Filmhandlung und Hintergrund

Packenden Doku über zwei der besten Extremkletterer weltweit, die physisch und psychisch an ihre Grenzen gehen.

Sie gelten als Helden der Berge: Die „Huberbuam“, Alexander und Thomas Huber, die seit frühester Kindheit im Gebirge zu Hause sind und zu den weltbesten Extremkletterern zählen. In Patagonien trainieren sie für größere Taten, im amerikanischen Nationalpark Yosemite in Kalifornien stellen sie sich einer neuen alpinen Herausforderung: Sie wollen einen neuen Weltrekord im Speed-Climbing aufstellen. Ihr Versuch findet an „The Nose“ statt, eine 1000 Meter hohe Steilwand im „El Capitan“. Eine körperliche und geistige Grenzerfahrung…

Nach „Heimspiel“ (Eishockey) und „Höllentour“ (Radrennen) schließt Pepe Danquart seine Sport-Trilogie ab. In atemberaubenden Bildern aus nie gefilmten Höhen gehen zwei Brüder ans Äußerste und überwinden mit reiner Willenskraft eigene Ängste und Grenzen.

Den extrem kletternden Brüdern Thomas und Alexander Huber ist kein Fels zu steil, keine Wand unüberwindbar. Seit früher Kindheit sind sie in den Bergen zu Hause und suchen Grenzerfahrungen, Abenteuer, Herausforderungen. Sie testen permanent das eigene Limit aus. Zwar misslingt der Rekordversuch im Speed-Klettern, aber sie werden es weiter versuchen.

Thomas und Alexander Huber sind Brüder, teilen die Leidenschaft fürs extreme Klettern und gehen dabei an ihr körperliches und seelisches Limit. Alexander will unbedingt als Schnellster der Welt die Nose im Yosemite Nationalpark klettern. Andere brauchen dazu drei Tage, er will es in zweieinhalb Stunden schaffen. Thomas will in Patagonien eine Überschreitung machen, die noch niemand zuvor geschafft hat. Die zwei Profikletterer begeben sich für ihren Traum immer wieder in Lebensgefahr, bilden eine Seilschaft, sind aber nicht immer einer Meinung.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Regisseur und Drehbuchautor Pepe Danquart, der 1994 einen Oscar für seinen Kurzfilm „Schwarzfahrer“ bekam, vollendet mit dem Extremkletterer-Film „Am Limit“ seine Trilogie der Sportdokumentationen. „Heimspiel“ widmete sich 2000 dem Eishockeyverein Eisbären Berlin, „Höllentour“ beleuchtete 2004 die Tour de France. Mit „Am Limit“ bieten Danquart und sein „Höllentour“-Kameramann Wolfgang Thaler ein fulminantes visuelles Abenteuer. Vertikale Aufnahmen an der Steilwand lassen den Adrenalinspiegel ansteigen, bis philosophische Gespräche am Lagerfeuer oder Landschaftsaufnahmen im grandiosen Yosemite Nationalpark eine kurze Verschnaufpause bieten.

      Thomas Huber, geboren 1966, und sein Bruder Alexander, geboren 1968, beherrschen den elften Schwierigkeitsgrad im Klettern. Ihre Ambitionen sind breit gefächert und reichen von Speedklettern mit minimaler Absicherung über Bergsteiger-Touren bis zur Erkundung neuer Kletterrouten. 2003 setzten sie einen neuen Rekord im Speedklettern auf einer Route am El Capitan im Yosemite Nationalpark und unterboten ihn 2004 noch einmal. Als sie im Herbst 2005 von Danquart begleitet vor „The Nose“ stehen, glauben sie zuerst, ihr Ziel, den Fels als Seilschaft in rund zwei Stunden zu erklimmen, sei nicht zu schaffen. Ihr erster Trainingsaufstieg dauert neun Stunden. Albträume plagen sie nachts im Zelt, dass sie ins Seil stürzen, in der Luft zusammenprallen. Pepe Danquart inszeniert dieses fiktive Geschehen wie in einem Spielfilm.

      Beim ersten echten Testaufstieg schließlich passiert es: Alexander fällt zwölf Meter in die Tiefe und verletzt sich an beiden Füßen. Thomas und andere Kletterer tragen ihn den langen Weg hinunter durch den Wald, im Auto nach dem Arztbesuch raucht der Verletzte sogar eine Zigarette. Der Schock steht den Brüdern ins Gesicht geschrieben. Pepe Danquart dokumentiert diesen freien Fall der Gefühle hautnah und widerlegt damit drastisch den Mythos von der stetigen Erfolgsspur, auf der man die Kategorie der Weltbesten in diesem Extremsport wähnt.

      Die ständige Gefahr begleitet die Brüder, die in bayerischer Sprachfärbung darüber philosophieren, mit welchen unvergleichlichen Augenblicken sie dafür belohnt werden, dass sie ihre Träume leben. Thomas erzählt auch, wie ihm die Rivalität zu seinem etwas erfolgreicheren Bruder früher zu schaffen machte. In Patagonien schließlich wird die Kamera Zeuge einer längeren Meinungsverschiedenheit. Auch andere Kletterer kommen in der Dokumentation zu Wort, allesamt Individualisten, die ihre Grenzen suchen, sei es im freien Klettern oder am Balancieren auf einem Seil über dem Abgrund.

      Pepe Danquart testet selbst Grenzen aus, und zwar die des dokumentarisch Machbaren, indem er Fantasien bebildert, mit den Kletterern im Stil einer Live-Reportage einmalige Momente festhält, ihre Aktionen stimmig mit Gedanken aus dem Off mischt, die vollständig den Sportlern gehören. Nicht nur Bergfreunde und Kletterfans erhaschen dabei etwas von der Begeisterung, die die beiden Extremsportler spüren. Das Spannende an diesem Film ist außerdem, dass die Huberbuam insgesamt als ganz normale Menschen rüberkommen mit ihren Höhen und Tiefen.

      Fazit: Atemberaubende Tour von Pepe Danquart, der die Extremkletterer Alexander und Thomas Huber am senkrechten Fels begleitet.
    2. Am Limit: Packenden Doku über zwei der besten Extremkletterer weltweit, die physisch und psychisch an ihre Grenzen gehen.

      Die Huber-Brüder, zwei der besten Extrem- und Alpenkletterer weltweit, gehen in einer packenden Doku physisch und psychisch an ihre Grenzen.

      Wenn man Thomas und Alexander Huber auf ihren Höllentouren ohne Höhenangst in Patagonien oder im Yosemite Valley beobachtet, kriegt man Gänsehaut. Schon beim Zugucken packt einen der Schwindel. Den beiden ist kein Fels zu steil, keine Wand scheint unüberwindbar. Seit früher Kindheit sind sie in den Bergen zu Hause und suchen Grenzerfahrungen, Abenteuer, Herausforderungen. Getrieben von einem unbändigen Willen testen sie das eigene Limit aus, bezwingen das Ich. Zwar misslingt der Rekordversuch im Speed-Klettern, aber sie werden es weiter versuchen, immer wieder. Auch Scheitern gehört zur menschlichen Existenz.

      Der letzte Teil von Pepe Danquarts Sport-Trilogie nach „Heimspiel“ über eine ostdeutsche Hockeymannschaft und „Höllentour“ über die Strapazen der Tour de France, ist ein visuelles Erlebnis für die große Leinwand, nicht den kleinen Bildschirm. Die Kameraleute hingen selbst frei am Seil, um die besten Kameraperspektiven zu finden und waren sogar bei gewagtesten Aktionen immer nah an den Protagonisten, feiern eine maskuline und kultige Körperlichkeit. Aber es geht nicht nur um atemberaubende Einstellungen in luftiger Höhe und den Kampf mit dem inneren Schweinehund, um den gefährlichen „Thrill“ - ein falscher Tritt kann den Tod bedeuten -, sondern auch um handfeste Konflikte am Boden. Trotz aller Gemeinsamkeiten gibt es Eifersüchteleien zwischen den Brüdern, wenn der eine mehr im Medien-Mittelpunkt steht als der andere, da ist Konkurrenz im Spiel bei der eigenen Vermarktung, kommt es durch die große Nähe auch zur abweisenden Distanz zwischen dem geduldigen Pragmatiker Alexander und dem zwei Jahre älteren leicht chaotischen Träumer Thomas. Und genau dieser Bruderzwist macht aus „Am Limit“ mehr als nur einen einfachen Sportfilm, eine psychologisch riskante Reise ins Ungewisse und in seelische Untiefen, in die Gefahrenzone der eigenen Identität. Klettern als Metapher fürs Leben. mk.
    3. „Wertvoll”

        Schweißnasse Hände macht dieser wahrlich atemberaubende Dokumentarfilm,mit dem Regisseur Pepe Danquart auf seinen Tour-de-France-Film „Höllentour“ eine noch extremere Tour de Force folgen lässt. Hautnah und in ganz und gar unmöglichen Kamerapositionen folgt der Film den Extremkletterern Thomas und Alexander Huber bei einem Weltrekordversuch im Speed Climbing. 1000 senkrechte Meter hoch ist die Felswand im kalifornischen Yosemite Park, der athletischen Leistung entspricht auch die filmische Kompositionsleistung. Und die Puristen des Dokumentarfilms haben viel zu diskutieren.

        Jurybegründung:

        Ein zweifellos außergewöhnlicher Film innerhalb der gegenwärtigen deutschen Dokumentarfilmszene. Dies alleine schon in seinem bewussten Anknüpfen an die Traditionslinien eines der wohl klassischsten deutschen Filmgenres überhaupt: an den Film-Alpinismus von Arnold Fanck, Luis Trenker oder Leni Riefenstahl. Pepe Danquart setzt in seinem Extrem-Dokumentarfilm durchaus auf bewährte Erzählmuster, fügt ihnen aber zugleich neue Akzente hinzu, auch in einem Fortführen seines Tour-de-France-Films „Höllentour“ aus dem Jahre 2004.

        Der Titel „Am Limit“ steht dabei treffend für Motivation und Anspruch: Grenzerfahrungen erlebbar zu machen und ihr Ausleben zum sinnlichen Faszinosum werden zu lassen.

        Die Protagonisten des Films sind die Brüder Alexander und Thomas Huber, sogenannte Extremkletterer, bekannt durch ihre spektakulären Erstbegehungen und Speed-Aufstiege. Beide immer auf der Suche nach dem eigenen Limit, nach dem Ausleben des „Wahnsinns in meinem Kopf“. Besessen von der Lebensdevise, „Träume sind dazu da, um sie nicht aufzugeben“.

        Die starke Nähe und Intensität der Kamera ist nicht nur das besondere Element der Suggestion des Films. Sie bilden auch den sinnlichen Background für das große persönliche Motiv, die Reflektion der Bruderbeziehung. Diese Beziehung ist auch ein Kampf mit- und gegeneinander. Es gibt kein „Aufgehen im Brudersein“. Die Problematik der Selbstfindung und der Sucht hat sehr verschiedene Facetten.

        Dieses gelungene Doppelporträt der Brüder Huber macht den sehr schönen „menschlichen Faktor“ von „Am Limit“ aus. Auch die musikalische Ebene ist ungewöhnlich dicht gestaltet.

        Kritisch diskutiert wurden dagegen Momente der Fiktionalisierung im Film. Hier scheint die Inszenierung manchmal einen zusätzlichen Dramatisierungsdruck schaffen zu wollen, der überflüssig erscheint.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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