Filmhandlung und Hintergrund

Anspruchsvolles Drama um die Geschichte der Amour Fou von Heinrich von Kleist und Henriette Vogel und deren gemeinsamer Selbstmord.

Der Dichter Heinrich von Kleist empfindet das Leben als Schmerz und verzehrt sich in Todesfantasien, sein größter Wunsch ist es, mit einem geliebten Menschen das Jammertal auf Erden zu verlassen. Seine Cousine Marie findet wenig Gefallen an seiner Idee von Seelenverwandtschaft und noch weniger an seinem Plan eines gemeinsamen Suizids. In der einsamen Ehefrau und Mutter Henriette glaubt er, die Richtige gefunden zu haben und schließt mit der unheilbar Kranken einen Liebes- und Todespakt.

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Kritikerrezensionen

  • Amour Fou: Anspruchsvolles Drama um die Geschichte der Amour Fou von Heinrich von Kleist und Henriette Vogel und deren gemeinsamer Selbstmord.

    Durch Leben und Tod des Schriftstellers Heinrich von Kleist inspiriertes Drama, das 2014 im Certain Regard in Cannes Premiere feierte.

    Beschwingte Leichtigkeit gilt nicht als Faible von Jessica Hausner, sie gräbt sich gerne tief hinein in die Geschichten und so ist auch ihre Reflexion über einen Doppelselbstmord aus Liebe keine leichte Kost, auch wenn einige komische und banale Situationen die strenge Dramaturgie brechen. Ihr geht es nicht um die romantische Liebe, sondern um die Ambivalenz dieses großen Gefühls, um eine nüchterne Versuchsanordnung und weniger um den konkreten Fall des Schriftstellers Heinrich von Kleist, der im November 1811 mit Henriette Vogel am Wannsee in den Tod ging. Bevor er sich eine Kugel in den Kopf jagte, erschoss er die Ehefrau und Mutter, mit der ihn ein Liebes- und Todespakt verband. Dass die trotz gesellschaftlicher Aktivitäten einsame Schöne mit Angst vor dem Leben auf seinen Wunsch einging, lag wohl nicht zuletzt daran, dass sie seit ihrem Kennenlernen unter einer unheilbaren Krankheit litt. Dabei war sie nur „zweite Wahl“, nachdem Kleists Cousine Marie wenig Gefallen an seiner Idee von Seelenverwandtschaft und noch weniger an seinem Plan eines gemeinsamen Suizids fand.

    Weit weg vom Biografischen erzählt Hausner ein Exempel, erforscht wie schon in „Lourdes“ Varianten einer Behauptung, hier der von Liebe. Die akribische Recherche, das Durchforsten von Briefen und Tagebüchern aus der damaligen Zeit schlägt sich in Sprachstil und Dialogen nieder, die Protagonisten drücken sich weniger durch Mimik und Gestik aus, sondern funktionieren durch die Konventionen der Sprache. Das kommt manchmal bleiern daher. Die akkurate Gestaltung der größtenteils im Studio gebauten Innenräume sowie die choreografische Inszenierung, genau komponierten Bilder und künstlich daher plappernden Protagonisten wecken weniger Emotionen, sondern zwingen zum genauen Zuhören und Zusehen. Die Österreicherin sieht das Ganze als „Tableau Vivant“. Die Schauspieler selbst können sich bei den klaren Vorgaben von Bildausschnitt, Choreografie und Text kaum einbringen, auch wenn Birte Schnöink und vor allem Christian Friedel als egozentrischer Fatalist die kleinen Freiräume genussvoll nutzen. mk.

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