Bösewicht auf eine Weise, die innerhalb des Genres eher unüblich ist. „David, Evan und ich haben sehr viel darüber gesprochen, was für eine Art Schurke Ted sein würde“, erläutert Cole. „Das Wichtigste für uns war, dass er nicht wie ein Klischee-Drogenboss wirkt. Ich mag es, wenn meine Figuren unter körperlichen oder emotionalen Behinderungen leiden. Das verleiht ihnen – warum auch immer – eine größere Authentizität.“

Darüber hinaus genoss der Schauspieler die albernen Momente der Dreharbeiten, zum Beispiel die Schießerei. „Sie wollten, dass ich mit zwei Pistolen im John-Woo-Stil herumballere. Hey, und warum eigentlich nicht?“, lacht er.

„Gary Cole ist ein absoluter Profi“, sagt Rosie Perez, die den Part der korrupten Polizistin übernahm. „Er ist schon so lange im Geschäft und hat alles gespielt – Fernsehen, Theater, Kinofilme … und weil er schon alles getan und alles gesehen hat, ist er so entspannt. Die meisten meiner Szenen hatte ich mit Gary und dabei war alles sehr ungezwungen. Das Geben und Nehmen, Reden und Zuhören, die Fundamente großartigen Schauspiels, die er an jedem Tag neu zeigte.“

Green war begeistert, mit Rosie Perez zusammenzuarbeiten, nachdem die beiden schon einmal „eine gemeinsame Lesung auf der Bühne hatten. Ich erinnere mich daran, sie in Do the Right Thing (Do the Right Thing, 1989) gesehen zu haben – sie ist mir damals gleich aufgefallen.“

„Ich hätte es nicht einfacher haben können“, sagt Perez. „Ich sollte mich mit David treffen und mit ihm darüber sprechen, ob ich mit ihm an diesem Film arbeiten wolle. Ich ging zu der Verabredung, und wir haben direkt einzelne Szenen besprochen. Wir haben gleich mit der Arbeit begonnen. Und ich dachte: ,Das wird wirklich prima‘!“

Ihre größte Herausforderung, so Perez, bestand allerdings darin, zu lernen, wie man eine Waffe abfeuert. „Ich mag es nicht, mit Schusswaffen zu hantieren“, gibt sie zu. „Aber meine Figur Carol ist ein Polizei-Sergeant, sie ist schon seit Jahren im Dienst und sie ist ein harter Typ. Ich habe noch nie nach einer Rolle wie dieser gesucht – wie gesagt, ich hasse Waffen – aber ich bin froh, dass ich sie angenommen habe, denn bei der Arbeit an diesem Film hatte ich einen Riesenspaß.“

Zur Besetzung gehören außerdem Amber Heard als Dales Freundin Angie sowie Craig Robinson und Kevin Corrigan als Matheson und Budlofsky, zwei von Teds Handlangern.

Produktion: Action!

„Judd hat gesagt, dass er es nicht mag, Actionfilme zu drehen. Er hat Angst, dass sich jemand dabei verletzen könnte“, sagt die Produzentin Shauna Robertson. „Aber ANANAS EXPRESS – der zunächst anmutet wie eine Komödie mit Actionelementen – stellte sich am Ende als waschechter Actionfilm heraus. Niemand von uns war vorher an einem solchen Film beteiligt, aber wir waren alle bereit, uns dieser Herausforderung zu stellen und wir haben uns richtig darauf gefreut.“

Rogen hatte keine Angst, sich mit vollem Körpereinsatz in die Arbeit zu stürzen. „Ich liebe Actionfilme“, bekennt der Autor und Schauspieler. „Und auch wenn ich wusste, das ANANAS EXPRESS sehr witzig werden würde, wollten wir uns nicht über das Action-Genre lustig machen – wir wollten einen waschechten Actionfilm drehen. Wir haben alberne Szenen in die Sequenzen eingebaut, um die Comedy zu ihrem Recht kommen zu lassen, aber der Film ist dennoch aufregend und voller Kraft.“

Und James Franco ergänzt: „Es ist ein Actionfilm mit Hauptfiguren, die das genaue Gegenteil von Actionhelden sind.“

Franco, der Mann mit der meisten Erfahrung in diesem Genre, sagt, dass die Action von ANANAS EXPRESS zu den aufregendsten Szenen gehört, die er bisher im Laufe seiner Karriere gedreht hat. „Es fühlt sich an, als gäbe es hier mehr Action als in Spider-Man, weil die Art und Weise des Films eine völlig andere ist“, lacht er. „Bei Spider-Man haben wir teilweise anderthalb Monate lang an einer Actionsequenz gedreht. Hier haben wir drei oder vier Tage gebraucht – und auch nicht vor einer Green Screen gefilmt. Die Action ist viel bodenständiger und kraftvoller. Und das fühlt sich für mich mehr wie ein Actionfilm an.“

Obwohl die Schauspieler für diese Szenen trainierten, achteten sie sorgfältig darauf, sich nicht zu sehr darauf vorzubereiten. „Es war wichtig, dass es so aussieht, als wüssten wir nicht, was wir da tun. Wenn Dale den Anschein erweckt, als fühle er sich wohl dabei, ein Maschinengewehr zu halten, dann ist es nicht mehr witzig“, sagt Rogen. „Also haben wir gesagt: ,Sagt uns einfach nur so viel, wie wir wissen müssen, damit wir uns nicht verletzen. Ich hatte ein bisschen Kampferfahrung durch mein Karatetraining als Kind – gerade so viel, dass ich Gary Cole nicht aus Versehen meinen Ellenbogen ins Gesicht ramme. Wir haben nur genau so viel trainiert wie es nötig war, aber nicht so viel, dass wir in den Actionszenen gut aussehen.“

Franco formuliert es so: „Wir sind genau die beiden Typen, denen man es am wenigsten zutraut, mit Gefahrensituationen fertig zu werden. Und wir werden ständig in Gefahr gebracht.“

Rogen überraschte sich selbst am meisten, als die Schusswechselszenen anstanden, die er selbst geschrieben hatte. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich all das wirklich auf die Reihe kriegen würde“, sagt er über seine Actionsequenzen. „Wir haben eine Sequenz geschrieben, in der Dale in ein Feuer laufen muss, um Saul zu retten – ich habe mir nicht vorstellen können, wie ich das machen soll. Aber als wir es gefilmt haben, wurde alles um mich herum angezündet und man sagte mir, ich solle einfach in der Mitte stehenbleiben. Es war alles sicher und ich wurde nicht verletzt – und ich dachte: ,Hey, es ist fast so, als ob sich alles nur in deinem Kopf abspielt.‘“

„Seth machte es richtig Spaß, wenn irgendwas in Brand gesteckt wurde oder er jemanden verprügeln konnte“, grinst Franco. „Er hat vorher noch nie einen Actionfilm gedreht und es war sehr lustig, ihm dabei zuzuschauen.“

Gary Hymes, ein altgedienter Stuntkoordinator, der unter anderem an Jurassic Park (Jurassic Park, 1993), Speed (Speed, 1994), The Italian Job (The Italian Job – Jagd auf Millionen, 2003), The One (The One, 2001) mit Jet Li und vielen anderen Filmen gearbeitet hat, bemerkt, dass ANANAS EXPRESS sich in den Actionszenen nicht hinter anderen Genrefilmen verstecken muss. „Als ich gefragt wurde, ob ich an dem Film mitarbeiten wolle, war das Drehbuch noch recht zahm – es gab drei kleine Sequenzen. Aber dann haben wir angefangen, diese Sequenzen auszuschmücken. Sie wurden größer und größer und am Ende stellte sich die Komödie mit ein paar Actioneinlagen als Actionfilm mit Comedy-Elementen heraus.“

Und der Film stellte sogar Hymes vor eine gewaltige Herausforderung: „Am einfachsten ist Action, wenn sie nicht mit den Charakteren verschmolzen ist. Action um ihrer selbst willen ist die am meisten befriedigende“, erläutert er. „In ANANAS EXPRESS mussten wir sie natürlich aufregend inszenieren, aber auch figurenorientiert – zu was sind diese Charaktere in der Lage und was können sie einfach nicht leisten? Wo ziehen wir die Grenzen? Es dauerte eine Weile, bis wir all das herausgefunden hatten, aber danach war es eine tolle Erfahrung.“

Auch der Regisseur balancierte dabei auf einem sehr schmalen Grat. „Ich glaube nicht, dass die Stunts ultra-realistisch wirken“, sagt Green. „Aber so übertrieben sie sein mögen – wir wollen den Zuschauern zeigen, dass es lebensechte Typen sind, die in diese absurden Situationen geraten. Diese Jungs sind nicht dafür gemacht, sich in einem Actionfilm zu bewähren – es sind Typen, für die ein Samstagabend darin besteht, an den Fingernägeln zu kauen und dabei einen Joint zu rauchen. Und die finden sich auf einmal in einer Situation wieder, in der sie ein Maschinengewehr halten und eine Horde Bösewichter wegpusten müssen.“

Die Realität dieser Situationen manifestierte sich bei der Locationsuche. „Als wir die Drehorte besichtigten, konnte ich sehen: ,Ach ja, hier kann ich mit Hilfe eines Drahtseils prima vom Dach springen. Das wird cool‘,“ sagt Seth Rogen. „Wir haben dann mit Gary gesprochen und gefragt: ,Was genau muss ich denn hier machen? Was muss Franco machen? Und was ist denn dabei sicher?‘ Am Ende glaube ich, dass wir viel mehr selbst getan haben als wir uns je vorstellen konnten.“

Rogen ergänzt, dass Hymes der perfekte Mann war, um diese Sequenzen umzusetzen. „Er ist schon fast überqualifiziert für diesen Film“, grinst der Schauspieler. „Ich habe zum Beispiel ganz stolz gesagt: ,Ich würde dann gern von da oben runterspringen‘, und er antwortete: ,Jaja, in Jurassic Park haben wir etwas ganz Ähnliches gemacht.‘ Und ich: ,Oh, ääh, dann kennst du dich ja aus …‘.“

Ein Beispiel für eine Szene, in der die Action viel über die Charaktere verrät, ist, so Hymes, „die Kampfszene zwischen Dale, Saul und Red in Reds Haus. Ich glaube, diese fängt die Charaktere der drei am besten ein. Das Schwierigste für mich war dabei, dass ich an den Monitoren saß und mich zusammenreißen musste, damit ich nicht laut loslachte und den Take ruinierte. Diese Jungs sind so unglaublich witzig.“

Der Dreh der Autoverfolgungsjagd war ebenfalls eine denkwürdige Erfahrung für alle. „Ich habe bei der Second Unit Regie geführt, die ungefähr einen Block von Davids First Unit entfernt drehte“, sagt Hymes. „Wir mussten also aufpassen, dass wir uns nicht gegenseitig filmten. David wusste genau, was er in Bezug auf die Balance von Action und Comedy von dieser Szene wollte. Er und ich haben alles genau besprochen und auf Storyboards festgehalten und ich wollte mich ganz auf die Action konzentrieren. Rosie saß in dem einen Auto und James Franco in dem anderen – und er konnte nichts sehen, weil die Windschutzscheibe völlig von einem Fruchteis-Drink versaut ist, sein Fuß in einem Loch in der Scheibe feststeckt und wir von außen gefilmt haben, wie er so fährt. Das ist ein tolles Beispiel dafür, wie die Action außerhalb des Autos die Comedy im Inneren des Wagens akzentuiert – und umgekehrt.“

Perez hatte ein kleines Missgeschick beim Dreh einer Szene, in der sie ihre Waffe abfeuern sollte. „David sagte mir: ,Du fährst im Auto vor, drehst das Fenster herunter, zielst und schießt. Aber du triffst nicht und fährst weiter – dabei schießt du immer noch und triffst einen Fußgänger‘“, erläutert sie die Szene. „Okay. Danach kam der Chefkameramann zu mir und sagte: ,Ich will, dass du in genau diese Richtung schießt.‘ Das war aber genau meine Blickrichtung, die mit einem X auf dem Kamerarahmen markiert war. ,Bist du sicher, dass ich darauf zielen soll?‘ habe ich gefragt. ,Ja, ja! Beeil dich, es wird dunkel!‘ Okay. Action. Die Karre fährt los. Ich kurbele das Fenster runter – und bang-bang-bang! Ich habe die verdammte Kamera getroffen. Aber die Kamera läuft noch. Ich rufe: ,Tschuldigung!‘ und fahre weiter. David und Evan standen hinter der Kamera, drehten durch vor Lachen und riefen: ,Danke, das wars‘!“

Rosie Perez war es auch, die im Mittelpunkt eines der komischsten Momente der Dreharbeiten stand – einer Szene, die es nicht in den Endschnitt geschafft hat. „Wir haben den Kampf gedreht und haben choreografierte Stunts durchgeführt. Da sagte James: ,Wie wäre es, wenn wir beim nächsten Take etwas improvisieren?‘ Ich antwortete: ,Okay, was möchtest du gern machen?‘ Er sagte: ,Keine Ahnung, folge einfach meinen Bewegungen, mach mit und sag nichts.‘ Also fingen wir an zu kämpfen und auf einmal warf er sich mit seinem ganzen Gewicht auf mich. Und ich musste wirklich strampeln und mit ihm kämpfen. Wir hatten eine Art Wrestling-Kampf und dann warf er mich auf den Bauch und biss mir in den Arsch. James Franco hat mir in meinen verdammten Arsch gebissen! Und das tat richtig weh! Genau in diesem Moment stellte David die Kamera auf Zeitlupe, während ich diesen löwenartigen Schrei vor Schmerz hinausbrülle: ,Aaaauuuuaaahhhhh!‘ David ruft ,Cut!‘, und James sagt: ,Sorry, sorry! Es tut mir Leid!‘ Aber ich habe geantwortet: ,Nein, das war super! Das war wahnsinnig komisch! Aber jetzt bringe ich dich um.‘“

Aber am Ende waren alle Schauspieler mit sich und den anderen höchst zufrieden. „Wir hatten Glück, dass uns so tolle Schauspieler zur Verfügung standen, die allesamt auch noch richtig gute Athleten sind“, lobt Hymes. „Seth hat ungefähr 80 Prozent seiner Stunts selbst durchgeführt und auch Gary Cole hat eine ganze Menge selbst gemacht. Man arbeitet nur selten an einem Film, in dem die Schauspieler so viele Stunts persönlich absolvieren können.“

Natürlich heißt das nicht, dass alles ohne Beulen und blaue Flecken vonstatten ging. „Ich habe mir einen Finger gebrochen“, sagt Rogen. „Danny verletzte sich durch einen kaputten Knüppel am Kopf und Franco lief gleich in der ersten Woche gegen einen Baum und musste an der Stirn genäht werden.“

„Ich glaube, sie wollten mir damit sagen, dass ich zu müde war“, wirft Franco zu seiner Verteidigung ein. „Aber was soll’s. Es war ein ziemlich lächerlicher Stunt.“

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