American Pie: Das Klassentreffen Poster

Fakten und Hintergründe zum Film "American Pie: Das Klassentreffen"

Kino.de Redaktion  

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Über die Produktion

Die Produzenten Craig Perry, Warren Zide und Chris Moore haben die „American Pie“-Filme von Anfang an begleitet und wollten den Fans einen weiteren Einblick ins Leben ihrer Lieblinge geben, die uns über die Jahre ans Herz gewachsen sind. „Alles begann vor sechs Jahren“, erzählt Moore. „Alle sechs bis neun Monate stattete ich Universal einen Besuch ab und stellte Konzepte für den Film vor. ‚Das Klassentreffen‘ setzte sich schließlich durch. Als das Projekt dann grünes Licht bekam, war es an uns, die Originalbesetzung noch einmal komplett zusammenzutrommeln.“

„Das Schöne an der ‚American Pie‘-Reihe ist, dass sich jeder damit identifizieren kann“, findet Perry. „Diese Clique ist uns deshalb so ans Herz gewachsen, weil sie Situationen durchgemacht hat, die wir alle kennen. Nur dass es bei ihnen dabei immer viel lustiger und haarsträubender zuging. Ich glaube, das ist der Grund dafür, dass diese Filme eine so treue Fangemeinde haben und so etwas wie Klassiker geworden sind.“

Die Filmemacher waren sich einig, dass man East Great Falls nur gerecht werden konnte, wenn es tatsächlich gelang, die ganze Clique beim Klassentreffen zusammenzubringen. Und so ergriff ein Schauspieler nach dem anderen die Chance, die alten Freunde wiederzutreffen. „Es ist kaum zu glauben, dass wir Jim, Stifler & Co. jetzt schon 13 Jahre kennen“, sagt Zide. „Dass alle unsere Schauspieler bereit waren, noch einmal in ihre Paraderollen zu schlüpfen, ist der beste Beweis, wie beliebt diese Charaktere sind. Ich bin genauso begeistert, sie alle wiederzusehen, wie das Publikum.“

Nachdem die „American Pie“-Familie vollzählig war, stand das Studio vor der Aufgabe, einen Autor und einen Regisseur zu finden, der sich an eine Fortsetzung eines etablierten Franchise wagte. „Bei einem vierten Teil ist es umso schwieriger, jemanden für den Job zu gewinnen“, erläutert Moore. „Denn die Figuren sind ja bereits eingeführt.“

Zum Glück für die Produzenten und „Pie“-Fans auf der ganzen Welt nahmen Jon Hurwitz und Hayden Schlossberg diese Herausforderung nur zu gern an. Sie waren sogar äußerst hartnäckig: Das Autorenteam der „Harold & Kumar“-Trilogie (bei Teil 2 führte das Duo zudem selbst Regie) hatte sich zum Ziel gesetzt, die vertraute Welt aus „American Pie“ wieder aufleben zu lassen und ihr zugleich ihren Stempel aufzudrücken. Beide geben gern zu, dass sie Fans der ersten Stunde sind. Wie oft sie Teil 1 schon gesehen haben, seit er 1999 ins Kino kam, können Hurwitz und Schlossberg gar nicht mehr zählen.

„Es gab zu der Zeit viele Teenie-Komödien, aber die waren alle jugendfrei“, erinnert sich Schlossberg. „Jon und ich mochten es immer lieber etwas saftiger, und ‚American Pie‘ war der erste Film unserer Generation, in dem sich junge Leute in einer schlüpfrigen Sex-Komödie auch so benahmen und redeten wie echte Jugendliche. Das war genau unser Ding, wir standen total drauf.“

Schlossberg und Hurwitz sind seit Schultagen eng befreundet und haben denselben Sinn für Humor. „Wir sind ungefähr zur gleichen Zeit zur Highschool gegangen wie die ‚American Pie‘-Kids. East Great Falls hätte unsere eigene Schule sein können, so ging es damals vielen Leuten in unserem Alter. Am meisten hat uns aber das Ensemble gefallen: Es war, als würdest du jeden von denen persönlich kennen. Mit jedem Einzelnen konnten wir uns auf die eine oder andere Art identifizieren.“ Das Duo sieht das Erfolgsgeheimnis der Reihe in der gelungenen Kombination aus unverschämter Komödie, echtem Gefühl und echten Charakteren, die das alles durchmachen müssen. „Der erste Film war richtig schön schmutzig, aber trotzdem erleben Oz (Chris Evans) und Heather (Mena Suvari) mittendrin eine Liebesgeschichte“, führt Schlossberg aus. „Vicky (Tara Reid) war besessen vom ersten Mal und wartete nur darauf, dass ihr Freund endlich ‚Ich liebe dich‘ sagt. So ist das in der Schule: Die Jungs haben nur Sex im Kopf, aber gleichzeitig verzehren sich alle nach einer richtigen Beziehung, nach Liebe.“

„Ich kenne Leute, die sagen: ‚Ich bin der Jim in meinem Freundeskreis‘, ‚Ich bin Stifler‘ oder ‚Mir geht’s genau wie Oz‘“, fügt Moore hinzu. „‚American Pie‘ hat 1999 das Erwachsenwerden definiert, und dabei ging es viel mehr um Gefühle als nur um Gags.“

Wenige Stunden nach ihrem Treffen mit den Produzenten und den Verantwortlichen bei Universal hatten Schlossberg und Hurwitz den Auftrag in der Tasche, das Drehbuch zur ultimativen Folge des Franchise zu verfassen und auch selbst die Regie zu übernehmen. Den Produzenten war gleich klar, dass die beiden die idealen Voraussetzungen für „American Pie: Das Klassentreffen“ mitbrachten.

„Ich kenne Jon und Hayden schon seit College-Zeiten“, merkt Perry an. „Sie hatten mir sogar ihr erstes Drehbuch zukommen lassen: Sie riefen einfach auf gut Glück den Regieassistenten von AMERICAN PIE an und baten ihn, es weiterzuleiten! Einige Jahre, nachdem sie nach Hollywood gezogen waren, engagierte ich die beiden, um ein anderes Projekt zu überarbeiten. Dass sie nun ‚American Pie: Das Klassentreffen‘ übernommen haben, grenzt an Schicksal. Ihre Begeisterung und ihre Leidenschaft für diese Filme hat sich ausgezahlt.“

„Die zwei sind ein eingespieltes Team“, erklärt Moore. „In diesem Fall ist es eben nicht so, dass der Autor und der Regisseur ihre Wege gehen und jeder für sich mit einem Konzept zurückkommt. Die beiden sind sämtliche Aspekte zusammen durchgegangen. Wann immer einer von ihnen eine Idee hatte, hat er sie dem anderen vorgestellt, um seine Meinung dazu zu hören. Wir sind große Fans der ‚Harold & Kumar‘-Filme, und zu unserem Glück waren Jon und Hayden Riesenfans von ‚American Pie‘“, fährt Moore fort. „Die perfekte Kombination. Wir brauchten den frischen Blick eines Fans, der die Figuren kennt und wirklich Lust auf diesen Film hat. Jon und Hayden kennen sich mit Situationskomödien aus, und sie sind aufeinander eingespielt. Trotzdem können sie auch mal getrennt arbeiten. Man kann zügiger drehen, wenn man zwei Regisseure an verschiedenen Stellen einsetzen kann.“

Hurwitz und Schlossberg stimmten mit den Produzenten überein, dass das Projekt nur funktionieren konnte, wenn es gelang, alle Hauptdarsteller und so viele Nebendarsteller wie nur möglich zusammen zu bekommen. Ein bewährter Cast einerseits plus die Möglichkeit, neue Charaktere ins Spiel zu bringen – das machte für die beiden den Reiz aus. „Universal wusste, dass wir eingefleischte Fans von ‚American Pie‘ sind“, erzählt Hurwitz. „Uns dieses Projekt anzuvertrauen, war also, als würde man die Fans zum Chef machen.“

„Sowas gibt es sonst eigentlich nicht“, fügt Schlossberg hinzu. „Schon gar nicht, wenn der erste Film bereits über zehn Jahre zurückliegt. Bei manchen TV-Serien gibt es mal eine große Wiedersehens-Episode, aber bei Kinofilmen ist das nicht üblich. Da wird eben neu besetzt. Aber die Schauspieler aus dem Original noch einmal in diesen Rollen zu sehen – das ist wie ein richtiges Klassentreffen.“

Entsprechend surreal war es für die Regisseure, als sie den Cast bei der Leseprobe erstmals wieder vereint sahen. Zwar waren viele der Schauspieler über die Jahre in Kontakt geblieben, gesehen hatten sich alle zuletzt aber bei „American Pie 2“. „Dies ist also unser 13-jähriges Klassentreffen“, witzelt Schlossberg. „Hätten die uns mal vor drei Jahren angerufen, das wäre eine schöne runde Zahl gewesen. Inzwischen sind unsere Schulabgänger über 30. In Teil 1 ging es noch um Teenager-Probleme. Dies ist eine ganz neue Welt für die Clique.“

Um die Story zu entwickeln, mussten Hurwitz und Schlossberg zunächst herausfinden, was in den vergangenen zehn Jahren aus Jim und all den anderen geworden ist und ihre Biografien weiterspinnen. „Jim und Michelle haben wir zuletzt bei ihrer Hochzeit gesehen“, erklärt Hurwitz. „Inzwischen haben sie ein Kind und müssen sich mit typischen Eltern-Problemen auseinandersetzen – keine Zweisamkeit mehr oder, in ihrem Fall, kein Sex. Stifler war in der Highschool voll auf der Höhe. Damals schmiss er die Partys. Heute jobbt er als Zeitarbeitskraft und muss sich von einem Kerl runtermachen lassen, den er zu Schulzeiten fertiggemacht hätte. Er hat keinen Kontakt mehr zu seinen alten Freunden und fühlt sich ganz schön einsam.“

„Oz hat Karriere gemacht“, fährt Hurwitz fort. „Er arbeitet jetzt als Sportreporter und ist bei ‚Celebrity Dance-Off‘ angetreten. Er hat eine bildhübsche, aber ziemlich durchgeknallte Freundin und vermisst sein behagliches altes Zuhause. Kevin ist zwar glücklich verheiratet, aber praktisch kastriert: Er ist zur Hausfrau mutiert, die ‚Frauentausch‘ und ‚Der Bachelor‘ guckt. Er braucht dringend Abwechslung, und das Klassentreffen-Wochenende verspricht genau das. Und Finch… Tja, jeder von uns hat diesen einen Schulfreund, der abgetaucht ist, und du hast keine Ahnung, ob er zum Klassentreffen erscheinen wird. Finch zählte immer zu unseren Favoriten. Er war etwas ganz Besonderes, aus ihm hätte alles werden können.“

„Er könnte der Una-Bomber sein oder auch Internet-Millionär“, kommentiert Schlossberg lachend. „Es gefiel uns, sein Schicksal im Dunkeln zu lassen – ein Weltenbummler, der eine ganze Zeit außer Landes war. Das glauben jedenfalls unsere Jungs. Weil Finch sie in dem Glauben lässt…“

Am Set wurde das Duo mit reichlich unerwarteten Anfragen konfrontiert. „Sie glauben nicht, wie oft wir Damenunterwäsche aussuchen sollten“, lacht Hurwitz. „Irgendwann wird selbst das fade – genau wie die Frage, welchen Deckel der Topf haben soll, in dem Jasons Penis steckt… Wir zogen uns also in Jasons Trailer zurück und sahen uns allen Ernstes ein ‚Penis-Schattenspiel‘ an, bei dem er sein bestes Stück in verschiedene Richtungen reckte, damit wir den besten Winkel für den Dreh finden.“

Produktion: Die Besetzung

Da die gesamte Originalbesetzung wieder dabei sein wollte, war das Casting ein Leichtes. „Jeder Einzelne kam hochmotiviert ans Set, alle wollten richtig loslegen“, freut sich Hurwitz. „Ihre Figuren liegen ihnen am Herzen, und es hat Spaß gemacht, Input von den Schauspielern zu bekommen. Wir haben das Drehbuch als Fans und als Filmemacher zugleich verfasst. Aber mit jedem Darsteller über seine Figur zu sprechen und was aus ihr geworden ist, das war ein toller Bonus.“

Jason Biggs kehrt als dauergeiler Jim zurück und übernimmt diesmal zusätzlich die Rolle des ausführenden Produzenten. „Jason ist unglaublich“, lobt Hurwitz. „Jeder Take sitzt, er ist ein echter Draufgänger. In der Vorbereitungsphase, während wir noch am Skript gefeilt haben, sprachen wir darüber, ob wir ihm nicht noch einen Starauftritt verschaffen können. Also schickte ich ihm eine E-Mail: ‚Lust, deinen Schwanz zu zeigen? ‘ Jasons Antwort lautete: ‚Für einen guten Gag tue ich alles, es muss nur lustig sein. ‘ Und er hat’s getan.“

„Diesmal bin ich weiter gegangen als je zuvor“, gesteht Biggs. „Wir hatten jede Freiheit, alles auszuprobieren. Diese Möglichkeit bekommen nicht viele Schauspieler. Deshalb gibt es in diesem Film keine kruden, sinnfreien Gags. In ‚American Pie‘ ging es nie darum, krass zu sein, nur darum zu schocken. Das ist alles verdient, weil das Publikum mit diesen Typen fühlt. Die Filme haben Herz, und zwar alle.“

Biggs hat immer an das geglaubt, was viele von uns in den „American Pie“-Filmen sehen: Jede noch so wilde Eskapade wird mit Gefühl aufgewogen. Dennoch scheut Biggs sich nicht, für einen guten Gag seinen – äh… Mann zu stehen. „Ich hoffe, das Publikum weiß das zu schätzen“, betont Biggs. „Denn ich habe alles gegeben – mehr von mir, als ich jemals gezeigt habe. Und ich rede hier nicht von Emotionen. Ich habe mehr Haut gezeigt als je zuvor, und zwar buchstäblich. Ich weiß nicht, wie man das noch toppen könnte… Als Nächstes kommt dann vielleicht ein Porno?“

Alyson Hannigan spielt erneut die sexy Flötistin Michelle, inzwischen Mutter eines kleinen Sohnes. Sie ist mit Jim verheiratet und geht in der Rolle der perfekten Mutter/Ehefrau auf – während ihr Sexleben den Bach runtergeht. „Ähnlich wie Stifler blieb Michelle in Teil 1 noch etwas eindimensional“, findet Hurwitz. „Doch mit der Weiterentwicklung der Reihe hat auch sie an Persönlichkeit gewonnen.“

Für die Schauspielerin ist es in den vergangenen 13 Jahren gut gelaufen: Dank ihrer Erfolgsserie „How I Met Your Mother“ zählt sie zu den bekanntesten TV-Gesichtern. „Wir sind große Fans von Alyson“, schwärmt Schlossberg, „in ‚How I Met…’ und in diesen Filmen. Ihr Timing ist grandios, und sie hat ein großes Herz. Ein einziger Blick von ihr, und alles ist gesagt.“

„Natürlich ist auch Michelle älter geworden, und ich machte mir Gedanken darüber, wie sich ihre Schrulligkeit auf eine erwachsene Frau übertragen lässt, ohne dass sie immer noch wie ein Schulmädchen wirkt. Aber Jon und Hayden haben ein großartiges Drehbuch geliefert. Da war es nicht schwer, die goldene Mitte zu finden. Michelle ist reifer geworden, aber sie ist immer noch schräg.“

Hannigan freute sich besonders darüber, ihren Film-Ehemann wiederzutreffen. „Jason und ich hatten immer eine tolle Chemie und einen guten Draht zueinander. Es macht Spaß, wie wir aufeinander eingehen. Wir müssen uns nicht anstrengen, um diese Verbindung zwischen uns herzustellen. Das geht wie von selbst.“

Seann William Scott ist als Kultheld Stifler mit von der Partie – und verdient sich wie Biggs seine Sporen als ausführender Produzent des Films. „Seann ist ein Schatz“, sagt Schlossberg. „Aber wenn er zu Stifler wird, lachst du sofort los. Sein kantiges Gesicht ist die reinste Comedy-Waffe. Er weiß genau, wie er seine Augen einsetzen muss, dieses Grinsen, seine Kieferpartie. Und er hat ein tolles Gespür für Komik. Diese Kombination verleiht ihm eine unverwechselbare Ausstrahlung, die Stifler zur Kultfigur gemacht hat.“

„Wir haben Seann diesmal noch weiter auf die Spitze getrieben, das war für uns ein besonderer Spaß“, fügt Hurwitz hinzu. „So hat man Stifler noch nie gesehen. Seann schreckt vor nichts zurück. Und diesmal können wir mehr Anteilnahme für Stifler entwickeln. Er wird uns zum Lachen bringen wie kein Zweiter, aber zugleich ist Stifler das Herz dieses Films. Seann hat alles gegeben, man fühlt mit Stifler.“ Dennoch wollten die Regisseure auch dem guten alten Stifler Tribut zollen, schicken ihn mit einer Steadicam bewaffnet auf Partytour und lassen ihn die Damen im Büro belästigen, im Gegensatz zu seinen Privatpartys aus Schulzeiten. Dieser Stifler wird sich nie ändern.

Die Arbeit mit seinen langjährigen Freunden brachte eine Flut von Erinnerungen zurück, erzählt Scott. Als der Schauspieler das Drehbuch zum ersten „American Pie“ erhielt, lebte er erst seit drei Jahren in Los Angeles und arbeitete bei Home Depot, als er für die Rolle vorsprach. „Der Typ war nicht gerade sympathisch“, erinnert sich Scott. „Er kam in drei Szenen vor und war ein totaler Idiot. Ich war mir nicht sicher, ob ich diese Rolle überhaupt spielen sollte. Aber das Risiko bin ich gern eingegangen.“ Laut Scott ist Stifler ein Mix aus fünf Typen, mit denen er zur Schule gegangen ist. Dazu ein bisschen Improvisation, und Stifler war geboren. „Er sollte der Kerl sein, den man eigentlich nicht leiden kann.“

Heute macht ihm der Part noch viel mehr Spaß, räumt Scott ein. „Mein Humor hat sich verändert. Ich bin schriller geworden und auch etwas mutiger. Es ist fantastisch, jemanden um die 30 zu verkörpern, der all das macht, wovon andere 30-Jährige nur träumen. Stifler hat sich nicht geändert, nur die Welt um ihn herum. Er lebt immer noch in seiner Highschool-Welt.“

Chris Klein ist Oz, inzwischen Sportreporter und Kandidat in der (fiktiven) Promi-Show „Celebrity Dance-Off“. „Allein für diesen Auftritt hat Chris monatelang trainiert“, verrät Hurwitz. „Das war einer unserer tollsten Drehtage: Wir drehten or Studio-Publikum und fühlten uns wie bei ‚Let’s Dance‘. Chris präsentierte vor allen Leuten seine Tanzeinlage, für die er so geschuftet hatte.“

„Was Intensität und Aufregung angeht, grenzte das Training an den Moment, unmittelbar bevor die erste Klappe fällt – oder übertrifft ihn womöglich noch“, lacht Klein. „Ich weiß jetzt, dass Hip-Hop Knochenarbeit ist. Das bringt man mit 32 nicht mal eben so. Es war eine Menge harter Arbeit – und ich nehme mich offenbar selbst viel zu ernst!“ Hollywood-Choreograf Stephen Jones trainierte Klein einen Monat lang am Set für seinen großen Auftritt. „Er ist ein großer Kerl“, so Jones. „Die meisten Tänzer sind eher klein; am Anfang war er noch etwas steif. Chris ist eher athletisch, aber als er anfing, locker zu lassen, fasste er Mut und wurde selbstsicherer. Wir haben ein paar Breakdance-Moves eingebaut, einige raffinierte Schrittfolgen, Drehungen am Boden.“

Abgesehen von seinem funky Auftritt fliegen auch zwischen Oz und seiner alten Flamme, „Chormädchen“ Heather, definitiv wieder die Funken. „Die Chemie zwischen Chris und Mena war noch genauso vorhanden wie damals im ersten Film“, lobt Hurwitz. „Es macht Spaß, diese beiden wieder zusammen zu sehen – zwei, die sich als Erwachsene wiederfinden. Das mit Chris und Heather war ja auch wirklich intensiv. Chris hat in diesem Film also gut zu tun – und er landet jedes Mal einen Volltreffer.“

Mena Suvari kehrt als Heather zu Oz alias Chris Klein zurück. „Heather wohnt immer noch zu Hause und hat sich auf ihre Karriere konzentriert“, erläutert Suvari. „Sie arbeitet in der Medizin und geht mit einem Arzt aus. Heather und Oz haben sich auseinandergelebt: Oz bekam ein tolles Angebot und ist nach Kalifornien gezogen. Inzwischen ist er ein erfolgreicher TV-Moderator. Heather hätte gern eine Familie mit ihm gegründet, wollte aber nicht alles aufgeben. Also haben sie sich getrennt, in aller Freundschaft. Trotzdem war es herzzerreißend.“

Als die beiden sich in ihrer Heimatstadt wiedertreffen, ist die Anziehungskraft sofort wieder da. „Ich habe Mena gesagt, dass sie mich in jeder unserer gemeinsamen Szenen gerettet hat – aber sie hat mir wohl nicht geglaubt“, sagt Klein. „Diese Augen… Ihr durchdringender Blick verlangt einfach nach der Wahrheit und nichts als der Wahrheit. Ich bin ihr sofort wieder verfallen.“

Suvari stimmt mit ihren Co-Stars überein, dass „American Pie“ ihr Leben verändert hat. „Ich weiß noch, als der Film ins Kino kam: Im Sommer 1999 stand ich in Minneapolis für ‚Sugar and Spice‘ vor der Kamera und war traurig, dass ich die Premiere verpassen musste. In dem Film spielten wir Cheerleader und drehten gerade eine Football-Szene, vor ein paar tausend Statisten. Und auf einmal hörte ich die Leute rufen: ‚Chormädchen Heather!‘ Ich flippte aus. Dann wollten die Leute auch noch Autogramme von mir – ich war völlig überwältigt.“

Ein weiterer „American Pie“-Liebling ist die unwiderstehliche Vicky, und Tara Reid schlüpft erneut in ihre Paraderolle. „In Teil 1 war Vicky das liebe Mädchen, mit dem sich jedes Mädchen identifiziert, das den Film sieht. Sie ist diejenige, die dem ersten Mal entgegenfiebert und nur noch darauf wartet, dass ihr Freund sagt: ‚Ich liebe dich‘“, so Schlossberg. „Diese Stimmung wollten wir wieder einfangen. Tara ist larger than life. Sie ist so ein süßes Mädchen. Sie sieht umwerfend aus, und die Arbeit mit ihr war eine Freude.“

„Mir hat es umso mehr Spaß gemacht, weil ich Vicky in- und auswendig kenne“, sagt Reid. „Als würde man sein erstes Paar Jeans wiederfinden und direkt wieder reinschlüpfen. Viele können Vickys Probleme nachempfinden. Nach dem ersten Film kamen Mädchen auf mich zu und erzählten mir von ihrem ersten Mal. Ich habe so viele Geschichten gehört. Und so geht es im Film mit mir weiter: Vicky ist über 30 und lebt in New York. Sie ist Single, hat aber beruflich Erfolg. Beim Klassentreffen sieht sie, wie viele inzwischen verheiratet sind und Kinder haben. Sie hört ihre biologische Uhr ticken und fragt sich: Hätte ich heiraten und lieber hier bleiben sollen? Werde ich jemals heiraten und Kinder kriegen? Die Mädchen, die mit ‚American Pie‘ groß geworden sind, sind jetzt in genau diesem Alter. Vicky hat sich weiterentwickelt, und ich mich mit ihr.“

Thomas Ian Nicholas spielt Kevin, Vickys Highschool-Liebe. Er ist Architekt geworden und verbringt seine Freizeit am liebsten mit seiner Frau – vor dem Fernseher, Reality-Shows bevorzugt. Die Zusammenarbeit mit Reid war diesmal sogar noch besser, schwärmt Nicholas: „Unser Verhältnis ist inniger, weil wir uns schon so lange kennen. Wir verstehen uns auch ohne viele Worte.“

Auf Wunsch der Regisseure ließ er sich für „American Pie: Das Klassentreffen“ einen Bart wachsen. „Seiner Frau gefiel der allerdings überhaupt nicht“, lacht Schlossberg, betont aber auch, dass das Aussehen der Figuren für den Film nicht zu stark verändert werden sollte. Die „American Pie“-Fangemeinde sollte ihre Helden so sehen, wie sie sie kennen und lieben. Nur eben ein bisschen erwachsener.

Eddie Kaye Thomas, der auch in allen drei „Harold & Kumar“-Filmen dabei war, ist unverzichtbar als liebeskranker Finch. „Eddie hat in allen unseren Filmen mitgespielt, weil wir ‚American Pie’ und ihn als Finch so klasse finden“, sagt Schlossberg. „Als der erste Film damals ins Kino kam, war Eddie der Jüngste. Dennoch hat er eine gewisse Reife. Er ist ein gebildeter älterer Herr in einem jungen Körper. Er drückt sich immer sehr gewählt aus – Finch ist der Poet der Clique.“

Ironischerweise verpasste Thomas seinen eigenen Abschlussball samt Abschlussfeier, während er für „American Pie“ vor der Kamera stand. Dank „American Pie: Das Klassentreffen“ konnte er nun einiges nachholen. Die Arbeit mit seinen beiden Regisseuren beschreibt der Schauspieler, „als würde man mit glühenden ‚American Pie‘-Fans abhängen. Die beiden haben zwar ganz cool getan, aber sie waren schon aus dem Häuschen, dass sie den Job bekommen haben. Sie hatten jedes Detail verinnerlicht. Das sind schon zwei schräge Vögel – saukomisch. Noch dazu wurde ich dafür bezahlt, Quatsch zu machen und mit meinen Freunden rumzuhängen. Wir sind die größten Glückspilze der Welt! Diese Zeit mit Jon und Hayden vergisst du nie.“

„Falls es später auf der DVD verpatzte Szenen geben sollte, wird das peinlich für mich. Ich kann einfach nicht ernst bleiben“, erzählt Thomas weiter. „Ich halte Jason für einen der witzigsten Typen auf diesem Planeten. Ich kriege einfach nicht genug von ihm. Was auch immer aus dieser doofen Visage kommt, kriegt von mir die Goldmedaille.“

Kaum zu glauben, dass es schon 13 Jahre her ist, seit Finch Vickys beste Freundin Jessica (Natasha Lyonne) mit 200 Dollar bestochen hat, damit sie Gerüchte über seine sexuellen Fertigkeiten verbreitet und so seine Chancen bei den Girls aufpoliert. Lyonne gesteht, dass sie vor dem Wiedersehen genauso nervös und „kribbelig“ war, als würde sie zu einem richtigen Klassentreffen fahren. „Wenn man älter wird, passiert etwas Interessantes: Plötzlich spielen alle Vorbehalte und Ängste keine Rolle mehr. Du freust dich einfach, die Leute von früher wiederzutreffen. Das ist echte Kameradschaft.“ Und was ist in der Zwischenzeit aus Jessica geworden? „Vielleicht hat sie sich als Domina versucht“, witzelt Lyonne. „Ich weiß auch nicht genau, was sie so getrieben hat. Aber ich gehe davon aus, dass sie nichts ausgelassen hat. Vielleicht hat sie sich mit Telefonsex was dazuverdient.“

Nicht fehlen darf bei diesem Klassentreffen auch Shannon Elizabeth alias Nadia, die tschechische Austauschschülerin, die vor 13 Jahren unwissentlich halbnackt mit Jim per Webcam im Internet landete. Die gesamte Schule bekam das sexy Missgeschick zu sehen, das für Jim, nun ja: vorzeitig endete. „Nadia hat eben gern Sex“, kommentiert die Schauspielerin lachend. „Sie vermisst Jim und würde ihn gern wiedertreffen, weil sie nie eine echte Chance hatten. Es kam nie dazu: Sie war bereit, ihm fehlte es noch an der nötigen Erfahrung. Falls je ein ‚American Pie‘ gedreht wird, in dem sich Jim und Michelle scheiden lassen, würde Nadia schon auf ihn warten. Da bin ich sicher.“

Und Nadia war nicht die Einzige, die Jim geprägt hat. Schlossberg und Hurwitz wussten ja, dass Jims Dad ihm in der Vergangenheit gern Ratschläge erteilt hatte. In diesem Film wird der Spieß umgedreht: Es ist an der Zeit, dass Jims Dad mit Unterstützung seines Sohnes ins Liebesleben zurückkehrt. „Jims Vater hat eine wilde Seite“, sagt Eugene Levy, übrigens der einzige Star, der in sämtlichen „American Pie“-Filmen mitwirkt. „Man sieht es seinen karierten Hemden nicht unbedingt an, aber in ihm steckt ein Tier.“

Biggs freute sich ganz besonders über das Wiedersehen mit einem seiner großen Vorbilder. „In diesen letzten acht Jahren hat sich privat so viel bei mir getan“, berichtet er. „Ich habe geheiratet. Eugene jetzt als Erwachsener gegenüber zu treten, war toll. Fast so, als ob ich zu Hause bei meinen Eltern bin. Unser Verhältnis ist zwar ein anderes, aber das ist auch gut so. Als Komiker hat er mich entscheidend geprägt. Ich habe mir so viel wie möglich bei Eugene abgeguckt.“

Und die alte Vertrautheit war sofort wieder da. Um Jims Vater für die Damenwelt fit zu machen, verbrachten Biggs und Hannigan kostbare Momente mit Levy – beim Augenbrauen-Zupfen. „Wir hätten eine Heckenschere nehmen sollen“, witzelt Biggs. Auch Hannigan war es nicht geheuer, den legendären Brauen so nahe zu kommen. „Das war ein echtes Privileg“, lacht sie. Und stellt die bange Frage, die wir uns alle stellen: „Diese Augenbrauen sind doch wohl versichert, oder?“

Levy kam es vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass er mit Biggs in Jims Zimmer plauderte. Tatsächlich sah dieses Set genauso aus wie damals in „American Pie“. „Wir saßen da, gingen gemeinsam unsere Szene durch und fügten hier und da eine Zeile hinzu“, erinnert sich Levy. „Jason und ich arbeiten toll zusammen. Welche Richtung ich auch einschlug, er blieb dran. Er ist durch nichts aus dem Konzept zu bringen. Deshalb können wir auch immer spontan bleiben, reden beide gleichzeitig drauf los. Er ist tatsächlich wie ein Sohn für mich.“ Den größten Spaß hatte Levy beim Dreh von Stiflers Party. „Ich bin betrunken. Ich kiffe. Es ist toll, da reinzugehen und einfach mitzumachen, anstatt den Kids ‚Viel Spaß auf der Party!‘ zu wünschen. Diesmal bin ich selbst auf der Party.“

Genauso genoss Levy seine Szenen mit Jennifer Coolidge, besser bekannt als Stiflers Mom. Die beiden hatten bereits mehrere Filme zusammen gedreht. „Die Szenen mit Jennifer und Eugene zählen für uns zu den amüsantesten, die wir je gedreht haben“, schwärmt Hurwitz. „Er ist unglaublich. Und sie erst – ihr Improvisationstalent… Ein echter Profi. Wenn sie einen Raum betritt, denkst du nur: Wow!“

„Stiflers Mom ist eine der wenigen attraktiven Frauen, die ich spielen durfte“, lacht Coolidge. „Ich habe immer sonderbare Personen gespielt, Versagerinnen, Tussis auf der Jagd nach einem reichen Kerl usw. Stiflers Mom war endlich mal eine sympathische, lässige Frau. Am liebsten mag ich an ihr, dass sie etwas geheimnisvoll bleibt. Im Grunde weiß man nicht viel über sie.“

Zu guter Letzt stieß John Cho zum Team, legendär als „der MIGF-Typ“. Die „Harold & Kumar“-Filme aus der Feder von Hurwitz und Schlossberg (bei Teil 2 führten sie auch selbst Regie) haben Cho berühmt gemacht. „Als wir ‚American Pie‘ sahen, waren wir von Johns MIGF-Auftritt sofort hin und weg. Ein unvergesslicher Brüller.“

„Es ist schon irre, denn John hat in ‚American Pie‘ ja kaum mehr als diesen einen Satz: ‚Alter! Das ist eine MIGF!‘“, fährt Hurwitz fort. „Dieser Moment war sein Durchbruch, und wir haben’s gesehen. Das reichte vollkommen, damit wir ihm verfallen. Wir haben ihm einen ganzen Film auf den Leib geschrieben, nur wegen dieses einen Satzes. In ‚Harold & Kumar‘ ist er der Macher und hat die Lacher auf seiner Seite. Hier darf er sich jetzt noch mal richtig austoben.“

Cho, der ursprünglich in Heathers Jazzchor mitsang und den MIGF-Part erst später erhielt, erinnert sich, dass er nach dem „American Pie“-Dreh zunächst im Ausland war und den Siegeszug des Films gar nicht mitbekam. „Als ich zurück kam, wurde ich auf der Straße mit ‚Hey, MIGF!‘ angesprochen; sehr sonderbar. Zuerst verstand ich gar nicht, was die meinen.“

Cho war auch derjenige, der den Regisseuren als Erster von „American Pie: Das Klassentreffen“ erzählte. Wenig später kam auch schon der Anruf, dass die beiden das Projekt übernehmen sollten. Die Idee, wie man Mr. MIGF in die Handlung des Films einbauen könnte, stammt übrigens auch von Cho selbst: Er ist inzwischen Immobilienmakler und hat das Klassentreffen organisiert, um bei seinen ehemaligen Klassenkameraden Eindruck zu schinden. „Wir lassen ihn einen Cadillac fahren, das zog dann den Schnauzer nach sich“, berichtet Cho. „Und mit dem Schnurrbart kamen die Frisur und die weiße Jeans, ein gewagter Look…“

Unsere Lieblinge aus dem bewährten „American Pie“-Ensemble werden durch diverse Neuzugänge verstärkt. Schlossberg und Hurwitz erschien das nur logisch, denn es wäre wohl kaum realistisch, dass sämtliche Paare aus der Highschool nach all den Jahren immer noch zusammen sind. So wurden vielen Schauspielern der Originalbesetzung neue Partner zur Seite gestellt. Jay Harrington spielt Oz’ Rivale: Heathers neuen Freund, Herzchirurg Ron. Katrina Bowden aus „30 Rock“ ist Oz’ Model-Flamme Mia, die sich in erster Linie für sein Geld interessiert.

Dania Ramirez stieß als Selena zum Team. Sie hat eine Romanze mit einem der East-Great-Falls-Freunde. „Wenn du in deine Heimatstadt zurückkehrst, triffst du immer dieses eine Mädchen oder auch einen Jungen, die denken: ‚Wow! Du siehst aber viel besser aus als damals in der Schule!‘“, erläutert Schlossberg. „So haben wir einen unserer Helden mit Selena verkuppelt.“

Ali Cobrin spielt Kara, die sich in den sexuell frustrierten Jim verguckt (und außerdem in einer ziemlich gewagten Schlüsselszene des Films vorkommt). Als Jim nach Hause kommt, stellt er fest, dass seine neue Nachbarin eine hinreißende 18-Jährige ist. Cobrin witzelt, sie habe zwei Monate lang nichts als einen Tanga am Leib gehabt. Es gehört allemal Mut dazu, sich auf dem Rücksitz eines Mini Coopers zu entblättern. In bewusster Szene kümmert sich Jim um die betrunkene Kara und bietet an, sie nach Hause zu fahren. „Es gab Stunts, Unfälle, wilde Wendemanöver“, erinnert sich Cobrin. „Ich habe in diesem Wagen jede erdenkliche Position durchgespielt – bloß nicht angeschnallt im Sitzen.“

Der Part von Football-Profi Chad Ochocinco, Wide Receiver der New England Patriots (ehemals bei den Cincinnati Bengals), ist nicht weit hergeholt: Er spielt sich selbst. „Als Fan der Browns kann ich ihn nicht ausstehen“, bemerkt Schlossberg trocken. „Aber vor der Kamera ist er klasse. Wenn sich Ocho bei Chris beschwert, das zählt zu meinen Lieblingsszenen.“

Ochocinco hatte Mitleid mit Klein, als der Schauspieler vor versammelter Mannschaft seine große Tanznummer vorführen musste. Der Sportler war nämlich selbst Kandidat in der Promi-Tanzschow „Dancing With the Stars“. Als er das „American Pie“-Ensemble kennen lernte, war er richtig aufgeregt, gesteht Ochocinco: „Ich habe mich wie ein Groupie aufgeführt.“ Über seinen Einsatz als Oz’ Co-Moderator sagt er: „Sein Schlusswort am Ende der Sportschau ist köstlich: ‚Das Spiel muss weitergehen.‘ Und ich sehe Chris von der Seite an, als wollte ich sagen: ‚Echt jetzt? Das sagst du nach einer Sportübertragung?‘“

Produktion: Drehorte und Design

Die Autoren/Regisseure waren begeistert von ihrer Crew hinter den Kulissen, die sie gemeinsam mit den Produzenten zusammengestellt hatten. „Unser Team erwies sich als perfekte Wahl“, lobt Hurwitz. Mit Kameramann Daryn Okada hatte das Duo bereits beim zweiten und dritten Teil von „Harold & Kumar“ zusammengearbeitet. „Daryn hat so viele Fähigkeiten, dass wir ihn unbedingt wieder dabei haben wollten. Auch Bill Arnold und das gesamte Szenenbildner-Team waren umwerfend.“

Zur Gestaltung des großen Finales der „American Pie“-Saga kehrte Produktionsdesigner Arnold zu den Anfängen zurück: Kaum hatte er für das Projekt unterschrieben, kaufte er sich die ersten drei Filme auf DVD. Und stattete dem Studio einen Besuch ab, um nach Fotos oder Zeichnungen der Sets zu fahnden. Arnold und sein Team wünschten sich, dass dieser Film „die Fans des ersten ‚American Pie‘ abholt, zugleich aber auch ein junges Publikum anspricht“. Für „Das Klassentreffen“ mussten so viele Sets gebaut werden, dass zeitweise 40 Mitarbeiter damit beschäftigt waren, erinnert sich Arnold – die 40 Maler, Requisiteure usw. nicht mitgerechnet.

Obwohl der erste Teil in Kalifornien gefilmt wurde, entstand „American Pie: Das Klassentreffen“ in Atlanta, Georgia. „Das Ganze spielt in Michigan“, erklärt Arnold. „In Atlanta konnten wir bei Außendrehs unbesorgt sein, dass Palmen oder typische Bauwerke im Bild sind, an denen man sofort L.A. erkennt. Hier sah es viel mehr nach Mittlerem Westen aus. Monroe hat eine hübsche Hauptstraße, und an einer Ecke stießen wir auf genau die richtige Stelle, um die Fassade der Stammkneipe ‚Dog Years‘ aus dem ersten Film wieder aufzubauen. Einige Szenen spielen auf der Straße, wir kurven durch die Stadt. Das hätten wir auf gar keinen Fall in Kalifornien drehen können.“

Die Fassade wurde neben einem Gemischtwarenladen errichtet, und dem Inhaber gefiel das Artwork an der Außenseite seines Geschäfts richtig gut, erzählt Arnold. Auch wenn das „Dog Years“ die Stammkneipe der Jungs war: Jetzt, da sie längst volljährig sind, musste ein neuer Treffpunkt her. Ein Lokal in der Nähe von Conyers, Georgia, bot das perfekte Interieur für die Bar „Jilly’s“. Im Film liegt sie im Zentrum der Stadt. Also suchte die Crew in Monroe nach einer Ladenfront, die man für die Außenaufnahmen herrichten konnte.

Eine der größten Aufgaben bei der Location-Suche in Atlanta war das Heim der Levensteins. Da sich ein wichtiger Teil der Handlung nebenan in Karas Haus abspielt, musste das Team gleich zwei passende Nachbarhäuser finden. Arnold konzentrierte sich dabei auf wesentliche Aspekte, die das Publikum auf Anhieb zurück „nach Hause“ katapultieren würden, etwa die Haustür der Levensteins, die Hecke und den Bürgersteig.

Bei der Inneneinrichtung hielt man sich eng an das Vorbild. Ein Großteil des Films spielt hier, deshalb wurden die Innenräume im Studio nachgebaut, um die Dreharbeiten zu erleichtern. Fans werden Jims Zimmer sofort wiedererkennen. Das Set „sollte im Smithsonian Institute (US-Museumskomplex und Bildungsinstitut) ausgestellt werden“, findet Arnold. Überraschenderweise war es für die Crew ein Leichtes, die Originaltapete aufzutreiben. Der Lieferant in Los Angeles hatte noch einige Rollen auf Lager. Das Tapetenmuster trägt jetzt den angemessenen Namen „‚American Pie‘-Karo“.

Bei seinen Entwürfen griff Arnold wiederholt auf die DVDs der ersten Filme zurück. Screen Shots dienten Art Director Elliott Glick als Vorlage, um Details nachzubilden. Zeichnungen von Stiflers Haus in „American Pie“ waren nicht aufbewahrt worden, deshalb musste sich das Produktionsteam am Film orientieren. Ausstattung und Deko waren kompliziert, da alles auf Wandfarben, Holzbalken und Fußleisten abgestimmt werden musste.

Das Nachbilden der Original-Zimmer nahm bei der Arbeit zwar großen Raum ein, aber dafür durfte das Designteam das Boudoir von Stiflers Mom entwerfen. In Teil 1 logierte sie verlockend in einem Zimmer ihres Hauses am See. „Diesmal bekamen wir die Chance, ihr Schlafzimmer auszustatten“, sagt Arnold. „Die Diskussionen, wie weit wir dabei gehen können, war ein großer Spaß. Der Raum ist sehr detailverliebt und erzählt viele Geschichten, wenn man genau hinsieht.“

Karas Zimmer dagegen sollte das eines jungen Mädchens sein – jünger, als sie im Film tatsächlich ist. „Das hat mit ihrer Naivität und den Ereignissen dieses Wochenendes zu tun“, erläutert Arnold. „Es sollte das Zimmer sein, in dem sie aufgewachsen ist. Das war ihre Welt, bevor Jim in ihr Leben tritt. Dieses Wochenende verändert ihr Leben.“

Die „Celebrity Dance-Off“-Sequenz stellte für die Designer eine echte Herausforderung dar, denn sie sollte nach großer Hollywood-Show aussehen – trotz des begrenzten Budgets. Da die Szene lediglich im Fernsehen zu sehen ist, hielt die Crew den Rahmen klein und nutzte eine kleine, umgestaltete Bühne.

Das eigentliche Klassentreffen erforderte einen sehr viel größeren Rahmen und wurde in einer örtlichen Turnhalle gedreht, die laut Arnold „erwachsener“ ausstaffiert war als in Teil 1. „Die Stoffe und Teppiche trugen viel zur Stimmung bei – und die raffinierte Beleuchtung.“

Bei den meisten Filmproduktionen wirkt die Crew hinter den Kulissen. Nicht so bei „American Pie: Das Klassentreffen“: Viele Mitarbeiter posierten für die Fotos des „Zwölftklässler-Wunschzettels“ im Schul-Jahrbuch, steuerten alte Fotos von sich bei und fanden ihre richtigen Namen aufgelistet. Arnold und sein Team gingen sogar noch einen Schritt weiter und baten die Kollegen, ihre Wünsche ins Jahrbuch zu schreiben. „Einige haben herumgealbert“, lacht Arnold, „andere waren regelrecht beflügelt. Aber wir konnten wunderbar damit arbeiten. Es ergab einen guten Mix aus realen Personen, anstatt dass sich ein oder zwei Leute hinsetzen und das Ganze in einer Nacht runterschreiben.“

Um die geeigneten Picknick- und Lagerfeuer-Plätze am See ausfindig zu machen, fragte sich Arnold einfach durch. „Das ist das Schöne, wenn man vor Ort ist: neue Plätze zu entdecken“, so der Produktionsdesigner. „Wenn wir uns nach regionalen Plätzen umsahen, konnten wir fragen: „Wo gehen die Kids denn so hin? Wo ist die beste Stelle für ein Picknick oder ein paar Bier? Mehrere Leute empfahlen uns die sogenannte „Costly Mill“, die gleich neben einer alten Getreidemühle an einem schönen Fluss liegt – ein toller Ort, um sich abends mit Freunden zu treffen. Wir konnten sie uns schnappen und ‚übernehmen‘.“

Bei den Jetski-Sequenzen blieb Hurwitz und Schlossberg nichts anderes übrig, als in Badehosen zu drehen. „Wir sind beide zum ersten Mal Wasserski gelaufen“, erzählt Hurwitz und verrät weiter, dass die Woche am See – bei extremer Hitze und Luftfeuchtigkeit – ganz schön anstrengend war. „Das war eine verrückte Woche. Aber zwischen den Takes einfach ins Wasser springen zu können, darauf habe ich mich jeden Tag gefreut.“

Zu den Zuschauern am Ufer gehörte auch Kostümdesignerin Mona May. Ihre Aufgabe war, in „American Pie: Das Klassentreffen“ den Look der Reihe einzufangen, das aber mit einem frischen, modernen Blick. Und so war die Rewind-Taste ihres DVD-Players im Dauereinsatz, während sie sich die ersten „American Pie“-Filme ansah, erzählt May.

„Oz ist inzwischen berühmt und trägt hochwertige Mode, sämtliche europäischen Designer und edle Materialien“, erläutert sie den Stil. „Ich glaube, Chris hat es genossen, sich in diese coolen Sachen zu werfen – die kleinen Einstecktücher, die hübschen rosa Hemden mit den glänzenden Krawatten, die feinen Schuhe. Dann haben wir noch Mia, die es in die Top 10 von Maxim geschafft hat. Katrina sollte noch lasziver wirken als ohnehin schon, damit sie ihren Sexappeal voll ausspielen kann.“

Gerade Finch brauchte eine exquisite Garderobe, findet die Kostümbildnerin. „Wir sollen glauben, dass Finch die Welt bereist hat, deshalb ist sein Kleidungsstil europäisch“, erklärt May. „Man könnte ihn schon als Couture bezeichnen, viel lässiges Leinen, Schals… Schals und Schmuck sind typisch für seinen Style – cool, keinesfalls protzig. Im Idealfall sollte man Kostüme nicht als solche erkennen. Man sieht diese Person und denkt: ‚Hey, genauso sieht mein Cousin aus‘ oder ‚So einen habe ich neulich auf der Straße gesehen‘ oder ein Mädchen, das so aussah, in einem Club.“

Als junge Mutter trägt Michelle zunächst zwar Jeans und T-Shirt, erklärt May. Aber ihr Stil nimmt Form an, als sie versucht, ihr fades Sexleben anzuheizen. Hannigan hatte kein Problem damit, zu Anfang des Films Schlabberklamotten zu tragen – umso stärker ist am Ende der Kontrast. „Solche Verwandlungen sind toll, weil sie die Entwicklung der Figuren widerspiegeln“, sagt die Kostümbildnerin. „Dieser Film steckt voller Überraschungen: Jason Biggs trägt ein S&M-Outfit und rennt in Ledershorts durch die Gegend. Total irre.“

Die Suche nach ausgefallenen Kostümen wie den Leder-Hotpants gestaltete sich in Atlanta schwierig. Doch May bekam Wind von einer alternativen Bar namens „The Eagle“, samt eigenem Ledergeschäft. Der Laden war zwar geschlossen. Aber sie bekam den Inhaber zu fassen, der sie zu einer „Privataudienz“ bei Ledergurten und mehr einlud. Auf diese Shoppingtour folgte eine zweite, bei der die Requisite Peitschen und diverses Zubehör erstand. „Alle waren sehr zuvorkommend“, lobt May. „Man muss ein echter Kinofan sein, wenn man seinen Shop um Mitternacht für uns aufmacht.“

Selbstverständlich war das Klassentreffen selbst auch für die Kostümabteilung der entscheidende Auftritt. Dabei arbeiteten May und ihre Belegschaft eng mit den Szenenbildnern zusammen, um die Farbtöne aufeinander abzustimmen. Da am Set Blau und Silber dominierten, setzte das Team auch bei den Kleidungsstücken verschiedene Edelsteintöne ein. „Auch wenn das Publikum älter wird, möchten wir doch alle ewig jung bleiben. Dank Kinomagie ist das glücklicherweise möglich.“

Produktion: Die Stunts

Kein „American Pie“ ohne angemessene (Ab)Stürze! Für die Szene auf Stiflers Party, wo eine Horde 18-Jähriger auf unsere Stars der Abschlussklasse 1999 losgeht, schrieben die Regisseure eine simpel choreografierte Kampf-Sequenz. Pünktlich zum Drehstart war sie dann entsprechend ausgefeilt, berichtet Schlossberg: „Alles sollte ganz echt wirken, dabei aber witzig. Wir mussten also den goldenen Mittelweg finden.“

Thomas alias Finch stürzte sich in das Szenario auf Stiflers Party, wo die Prügelei ausbricht. Er schwingt darin einen Lacrosse-Schläger. „Wir sprachen das eine Weile durch und beobachteten dann die Stuntmänner“, sagt Thomas. „Es war super, weil wir ja genau wussten, dass es kein guter Kampf werden durfte. Wäre doch albern, wenn wir wüssten, was wir tun. Andererseits sind wir aber auch nicht die drei Stooges. Wir haben die perfekte Mischung aus Herz, guter Absicht und völliger Planlosigkeit gefunden. Sah großartig aus!“

„Ich gehe in der großen Kampf-Szene direkt zu Boden und bin so gut wie nackt“, kommentiert Biggs lachend. „Bis auf diesen Lederfetzen, der kaum etwas verhüllt. Wir sind also am Boden. Ich reagiere allergisch auf das Gras, und dann sind da auch noch diese Wasserwanzen… Riesendinger. Zumindest hat man mir gesagt, es seien Wasserwanzen. Ich sage, das waren Kakerlaken. Mit Wanzen gibt sich Jason nicht ab.“

Ungeziefer war Biggs’ kleinstes Problem in einer der Schlafzimmer-Szenen. Zum Glück sprang ein Stuntman für ihn ein. „Jim und Stifler haben Kara auf ihr Zimmer gebracht“, erläutert Stunt-Koordinator Tom McComas. „Als ihr Vater hereinkommt, verstecken sich die beiden. Stifler verschwindet im Baldachin des Himmelbetts. Natürlich reißt der Stoff und er knallt aufs Bett.“ Damit die Szene funktionierte, entfernte das Stuntteam die Hälfte des Bettes samt Baldachin und ersetzte sie durch Bretter. Nachdem der Baldachin nun an einer Seite offen war, rollte sich der Stuntman einfach zur Seite und stürzte durch den Stoff. Er landete übrigens neben einer gut „gepolsterten“ Stuntfrau, die als Kara einsprang.

Zwischen ausweichenden Autos und Motorrädern, fliegenden Fäusten und blauen Hintern hatte die „American Pie“-Gang bei ihrem vierten Treffen einen Mordsspaß. „Wir sind die größten ‚American Pie‘-Fans, die es gibt“, schwärmt Hurwitz. „Wir wollten einen Film machen, der uns begeistert. Es gibt jede Menge Überraschungen, Lacher, Herz und großartige Schauspielerleistungen.“

Und wieder einmal, so Biggs abschließend, ist es grandios, als „dieser Kerl mit dem Kuchen“ berühmt zu sein.

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