Amityville Horror Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Amityville Horror: Neuverfilmung der "wahren Geschichte" um ein Spukhaus und seine böse außerweltliche Präsenz.

Mitte der 70er Jahre ersteht die fünfköpfige Familie Lutz recht günstig eine auf den ersten Blick traumhafte Immobilie in dem idyllischen Örtchen Amityville. Sie stört es wenig, dass dort nur ein Jahr zuvor ein Familienvater seine komplette Verwandtschaft blutrünstig getötet hat, nachdem ihm angeblich Stimmen aus dem Jenseits die Tat befohlen hatten. Nun droht sich der Horror zu wiederholen.

Produzent Michael Bay bedient sich für sein Geisterhaus-Remake wie schon beim „Texas Chainsaw Massacre“ erneut an einem Kassenknüller der 70er.

Ein Jahr nachdem das Haus an der Ocean Avenue Tatort einer Tragödie wurde, ziehen George und Kathy Lutz mit ihren Kindern dort ein. Bald zeigt sich, dass die Präsenz, die bereits einen Mann in den Wahnsinn trieb, noch immer das Klima vergiftet. Während fast jeder von Visionen gequält wird, verändert sich George zur aggressiven Persönlichkeit, die glaubt, einen grausamen Auftrag zu haben.

Ein Jahr nach einem Amoklauf, bei dem sechs Personen starben, bezieht die Familie Lutz ihr neues Heim – den Schauplatz der damaligen Tragödie. Abgesehen von den Reibereien zwischen Stiefvater George und dem ältesten Sohn seiner Frau offenbaren sich bald weitere unangenehme Seiten der neuen Situation. So zieht es George magisch in den Keller, spricht Tochter Chelsea plötzlich ausgiebig mit ihrer imaginären Freundin Jodie und wird der jüngste Sohn von Angstattacken geplagt. Zurecht, wie sich im Laufe eines fatalen Gewitters zeigt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine zerspaltene Familie versucht, sich in dem Haus in Amityville neu zu kreieren. Der Vater ist gestorben, die junge Witwe Kathy hat inzwischen George geheiratet, der von den Kindern noch abgelehnt wird. In die Vergangenheit gerichtete Trauer und die Umstellung auf eine neue Zukunft reiben sich hier, und sie erzeugen eine innere Spannung, in die das Böse eingreifen kann. Es ist eine schwere Prüfung, in dem Haus, wo das mythische Böse wohnt, wo die uralten Sünden der Neuen Welt an seinen Ureinwohnern noch virulent sind und immer neues Böses schaffen...

    Der Film ist ein lustiges Rätselraten. Rätselraten deshalb, weil er eine Unmenge an Horrormotiven aus der Geschichte des Genres übernimmt und man einen Gutteil des Zuschauens damit verbringen kann, die Quellen des eben Gesehenen herauszufinden. Lustig deshalb, weil es eine solche Vielzahl an Verweisen/Zitaten/Plagiaten gibt, dass man nicht mal Horrorexperte zu sein braucht, um bei dem Ratespiel auf eine ganz gute Punktzahl zu kommen.

    Das böse Haus ist sowieso ein Topos des Genres, es macht seine Bewohner zu psychopathischen Killern, und dass immer wieder die Tage eingeblendet werden, wie lange die Familie schon im Haus wohnt, verdanken wir natürlich Kubricks „Shining“; die Tochter sieht mit sechstem Sinn tote Menschen – hier grüßt interessanterweise auch der jüngste DeNiro-Schinken „Hide and Seek“, genauso in der Tatsache, dass das Böse immer zu einer bestimmten Uhrzeit nachts geschieht; das Haus steht auf einem alten Folterplatz, wo früher im Namen der Christenheit Indianer gemetzelt wurden, ein Exorzist versucht, dem Bösen Herr zu werden, das Böse lauert unter anderem im Keller, beim Betrachten von 8mm-Filmen, Schatten huschen im Hintergrund vorbei, im Spiegel lauert immer wieder eine Fratze, der Wandschrank ist ein Hort des Grauens für den, der eingeschlossen wird, Blut tropft aus den Wasserhähnen, und es ist von vornherein klar, dass der Hund als allererstes dran glauben muss.

    Eine geballte Ladung an Längstgesehenem. Und merkwürdigerweise: Es funktioniert. Die Elemente sind nie originell, aber sie sind auf den Punkt gebracht; und obwohl man genau weiß – oder das Gefühl hat, wissen zu müssen –, was jetzt kommt, fällt man dann doch drauf rein. Seine Wirkung erzielt er vor allem daraus, dass er sich ernst genug nimmt – trotz aller aufgesogenen und wieder ausgespuckten Motive wirken sie nicht ausgelutscht –, dass er sich aber andererseits überhaupt nicht ernst nimmt: Er will nicht mehr sein als Horror. Im immer weiter verfallenden Gesicht von George, dem Stiefvater, der mehr und mehr vom Bösen zersetzt wird, schrammt der Film knapp an der Selbstparodie vorbei: Aber er bleibt auf der Seite des Grauens. Man lacht, ja: Wenn George mit seinem Stiefsohn Holz hackt – im Haus ist es selbstverständlich immer kalt, und der große Ofen im Keller muss gefüttert werden –, dann lässt er in außerordentlich sadistischer Manier den frühpubertären Billy den Holzklotz solange halten, bis der Bub fast von der Axt gespalten wird... Man lacht, aber nicht über den Film, sondern aus Verwunderung, dass es trotzdem funktioniert.

    „Amityville Horror“ bedient perfekt die Klaviatur des Grauens, und er zieht alle Register; er ist kein Klassiker, aber immerhin solide B-Ware; und vor allem: Er ist nicht nur das Remake des Filmes von 1979, sondern er beruht natürlich auch ganz und gar auf wahren Begebenheiten...

    Fazit: Geballte Ladung an wirkungsvoll eingesetztem Horror, ohne überladen zu sein.
  • Die Axt im Haus erspart den Eheberater. Was auch immer die Beziehung von George und Kathy Lutz nach 28 Horrortagen in der Ocean Avenue 112 fast fatal beendete, wird auch 26 Jahre nach der Erstverfilmung mit einem bösen Geist erklärt. Auch im Remake des Clip-Spezialisten Andrew Douglas spielt ein Spukhaus mit gewohnten Schocktechniken seine Trümpfe aus. Dabei dürfte der heute noch notorisch schlechte Ruf des Gebäudes als Publikumsköder eine größere Rolle spielen als jede Kritik des Films und letztlich dafür sorgen, dass auch diese Geisterbahn trotz des Überangebots der letzten Zeit ordentlich besucht werden wird.

    Wie Sidney Furies unterschätzter Spuk „The Entity“, den Hideo Nakata demnächst für eine neue Generation adaptiert, basiert auch „The Amityville Horror“ auf einer „wahren Geschichte“, um die Legendenbildung eingesetzt hat. Auch 30 Jahre danach diskutieren in Gläubige und Zweifler gespaltene Internetfraktionen intensiv, ob die Lutz-Familie wirklich von einem Geist terrorisiert oder von guten Honorarperspektiven zu ihrer Horrorstory animiert wurde. Die Präsenz als urban legend jedenfalls ist ein Marketingvorteil auch für diese Neuauflage, die allerdings ein abgebrühteres Publikum als damals schrecken muss.

    So wird alles aufgefahren, was sich im Genre als tauglich erwiesen hat: gespenstische Schatten, die im Rücken der Figuren vorbeirasen. Satanische Stimmen, die zum Töten auffordern. Tote Mädchen, die ausgewählten Lebenden erscheinen. Leichen, die sich plötzlich materialisieren. Eingedampfte Spiegel, die Übles verbergen und schließlich, wie schon in „The Shining“ oder „Kill, Daddy, Kill“, ein Vater, der im Klimax Amok läuft.

    Der Prolog etabliert im Stroboskop-Flickern die Vorgeschichte von Ronald DeFeo, der 1974 seine Eltern und vier Geschwister im Schlaf ermordete und danach behauptete, von Stimmen zu dieser Bluttat getrieben worden zu sein. Ein Jahr später zieht die Lutz-Familie mit drei Kindern in das Haus ein, das sich schnell von seiner abweisenden Seite zeigt. Stiefvater George (Ryan Reynolds, einmal nicht als Clown und oneliner-Maschine), dessen Akzeptanzprobleme mit dem ältesten Sohn von Kathy (Melissa George) nicht mehr als zwischenmenschliche Konfliktdekoration sind, wird magisch vom Keller und den dort zentrierten Kräften angezogen. Stieftochter Chelsea kommuniziert ausgiebig mit ihrer neuen „imaginären“ Freundin Jodie. Der jüngste Sohn zittert sich nachts zur Toilette – eine der besten, wenn auch von „The Sixth Sense“ inspirierten Sequenzen. Und schließlich kriegt eine Babysitterin, die die Angst der Kids genussvoll schürte, im Refugium von Jodie die Lektion ihres Lebens. Spätestens hier hätte jede ganz normale Familie die Koffer gepackt, doch diese harrt aus, bis im Gewitterfinale George seiner blutigen Bestimmung folgt.

    Die immanenten Probleme der Originalstory – das Ignorieren der auch äußerlich bemerkbaren Veränderung des Vaters, die unerklärlich späte Recherche der grausamen Vorgeschichte, die hohe Duldungstoleranz angesichts greifbarer Bedrohung – klärt auch diese Verfilmung nicht, die gut daran tat, die im Original stärker präsente und vom Bösen verfolgte Figur des Priesters auf Kleinauftritte einzudampfen. Im Make-up-Bereich und auch in den Suspense-Sequenzen erzielt „The Amityville Horror“ durchaus Wirkungstreffer und platziert am Ende den unangenehmsten Schock, der dem Schicksal einer Figur eine tragische Note zuweist, die wahren Horror erkennbar macht. kob.

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