Am Hang

  1. Ø 3
   2013
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Am Hang Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Am Hang: Dreiecks- und Rachedrama nach der Buchvorlage von Markus Werner.

Felix ist ein älteres Semester und denkt nur an seine Frau, die ihn nach 15 Jahren verlassen hat. Er kehrt zurück an den Ort des Schmerzes. Ihr Ex-Liebhaber Thomas ist ebenfalls dort, er hat in der Gegend ein Sommerhaus. Die beiden treffen sich zufällig im leeren Restaurant eines Hotels. Als der düpierte Ehemann merkt, wer sein Gegenüber ist, beginnt er aus verletzter Männlichkeit und gekränkter Eitelkeit ein perfides Spiel. Er will Rache nehmen am Konkurrenten.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In dem Drama "Am Hang" nach dem gleichnamigen Roman des Schweizers Markus Werner geht es um Liebe, Eifersucht und Rache. Trotz seiner großen Themen aber bleibt die Geschichte angenehm verhalten, lässt ihr Feuer lange schwelen und zieht dabei die Spannung allmählich an. Der Schweizer Regisseur Markus Imboden ("Der Verdingbub", "Ausgerechnet Zoe") setzt das Duell der Worte, in das Felix den nichtsahnenden Ex-Geliebten seiner Frau verstrickt, ansprechend in Szene. Die Gesprächssituation des Romans wird filmgerecht auf wechselnde Schauplätze verteilt und mit Rückblenden angereichert.

    Im Gegensatz zu Thomas erfährt der Zuschauer recht früh, dass die beiden Frauen, über die sich die Männer austauschen, ein- und dieselbe Person sind. Anders als der Roman, gibt ihr der Film eine eigene Rolle. Vorwiegend in Rückblenden erhält man Einblicke in Valeries Beziehung zu beiden. Martina Gedeck spielt sie zurückhaltend und doch unabhängig, suchend, immer ein wenig anders, als Thomas oder Felix sie sehen. Valerie bleibt nicht nur ihnen rätselhaft, auch den Zuschauern lässt die Figur viel Raum zur Eigeninterpretation.

    Das Debattieren über die Liebe, das Abwägen von Leidenschaft, Hingabe und Treue macht den Reiz des Films – und des Romans – aus. Keiner der beiden Männer bekommt im Dialog mehr Recht als der Andere. Thomas ist als Affärentyp zwar in einer moralisch unterlegenen Position, kann aber gut darlegen, warum er kein schlechtes Gewissen hat. Felix hingegen trinkt zuviel, ist cholerisch und führt etwas im Schilde, wenn er Thomas in der Nacht zu dessen Ferienhaus am Berg begleitet. Immer wieder trügt der Schein, welche Richtung diese Männerbekanntschaft nimmt, denn oft sieht es auch aus, als würden sich Felix und Thomas anfreunden, gegenseitig etwas geben. Henry Hübchen spielt den aufgewühlten, mit sich ringenden Felix bewegend, unberechenbar.

    Abgesehen vom überraschenden Schluss, der vom Roman abweicht, bleibt vieles in dieser Geschichte über die Grenzen der Liebe ungeklärt: Das kann man unergiebig finden, oder als Anregung auffassen, sich die offenen Stellen versuchsweise selbst auszumalen.

    Fazit: Mit seiner gut gespielten, komplizierten Dreiecksbeziehung und der verhaltenen Spannung bietet das Drama "Am Hang" knifflige Unterhaltung.
  • Markus Imboden verfilmt Markus Werners packenden Beziehungs-Thriller mit hochkarätiger Besetzung.

    Eine Buchvorlage zu verfilmen, die hauptsächlich aus Dialogen zweier Männer am Tisch besteht, könnte daneben gehen. Markus Imboden („Der Verdingbub“) hat das Wagnis auf sich genommen und die Herausforderung bestens gemeistert. Sein elegant inszeniertes Drama geht eigene Wege und findet eine andere Struktur, auch wenn der Kern des Romans der Gleiche bleibt.

    Zwei Wildfremde begegnen sich und plaudern locker über die Unbeständigkeit der Liebe und Gott und die Welt. Felix ist um die 50 und denkt nur an seine Frau, die ihn nach 15 Jahren verlassen hat. Er kehrt zurück an den Ort des Schmerzes, ein Hotel am See. Der junge Rechtsanwalt Thomas, der in der Gegend ein Sommerhaus besitzt, setzt sich im leeren Speisesaal an seinen Tisch. Bald wird dem Älteren klar, dass der Jüngere eine Affäre mit seiner Frau hatte und es beginnt ein verwirrendes Spiel mit verstörendem Ende um Rache, verletzte Männlichkeit und gekränkte Eitelkeit.

    Im Gegensatz zum Roman, von dem 450000 Exemplare im deutschsprachigen Raum verkauft wurden, bleibt die geheimnisvolle Geliebte und ungetreue Ehefrau keine nur in der Imagination existierende Figur, sondern tritt real in Gestalt von Martina Gedeck auf, die der schillernden Frau hier ein Gesicht und verschiedene Facetten gibt. Wie bei der russischen Puppe in der Puppe treten immer neue den auf ihr Ego konzentrierten Herren der Schöpfung unbekannte Wirklichkeiten und Wahrheiten zutage -auch nächtens unter Donner und Blitz einer entfesselten Natur, Hinweis auf nahendes Verhängnis und Verderben. Das amouröse und explosive Triangel mit einem Henry Hübchen als perfidem Rachengel in Hochform, Maximilian Simonischek überzeugend als naiven Womanizer und die Gedeck als Objekt der Begierde ist ein Schauspielerfilm par excellence und wartet mit High Suspense bis zu letzten Minute auf. Imboden verzichtet auf ein offenes Ende, schließt den Bogen mit einer knallharten Überraschung. Da kommen der moralische Zeigefinger und die Strafe für den Ehebrecher etwas dicke daher. Das mindert aber nicht die Lust am feinen Wortspiel. mk.

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